Pflanzliche Kernseife selber machen ohne Palmöl

Kernseife ist ein vielseitiges Hausmittel, sie lässt sich mit nur wenigen Zutaten sogar selbst herstellen.

Wenn es nach der Putzmittel-Industrie geht, dann benötigt man für jeden Zweck ein anderes, spezielles Putzmittel. Das kostet aber nicht nur unnötig viel Geld, sondern verbraucht auch unnötig Ressourcen und belastet die Umwelt. Dabei kannst du mit nur wenigen Hausmitteln fast alle Putz- und Waschmittel ersetzen.

Kernseife gehört zu diesen Klassikern, sie wird seit Generationen für alle möglichen Probleme genutzt. Kernseife ist in jedem Supermarkt sehr preiswert erhältlich, wobei es nicht ganz so leicht ist, Kernseife ohne Palmöl und ohne tierische Fette zu finden. Wenn du selbst Naturseifen siedest, kannst du auch deine eigene Kernseife herstellen.

Kernseife herzustellen hat Tradition

Der Beruf des Seifensieders war in früheren Zeiten verpönt und schlecht angesehen. Und das aus gutem Grund: An den Produktionsstätten stank es förmlich zum Himmel und das Atmen fiel schwer. Kernseife wurde damals nach einfachsten Verfahren aus Schweine- oder Rinderfett gekocht. Für die Verseifung wurde eine Lauge, meist aus Holzasche, verwendet. Mehrmals musste der Seifenleim in Salzwasser ausgekocht werden, bis eine brauchbare Seife entstand. Sie reinigte gut, war aber recht scharf und zur Pflege alles andere als geeignet.

Heutzutage geht es zum Glück wesentlich einfacher. Mit Hilfe der heutigen Berechnungsmöglichkeiten für das Sieden von Seifen kannst du Kernseife leicht selbst herstellen. Der Verzicht auf tierisches Fett ist dabei ebenfalls möglich.

Kernseife selbst sieden

Ich habe in mehreren Versuchen Kernseife nach früheren Rezepten gesiedet. Auch wenn das Ergebnis mich überzeugt hat, ist der Vorgang doch recht aufwändig und ich möchte dir hier eine Alternative vorstellen. Aus pflanzlichen Ölen entsteht mit dieser Anleitung eine Seife mit Null Prozent Überfettung, die der originalen Kernseife in der Wirkung gleicht.

Es gibt gute Gründe, sich für eine pflanzliche Seife ohne Überfettung zu entscheiden, statt Kernseife nach dem klassischen Verfahren herzustellen:

  • Tierische Fette stammen meist aus der Massentierhaltung.
  • Der traditionelle Herstellungsprozess von Kernseifen ist immens aufwändig und verschwendet unnötig Ressourcen.
  • Die Seife muss dreimal in kochendem Wasser „ausgesalzen“ werden, dabei entsteht die sogenannte Unterlauge, die separat entsorgt werden muss.
  • Das Endprodukt ist in der Wirkung vergleichbar, im Vergleich zum Original bleibt lediglich der Glyzerin-Anteil enthalten. Für die Verwendung als Handwaschseife ist das sogar besser. Wie du diese dennoch auch vom Glyzerin befreien und daraus Putzseifenflocken herstellen kannst, erfährst du weiter unten.

Sicherheitstipps beim Seifensieden

Um Fett in Seife zu verwandeln, braucht es Natronlauge. Diese basische Lösung ist stark ätzend und kann deine Haut verletzen, besonders gefährlich ist sie bei Augenkontakt. Du solltest dich deshalb unbedingt vor Hautkontakt mit der Lauge schützen. Zur Sicherheitsausstattung gehören deshalb:

Kinder, Haustiere und vielleicht auch der Partner/die Partnerin sollten beim Sieden besser nicht im selben Raum sein. Auch eine gute Belüftung ist wichtig, da die heiße Lauge zunächst auch reizende Gase bildet. Ich rühre meine Lauge nach Möglichkeit im Freien an.

Hier findest du die wichtigsten Sicherheitsregeln beim Sieden von Seifen nochmal zusammengefasst. Bereite dich gut vor, halte alle Materialien und Zutaten griffbereit und prüfe den genauen Ablauf noch einmal, bevor du beginnst.

