Naturseifen selbst herstellen – der Ablauf

Natur-Seifen selbst herstellen Schritt für Schritt Anleitung

Das Herstellen der eigenen Seife ist spannend und sowohl eine eigene kleine Wissenschaft als auch eine Kunstform. Es ist jedoch auch etwas anspruchsvoller als das Herstellen manch anderer Haushalts– und Pflegeprodukte. Deswegen haben wir hierzu eine Beitragsserie verfasst:

  1. Naturseifen selbst herstellen – eine Einführung
  2. Naturseifen herstellen – der Ablauf
  3. Selbstgemachte Naturseife – dein erstes Rezept
  4. Naturseife selber machen – weiterführende Informationen
  5. Seife mit Kaffeesatz – Anti-Cellulite und Peeling
  6. Weihnachtsseife mit Zimt und Anis
  7. Shampoo-Seife: immer parat und perfekt für Reisen
  8. Kernseife selber machen – Alleskönner im Haushalt

Der Herstellungsprozess besteht im Wesentlichen aus den folgenden Schritten, die wir nacheinander ausführlich erklären:

  1. Arbeitsflächen reinigen und Sicherheitsvorkehrungen treffen
  2. Fette/Öle in einem Topf verflüssigen
  3. Lauge herstellen und abkühlen lassen
  4. Fette/Öle in die Lauge geben
  5. Mit einem Mixstab 2-3 Minuten mixen, es entsteht “Seifenleim”
  6. Optionale Zutaten in den Seifenleim mischen (siehe unten: Verfeinerung der Naturseife)
  7. Seifenleim in vorbereitete Behälter füllen
  8. Behälter gut isolieren und 24 Stunden ruhen lassen, die Mischung verseift vollständig
  9. Seife in Stücke schneiden und 3-4 Wochen reifen lassen

Sicherheitsregeln

Das Wichtigste zuerst: Die Herstellung von hausgemachten Naturseifen ist kein Kinderspiel! Der Vorgang erfordert Genauigkeit, Ordnung und Ruhe. Du solltest dir dafür ausreichend Zeit nehmen und alle Ablenkungen wie Kinder, Haustiere, Fernseher usw. vermeiden.

Oberste Regel bei der Seifenherstellung ist Sicherheit. Es wird mit einer stark ätzenden Lauge gearbeitet, die bei falscher Handhabung Hautverätzungen und insbesondere Augeschäden verursachen kann. Besorge dir deshalb unbedingt die folgenden Gegenstände zum Schutz deiner Gesundheit:

  • Schutzbrille für die Augen, für jeden der mitarbeitet (z.B. diese hier)
  • Gummihandschuhe (z.B. diese hier)




Generell solltest du diese Sicherheitsregeln beachten:

  • Arbeitsflächen und Gegenstände vor und nach dem Sieden gründlich reinigen. Das Natriumhydroxid (auch Ätznatron genannt) reagiert stark und kann unter hoher Luftfeuchtigkeit reagieren.
  • Auf Fliessen, Stein oder Metalloberflächen arbeiten, am besten im Freien oder in gut durchlüfteten Räumen.
  • Lange Haare zusammenbinden, Schutzbrille, Handschuhe, lange Kleidung und Schuhe tragen.
  • Sämtliche Ablenkungen wie Telefon, Kinder und Haustiere aus der Arbeitsumgebung verbannen.
  • Hautkontakt mit der Lauge, dem Seifenleim und der abgefüllten Seife unbedingt vermeiden. Bei Kontakt möglichst schnell unter fließendem, lauwarmen Wasser abspülen und einen Arzt konsultieren.
  • Die Dämpfe, die bei der chemischen Reaktion entstehen nicht einatmen. Es empfiehlt sich, das Natriumhydroxid im Freien zum Wasser zu geben. Alternativ solltest du die Fenster öffnen und für etwas Durchzug sorgen.

Fette/Öle verflüssigen

Die festen Fette werden zunächst sanft in einem Topf geschmolzen. Anschließend kommen die flüssigen Öle hinzu, um die Mischung wieder so weit wie möglich abzukühlen. Zum Vermischen mit der Lauge sollten die Fette nicht viel wärmer sein als Zimmertemperatur.

