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Küche ohne Müll: 11 Tipps zur Müllvermeidung in der Küche
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Müllvermeidung in der Küche: Mit diesen Tipps kannst du deine Küchenabfälle stark reduzieren und Einwegverpackungen sowie Lebensmittelreste sinnvoll weiter nutzen.

Vor gerade mal zwei Tagen hast du die Müllbeutel zur Tonne und das Altglas zum Container gebracht, und schon wieder sind die Abfalleimer voll – dieses Phänomen dürfte den meisten bekannt vorkommen. Ein Großteil des Hausmülls fällt in der Küche an. Denn mit jedem Einkauf bringen wir große Mengen Verpackungsmaterial mit nach Hause, vieles davon landet schon beim Auspacken im Abfalleimer. Hinzu kommen Lebensmittelreste sowie Einweg-Utensilien, wie zum Beispiel Küchenrolle oder Frischhaltefolie. Trotz Mülltrennung endet der größte Teil des Haushaltsmülls in der Verbrennungsanlage.

Mit den folgenden Tipps kannst du das Müllaufkommen schon beim Einkauf erheblich reduzieren und außerdem viele Einwegverpackungen und organische Küchenabfälle sinnvoll weiter verwerten. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern entlastet auf Dauer auch deinen Geldbeutel.

1. Nur das kaufen, was man braucht

Bei spontanen Lebensmitteleinkäufen neigen wir häufig dazu, viel zu viel zu kaufen, mit der Folge, dass frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse ungenutzt vergammeln, um dann im Abfall statt auf unserem Teller zu landen. Diese Verschwendung von Geld und wertvollen Ressourcen kannst du mit der wöchentlichen Erstellung eines Essens- und Einkaufsplans leicht vermeiden.

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Angenehmer Nebeneffekt: Mit einem Wochenplan verläuft der Einkauf viel schneller und stressfreier, als wenn man erst im Laden anfangen würde, nach eventuell benötigten Lebensmitteln Ausschau zu halten.

2. Und tschüss Plastiktüte

Brot, frisches Obst und Gemüse sind auch in Supermärkten immer öfter lose erhältlich. Wenn du für den Transport nach Hause Stoffbeutel nutzt, kannst du bei jedem Einkauf Plastik- und Papiertüten einsparen. Wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel findest du in Unverpackt-Läden oder online. Mit nur wenigen Minuten Arbeitsaufwand kannst du sie auch aus Stoffresten quasi kostenlos selbst herstellen.

Was haben Umweltschutz und das Upcycling von Stoffresten gemeinsam? Finde die Antwort in dieser genialen Anleitung für selbstgenähte Obst- und Gemüsebeutel!

3. Plastikarm einkaufen auch ohne Unverpackt-Laden

Vielerorts gibt es bereits sogenannte Unverpackt-Läden, in denen Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs verpackungsfrei erhältlich sind. Doch selbst wenn es in deiner Umgebung noch kein derartiges Geschäft gibt, musst du die Müllflut noch lange nicht akzeptieren. Auch ohne Unverpackt-Laden gibt es immer mehr Möglichkeiten, Nahrungsmittel lose oder zumindest umweltfreundlich verpackt zu erwerben.

Mangelt es vor Ort an passenden Anbietern, so kannst du viele Produkte bei einer wachsenden Zahl nachhaltiger Online-Shops bestellen.

Tipp: Wenn du beim Online-Kauf von Lebensmitteln größere Gebinde wählst, sparst du zusätzlich Verpackungsmaterial und Versandkosten ein.

Müllvermeidung in der Küche: Mit diesen Tipps kannst du deine Küchenabfälle stark reduzieren und Einwegverpackungen sowie Lebensmittelreste sinnvoll weiter nutzen.

4. Langlebige Küchenutensilien statt billiger Plastikprodukte

Es gibt wohl kaum ein Küchenutensil, das man nicht für wenig Geld in einer Variante aus Plastik kaufen kann. Leider sind viele dieser Produkte entsprechend kurzlebig und können zudem gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe an die Lebensmittel abgeben.

Damit du möglichst lange Freude an den Gegenständen in deiner Küche hast, solltest du beim Neukauf natürlichen und langlebigen Materialien wie Holz oder Ton sowie lebensmittelechtem Glas, Porzellan, Edelstahl, Gusseisen und Emaille den Vorzug geben. Das hört sich erst einmal ziemlich teuer an, auf Dauer wirst du damit aber nicht nur Müll, sondern auch Geld sparen. Denn selbst wenn beispielsweise eine Pfanne aus Gusseisen in der Anschaffung einige Euro mehr kostet als ein teflonbeschichtetes Billigmodell, kaufst du damit ein robustes Werkzeug, das bei richtiger Pflege praktisch ewig hält.

Müllvermeidung in der Küche: Mit diesen Tipps kannst du deine Küchenabfälle stark reduzieren und Einwegverpackungen sowie Lebensmittelreste sinnvoll weiter nutzen.

5. Einwegverpackungen weiter nutzen statt wegwerfen

Selbst mit viel gutem Willen lassen sich Einwegverpackungen manchmal nicht vermeiden. Bestimmt fallen auch in deinem Haushalt regelmäßig, Schraubgläser an, die du vielfältig weiter verwenden kannst, statt sie wegzuwerfen. Das stabile, leicht zu reinigende Material eignet sich zum Beispiel bestens zur Aufbewahrung von Vorräten und Essensresten. Du kannst die Gläser sogar zum Einfrieren deiner Lebensmittel nutzen!

Auch Tetrapacks lassen sich in kleine Utensilos für den Haushalt verwandeln oder zum Basteln mit Kindern verwenden. Leere Konservendosen erhalten unter anderem als Windlicht oder Blumentopf ein zweites Leben.