Pflanzliche Kernseife selbst sieden

Klassische feste Seife entsteht durch die Vermischung von Ölen und Fetten mit einer genau berechneten Menge einer Lösung aus Natriumhydroxid, auch Ätznatron (NaOH). Die Menge an NaOH bestimmt auch den Grad der Überfettung, also den Anteil an Fett, der nicht verseift wird. Eine tolle Pflegeseife hat zum Beispiel eine Überfettung von acht bis zehn Prozent. Kernseife hat dagegen keine Überfettung und ist zur Pflege der Haut eher ungeeignet. Dafür reinigt sie perfekt die Haut und auch viele Dinge des täglichen Lebens.

Für mein Grundrezept verwende ich diese Zutaten, die alle möglichst grammgenau mit einer präzisen, elektronischen Küchenwaage abgewogen werden sollten:

  • 500 g reines Kokosfett (Würfel)
  • 250 g Olivenöl
  • 125 g Rapsöl
  • 125 g Sonnenblumenöl

für die Lauge:

  • 158,93 Gramm NaOH (Ätznatron)
  • 335 Gramm destilliertes Wasser

Die Fette bekommst du in jedem Supermarkt zu einem günstigen Preis. Natriumhydroxid (NaOH, Ätznatron) kaufst du am besten in deiner örtlichen Apotheke oder online. Natriumhydroxid ist am besten in perlierter Form zu handhaben.

Übrigens: Bitte rechne die benötigte Menge an NaOH immer noch einmal selbst nach, wenn du andere Rezepte probierst. Dazu gibt es im Netz Online-Seifenrechner, die schnell und bequem die Berechnung übernehmen.

Zusätzlich brauchst du:

  • einen Edelstahl-Topf (mindestens 3 Liter)
  • ein Einmachglas (1 Liter)
  • einen Löffel
  • Küchenfeinwaage

  • Stabmixer
  • engmaschiges Küchensieb
  • Form für den Seifenleim
  • Backpapier oder Frischhaltefolie

Bei den Formen für den Leim kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Von der Holzbox über alte Kunststoffdosen bis hin zum gereinigten Tetrapack kannst du so ziemlich alles verwenden. Wichtig ist, dass die Materialien kein Aluminium enthalten. Das gilt insbesondere für den Topf.

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Seifenleim zubereiten

Zuerst wird in einem großen Glas die Lauge angerührt. Dabei wird immer das Natriumhydroxid in das Wasser gegeben, niemals umgekehrt. Ansonsten würde eine große Hitze entstehen, die unter Umständen dafür sorgt, dass das verwendete Glas platzt oder die hochkonzentrierte Lauge aus dem Gefäß spritzt. Sorge für gute Belüftung, es entstehen zu Anfang reizende Dämpfe. Wenn du das Glas ins Spülbecken stellst, kannst du mögliche Spritzer auf empfindlichen Flächen vermeiden.

Rühre nun so lange mit einem Löffel, bis sich das NaOH restlos im Wasser gelöst hat. Bei der Herstellung entsteht eine beträchtliche Wärme. Lasse die Lauge im Glas nun abkühlen.

Währenddessen können schon die Fette im Topf bei geringer Hitze geschmolzen werden. Tipp: Schmelze zuerst die festen Fette und nimm den Topf dann gleich vom Herd. Füge dann erst das Rapsöl hinzu, so ist die Masse nicht zu heiß.

Sind beide Flüssigkeiten ungefähr handwarm, wird die Lauge in den Leim gegeben. Am besten gießt du sie durch ein feinmaschiges Küchensieb aus Edelstahl. So verhinderst du, dass sich einzelne NaOH-Kristalle, die sich vielleicht nicht vollständig gelöst haben, in die Seife geraten. Sie könnten beim benutzen deiner Seife leichte Reizungen verursachen. Gründliches Rühren der Lauge ist also sehr wichtig.

Kernseife ist ein vielseitiges Hausmittel, sie lässt sich mit nur wenigen Zutaten sogar selbst herstellen.

Rühre nun so lange mit einem Stabmixer, bis die Masse eine gleichmäßige, puddingartige Konsistenz erreicht. Der Leim ist perfekt, wenn du mit dem Löffel auf der Oberfläche eine Spur ziehen kannst.

Nun kannst du die Seifenmasse in die Form geben und an einen warmen Ort stellen. Nach mindestens 24 Stunden ist die Seife fest und wird ausgeformt. Dies ist der beste Zeitpunkt, um sie in handliche Stücke zu schneiden. Trocken aufgestellt, ist die Seife nach ungefähr vier Wochen fertig zum Gebrauch.

Kernseife ist ein vielseitiges Hausmittel, sie lässt sich mit nur wenigen Zutaten sogar selbst herstellen.