Lauge herstellen

Nicht vergessen: Spätestens jetzt müssen Schutzbrille und Gummi-Handschuhe angezogen sein.

Zur Herstellung der Lauge benötigst du einen möglichst großen Topf aus Edelstahl. Aluminium oder andere Materialien sind nicht geeignet, da sie von der Lauge angegriffen werden. Der Topf sollte so hoch wie möglich sein, um Spritzer zu vermeiden.

Für die Verseifung verwenden wir als Lauge eine Natriumhydroxid-Lösung. Natriumhydroxid (NaOH, auch Ätznatron genannt) ist ein weißes Pulver, das in Wasser gelöst eine stark alkalische Lauge ergibt. Diese Lauge ist ätzend (ähnlich einer Säure) und kann die Augen und Schleimhäute schwer schädigen. Auf der Haut führt sie zu Verätzungen, ähnlich einer Verbrennung. Aus diesem Grund ist die oben genannte Schutzausrüstung unbedingt anzuwenden.

Natriumhydroxid reagiert zusammen mit Kohlendioxid zu Natriumhydrogencarbonat (Natron), deshalb wird es in luftdichten Behältern aufbewahrt. In Wasser gegeben, löst es sich in einer exothermen Reaktion auf, das Wasser erwärmt sich dabei stark. Deshalb muss das verwendete Wasser möglichst kalt sein.

Der Arbeitsort muss gut belüftet sein, da in der ersten Minute intensiv stechende Gase entstehen. Also entweder im Freien arbeiten, oder aber alle Fenster weit öffnen und einen Ventilator bereit stellen.

Damit die Seife später lange haltbar ist, muss das Wasser möglichst keimfrei sein, deshalb verwenden wir destilliertes Wasser. Einige Rezepte sehen auch die Verwendung von Milch vor. Mit Milch erwärmt sich die Lauge noch schneller, deshalb sollte Milch am besten vorher in Würfel gefroren werden.

Das benötigte Natriumhydroxid (NaOH) kannst du zum Beispiel direkt online bestellen. Destilliertes Wasser erhältst du in jeder Drogerie.

So gehst du vor, um die Natriumhydroxid-Lauge herzustellen:

  1. Schutzbrille und Gummihandschuhe anziehen
  2. Kaltes Wasser in die Spüle einlassen und einen großen Topf in das Wasserbad stellen (zur Kühlung)
  3. Benötigte Menge Flüssigkeit auf das Gramm genau abwiegen und in den Topf gießen
  4. Natriumhydroxid auf das Gramm genau abwiegen
  5. Natriumhydroxid in das Wasser geben (Achtung: erst das Wasser, dann das NaOH, nicht anders herum!!!) und mit einem Schneebesen gut verrühren (Vorsicht: Starke Geruchsentwicklung!)
  6. Die Lösung abkühlen lassen

Natriumhydroxidlauge zur Seifenherstellen zubereiten

Damit wäre der heikelste Teil der Arbeit abgeschlossen. Arbeite ruhig und konzentriert und vermeide vor allem Spritzer.

Seifenleim herstellen

Als nächstes werden die geschmolzenen Fette langsam und ohne zu spritzen vollständig in die Lauge gegossen, und die Mischung ausgiebig mit einem Mixstab gerührt. Nach etwa 2-3 Minuten wird die Mischung deutlich dicker und Pudding-artig, es entsteht der so genannte Seifenleim.

Seifenleim herstellen mit dem Rührstab

Jetzt heißt es schnell sein – der Seifenleim wird recht schnell zäh und lässt sich dann nur schwer weiter verarbeiten.

Optionale Zutaten hinzugeben

Jetzt werden alle benötigten Pflegezutaten laut Rezept zugegeben, wie Honig, Kaffeesatz, Kräuter, ätherische Öle und Farbstoffe. Den Seifenleim mit den Zutaten nochmals ausgiebig durchschlagen.

