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9 Heilsame Haarkuren aus Küchenzutaten – einfach, effektiv und vegan
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Spröde, glanzlose aber auch schnell fettigende Haare freuen sich über regelmäßige Pflege. Hier findest du eine einfache Haarkur für jeden Problemfall.

Das tägliche Haarewaschen, Föhnen und Stylen setzt dem Haar auf Dauer ganz schön zu. Auch Umwelteinflüsse, Abgase, die chemische Behandlung einer Dauerwelle und das Färben wirken sich schädigend aus. Sprödes, strapaziertes, glanzloses, schnell fettigendes oder sogar ausfallendes Haar können die Folge sein.

Leider sind käufliche Haarspülungen auf Dauer nicht genug, denn sie enthalten nur geringe Anteile an pflegenden Inhaltsstoffen, die durch sofortiges Ausspülen kaum wirken können. Um eine langanhaltende Pflege zu erzielen, braucht es etwas mehr Zeit, damit die benötigten Pflegestoffe in Kopfhaut und Haar überhaupt ankommen. Fertige Haarkuren enthalten jedoch oft Substanzen, die sich nicht mit natürlicher Haarpflege vereinbaren lassen. Warum also nicht gleich die Haarkur selber machen – aus natürlichen Zutaten?

Falls dir umfangreiche Behandlungen wie die Honig-Eier-Haarkur oder die Quark-Haarkur nicht zusagen oder zu aufwendig sind, bieten sich Rezepte an, die aus nur einer und noch dazu veganen Zutat bestehen.

Schnelle Anleitungen für die tägliche Anwendung findest du als sogenannte Leave-in Haarspülung in dieser Rezeptsammlung. Ebenso simpel sind die folgenden Haarkuren, die nach der Haarwäsche ins handtuchtrockene Haar beziehungsweise in die Kopfhaut einmassiert werden. Diese Kuren benötigen etwas Zeit und pflegen das Haar besonders intensiv, bevor sie ausgespült werden.

1. Haarkur mit Mandelöl

Ständiges heißes Waschen, langandauerndes Föhnen oder austrocknende Stylingprodukte lassen das Haar schnell angegriffen und strohig aussehen. Auch durch Chemie strapaziertes, dauergewelltes oder gefärbtes Haar benötigt Pflege, die eine kleine Portion Öl schon leistet und deinem Haar wieder ein gesundes Aussehen verleiht. Zusätzlich beugt das warme Öl verstopften Haarfollikeln vor und lässt das Haar dadurch schneller wachsen.

Zutaten: 1 EL Mandelöl (bei langem Haar 2 EL)
alternativ Oliven- oder Kokosöl
Anwendung: Das Öl in ein kleines Glas geben und in einem Wasserbad mit heißem Leitungswasser anwärmen. Das erwärmte Öl ins saubere, handtuchtrockene Haar sparsam an den spröden Stellen einmassieren. Das Haar mit einem Handtuch umwickeln und eine Stunde lang warm halten. Anschließend mit einem milden Shampoo lauwarm und gründlich auswaschen.

Spröde, glanzlose aber auch schnell fettigende Haare freuen sich über regelmäßige Pflege. Hier findest du eine einfache Haarkur für jeden Problemfall.

2. Haarkur mit Kaffee

Viele Pflegeprodukte enthalten Koffein gegen Haarausfall. Es belebt die Kopfhaut und fördert die Durchblutung im Bereich der Haarwurzeln, sodass Nährstoffe besser aufgenommen werden und das Haar für mehr Wachstum gekräftigt wird. Da gemahlene Kaffeebohnen auch Öle enthalten, ist diese Kur für trockenes und strapaziertes Haar geeignet.

Zutaten: Kaffeesatz von 1-2 Tassen Kaffee
alternativ 1 Tasse Espresso
100 ml Wasser
Anwendung: Das verbrauchte Kaffeepulver von 1-2 Tassen Kaffee in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Durchziehen lassen, bis die Flüssigkeit tiefschwarz wie Espresso erscheint, und abkühlen lassen. In die Kopfhaut einmassieren und den Kopf mit einem dunklen Handtuch für 30 Minuten warm halten, bevor du die Koffeinkur gründlich und lauwarm ausspülst.