So hast du schon ein hervorragendes Mittel für viele Herausforderungen im Haushalt, wie zum Beispiel diese Anwendungen für Kernseife.

Du kannst aber auch den Glyzerin-Anteil entfernen und die Seife weiter zu Seifenflocken verarbeiten.

Seife aussalzen

Zum Aussalzen der Seife benötigst du:

  • einen sehr großen Topf mit circa 10 Liter Inhalt
  • vier Liter Wasser
  • ungefähr 300 Gramm Speisesalz
  • ein sauberes Geschirrtuch
  • ein Küchensieb
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So gehst du vor:

  1. Wasser zusammen mit dem frisch angerührten Seifenleim zum Kochen bringen. Hierbei ist Vorsicht geboten: Die Masse steigt auf und möchte gern den Topf verlassen. Daher der besonders große Topf. Topf rechtzeitig von der Flamme nehmen und die Hitze reduzieren!
  2. Bei kleiner Hitze weiter köcheln lassen.
  3. Das Salz händeweise einrühren. Du siehst sehr schnell, wie sich die Masse trennt und das Aussehen geronnener Milch annimmt.
  4. Nach rund 45 Minuten Kochzeit sollte das Glyzerin ausgesalzen sein. Es ist nicht nötig, diesen Vorgang wie in alten Zeiten zu wiederholen. Die Seife wurde ja schon ohne Überfettung berechnet.
  5. Sobald der Topf etwas abgekühlt ist, die oben schwimmende, flockige Seife mit einem Schaumlöffel abnehmen.
  6. In einem mit einem Geschirrtuch ausgekleideten Sieb abtropfen lassen.

Kernseife ist ein vielseitiges Hausmittel, sie lässt sich mit nur wenigen Zutaten sogar selbst herstellen.

Die fertigen Flocken kannst du in einer Dose aufbewahren und zum Beispiel für selbst gemachtes Waschmittel oder Putzmittel verwenden. Einfach eine kleine Menge der Flocken in heißem Wasser auflösen und ins Putzwasser geben. Selbst dein Geschirr kannst du damit spülen. Die Seifenstücke sagen auch dem gröbsten Schmutz an deinen Händen den Kampf an. Gartendreck oder Maschinenöl geben sich dieser Seife bestimmt geschlagen. Allerdings solltest du die Haut danach noch einmal mit einer Creme pflegen. Zugunsten der Waschkraft verzichtet die Kernseife auf alle Pflegezusätze.

Du kannst die Flocken auch als Zutat für selbstgemachtes Waschmittel oder Allzweckreiniger verwenden.

Kernseife ist ein vielseitiges Hausmittel, sie lässt sich mit nur wenigen Zutaten sogar selbst herstellen.

Wenn du inspiriert bist, und weitere Seifen selbst herstellen möchtest, dann sieh in unsere Beitragsserie:

  1. Naturseifen selbst herstellen – eine Einführung
  2. Naturseifen herstellen – der Ablauf
  3. Selbstgemachte Naturseife – dein erstes Rezept
  4. Naturseife selber machen – weiterführende Informationen
  5. Seife mit Kaffeesatz – Anti-Cellulite und Peeling
  6. Weihnachtsseife mit Zimt und Anis
  7. Shampoo-Seife: immer parat und perfekt für Reisen
  8. Kernseife selber machen

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60 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Seifenidee KIM

    ja aber wie kriege ich ein festes Seifenstück, wie oben gezeigt?
    Oder wie mache ich ein festes Stück Kernseife?

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Kim,
      um einen festen Block zu erhalten, kannst du die noch feuchten Flocken ganz zum Schluss in eine stabile Form pressen. Das Ergebnis wird jedoch nicht so homogen wie eine Naturseife.
      Liebe Grüße

  2. Seifenidee KIM

    Hallo Zusammen, also ich komm leider nicht klar mit dem Aussalzen. Ich habe eine Planzenseife gemacht mit 0% überfettung und wollte diese nun aussalzen, damit ich eine Kernseife kriege zum Wäsche waschen. Es hat alles funktioniert bis auf das Resultat. Die Seife hat nicht gut getrennt von der Lauge, aber ich habe keine Flocken, sondern nur Schaum welcher flockt. Aber daraus krieg ich nie und nimmer ein Seifenstück herbei. Nur Brösel, oder eben Schaumflocken! Kann mir bitte jemand helfen?