Insbesondere ätherische Öle sorgen dafür, dass sich der Seifenleim schnell verfestigt und nur noch schwer gießbar ist. Daher solltest du gerade am Anfang sparsam mit den Düften umgehen.

Seife abfüllen und verseifen lassen

Der fertige Seifenleim wird in vorbereitete Behälter gefüllt. Ideal geeignet sind Backformen aus Silikon, oder auch Tupper-Dosen in der gewünschten Form. Je kleiner die Form, desto länger dauert der Verseifungsprozess. Der Seifenleim entwickelt in den nächsten Stunden weiter Hitze und muss nun in den Behältern für 24 Stunden gut isoliert werden, damit der Verseifungsprozess bei Wärme stattfinden kann. Stelle die Behälter dazu am besten in einen großen Karton, den du mit Handtüchern, Decken, Kissen u.ä. ausgekleidet hast. Durch die eigene Wärmeentwicklung erhitzt sich der Seifenleim auf etwa 60 Grad und verseift dabei vollständig.

Seifenleim in Förmchen und größere Behälter abfüllen

Seife schneiden und reifen lassen

Am nächsten Tag kannst du die Seife aus der Form nehmen und in die gewünschten Stücke schneiden. Zum Waschen ist die Seife jetzt noch nicht geeignet – sie muss zunächst für mindestens 3-4 Wochen reifen. Am besten reifen Seifen an einem luftigen, dunklen und kühlen Ort. Das restliche enthaltene Wasser verdunstet aus der Seife, dabei sinkt der Ph-Wert weiter ab und wird hautverträglich.

Tipp zum Lösen der Seife aus starren Formen: Stelle den Behälter für einige Stunden ins Gefrierfach. Anschließend kannst du den Behälter einfach auf dem Kopf stellen, die Seife wird nach einigen Minuten wie von allein heraus gleiten.

Wichtig ist nach dem Sieden eine Gründliche Reinigung deiner Utensilien und allen Arbeitsflächen, um eine Gefährdung deiner Familie und Haustiere zu vermeiden.

Naturseife aus Olivenöl und Kokosöl herstellen

Du solltest auf jeden Fall die Reifezeit der Naturseife abwarten, denn nur so erreicht sie den gewünschten, hautverträglichen Ph-Wert. Dafür wirst du mit einem ganz besonderen Pflegeprodukt belohnt, welches sich auch ideal als ein ganz persönliches, selbst gemachtes Geschenk für die Liebsten eignet.

Um den Ph-Wert zu testen, empfiehlt sich das Verwenden von Ph-Wert Teststreifen. Mit ihnen kannst du den Reifegrad deiner Seife regelmäßig testen.

Wenn du es gar nicht erwarten kannst, empfehlen wir diese original Aleppo-Seife:

Bist du bereit zur Seifenherstellung? Ein Beispiel für dein erstes Rezept findest du hier. Und in einem weiteren Beitrag liest du mehr über die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Natur-, Kern- und anderen Seifen.

Mehr zum Thema Seifenherstellung und grüner Kosmetik zum Selbermachen findest du in unseren Buchtipps:

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Hast du noch weitere Tipps, wie die Seifenherstellung optimal gelingt? Teile sie in den Kommentaren!

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75 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Unter obigem Link kann man viele Chemikalien bestellen. Die Natronlauge war sehr günstig und wurde (Erstbestellung) nach einem Tag geliefert!
    Meine eigenen Versuche in Apotheken wurden mit nur unwilliger Bedienung belohnt und das Angebot lag dann bei 27 € für 100 g. Sowas gehört wohl nicht mehr zum Kerngeschäft der Apotheken, die verkaufen offenbar nur noch Fertigprodukte

    Antworten
    • Den Link findet ihr entgegen meinem obigen Text weiter unten unter Hannas Anfrage.

