
Natron: Nachhaltiges Hausmittel für Haushalt, Ernährung & Co.
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- Was ist Natron?
- Wie wirkt Natron?
- Natron zum Backen und gegen verstopfte Abflüsse
- Natronpulver gegen Gerüche
- Natron zum Putzen und Reinigen
- Natron für die Wasserenthärtung
- Natron als Peeling und Schleifmittel
- Natron wirkt antibakteriell
- Die Heilwirkung von Natron
- Natron trinken gegen Sodbrennen
- Natron für fast jeden Zweck
- Natron im Handel
Natron ist eines der vielseitigsten ökologischen Hausmittel überhaupt, denn du kannst es nicht nur zum Putzen und Reinigen verwenden! Das milde Natronpulver hat sich seit langer Zeit auch in der Ernährung als Bestandteil von Backpulver und für die bessere Bekömmlichkeit von Speisen bewährt. Die Heilwirkung von Natron lässt sich in Tinkturen und Peelings, Bädern und vielem mehr nutzen. Was Natron ist und wie es wirkt, erfährst du in diesem Beitrag.
Hier findest du die wichtigsten Informationen über das preiswerte Multitalent, das in keinem Haushalt fehlen sollte.
Was ist Natron?
Natron ist der Trivialname für das Natriumsalz der Kohlensäure. In der Chemie hat es den Namen Natriumhydrogencarbonat oder Natriumbicarbonat (veraltet) und die Summenformel NaHCO3. Es kommt in der Natur in geringen Mengen als natürliches Mineral vor, wird in Europa aber meist mittels des Solvay-Verfahrens aus Kochsalz gewonnen. Natron ist im Handel als grobes oder feines weißes Pulver erhältlich, oft unter dem Namen Kaiser-Natron.
Natron ist unter der Nummer E 500 ii als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und wird manchmal auch Speisesoda oder Backsoda (als 1:1-Übersetzung des englischen Begriffs Baking Soda) genannt. Es sollte jedoch nicht mit “richtiger” Soda (chemisch Natriumcarbonat), auch bekannt als reine Soda oder Waschsoda, verwechselt werden, denn Soda ist für Ernährung, Körperpflege und heilende Anwendungen nicht geeignet, weil es zu scharf ist.
Die Unterschiede zwischen Natron und Soda findest du in einem weiteren Beitrag näher beschrieben.
Wie wirkt Natron?
Natron macht unter anderem Wasser weich und wirkt antibakteriell und adstringierend, was sich vor allem in der Ernährung und in der Körperpflege nutzen lässt. Viele Wirkungsweisen von Natron lassen sich aber auf die Reaktion mit verschiedenen Säuren zurückführen:
- Wird Natron mit Wasser gemischt, entsteht eine Natronlösung mit leicht basischem bzw. alkalischem pH-Wert von circa pH 8,5 bei einer gesättigten Lösung.
- Trifft die basische Lösung auf Säuren wie beispielsweise Essig oder Zitronensäure, wird eine chemische Reaktion in Gang gesetzt, bei der CO2 (Kohlendioxid) freigesetzt wird: Es sprudelt. Außerdem heben sich die Wirkungen von Base und Säure größtenteils gegenseitig auf.
In einem weiteren Beitrag erfährst du mehr über die chemischen Hintergründe von Natron.
Natron zum Backen und gegen verstopfte Abflüsse
Die sprudelnde Reaktion basischen Natrons mit einer Säure, bei der Kohlendioxidgas entsteht, wird beispielsweise beim Backen mit Backpulver oder einer selbst gemachten Backpulver-Alternative genutzt, damit der Teig lockerer wird. Denn jedes Backpulver besteht aus Natron und einem Säuerungsmittel.
Das gleiche Prinzip wirkt aber auch beim Reinigen von Abflüssen, wenn durch das entstehende CO2 festsitzende Ablagerungen aufgerüttelt werden, damit sie sich dann einfacher wegspülen lassen.
Natronpulver gegen Gerüche
Dass das basische Natron die Wirkung von Säuren aufhebt, lässt sich ebenfalls vielfältig nutzen: Gerüche entstehen unter anderem durch Essig- und Buttersäuren sowie durch Schwefelwasserstoffe und Ammoniak, die durch Natron abgebaut bzw. neutralisiert werden, zum Beispiel mit einem selbst gemachten Textilspray, einem Raumspray, als Polsterreiniger oder auch in einem selbst gemachten Deoroller mit Natron.