Müllvermeidung in der Küche: Mit diesen Tipps kannst du deine Küchenabfälle stark reduzieren und Einwegverpackungen sowie Lebensmittelreste sinnvoll weiter nutzen.

6. Obst- und Gemüse auf Balkon oder Fensterbank

Nervt es dich auch, dass Obst- und Gemüse vielerorts in üppiger Plastikverpackung verkauft wird? Wenn du einen Teil deiner frischen Lebensmittel selbst anbaust, kannst du diesen Verpackungsmüll ebenfalls einsparen. Du brauchst dafür noch nicht mal einen eigenen Garten, denn ein großer Balkon, eine sonnige Fensterbank oder ein preiswertes Mietbeet eignen sich fast ebenso gut.

Tipp: Auch viele Küchen- und Teekräuter lassen sich problemlos auf engem Raum kultivieren.

7. Mit Resteverwertung Abfall und Geld sparen

Hast du welke Gemüseblätter und übriggebliebene Strünke bisher immer weggeworfen? Dafür sind sie viel zu schade, denn aus allerlei Gemüseresten und vermeintlichen Küchenabfällen kannst du mit wenig Aufwand neue Pflanzen ziehen. Auch das frische Blattgrün von Kohlrabi, Möhren oder Radieschen kann aufgrund seines hohen Gehalts an gesunden Nährstoffen besser auf dem Teller statt in der Tonne landen.

Tipp: Viele weitere vermeintliche Küchenabfälle lassen ebenfalls zu tollen Speisen oder nützlichen Helfern im Haushalt verarbeiten

Müllvermeidung in der Küche: Mit diesen Tipps kannst du deine Küchenabfälle stark reduzieren und Einwegverpackungen sowie Lebensmittelreste sinnvoll weiter nutzen.

8. Küchenabfälle als Dünger verwenden

Auch mit viel Kreativität fallen in jedem Haushalt immer wieder Reste an, die man nicht mehr zum Kochen verwenden kann. Aber auch diese Überbleibsel müssen noch lange nicht auf dem Müll landen. Mit einem (selbst gebauten) Bokashi-Eimer kannst du fast alle organischen Küchenabfälle direkt in der Küche in wertvollen Dünger verwandeln. Alternativ funktioniert es auch mit einer Wurmkiste, die draußen oder drinnen aufgestellt werden kann und in der Kompostwürmer deine pflanzlichen Abfälle in nährstoffreiche Komposterde verwandeln.

Bokashi-Eimer in 30 Minuten selber bauen

9. Reinigungsmittel und Putzutensilien selber machen

Reinigungsmittel sind meist großzügig verpackt, für jeden Zweck findet sich ein eigenes Produkt. Vieles davon kannst du dir im wahrsten Sinne des Worte sparen. Denn auch für die Reinigung deiner Küche reichen einfache und umweltfreundliche Hausmittel vollkommen aus.

Mit einem selbst gemachten Universalreiniger befreist du sämtliche Oberflächen preiswert und umweltschonend von Schmutz und Keimen. Auch Spülmaschinenpulver, Klarspüler und Handspülmittel lassen sich kostengünstig und ökologisch selbst herstellen.

10. Mehrweg statt Einweg

Viele Einwegprodukte in der Küche kannst du leicht durch langlebige Mehrweg-Alternativen ersetzen. Wiederverwendbare Bienenwachstücher halten Lebensmittel im Kühlschrank länger frisch und machen Frischhaltefolie überflüssig. Aus alten Stoffen und etwas Bienenwachs kannst du die Wachstücher in unterschiedlichen Größen sogar selber machen, statt sie zu kaufen.

Greifst du bei kleinen Verschmutzungen lieber zur Küchenrolle als zum Schwamm? Dann versuche es doch einmal mit einer Mehrweg-Küchenrolle aus Stoff. Die Tücher sind genauso saugfähig und ebenso schnell zur Hand, lassen sich aber viele Male verwenden.

Auch Müllbeutel musst du nicht extra kaufen. Du kannst sie stattdessen mit wenig Aufwand aus Altpapier selbst falten.

Plastiktüten wohin man nur schaut: von der Gemüsewaage, über die Kasse bis hin zur Mülltüte. Wir zeigen dir einen Trick, wie du viele Tüten einfach ersetzt
foto von Moe Black

11. Slow Coffee ohne Kaffeekapsel-Müll

Kaffeegenuss muss heutzutage vor allem eins sein: Schnell verfügbar. Anders kann man sich den Boom von Coffee-to-go-Stationen und Kapselmaschinen kaum erklären. Leider entsteht gerade dadurch jede Menge Müll. Dabei lässt sich ein besonders aromatischer Kaffeegenuss auch müllfrei herstellen, und selbst den Kaffeesatz kannst du auf überraschend vielfältige Weise weiter nutzen, statt ihn wegzuwerfen.

Viele weitere Rezepte und Tipps zur Müllvermeidung in der Küche findest du in unseren Buchtipps:

Selber machen statt kaufen - Küche: 137 gesündere Alternativen zu Fertigprodukten, die Geld sparen und die Umwelt schonen
137 gesündere Alternativen zu Fertigprodukten, die Geld sparen und die Umwelt schonen
Oder als eBook: kindle - tolino

Wie schaffst du es, Abfall und kurzlebige Plastikprodukte in deinem Haushalt zu vermeiden? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen in einem Kommentar!

Müllvermeidung in der Küche: Mit diesen Tipps kannst du deine Küchenabfälle stark reduzieren und Einwegverpackungen sowie Lebensmittelreste sinnvoll weiter nutzen.

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