  2. Hallo nochmal, ich habe Probleme an Natriumhydroxid zu kommen. Über den Link in eurem Beitrag kann man zur Zeit nichts bekommen und die Apotheke meines Vertrauens möchte 40 EUR für 100g haben?! Das kann doch nicht normal sein… Habt ihr eine Idee, wo ich das noch bekommen kann? Ich benötige es leider schon am Sonntag, daher ist es im Onlineshop schwierig…

    Antworten
  3. Hallo, toller Beitrag, wie gewohnt, bei euch….
    Aber eine Frage : oben steht hier die original allepo seife : und dann fehlt leider der Text.
    Ich habe diese seife kürzlich kennengelernt und bin mehr als begeistert. Ich dachte aber es gäbe eine feststehende Rezeptur… Leider ist dem nicht so, denn die neue allepo seife ist anders…. Und beim Suchen im Netz finde ich dann ganz viel unterschiedliche Rezepturen…
    Könntet ihr den Text wieder einstellen, oder mir mitteilen wo ich diese Rezeptur finden kann.
    Lieben Dank, vor aem für eure tolle Arbeit 💕✌️🌞

    Antworten
  4. Hallo ihr Lieben,

    ich finde den Artikel ganz toll und beschäftige mich erst seit kurzem mit dem Thema,
    Was mir nicht so ganz klar ist, ist ob ich als Topf einfach einen aus meiner Küche nehmen kann und diesen dann danach einfach wieder zum Essen kochen nutzen kann. Kann mir da jemand helfen?

    LG Hanna

    Antworten
    • Hallo Hanna,
      da das Endprodukt im Topf ja Seife ist, kannst du ihn nach der Seifenherstellung auch wieder für Lebensmittel benutzen. Dafür vorher nochmal gründlich ausspülen. Wenn du trotzdem ein ungutes Gefühl hast, oder häufig Seife herstellst, kannst du aber auch einen alten Topf aus Edelstahl oder Emaille verwenden. Guck doch mal auf dem Flohmarkt, da findet sich bestimmt etwas Preiswertes.
      Liebe Grüße, Annette

  5. Hallo zusammen
    Ich habe auch neu das Seifenmachen für mich entdeckt. Aber als blutige Anfängerin stellt sich mir noch folgende Frage:
    Wenn ich die Seife aus der Form genommen und geschnitten habe, in was wickle ich sie ein um sie 4 Wochen ausreifen zu lassen? Geht dafür Haushaltsfolie (Klarsichtfolie)?

    Antworten
    • Andreas Mayr

      nachdem zum Senken des PH Wertes Flüssigkeit verdunsten muss wird PLASTIKFOLIE UND AUCH ALUFOLIE nicht geeignet sein !!!

    • smarticular.net

      Bei uns kommen die geschnittenen Seifenstücke zurück in die Form, sodass keine Folie o.ä. mehr benötigt wird.
      Liebe Grüße

  6. Lilispacki

    Hallo, ich muss in der Schule auch Seife machen und es ist sehr schön, ich hab ein neues hobby gefunden! Ich glaube ich werde Seifenmacher :)))))

    Antworten
  7. Hallo,
    kann ich einen Mixstab nehmen, der unter dem Messer Kunststoff hat? Habe mir dummerweise ein Teil von Bosch geholt, der hinter dem Messer mit Kunststoff und drüber Metall hat.
    Gruß
    Matthias

    Antworten
    • Björn Fischer

      Ich habe zwar noch keine Seife selbst gesiedet, aber wenn man den Quellen im Netz glauben darf, ist die Lauge für Kunststoff kein Problem. Bei Alu, Kupfer oder Holz sieht es anders aus. Kunststoff und Edelstahl sollte kein Problem sein.

    • Ok, dann schaue ich mal. Den Stab überlege ich ohnehin, ob ich ihn noch verwende. Bosch meinte der Kunststoff wäre lebensmittelecht oder so ähnlich, aber welches Material konnten sie mir nicht sagen. Mit der Bezeichnung geht normalerweise Tritan einher und dem truae ich ohnehin. Danke, werde es probieren.

  8. Björn Fischer

    Ich habe nun einige Anleitungen zum Seifensieden im Kaltrührverfahren gelesen, inklusive natürlich dieser hier von meiner geschätzten Seite Smarticular. Leider habe ich noch keine umgesetzt, aber das steht in den nächsten Tagen an, deswegen lese ich in der Richtung zur Zeit viel.