Natron zum Putzen und Reinigen
Fett besteht aus Fettsäuren, die dank Natron in Tenside und damit waschaktive Substanzen umgewandelt werden. Deshalb wird Natron beispielsweise im Zauberspray, in Spülmittel und auch in Waschpulver verwendet, um nicht nur Gerüche, sondern auch Fett und anderen Schmutz zu beseitigen.
Natron für die Wasserenthärtung
Natron reduziert Kalk in Wasser, wodurch das Wasser weicher wird. Kaffee und Tee schmecken beispielsweise besser mit weichem Wasser, indem man dem Kochwasser eine Prise Natron hinzufügt. Die Schalen von Hülsenfrüchten verlieren in Kochwasser mit Natron schneller ihre Festigkeit und werden bekömmlicher. Aber auch eine Waschmaschine hat eine längere Lebensdauer mit enthärtetem Wasser (das funktioniert genauso wie bei der Wasserenthärtung mit Soda) und nicht zuletzt wird die Wäsche weicher ganz ohne fertig gekaufte Zusatzprodukte.
Tipp: Kalk, der sich bereits festgesetzt hat, lässt sich durch Natron nicht mehr lösen; dazu verwendest du am besten ein säurehaltiges Mittel wie diesen selbst gemachten Allzweckreiniger aus Zitrusschalen.
Natron als Peeling und Schleifmittel
Ein Peeling mit Natron regt die Durchblutung an und ist trotzdem sanft zur Haut, weil die Körner nicht scharfkantig sind. Grobes Natron lässt sich hervorragend in einem effektiven Scheuerpulver nutzen. Als milderes Schleifmittel für Zahnpulver eignet sich hingegen besser feines Natronpulver, das dann zugleich Säuren und Gerüche im Mund neutralisiert.
Natron wirkt antibakteriell
Die meisten schädlichen Bakterien bevorzugen ein saures Milieu und können in einer basischen Umgebung schlechter oder gar nicht überleben. So reduziert Natron zum Beispiel in einer selbst gemachten Deocreme mit Natron die Vermehrung von Bakterien, die für den unangenehmen Schweißgeruch verantwortlich sind.
Die Heilwirkung von Natron
Durch seine adstringierende Wirkung eignet sich Natron dazu, Wasseransammlungen aus dem Körper abzutransportieren, zum Beispiel bei geschwollenen Beinen. Dazu einfach drei bis fünf Esslöffel Natronpulver in einen ausreichend großen Gefäß mit lauwarmem Wasser mischen und die geschwollenen Beine 15 bis 20 Minuten lang darin baden.
In einer Mundspüllösung wirkt Natron antibakteriell und neutralisiert außerdem Säuren im Mundraum. Als Inhaltsstoff für eine Nasendusche hilft es bei verstopfter Nase, den leicht basischen Normalzustand der Nasenschleimhäute wiederherzustellen.
Natron trinken gegen Sodbrennen
Um überschüssige Magensäure mit Natron zu neutralisieren, löse bei akutem Sodbrennen einen Teelöffel Natronpulver in einem halben Glas Wasser auf. Bei chronischem Sodbrennen empfiehlt es sich jedoch, vorsichtshalber ärztlichen Rat einzuholen, damit die Ursache bekämpft werden kann statt nur des Symptoms.
Natron für fast jeden Zweck
Aus Natron und einer geringen Anzahl weiterer erschwinglicher Hausmittel kannst du günstige und nachhaltige Haushaltsprodukte selbst herstellen. Diese Produkte sparen viel Verpackung ein, lassen sich sehr gut biologisch abbauen und sind frei von Zusatzstoffen, die der Umwelt schaden.
Bist du neugierig auf Natron geworden? Dann kannst du in unserer stetig wachsenden Übersicht weiterlesen, wie vielseitig sich Natron verwenden lässt.
Natron im Handel
Natronpulver ist in Drogerien und Supermärkten günstig erhältlich. Je nach Einsatzzweck findest du es oft als Kaiser-Natron in der Lebensmittel- oder in der Waschmittelabteilung. Als Hauptbestandteil von Bullrich Salz wird es speziell für die Verdauung angeboten. Worauf du am besten achtest, wenn du Natron kaufen möchtest, erfährst du in einem weiteren Beitrag.
Tipp: Natron in Lebensmittelqualität kannst du auch preiswert in größeren Mengen in unserem Shop bestellen.
Die besten Anwendungen für Natron haben wir in unserem Buch zusammengefasst:
Wie setzt du Natron für Haushalt, Ernährung, Schönheit und Wohlbefinden ein? Wir freuen uns auf deine Tipps und Anregungen in den Kommentaren!
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