    Merci u liebe Grüsse Kim

    Antworten
    • Hallo Seifenidee KIM,
      im oben stehenden Rezept steht drin, dass man nach der Aussalzung nur Flocken und Brösel erhält. Ich denke also, dass du alles richtig gemacht hast. Die Brösel verwendest du zum Wäsche waschen. ;-)
      LG Susanb

  3. kimjidarling

    Der Beitrag ist zwar schon älter, aber bei der Empfehlung, die Gerätschaften nicht mehr zu verwenden, liegt eher an den ätherischen Ölen/Parfumölen die zur Beduftung der Seife verwendet werden. Diese Rückstände lassen sich tatsächlich sehr schwer entfernen und nicht jeder steht auf Kartoffelpü mit Lavendel ^^

    Antworten
  4. Vielen Dank für diese ausführliche Anleitung, ich frage mich, ob der Aufwand Sinn macht bzw. lohnt. Um den Nutzen auch vom Preis einzuschätzen, würde mich interessieren wie viel Gramm Seife bzw. Seitenflocken man aus diesem Rezept gewinnt. Hat jemand das schonmal gemessen oder kann es zumindest einschätzen? :)

    Antworten
  5. Hallo,
    ich habe mich heute zum ersten mal an diesem Rezept und generell an der Herstellung von eigener Seife versucht.

    Bis zur Lauge hat alles wie nach Plan funktioniert.

    Dann kam jedoch das aussalzen.

    Ich habe dir fertige Lauge (Standzeit nach dem mixen/rühren bis sie cremig war, sodass der Löffel streifen gezogen hat, ca. 2 Minuten) mit 4liter heißem Wasser aufgefüllt und dann erhitzt bis alles gekocht hat.

    Dann habe ich dir Temperatur herubtergeregel, das Salz eingerüht und 45 Minuten weiter köcheln lassen.

    Jetzt kommt jedoch ein Punkt den ich nicht verstehe.

    Ich habe nach den 45 Minuten weiter 30 Minuten gewartet und dann die an der Oberfläche schwimmende Schicht mit einem Schöpflöffel in ein mit einem Küchentuch ausgelegten Sieb hineingeschöpft.

    Ich war zufrieden. Nach weiteren 20 Minuten hat sich aber eine weitere Schicht in meinem Topf gebildet. Diesen habe ich dann auch abgeschöpft.

    Nach weitern 20 Minuten war wieder eine dicke Schicht vorhanden und dann kam es mir etwas merkwürdig vor. Ich hatte nunmehr mehr Seife als ich vorher Öl verwendet habe.

    Ist das Richtig?

    Wie oft bzw. Wann soll ich dir Oberste Schicht abschöpfen?

    Vielen Dank für die Idee und die Hilfe!

    Antworten
  6. Katharina

    Ich habe nur eine normale digitale Küchenwaage, werde mich also schwertun mit dem genauen Abwiegen von 158,93 NaOH. Ihr schreibt zwar, man soll sich genau an die Mengenangaben halten, aber da kaum jemand eine auf Hundertstel genaue Waage hat, nehme ich an dass es wohl auf ein halbes Gramm mehr oder weniger nicht ankommt und ein Aufrunden auf 159 Gramm möglich ist, oder? Aber es verunsichert mich etwas, dass Ihr die Grammzahl so exakt angebt, anstatt aufzurunden…

    Antworten
    • smarticular.net

      Es bietet sich an, im Zweifel eher ein bisschen abzurunden. So wird die Seife möglicher weise etwas „fettiger“ als geplant, aber das ist besser, als wenn am Ende zu viel Natriumhydroxid übrig ist und sich möglicherweise gar nicht mit verseift (die Seife würde dann sehr scharf werden). Liebe Grüße

    • Katharina

      Super, danke für den Tipp! :)

  7. Hallo zusammen,

    kurze Frag. Ich habe bisher keine Kokosfett finden können. Ist es denn auch möglich Kokosöl hierzu zu verwenden? Das habe ich sowieso immer zu Hause.
    Wenn nicht, weiß jemand wo ich Kokosöl kaufen kann? Oder kann jemand sogar eine Marke empfehlen?

    Vielen Dank!

    LG Jessi

    Antworten
    • smarticular.net

      Ja das müsste auch gehen, allerdings wäre es relativ teurer. Das vergleichsweise preiswerte raffinierte Kokosfett gibt es eigentlich in jedem Supermarkt bei den Backfetten. Liebe Grüße!