    Eine Sache wird vom Rest der Seifen-Sieder*innen Welt anders gehandhabt als Ihr es beschreibt: Die Lauge wird in die Fette/Öle gegossen, nicht andersherum. Ein Grund hierfür ist, dass sonst der Seifenleim schnell fest werden könnte. Ein anderer (und den finde ich wichtiger) ist, dass diese Vorgehensweise das Einfüllen der Lauge durch ein feines Küchensieb ermöglicht. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass garantiert keine unaufgelösten NaOH-Körnchen mehr in der Lauge sind, die in der Fertigen Seife gesundheitsschädlich wären. Das finde ich einen guten Grund es andersherum zu machen.
    LG, Björn

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Björn, danke für deinen Kommentar! Wir handhaben es aus gutem Grund in dieser Reihenfolge: Bei genauem Arbeiten mit Präzisionswaage ist es sehr unwahrscheinlich, dass ungelöste Kristalle übrig bleiben. Beim Auflösen des NaOH im Wasser wird beides bemerkenswert heiß, weil beide Reaktionspartner äußerst „willig“ sind, sich miteinander zu verbinden. Sofern alles richtig dosiert ist und man auch anständig umrührt, ist die Gefahr übrig bleibender Kristalle sehr gering.
      Andererseits haben wir es bisher immer als sehr problematisch empfunden, mit dem Topf mit der ätzenden Lauge darin herumzuhantieren, zumal wenn man sie noch durch ein Sieb schütten möchte. Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich Spritzer verteilen, die zu kleinen Verätzungen auf der Haut führen könnten. Wenn dagegen etwas von den Fetten daneben spritzt, ist es nicht ganz so dramatisch. Letztendlich muss es jede/r selbst entscheiden, wir empfehlen für Anfänger ganz bewusst die sicherere Methode. Liebe Grüße!

    • Björn Fischer

      Danke für die Antwort. Ich muss sagen, dass ich die Begründung nicht ganz nachvollziehen kann. Wie gut oder schlecht sich das NaOH löst kommt ja hauptsächlich auf die Wassermenge an. Die unterscheidet sich ja je nach Rezept. Je weniger Wasser im Rezept desto höher die Gefahr, dass sich etwas nicht richtig löst. Und auch wenn die Gefahr gering ist, wäre es nicht schlau sie einfach auszuschließen?

      Ja, Lauge im Topf anrühren und durch ein Sieb schütten halte ich auch für problematisch. Allerdings wird dieses Problem in der Literatur die ich bisher gesehen habe durch einen Messbecher mit Ausgießer ganz gut behoben. So hat man eine Hand für den Messbecher und die andere für das Sieb. Sollte funktionieren.

      Also, ich werde mein Erstlingswerk mal mit der Lauge-in-Öl-Variante versuchen. Alle mir bekannten Quellen aus obigem Artikel schlagen es so vor und mir leuchten die Argumente dafür deutlich mehr ein.
      LG, Björn

    • smarticular.net

      Die NaOH-Menge hängt von der Wassermenge ab und ist eigentlich immer ziemlich genau bestimmt. Darum gibt es bei richtiger Arbeitsweise auch keine ungelösten NaOH-Kristalle. Natürlich kann jede/r die persönlich bevorzugte Vorgehensweise wählen, zur Sicherheit noch ein feines Sieb verwenden und/oder den Vorgang an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Unsere Empfehlungen basieren auf unseren persönlichen Erfahrungen, und sind nach unserer Meinung für Anfänger am besten geeignet. Was aber nicht bedeutet, dass andere Vorgehensweisen nicht auch sinnvoll sind :-) Liebe Grüße!

    • Björn Fischer

      Ja, das sehe ich auch so. Jede*r sollte die Variante wählen, die ihr*ihm am sinnvollsten erscheint. Hauptsache man informiert sich vorher so weit, dass man ein gewisses Grundverständnis entwickelt und alle Vorgänge logisch verstanden hat. Erst das versetzt einen ja in die Lage zu entscheiden was man als sinnvoll erachtet und was nicht.