Viele weitere Anwendungen für Kaffeesatz findest du in diesem Beitrag.

3. Haarkur mit Hefe

Der Gedanke an Hefebakterien auf dem Kopf mag erst einmal abschreckend klingen, doch die Hefe hat einiges für Haut und Haar zu bieten. Sie enthält mehrere B-Vitamine (B1, B2, B5 und B6), Eiweiß, Mineralien sowie Folsäure und Pantothensäure. Dank dieser Inhaltsstoffe wirkt Hefe glättend auf Haut und Haar, sodass Schuppen verringert werden und das Haar leichter zu kämmen ist. Hervorzuheben sind das Eiweiß und die Folsäure, die für die Zellneubildung eine große Rolle spielen. Desweiteren wird die Kopfhaut gut durchblutet, die Versorgung der Haarwurzeln verbessert und das Wachstum gefördert.

Zutaten: 1 Päckchen Trockenhefe oder 1 halber Würfel Frischhefe
100 ml lauwarmes Wasser
Anwendung: Die Hefe im Wasser gut auflösen, auf der Kopfhaut einmassieren und den Rest in die Spitzen kneten. Eingewickelt in ein Handtuch 15 Minuten einziehen lassen und dann gründlich warm ausspülen.

Spröde, glanzlose aber auch schnell fettigende Haare freuen sich über regelmäßige Pflege. Hier findest du eine einfache Haarkur für jeden Problemfall.

4. Haarkur mit Kichererbsen- oder Roggenmehl

Ebenso wie die Hefe verfügen Roggenmehl und Kichererbsenmehl über reichlich B- Vitamine, Eiweiß, Mineralien und weitere Vitalstoffe wie Folsäure und Pantothensäure, welche die Durchblutung der Kopfhaut anregen, Haarwuchs fördern, gegen Schuppen, trockene, juckende Kopfhaut wirken und das Haar glätten.

Hinweis: Die Vollkornvariante eignet sich wegen erhöhter fettender Anteile aus dem vollen Korn eher für trockene Haare. Andere Mehlsorten mit hohem Glutenanteil, wie zum Beispiel Weizenmehl, führen zu einem Verkleben und sollten daher nicht verwendet werden.

Zutaten: 2-3 gehäufte EL Roggenmehl Typ 1150 oder Kichererbsenmehl
alternativ 1-2 gehäufte EL Roggenvollkornmehl
100-150 ml lauwarmes Wasser
Anwendung: Zutaten mit zwei Dritteln der Wassermenge vermischen, restliches Wasser hinzugeben und zu einem klumpenfreien, eher dünnflüssigen Pfannkuchenteig verrühren. Die Masse gut in Haar und Kopfhaut verteilen, 5-10 Minuten einwirken lassen und gründlich (besonders am Hinterkopf) mehrmals warm auswaschen.

Bei Verwendung von Vollkornmehl solltest du den dünnen Teig vor dem Auftragen noch mindestens 10 Minuten stehen lassen, damit sich die Inhaltsstoffe des vollen Korns auch lösen können. Dadurch dickt die Masse außerdem weiter an.

Wie du mit Roggenmehl deine Haare auch waschen kannst, erfährst du hier.

5. Haarkur mit Kokosnussmilch

Diese Haarkur ist für trockenes und sprödes Haar geeignet. Kokosnussmilch enthält Proteine, Fettsäuren und Eisen, die dem Haar und der Kopfhaut Feuchtigkeit spenden und Haarbruch verhindern.

Zutaten: 2-3 EL Kokosmilch
Anwendung: Kokosnussmilch in die Kopfhaut und Spitzen einmassieren. 15-20 Minuten einwirken lassen und mit einem milden Shampoo auswaschen.

Kokosmilch ist übrigens auch eine hervorrangende Zutat für selbstgemachtes Shampoo.

6. Haarkur mit Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) bringt aufgrund der enthaltenen Kieselsäure viele Vorteile mit sich. Er verleiht dem Haar Spannkraft, fördert die Durchblutung der Kopfhaut und heilt juckende und entzündete Kopfhaut. Diese Kur fördert zusätzlich den Haarwuchs.