    • Kokosöl und Kokosfett wird üblicherweise als Synonym verwendet. Das ist das gleiche. Das würfelförmige Ceres aus dem Supermarkt ist zumindest zum Essen nicht zu empfehlen. Es ist gehärtet und ziemlich ungesund.

      Beim Seife herstellen muss man beachten, dass gehärtetes Kokosöl und natives Kokosöl unterschiedliche Verseifungszahlen haben. Man braucht eine unterschiedliche Menge an NaOH.

  8. MistelChang

    Hallo, erstmal vielen Dank für eure Seite, hab sie vor etwa 3 Wochen entdeckt und probiere seither begeistert ständig neue DIY-Dinge aus! So, nun zur Seife: habe gerade meine gestern hergestellte Kernseife (1/2 Rezept) aus der Form genommen und nun 4 schöne Blöcke zum Trocknen aufgestellt. Das mit dem Aussalzen wollte ich dann beim nächsten Mal probieren. Nachdem ich mir jetzt alles nochmal durchgelesen habe, fällt mir allerdings auf, dass das wohl schlecht von mir geplant war: Also verstehe ich das richtig, dass man zur Herstellung von Waschmitteln und diversen Reinigern nur die ausgesalzene Kernseife verwenden soll? Und zur Körperpflege ist diese nicht ausgesalzene aber auch zu aggressiv? Oh nein…was mach ich denn dann jetzt mit der Seife? Kann ich sie nochmal schmelzen und dann aussalzen?

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo, nach Ablauf der Reifezeit von wenigstens vier, besser acht Wochen ist diese Seife durchaus für die Körperpflege verwendbar. Da keine zusätzlichen Pflegestoffe enthalten sind und die Seife auch kaum überfettet ist, kann sie allerdings als relativ scharf empfunden werden, wie andere Kernseife auch – einfach mal ausprobieren, wie gut du sie verträgst! Im Prinzip könnte sie auch so schon als Zugabe für Waschmittel verwendet werden. Nach dem Aussalzen (= Trennen von Seife und Glyzerin) erhöht sich jedoch die Waschwirkung weiter. Liebe Grüße!

    • MistelChang

      Hallo, danke für deine Antwort. Aber kann ich die Seife auch nochmal schmelzen und dann aussalzen? Und kann man das Glycerin davon eigentlich auch noch irgendwie verwerten? Müsste es wohl irgendwie von Wasser und Salz trennen…dafür braucht man vermutlich eher ein Labor als einen Standart-Haushalt, nehm ich an..;-) liebe Grüße

    • smarticular.net

      Glyzerin ist gut wasserlöslich und deshalb leider schlecht von diesem zu trennen. Das nachträgliche Aussalzen nach der beschriebenen Methode haben wir noch nicht probiert, aber im Prinzip müsste man es gehen, wenn man die Seife reibt und komplett im Wasser auflöst. Liebe Grüße!

  9. Hallo, muss man Kernseife aussalzen um sie für Waschmittel und Co zu verwenden?
    Ich habe das Rezept ausprobiert. Leider hat meine Seife weiße Punkte. Es brennt aber nicht an der Lippe.
    Vielen Dank Lela

    Antworten
    • smarticular.net

      Ja es wäre sinnvoll, denn die nicht ausgesalzene Kernseife enthält zusätzlich Glyzerin, das in der Waschmaschine nur stören würde. Oder du nimmst fertige Kernseife aus dem Bioladen. Liebe Grüße!

  10. Wirbel Wind

    Ich möchte gerne diese Seife herstellen, nur habe ich kein destilliertes Wasser. Kann mir jemand sagen warum dies wichtig ist? Ich denke es hat mit der Härte des Wassers zu tun? Ich wohne in einer Gegend mit hartem Wasser mit viel Carbonat und Sulfat…(Kalk). Geht es auch ohne destilliertes Wasser?

    Antworten
    • smarticular.net

      Je nach Wasserhärte und Menge der enthaltenen Minerale könnten die Eigenschaften der Seife negativ beeinflusst werden, darum verwendet man üblicherweise destilliertes Wasser. Weiches Leitungswasser oder Regenwasser ist aber im Allgemeinen auch gut geeignet. Es geht auch ohne, aber das Ergebnis wird weniger vorhersagbar. Liebe Grüße!

  11. Stefanie Steinwender

    Hallo, da es ja auch einen Artikel zum Zähneputzen mit Kernseife, habe ich überlegt diese Kernseife mit Pfefferminz-, Teebaumöl und Kurkuma zu modifizieren. Als Zahnputzseife quasi. Hat das schon mal jemand probiert? Sollte doch funktionieren, oder?

