Plastikmüll adé: Wiederverwendbare “Frischhaltefolie” selber nähen

Waschbare Abdeckhauben als nachhaltige Alternative zu Frischhaltefolie selber nähen - mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und Tipps fürs Stoffrecycling.

Wer Müll vermeiden möchte, versucht meist auch, abfallintensive Einwegprodukte wie Frischhalte- und Alufolie zu umgehen. Neben Schraubgläsern, verschließbaren Dosen und Bienenwachstüchern lösen wiederverwendbare Abdeckhauben das Aufbewahrungsproblem von Lebensmittel(reste)n!

Leider sind die im Handel erhältlichen Kunststoff- oder Silikonhauben teuer und enthalten eventuell bedenkliche Inhaltsstoffe. Zudem passen sie häufig nicht zu den Behältergrößen im Haushalt. Selbst gemachte Hauben kannst du dagegen genau für deine Schüsseln, Töpfe und Schälchen maßschneidern. Wenn du sie aus wiederverwendeten Stoffen und Wachstuch nähst, sind sie noch umweltfreundlicher und eventuelle Schadstoffe längst ausgewaschen. Zudem lassen sie sich bei Bedarf einfach reparieren und sind so sehr lange nutzbar.

Individuelle Abdeckhauben nähen

Um individuelle Frischhaltehauben für viel genutzte Schüsselchen und Schalen zu nähen, kannst du Stücke von einem abgelegten Hemd, einer alten Gardine oder beliebige andere Stoffreste verwerten. Der Stoff sollte allerdings waschbar sein. Dehnbares Material, beispielsweise von alten T-Shirts, ist für Nähanfänger nicht so gut geeignet, da es sich beim Nähen verzieht.

Für die Rückseite benötigst du einen beschichteten Stoff, etwa von einer abwaschbaren Tischdecke oder einem ausgedienten Duschvorhang, der die Haube möglichst luftdicht und mehr oder weniger wasserfest macht.

Hinweis: Im Handel werden kunststoffbeschichtete, waschbare Stoffe als “Wachstuch” bezeichnet. Echte Wachstücher als Ersatz für Frischhaltefolie werden dagegen mit Bienenwachs oder pflanzlichem Wachs hergestellt und sind nur abwischbar.

Es ist ganz egal, ob das abzudeckende Gefäß rund, oval oder auch eckig ist – die Hauben sind für nahezu jede Form geeignet.

Das brauchst du für eine Abdeckhaube:

  • Ein Stück Stoff, das etwa zehn Zentimeter länger und breiter ist als das abzudeckende Gefäß
  • Ein Stück beschichteter Stoff in gleicher Größe
  • Ein Stück Wäschegummi
  • Nähmaschine, Garn, Nähnadel, Bleistift

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So gehst du vor:

1. Das Gefäß, für das du eine Haube nähen möchtest, kopfüber auf die Vorderseite des unbeschichteten Stoffs stellen und mit dem Bleistift den Umriss mit etwa einem Zentimeter Abstand zum Gefäß nachziehen. Dann eine zweite, größere Form mit etwa zwei bis drei Zentimetern Abstand um die erste Linie zeichnen.

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2. Beide Stoffe mit der Außenseite nach innen übereinander legen und entlang der äußeren Linie ausschneiden. Falls die Stoffe sehr glatt sind, können sie zum Ausschneiden und Nähen mit Stecknadeln geheftet werden.

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3. Mit etwa einem halben Zentimeter Abstand zum Rand mit der Nähmaschine bis auf eine kleine Öffnung von einigen Zentimetern zusammennähen.

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4. Den Stoff durch die Öffnung “auf rechts” drehen, bei Bedarf mit einem Stäbchen entlang der Naht komplett nach außen drücken und so möglichst gut glätten.

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5. Entlang des aufgezeichneten inneren Kreises ringsum zusammennähen.

6. Mit Hilfe einer stumpfen Nadel oder Sicherheitsnadel einen Wäschegummi durch den Tunnel zwischen den beiden Nähten fädeln. Die Enden zusammenziehen und vernähen oder verknoten, so dass sich der Rand der Haube kräuselt. Den Sitz am Gefäß am besten vor dem endgültigen Befestigen überprüfen.

