Scheuerpulver und Scheuermilch preiswert selbst gemacht

Ein effektives Scheuermittel kannst du mit nur drei einfachen Hausmitteln schnell und für wenig Geld selber herstellen! Das Rezept ist genial einfach.

Bei hartnäckigen Verschmutzungen in Küche und Badezimmer reichen flüssige Reinigungsmittel allein meist nicht aus. Etwas Stärkeres muss her. Die meisten Menschen greifen in solchen Fällen zu einem handelsüblichen Scheuermittel. Doch viele dieser Produkte enthalten aggressive Inhaltsstoffe, einige sogar Mikroplastik, welches biologisch nicht abbaubar ist und sich in unserer Umwelt anreichert.

Es gibt aber eine umweltfreundliche Alternative, die du dir mit wenigen Zutaten selbst herstellen kannst. In Kombination mit einem selbstgemachten Allzweckreiniger wird daraus eine leistungsstarke Scheuermilch, die universell einsetzbar ist.

Scheuermittel herstellen

Alles was du für die Herstellung deines eigenen Scheuerpulvers brauchst, hast du sehr wahrscheinlich in deinem Vorratsschrank. Fehlt doch mal eine Zutat, findest du sie in jedem Lebensmittelgeschäft oder Drogeriemarkt.

Du benötigst:

Um das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten zu erhalten, brauchst du nur eine handelsübliche Packung Natron (50 Gramm) mit einem Esslöffel Citronensäure und einem Teelöffel Speisestärke (als Rieselhilfe) zu vermengen. Schon ist dein biologisch abbaubares Scheuermittel einsatzbereit.

Einsatzmöglichkeiten

Das Scheuerpulver eignet sich zur Beseitigung von fett- und kalkhaltigem Schmutz auf fast allen Oberflächen sowie Gegenständen in Bad und Küche. Du kannst es entweder direkt auf die schmutzigen Stellen streuen und etwas anfeuchten, oder das Pulver auf einem feuchten Schwamm oder Putztuch verteilen. Um die volle Putzwirkung zu entfalten, sollte die Mischung leicht zu schäumen beginnen. Bei eingetrockneten oder kalkhaltigen Flecken empfiehlt es sich, das Mittel einige Zeit einwirken zu lassen, bevor du mit der manuellen Bearbeitung der Fläche beginnst.

Grundsätzlich solltest du das Scheuermittel nur auf solchem Untergrund nutzen, der beständig gegen Zitronensäure ist. Für kalkhaltige Oberflächen wie Marmor und Granit sowie andere säureempfindliche Materialien ist es nicht geeignet. Wenn du dir unsicher bist, empfiehlt sich ein Test an einer unauffälligen Stelle.

Aufbewahrung

Wenn du dir nicht für jede Putzaktion das Scheuerpulver neu zusammenmischen möchtest, kannst du natürlich auch eine größere Menge als Vorrat herstellen. Hierbei solltest du jedoch auf eine trockene und luftdichte Verpackung, wie zum Beispiel in einem Bügelglas achten. Zitronensäure neigt dazu, Flüssigkeit aus der Luft zu binden, was zu Verklumpung führen kann.

Kleinere Mengen kannst du  in einem Gefäß zum Streuen aufbewahren. Ich habe aus einem Glas mit Schraubdeckeln eine Streuhilfe gebastelt, mit der das Pulver direkt aus dem Glas auf die schmutzigen Stellen gestreut wird. Dazu musst du nur den Deckel mit einigen Löchern versehen. Am einfachsten geht das, wenn du den Deckel auf das Glas schraubst und vorsichtig einen Nagel mit Hilfe eines Hammers oder eines anderen Hilfsmittels mehrmals durch die Deckeloberfläche drückst. Wenn du kein Einmachglas zur Hand hast, kannst du auch Streudosen aus Edelstahl oder Glas (ähnlich dieser) verwenden.

Eine trockene Lagerung vorausgesetzt ist das Scheuerpulver eigentlich unbegrenzt haltbar.

