Haarwäsche mit Roggenmehl – natürlich, pflegend und vegan

Das Waschen der Haare mit Roggenmehl ist eine natürliche und gesunde Alternative zu gängigen Shampoos. Probiere es aus!

Lange Zeit habe ich bei der Wahl meines Shampoos auf die Werbung vertraut, die gesundes, schönes und kräftiges Haar ohne Aufwand verspricht. Jedoch wurden mir die Nachteile des konventionellen Shampoos immer bewusster. Das Shampoo hielt oft einfach nicht, was es versprach, und nicht nur das.

Im Kleingedruckten finden sich zahlreiche fragwürdige Inhaltsstoffe, die ich einfach nicht mehr auf meiner Haut haben möchte, von den Unmengen an Plastikmüll ganz zu schweigen.

Als eine sehr gute Alternative habe ich bisher schon erfolgreich das No-Shampoo angewendet. Es handelt sich um eine simple Haarwäsche allein mit Natron, sowie anschließende Spülung mit Essig. Das funktioniert bestens, aber manchmal soll es neben der Reinigung etwas mehr Pflege sein. Dafür habe ich jetzt Roggenmehl als Shampoo-Ersatz entdeckt!

Hinweis: Dieses Thema ist sehr beliebt und du findest viele wertvolle Informationen in den Kommentaren am Ende. Wir haben die besten Tipps, Hinweise und Erfahrungen zum Haarewaschen mit Roggenmehl hier zusammengefasst.

Mit Roggenmehl die Haare vegan waschen

Korn und vor allem die Schale des Roggen sind reich an natürlichen Pflegestoffen, wie sie auch in den meisten Shampoos zu finden sind. Neben vielen Mineralstoffen und Aminosäuren sind vor allem wichtige Vitamine enthalten, die das Haar pflegen und aufbauen. Sie glätten es, binden Feuchtigkeit und unterstützen die Regenerierung einer gereizten oder strapazierten Kopfhaut.

Selbst für empfindliche Haut und sogar Babyhaut ist das Roggenmehlshampoo deshalb gut geeignet. Weitere Vorteile: Es ist vegan, äußerst preiswert und die Verpackung kommt sogar völlig ohne Plastik aus!

Das brauchst du, um deine Haare mit Roggenmehl zu waschen

  • Für kurzes bis schulterlanges Haar: 230 ml lauwarmes Wasser und 4 EL Roggenmehl
  • Für langes Haar: 300 ml lauwarmes Wasser und 5 EL Roggenmehl
  • Eine kleine Schüssel zum Einrühren und
  • Einen Rührbesen oder einen Schüttelbecher

Das Waschen der Haare mit Roggenmehl ist eine natürliche und gesunde Alternative zu gängigen Shampoos. Probiere es aus!

Am besten geeignet ist Roggenvollkornmehl, denn darin sind die Körner zusammen mit allen Schalenbestandteilen vermahlen. Es enthält den höchsten Anteil an pflegenden Substanzen aus dem Korn. Aber auch etwas feinere Mehle (z.B. Typ 1150) können verwendet werden. Hier findest du eine Auflistung verschiedener Mehlsorten, deren Bezeichnungen und Eigenschaften.

Achtung! Andere Getreidesorten als Roggen solltest du für dieses Rezept nicht verwenden. Weizenmehl, Dinkel und andere besitzen einen hohen Glutenanteil, sie werden dadurch äußerst klebrig und das Shampoo hängt später wie Zement in deinen Haaren!

Roggenmehlshampoo herstellen und anwenden

Die Herstellung ist sehr einfach. Mehl und Wasser werden ausgiebig verrührt, bis sie eine glatte, geleeartige Konsistenz erreichen, ähnlich wie herkömmliches Shampoo. Sehr gut und klumpenfrei geht das mit einem Schüttelbecher! Falls du Vollkornmehl verwendest, solltest du es nun 1-2 Stunden stehen lassen, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe lösen und die groben Kornanteile ebenfalls weich werden und nicht kleben.

Das Waschen der Haare mit Roggenmehl ist eine natürliche und gesunde Alternative zu gängigen Shampoos. Probiere es aus!

Angewendet wird das frisch zubereitete Roggenshampoo, indem der Mehlbrei in das feuchte Haar einmassiert wird, beginnend am Haaransatz. Nach einer Einwirkzeit von ca. fünf Minuten warm ausspülen.

Der pH-Wert von Roggenmehl entspricht mit 5,5 dem der Haut, deshalb ist eine anschließende Spülung nicht notwendig. Egal ob nun geföhnt oder nur trocken gerubbelt wird, das Haar fühlt sich wunderbar leicht und geschmeidig an, ganz ohne Spülung! Es wird sehr gut kämmbar, ganz ohne Ziepen. Sogar zur Pflege von Naturlocken eignet sich Roggenmehl.

Tipp: Das Roggenshampoo eignet sich neben der Haarwäsche auch als Duschgel-Ersatz. Es reinigt und pflegt deinen Körper ebenso wie die Kopfhaut, und lässt sich anschließend einfach abbrausen.