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7. Die verbliebene Öffnung per Hand vernähen.

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Durch den dehnbaren Rand kannst du die Haube auch für andere Gefäße verwenden, die einen leicht abweichenden Durchmesser haben. Soll deine Haube noch flexibler verwendbar sein, kannst du statt eines Gummis eine Kordel mit Kordelstopper (zum Beispiel von einem alten Kapuzenpulli) einziehen und die Öffnung in der äußeren Naht offen lassen. So lässt sich die Haube auch an kleinere Gefäße anpassen.

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Tipp: Wenn du keinen passenden wasserfesten Stoff zur Hand hast, kannst du ein Stück Folie, zum Beispiel von einer Verpackung, zwischen zwei normale Stoffschichten nähen. Für die erste Naht lege die beiden Stoffe mit den Außenseiten aufeinander und die Folie zusätzlich darauf. Nach dem Umkrempeln befindet sich die Folie dann zwischen den beiden Stoffen.

Hast du noch mehr Ideen, wie sich Wegwerfprodukte im Haushalt vermeiden lassen? Wir freuen uns über Anregungen von dir in einem Kommentar!

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7 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Kann man mit den Abdeckhauben auch angeschnittene Wassermelonen abdecken? Die sind ja sehr saftig, das würde doch in den Stoff einziehen (ich würde die Variante Folie zwischen zwei Baumwolltüchern bevorzugen, denn Wachstischtücher habe ich nicht und würde die auch nicht gerne in direktem Kontakt mit dem Essen haben…)

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  2. Elisabeth-Theresia Sailer

    Das schaut mir praktisch aus! Folie aus einer Plastiktüte nähte ich mal für einen anderen Zweck ein. Das Teil ist inzwischen viele Male – auch bei 90 Grad – gewaschen. Teller auf die Schüssel ist eine gute Lösung für den Kühlschrank. Zum Mitnehmen einer Schüssel braucht es halt was „festes“ drauf.

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  3. Bei aller Liebe zum Selbermachen ist das wieder ein Beitrag aus der Abteilung „Warum einfach, wenn es auch umständlich geht?“ und „Gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht und gedacht“.
    Zunächst muss ich erst mal ein altes Wachstuch, vulgo Plastiktischdecke haben. Es bleibt ein Kunststoffprodukt, das geruchstechnisch am Essen nichts zu tun hat.
    Ich decke Schüsseln und Schälchen schlicht mit einem passenden Teller ab, hat den Vorteil, dass ich bei beschränktem Platz auch stapeln kann. Einen Teller kann ich auch trefflich waschen, was ich mir mit der Wachstuchtischdecken-Alter Stoff-Gummi mit Kordelstopper-Variante nicht so einfach vorstelle. Wie oft kann man wohl eine Plastiktischdecke in der Maschine waschen und wie lange bleiben da die Nähte im Kunststoffmaterial stabil?
    Süß gebastelt, entspricht dem Trend alles selbst zu machen, was sich nicht wehren kann, aber sicher nicht alltagstauglich.

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    • smarticular.net

      Stimmt natürlich – Topfdeckel, Teller usw. sind selbstverständlich die naheliegenden Alternativen zu Plastikfolie :-) Die Hauben haben trotzdem ihre Berechtigung, vor allem weil sie auch auf solchen Gefäßen gut abschließen, die nicht rund sind, und weil sie einfach praktischer sind, wenn man etwas beim Transport abdecken und frisch halten möchte. Am Ende bleibt es natürlich jedem/jeder selbst überlassen, wann was als praktischer und nützlicher empfunden wird :-) Liebe Grüße!

  4. Janina Franz

    Kann man auch ganz einfach selber wasserabweisend machen. Einfach Baumwollstoff mit Bienenwachspastillen und ein paar Tropfen Öl bügeln.

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    • Und das ist dann waschbar und wieder verwendbar? Wenn das funktioniert, ist das eine tolle Sache. Danke für den Tipp. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das Bienenwachs beim Waschen nicht wieder löst.

    • Manuela Kleinwächter

      Waschbar nicht, aber feucht abwischbar.

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