Scheuerpulver und Essig-Allzweckreiniger = Scheuermilch

Noch wirkungsvoller wird das Scheuermittel, wenn du es zusammen mit unserem selbstgemachten Allzweckreiniger aus Zitrusschalen und Essig anwendest. Bei leichten Verschmutzungen kannst du zunächst das Pulver aufstreuen und es anschließend mit dem Reiniger besprühen. Bei hartnäckigen Flecken und Kalk sprühst du erst die entsprechenden Stellen mit dem Essigreiniger ein und gibst anschließend das Scheuermittel darauf. Auch auf unebenen Flächen bleiben beide Mittel so besser haften.

Um eine optimale schmutzlösende Wirkung zu erreichen, sollte das Gemisch intensiv aufschäumen und genau wie handelsübliche Produkte eine Weile einwirken, bevor du mit dem Putzen beginnst.

Mit dieser Kombination haben Flecken, Schlieren und Verkrustungen keine Chance mehr. Hast du dieses Mittel schon einmal probiert? Wie sind deine Erfahrungen?

Ein effektives Scheuermittel kannst du mit nur drei einfachen Hausmitteln schnell und für wenig Geld selber herstellen! Das Rezept ist genial einfach.

Natron, Zitronensäure und Essig gehören zu den einfachen Hausmittel, mit denen du fast jedes Problem im Haushalt in den Griff bekommst.

Übrigens kannst du auch Abfallprodukte wie Kaffeesatz oder Holzasche als Scheuermittel verwenden.

Hier findest du noch viele weitere Rezepte für selbstgemachte, umweltfreundliche Haushaltsprodukte. Noch mehr Tipps und Anwendungen zu Natron und anderen Hausmitteln findest du auch in unseren Büchern:

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18 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ich habe mein Scheuerpulver auf Vorrat in ein kleines Schraubglas gefüllt, das ich mir aufgehoben habe (ich habe eine ganze Reihe verschiedener Größen von gebrauchten Schraubgläsern zu Hause). Doch leider ist es darin steinhart geworden und somit unbrauchbar. Was habe ich falsch gemacht? War das Schraubglas nicht dicht genug oder war es im Türregal unter der Spüle nicht gut genug aufbewahrt, obwohl ich dort auch andere Pulver (z.B. Natron, Soda) in Gläsern aufbewahre und noch nie was fest geworden ist? Sollte ich es vielleicht doch lieber nochmal mit einem Bügelglas mit Dichtungsgummi oder einem anderen Schraubglas probieren?

    Antworten
    • Hallo Stephie, tut mir leid, dass da etwas schief gelaufen ist. Lässt sich das Pulver denn nicht mit einer Gabel oder ähnlichem wieder kleinkriegen? Es kann schon vorkommen, dass das Pulver Feuchtigkeit anzieht und verklumpt. Dagegen helfen auch die kleinen Silikat-Beutel, die oft in Schuhkartons enthalten sind. Man kann sie einfach zum Pulver ins Glas packen. Liebe Grüße Sylvia

    • Hallo Sylvia, danke für die Antwort. Ich habe es dann auch probiert mit einem Löffel herauszukratzen, was aber sehr mühsam war. Mit einer Gabel kann ich es auch nochmal probieren, aber dann bleiben wahrscheinlich trotzdem noch Klümpchen. Der Tipp mit den Silikat-Beuteln ist super. Das probiere ich nochmal aus. Ich müsste da noch irgendwo welche rumliegen haben.

  2. Marie Herz

    Klappt super!! Besser als die Markenscheuermilch, die ich vorher benutzt habe. Habe Essigreiniger mit dem Scheuerpulverrezept angewendet.

    Viele Grüße
    Marie

    Antworten
    • Hallo Marie, danke für das positive Feedback! Liebe Grüße Sylvia

  3. Hallo, Natron gibt es hier in Russland leider nicht wirklich zu kaufen. Dafür gibt es überall Soda. Ich weiß, dass Natron nicht gleich Soda. Aber kann ich das hier problemlos ersetzen?