    Antworten
  12. Sandra Thiess

    Hallo,
    Hat jemand schon das Rezept modifiziert und versucht eine reine olivenöl kernseife, ausgesalzen fürs wäschewaschen herzustellen?

    Antworten
  13. Hallo,
    Angesichts der Alternative scheint das Selbstherstellen am sinnvollsten. Pstouniskommt für mich nicht infrage, da erstens nicht regional und zweitens nicht Bio. …bei einer Familie mit mehreren Kindern macht das schon was aus…
    Sinnvollerweise würde ich auch auf Kokos und Rapsöl verzichten, da ersteres nicht regional ist und zweites in Monokultur angebaut wird…und unseren Bienen nicht wirklich gut tut.
    Haben Sie Erfahrungen mit einer solchen Seife? Wir würden sie hauptsächlich zum Wäsche waschen und putzen benutzen…
    Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    Sarah

    Antworten
  14. Peter Bieleke

    Hallo Seifies, nachdem ich vor einiger Zeit die über Jahre gesammelten Seifenreste kleingeraspelt, geschmolzen und erfolgreich einige Seifenstücke fabriziert habe, wagte ich mich an Eure Kernseife, allerdings mit der Hälfte der angegebenen Mengen. Und statt NaOH + destilliertes Wasser nahm ich 140 Gramm Natronlauge, die ich noch von den chemischen Experimenten aus meiner Jugend im Keller hatte. Leider bekam ich keinen Pudding, der sich gießen ließ, sondern Klumpen und Flocken. Auch zugegebenes Wasser wurde zwar aufgenommen, aber die Brösel verflüssigten sich trotzdem nicht. Ich habe den Topf jetzt erst einmal zum Abkühlen und für die beschriebenen Restreaktionen beiseite gestellt. Kann ich die Klumpen wie meine Seifenreste zerkleinern und auf diesem Weg doch noch gießbare Seife bekommen oder ist der Topfinhalt nicht mehr zu retten?
    Liebe Grüße
    Peter

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Peter, die richtige, benötigte Laugenkonzentration mit flüssiger Natronlauge zu bestimmen, ist leider ungleich schwerer als mit festem NaOH, weshalb in der Regel nur das feste Pulver in Verbindung mit Wasser verwendet wird. Weil kleine Ungenauigkeiten das Ergebnis schon verderben können, gibt es leider wahrscheinlich keine sinnvolle Möglichkeit, deinen Ansatz noch zu retten.

  15. Danie W-T

    Ich habe, glaube ich, ein ersthaftes Problem.
    Ich habe den Seifenleim nach Anleitung gemacht und versucht sie danach auszusalzen.. aber..
    nun habe ich eine gelbe zähe Flüssigkeit mit einem weißen Schaum oben drauf. Da ist aber absolut nichts wie Flocken. Noch ist diese Masse heiß.. was habe ich falsch gemacht?
    Der Seifenleim war wie immer beim Seifen machen, also total normal…

    Antworten
    • smarticular.net

      Hattest du zu diesem Zeitpunkt denn schon das Salz zugegeben? Erst dadurch trennt sich die reine Seife vom Glyzerin, was allerdings auch etwas Zeit braucht, wie in der Anleitung beschrieben. Liebe Grüße

    • Danie W-T

      ja, ich hatte sogar vil mehr Salz als angegeben. Gibt es Unterschiede zum Salz???

      Welches Salz nehmt Ihr?

    • smarticular.net

      Hauptsache Salz, das einfachste reicht. Wie lange hast du es mit dem Salz auskochen lassen? Und was genau hast du als Ausgangsmaterial in welchen Mengen genommen? Dann könnten wir es zur Sicherheit mit exakt deinen Zutaten und Mengen nachkochen um sicherzugehen. Liebe Grüße

  16. Müssen die Flocken nach dem entsalzen auch 4 Wochen „reifen“?

    Antworten
    • smarticular.net

      Können sie, müssen sie aber nicht unbedingt, wenn man die Kernseife für andere Zwecke als zur Körperpflege verwenden möchte, weil beim Putzen, Waschen usw. der etwas höhere pH-Wert nicht wirklich stört. Liebe Grüße!

  17. Hallo, ich habe das mit dem aussalzen mal ausprobiert. Ich wollte mal fragen, wie das Endprodukt dann aussehen sollte. Wird die Seife dann wieder fest, nur eben bröckelig, oder bleibt sie dann feucht?