Hinweis zur Haltbarkeit: Weil es sich um frische Zutaten handelt, ist das angerührte Shampoo nicht lange haltbar, nach unserer Erfahrung maximal einen Tag lang im Kühlschrank. Aus diesem Grund sollte es am besten vor jeder Haarwäsche frisch angerührt werden, was ja wegen der einfachen Zubereitung sehr schnell geht. Wenn du die angesetzte Mischung doch einmal für ein paar Tage im Kühlschrank vergessen hast, musst du sie noch nicht wegwerfen – möglicherweise hast du gerade deinen ersten eigenen Sauerteig angesetzt und kannst ihn jetzt weiter füttern, damit er sich zum Brotbacken eignet ;-)

Varianten für noch mehr Pflege

Für gereizte Kopfhaut, bei Schuppen oder bei Neurodermitis kann das Roggenshampoo statt mit Wasser auch mit schwarzem Tee zubereitet werden. Die Wirkung ist abhängig von der Ziehzeit:

  • Bis drei Minuten erhält der Tee einen hohen Koffeinanteil mit Langzeitwirkung, zur Vitalisierung von Kopfhaut und Haar
  • Ab ca. fünf Minuten Ziehzeit überwiegen die Gerbstoffe im Tee, die zusätzlich entzündungshemmend wirken und die Wundheilung fördern

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Kräutertees sind ebenfalls geeignet und führen zu einer zusätzlichen entzündungshemmenden und heilenden Wirkung.

Mehr Vitalisierung kannst du auch durch Zugabe von Kaffeesatz zum fertigen Shampoo erreichen. Füge ggf. etwas mehr Wasser hinzu, falls die Mischung zu zähflüssig wird. Der Kaffeesatz entfaltet durch das enthaltene Koffein ebenfalls eine sehr vitalisierende Wirkung.

Gegen sehr fettiges Haar hilft ein Spritzer Zitronensaft, der dem Shampoo beigemischt wird.

Viele weitere Anleitungen für selbst gemachte Haarpflege findest du in diesem Beitrag! Genauso einfach lassen sich viele weitere Pflegeprodukte aus natürlichen Zutaten zu Hause selbst herstellen. Mehr Tipps und Rezepte findest du auch in unserem Buch:

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Natürlich freuen wir uns über deine Kommentare und Erfahrungsberichte, sie helfen uns und anderen Lesern :-) Die besten Tipps, Hinweise und Erfahrungen zum Thema “Roggenmehl statt Shampoo” haben wir hier zusammengefasst, so klappt die Umstellung für jeden Haartyp.

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485 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Nun möchte ich doch auch mal fragen- vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich?
    Wasche nun schon über 6 Jahre meine Haare mit Roggenmehl + etwas Zitronensaft, ganz ganz selten mal mit Natron und Apfelessig-Rinse hinterher. Mittlerweile hab ich aber das Gefühl, dass die Haare nach der Wäsche doch noch recht fettig und strähnig sind. Zu Shampoo möchte ich ungern zurück – aber so ist es irgendwie auch nix mehr. Hat jemand eine gute Alternative? Nur mit Wasser funktioniert nicht.
    Danke schon mal im Voraus & liebe Grüße!

    Antworten
    • Hallo Meggi,
      ich wasche meine Haare ebenfalls seit ein paar Monaten mit Roggenmehl und war anfangs begeistert, habe dann aber schnell ähnliche Erfahrungen gemacht. Meine Haar sind fein, aber lang und nach dem Waschen mit Roggenmehl eben noch ziemlich fettig. Es ist nicht mehr so offensichtlich, aber durch das Fett fangen meine Haare an sich in schwerkämmbare Helixsträhnen einzudrehen.
      Nun bin ich ebenfalls auf der Suche nach einer Alternative. Zu Supermarktshampoo will ich auch nicht zurück.
      Ich hab überlegt ob eine natürliche Spülung zumindest das Problem der Kämmbarkeit löst, aber ich würde mich freuen wenn es noch Tipps zu dem Roggenmehl gibt.

    • Bitte probier mit Buchweizenmehl vielleicht klappt es ja.
      Und immer im Hintergedanken haben das fettige Haut oder Haare auch was mit der Ernährung zu tun haben.

    • Hi Leute, nochmal kurz ein Kommentar von mir. Ich hatte weiter unten schon bisschen was von meinen Erfahrungen erzählt.
      Über ein Jahr Roggenmehl 1150, feine über schulterblattlange Haare. Alles bestens! Letztens unzufriedenes Ergebnis mit der Haarwäsche :(
      Hin und her überlegt… :
      Roggenmehl reinigt definitiv, wie ich immer wieder feststellen konnte, alles Fett weg. Warum tut es das jetzt nicht? Es ist das Gleiche Mehl.
      Logische Schlussfolgerung:
      Es liegt an der Technik!
      Ich habe im Laufe der Zeit nur noch Schopfwäsche gemacht, die Längen waren nicht nötig. Aber im Laufe der Zeit hat sich da doch etwas abgelagert. Immer mehr und mehr vermutlich und ich hab meine Technik beibehalten. Irgendwann, war dann nach der Wäsche zwar der Schopf sauber, aber Altlasten in den Längen vorhanden. Zunächst unbemerkt… und dann hab ich in das sauber gewaschene Schopfhaar das Fett und den Dreck aus den Längen verteilt. Super! ;P

      Einmal alles komplett mit Mehlpampe bedeckt und das Problem war gelöst. Alles wieder bestens.
      Roggenmehl funktioniert! Man muss immer wieder seine Handlungen mit Bewusstsein auffrischen. Schnell schleicht sich Routine ein und dabei vergisst man irgendwann das Wichtigste. So ist es jedenfalls bei mir!
      Also fröhliches Haare waschen und nicht vergessen, mal den Pömpel zu benutzen. Der Abfluss dank es einem.
      LG
      K.

    • Kämmst Du die Haare vor dem Waschen gut aus? Verwendest Du Naturborsten (Holz/ Wildschwein)? Die können einiges an Sebum aufnehmen… müssen dann aber auch regelmäßig gereinigt werden (!)

      Ich habe eher feines Haar und mir hilft es zusätzlich, nach dem Waschen viel Luft ins Haar zu bringen. (Also kalt föhnen).

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