    Antworten
  4. Sabine Bauer

    Hallo ihr Lieben. Wenn ich zum putzen ein Scheuermittel brauche (bevorzugt im Bad), nehme ich entweder Zitronensäure (meins ist körnig und zwar dieses hier: https://www.purux.de/zitronensaeure-5-kg-reine-lebensmittelqualitaet-granulat-c6h8o7-e330/a-1234720/) oder Natronpaste (Natron gemischt mit Wasser, bis es eine Paste ist).
    Die Zitronensäure ist einfacher in der Handhabung, da ich davon ca. einen TL (je nach Größe der Fläche auch weniger oder mehr) in die nasse Hand nehme und damit das Waschbecken/Dusche/Badewanne ect. „abreibe“. Durch die Körnung löst sich der Dreck wie von alleine,ohne sich groß anstrengen zu müssen ;-). Die Natronpaste ist vom Ergebnis her das gleiche. Hier nehme ich aber oftmals einen Schwamm zu Hilfe.
    Beides wird danach nur abgespült und fertig :-). Ein nachwischen mit einem trockenem Tuch ist empfehlenswert, aber nicht unbedingt nötig (mit Zitronensäure oder Natron behandelte Flächen bleiben bei mir meist auch keine Kalkränder zurück).
    Für’s Ceranfeld und die Arbeitsfläche nehm ich je nach Verschmutzung das Zitronenschalenspray oder angewendet wie Zitronensäure dann das (Wasch)Soda (wirkt besser gegen Fett als Zitronensäure).

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Auch super, wenn es mit nur einer Zutat klappt! Wir nehmen gern das gemischte Pulver, weil es universeller nutzbar ist und für viele einfacher in der Handhabung – so muss man nicht erst überlegen, was jetzt noch besser wäre. Liebe Grüße!

  5. Gertrude P. Rabel

    Hallo. Ca. 500ml Wasser und ca. 2 Esslöffel Waschsoda. Einsprühen und warten. Manchmal bei sehr alten Verkrustungen lässt sich das schrubben nicht vermeiden. Die sind ja vermutlich schon eingebrannt, der Herd wird ja ständig heiß. Allerdings hatte ich früher einen Gasherd. Welche Auswirkungen das Soda auf eine elektrische Herdplatte hat kann ich nicht sagen. Soda ist ein toller Reiniger.

    Antworten
  6. Kann ich das denn auch mit dem Essigreiniger in einer Flasche abfüllen? Unsere Putzfrau mag kein Scheuerpulver – sie mag lieber Scheuermilch… Was meint ihr?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Wenn du alles gleich zusammengießt, reagiert es sofort (in der Flasche) und der Großteil der Wirkung ist verpufft…

  7. Nicole Kamin

    Hallöchen, ich bin noch auf der Suche nach einem Putzmittel, womit man Herdplatten wieder ansehnlich bekommt. Meine aber nicht Ceran oder Induktion, sondern richtige Herdplatten. Wenn das Scheuermittel hier nicht infrage kommt, vllt habt ihr einen Tipp?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Nicole, beim Auszug aus der letzten Wohnung hatte ich auch mit einem solchen Herd zu kämpfen ;-) Was spricht denn gegen das Scheuermittel? Ich würde es großzügig drauf streuen und dann vorsichtig mit Essig besprühen, damit es schäumt und gut einwirken kann. Dann ran an den Putzschwamm und schrubben – die Reste von vielen engebrannten Kochvorgängen sind leider hartnäckig…

    • Edelgard Strobel

      Mit dem Scheuermittel in Verbindung mit Stahlwolle müsste der Schmutz zu bewältigen sein. Nach dem Reinigen kurz hochheizen, damit sich kein Rost ansetzt.

    • Nicole Kamin

      Huhu, sorry dass ich jetzt erst schreibe. Also ich hatte bedenken, wegen der Citronensäure. Manchmal, wenn nur z.B. Kochwasser von Nudeln oder Kartoffeln etwas auf die Platten spritzt, sehen die aus, als würden sie jetzt sofort durchrosten wollen. Dachte wenn das schon so reagiert, ist Citronensäure (+Essig) vllt etwas zu stark. Aber nachdem ich Eure Antworten gelesen habe, bin ich natürlich sofort zu Tat geschritten und hab fein geschrubbt. Es hat sehr gut funktioniert und ich habe mir gleich ein Glas voll Scheuerpulver als Reserve angemixt. Kann es auf jeden Fall empfehlen. Danke Ihr Lieben :)

    • Maximilian Knap

      Super, dass es so gut funktioniert hat :-) netter Nebeneffekt: Im Grunde ist die Mischung sogar als Backpulver verwendbar ;-) etwas Säure fehlt, die könnte man zum Backen noch ergänzen. Danke für deinen Bericht und liebe Grüße!

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