    Antworten
    • smarticular.net

      Sie trocknet im Endeffekt wie andere Seife auch, vielleicht wie geriebener Käse (siehe Foto): Liebe Grüße!

    • Danke.. Irgendwie ist sie mir im ersten Versuch nicht gelungen. Sie blieb feucht und matschig. Also hab ich sie noch einmal aufgekocht und noch einmal ausgesalzen. Und jetzt ist sie fest. Werde sie nun durch die Küchenmaschine jagen, dann hab ich Kernseifenpulver auf Vorrat. :) LG

  18. Lisi Hollerstaude

    Was auch noch wichtig ist, dass man die Geräte für die Seifenherstellung nicht mehr für Lebensmittel verwendet. Also am besten Geräte verwenden die eh nicht mehr gebraucht werden. Auf Flohmärkten wird man ebenfalls schnell fündig wenn man nichts zu Hause hat. LG

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Lisi, da haben wir andere Erfahrungen gemacht und dies auch mit einer Chemikerin besprochen. Sofern man alle Gerätschaften gründlich mit Wasser reinigt, können sie danach bedenkenlos für Lebensmittel verwendet werden. Seife an sich ist ungiftig (im Prinzip essbar, jedoch nicht unbedingt förderlich oder lecker). Selbst die Natriumhydroxidlauge wird unschädlich, wenn sie nur mit ausreichend Wasser verdünnt beziehungsweise abgewaschen wird. NaOH ist vollständig wasserlöslich und deshalb gut abwaschbar. Sofern dennoch winzige Kristalle im Topf oder am Mixstab zurückbleiben sollten, würden sie beim nächsten Kartoffel-Kochen o.ä. einfach im Wasser gelöst werden, was wegen der verschwindend kleinen Menge nur zu einem minimalen Anstieg des pH-Wertes führt, der wahscheinlich nicht einmal messbar ist. Eine Messerspitze Natron zum Weichmachen des Wassers bewirkt da bereits mehr. Wer sich nicht sicher ist oder genügend Gerätschaften hat, kann natürlich dennoch separate Utensilien benutzen, dann kann mit entsprechend weniger Sorgfalt umgegangen werden. Liebe Grüße!

    • Lisi Hollerstaude

      Achso. Ok. Na dann wird es so stimmen. Ich bin generell etwas heikel bei solchen Dingen und nehme lieber extra Dinge zum Herstellen. Aber man hört oft verschiedene Ratschläge. Danke für die Info. :)

    • Edel Traud

      Ich habe auch meine ganz normalen Pötte und Gerätschaften zur Seifenherstellung benutzt – gründlich gespült und koche und backe wieder damit und darin. Fazit: Ich erfreue mich bester Gesundheit! ;-)

  19. Jenny van Neck

    Wenn ich das richtig verstehe, dann kann/sollte man für Rezepte für Kosmetik die Kernseife (nach diesem Rezept) nicht aussalzen und für Rezepte für Reinigungsmittel schon?

    Antworten
  20. Hallo, ich habe eben die Kernseife nach diesem Rezept gemacht. Allerdings habe ich auf das Aussalzen verzichtet, da mir der Aufwand zu groß ist.
    Ich möchte die Kernseife für das selbstgemachte Waschmittel verwenden.
    Ist das trotzdem möglich? Auch mit Glyzerinanteil?

    Antworten
    • smarticular.net

      Theoretisch kann man mit „normaler“ Pflegeseife auch waschen, solange sie nicht zu sehr überfettet ist. Allerdings ist durch die zusätzlichen Bestandteile die Wirksamkeit herabgesetzt, man braucht dann gegebenenfalls deutlich mehr Seife. Wenn du es trotzdem probieren möchtest, dann freuen wir uns auf deinen Erfahrungsbericht!

  21. Vielen Dank für das Rezept! So eine Seife ist ja wirklich schnell selbst hergestellt. Ist die Seife tatsächlich erst nach vier Wochen zu gebrauchen? Ist diese Zeit zum Trocknen notwendig, oder was passiert mit der Seife in diesem Zeitraum? Ich habe nach zwei Tagen das Ergebnis getestet und es hat schon ordentlich geseift.

    Antworten
    • Öle und Lauge brauchen die Reifezeit, damit sie gut miteinander reagieren und nach diesem Prozess eine gute Seife entsteht. Nach dem Festwerden ist die Seife zwar theoretisch schon verwendbar, der pH-Wert ist allerdings noch viel zu hoch. Mit der Zeit reagiert das verbleibene NaOH mit dem verbleibenden Fett, der pH-Wert sinkt weiter ab, die Seife wird milder. Aus diesem Grund sollte man üblicherweise wenigstens vier Wochen warten, besser sechs bis acht.