Zutaten: 4 EL zerkleinerter, frischer Ackerschachtelhalm
alternativ getrocknetes Kraut (in Apotheken oder online erhältlich)
400 ml Wasser
Anwendung: Kräuter mit kochendem Wasser überbrühen, 20 Minuten ziehen lassen und absieben. Den abgekühlten Sud über Kopfhaut und Haare verteilen. In die Haut einmassieren und einige Minuten einwirken lassen, danach mit Wasser ausspülen.

Hinweis: Frischer Ackerschachtelhalm sollte beim Sammeln nicht mit den giftigen Doppelgängern wie dem Sumpfschachtelhalm, gefleckten Wasserschierling und Rainfarn verwechselt werden.

7. Haarkur aus Quittensamen

Diese Quitten-Kur eignet sich für dünnes, schnell fettendes Haar und auch für entzündete und schuppige Kopfhaut, wie sie bei Neurodermitis oder Schuppenflechte oft vorkommt. Das heilende Quittenkerngel spendet Feuchtigkeit und glättet rissige und schuppige Zellen, nebenbei wirkt es kühlend und entzündungshemmend.

Zutaten: 1 EL Quittensamen
250 ml Wasser
Anwendung: Zutaten in einem Topf aufkochen und weitere 15 Minuten bei geringer Temperatur köcheln, bis die Masse leicht geleeartig geworden ist. Durch ein grobes Sieb streichen, sodass die Kerne zurückbleiben. Die abgesiebte Masse abkühlen lassen und in Haut und Haare einarbeiten. Für 5-10 Minuten einwirken lassen und anschließend gründlich ausspülen.

Mit Quitten und Kastanien lässt sich auch dieses vollkommen natürliche Duschgel herstellen.

8. Haarkur mit Heilerde

Fettige Kopfhaut und Haare profitieren von dieser schnellen Kur. Heilerde entzieht in kürzester Zeit überschüssiges Fett und trocknet die Kopfhaut leicht aus, weshalb sie nicht für jeden geeignet ist. Desweiteren reinigt sie verstopfte Talgdrüsen.

Zutaten: 5 EL Heilerde
500 ml lauwarmes Wasser
Anwendung: Heilerde mit Wasser zu einem braunen, dickflüssigen Teig verrühren und über Kopf und Haare verteilen. Sind die Spitzen eher trocken, diese Region nach Möglichkeit aussparen. Nach fünf Minuten mit lauwarmem Wasser gut ausspülen.

9. Haarkur mit Meersalz

Diese Haarkur bietet sich bei schnell fettenden Haaren und stark fettiger Kopfhaut an. Nur dann macht diese Kur Sinn, in anderen Fällen trocknet sie Haut und Haar zu sehr aus und schadet mehr, als sie nutzen kann.

Zutaten: 1 EL Meersalz (alternativ normales Speisesalz)
400 ml Wasser
Anwendung: Salz im Wasser auflösen und anschließend ins Haar einmassieren.
Den Kopf für 15 Minuten in ein Handtuch einwickeln und danach die Salzlösung gut ausspülen.

Wie pflegst du deine Haare nach der Haarwäsche? Mit einer einfachen Leave-in Spülung, oder schwörst du auf die zeitintensivere Haarkur? Vielleicht hast du ebenfalls ein natürliches Rezept, das hier noch fehlt, dann freuen wir uns auf deinen Kommentar.

Spröde, glanzlose aber auch schnell fettigende Haare freuen sich über regelmäßige Pflege. Hier findest du eine einfache Haarkur für jeden Problemfall.

Viele weitere Rezepte für Natur-Kosmetik findest du in diesem Beitrag und ins unseren Buchtipps:

Naturkosmetik aus meinem Garten
Grüne Kosmetik: Bio-Pflege aus Küche und Garten
für Tolino:

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  • K.

    Ich habe dünne Haare und deshalb spüle ich gerne mal mit Bier direkt aus der Flasche. Das ist einfach und wirkt recht gut bei meinem dünnen Haar und der Glanz hinterher ist einfach umwerfend. Das erreicht man mit keiner gekauften Chemiekeulenspülung.

    Diese Seite speicher ich mir gleich mal ab. Es sind nämlich ein paar Kuren dabei, die für mein Haar passen.

  • Frank Backer
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