  22. Hallo,wir haben uns heute ganz fleißig ans seife machen gewagt und auch diese Kernseife alternative. Unsere frage wahr ob das übrig gebliebene Glyzerin noch verwendet werden kann oder ob dieses unbrauchbar ist für weitere Anwendungen.

    Antworten
    • Hallo Johanna, für andere Rezepte würde ich es nicht verwenden , denn es ist kein reines Glyzerin, sondern eine Mischung aus Glyzerin und eventuell übrigen Fetten oder sogar übrig gebliebenen NaOH-Kristallen. Lieben Gruß!

  23. Wahnsinnig viel Aufwand für einzelne Personen. Pflanzliche Kernseifen gibt es von der Seifenmanufaktur Patounis wird vegane Kernseife noch ganz traditionell hergestellt. Die Zero Waste Kernseife aus Olivenöl ist frei von Farbstoffen,
    Konservierungsmitteln und Duftstoffen. 140 g bestehen aus: Olivenkernöl,
    verseift mit Natrium Hydroxid, Wasser, Meersalz und Alkali 0.1%.

    Manche Dinge muss man nicht selber herstellen, hier gilt es innovative Betriebe mit dem Kauf ihrer tollen Produkten zu unterstützen!

    Antworten
    • Hallo Yvonne, unsere Rezepte sind natürlich immer Anregungen, man muss sie nicht umsetzen. Die Seife von Patounis empfehlen wir ebenfalls und haben auch gute Erfahrung damit gemacht. Deine Meinung mit dem Kauf diese Betriebe zu unterstützen, teilen wir natürlich auch. Vielen Dank für deine Anregung! Liebe Grüße!

    • Das Olivenöl der Seifenmanufaktur Patounis ist aber nicht aus kontrolliert biologischem Anbau!? Da kaufe ich doch lieber vegane Kernseife aus k.b.A wenn ich nicht doch selber „braue“.

  24. Eigene Seife, Kernseife, herzustellen…diese Idee finde ich sehr interessant.
    Doch wirft sich mir eine Frage auf: Im Beitrag sprecht ihr euch dafür aus, dass KEIN Palmfett verwendet wird.
    Im Rezept stehen dann 500g KOKOSFETT…..
    Kokosnuss sind Früchte der KokosPALME….= Palmfett….
    Kannst du mir bitte den Unterschied zwischen PALMfett und KOKOSfett erläutern?
    Ich würde mich sehr freuen! LG

    Antworten
    • Hallo Gabi, die Kokospalme (Cocos nucifera) ist eine andere Art Palme (Elaeis guineensis), als die die zur Herstellung von Palmöl genutzt wird. Die Pflanze aus der Palmöl gewonnen wird eignet sich sehr gut zum Anbau in Monokulturen und für sie werden jedes Jahr riesige Flächen Regenwald gerodet.

      Die Kokospalme eignet sich nicht zur Monokultur und wird unseres Wissens nach hauptsächlich in kleineren Anlagen kultiviert. Natürlich gibt es auch hier einige ökologische Probleme und man kann natürlich auch ausschließlich regionale Öle verwenden.

    • Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
      Welche Öle würdest du/ihr denn empfehlen?

    • Hallo Gabi, du kannst jedes regionale Öl wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl verwenden. Viele Grüße!

    • Danke!

    • Anne Gliem

      Worin besteht denn dann der Vorteil in der Verwendung von Kokosöl?
      Kann ich regionale Öle im gleichen Mengenverhältnis nutzen?

    • smarticular.net

      Je nach verwendeten Ölen erhält die Seife später underschiedilche Eigenschaften, wird eher scharf oder mild, schäumt mehr oder weniger und wird mehr oder weniger weich. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich nach erprobten Rezepten zu richten. Man kann natürlich auch eigene Mischungen probieren, dabei muss man aber das Verhältnis aller Zutaten, insbesondere die Menge NaOH und Wasser, sehr exakt mit einem Seifenrechner bestimmen, weil sie sich je nach Öl verändert.

  25. Beim Stabmixer UNBEDINGT darauf achten, dass der Mixteil aus Edelstahl ist und nicht aus Aluminium (wie z.B. beim ESGE-Stab – der wird nämlich vom NaOH derart angegriffen, dass der Seifenleim erst schwarz und dann unbrauchbar wird …)

    Antworten

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