      Dem ersten Satz Eurer Antwort muss ich aber klar wiedersprechen: Die NaOH-Menge richtet sich keinesfalls nach der Wassermenge! Wichtig ist, dass die Menge an Wasser immer größer ist als die Menge an NaOH. Darüber hinaus kann die Wassermenge durchaus variieren, ohne dass dadurch die NaOH Menge geändert werden müsste. Durch die Variation der Wassermenge kann man z.B. den Härtegrad der Seife beeinflussen oder einen Teil des Wassers nach dem Mischen von Fett und Lauge durch andere Zutaten wie z.B. Milch ersetzen.

      Die NaOH Menge berechnet sich nach der Menge der verwendeten Fette bezogen auf ihre spezifischen Verseifungszahlen. Von der so berechneten NaOH-Menge (die für die Verseifung der kompletten Fettmenge reichen würde) zieht man noch den Teil ab, den man als Überfettung erreichen möchte, z.B. 10%. Das ergibt dann die benötigte NaOH Menge für das jeweilige Seifenrezept. Deswegen wird die Überfettung beim Kaltrührverfahren von manchen auch als „Laugenunterschuss“ bezeichnet. Die Berechnung (die letzten Endes auch hinter den Seifenrechnern steckt) ist unter Folgendem Link im Kapitel „Das Rezept“ sehr schön und zumindest für mich nachvollziehbar erklärt: https://seifenbar.blogspot.com/p/blog-page.html
      LG, Björn

    • smarticular.net

      Hallo Björn, absolut richtig, NaOH und die verwendeten Fette werden in einem genau berechneten Verhältnis gemischt, je nach Verseifungszahl und gewünschter Überfettung. Trotzdem gibt es ein sinnvolles (ebenfalls berechnetes) Verhältnis zwischen NaOH und Wasser, damit einerseits sämtliches NaOH sicher aufgelöst werden kann, andererseits die Masse aber nicht zu flüssig/wässrig wird. Deshalb stimmt der erste Satz der Antwort schon :-) Liebe Grüße!

    • Björn Fischer

      Ich weiß nicht, ob ich es jetzt zu genau nehme, aber… Nein. Die NaOH Menge richtet sich nie nach der Wassermenge, sondern immer nach der Menge zu verseifender Fette (GFM) und der Überfettung. Zumindest wäre mir nichts gegenteiliges bekannt.

      Auch die Wassermenge richtet sich i.d.R. nach der GFM und wird meist in Prozent der GFM angegeben. Für Einsteiger ist ein wert von 30-33% der GFM empfehlenswert.

      Richtig an eurer Aussage ist, dass das Verhältnis von NaOH und Wasser auch nicht ganz außer acht gelassen werden darf. Die Wassermenge muss immer größer sein als die NaOH Menge, sonst würde es sich nicht vollständig auflösen.

      Wie wäre denn euer weg, die NaOH Menge aus der Wassermenge zu berechnen oder umgekehrt? Mir ist keine Berechnungsvorschrift in der Richtung bekannt. Ich lerne aber gern dazu ????.
      Liebe Grüße, Björn

    • smarticular.net

      Dass man das Eine aus dem Anderen berechnen würde oder umgekehrt, hat ja niemand behauptet :-) nur dass die Mengenverhältnisse der Zutaten in Beziehung zueinander stehen, um eine optimale Verseifung zu erreichen. Die zugrundeliegenden Faktoren sind in den bewähren Seifenrechnern bereits berücksichtigt. So ist es unter Einhaltung der bewährten Rezepturen, Vorgehensweisen und Mengenverhältnisse gar nicht sinnvoll möglich, eine Lauge zu produzieren, in der ungelöstes Natriumhydroxid vorliegt, solange man dem NaOH nur genügend Zeit gibt, um sich vollständig aufzulösen. Anderenfalls, wenn NaOH ungelöst in Kristallform im Seifenleim verbleiben würde, würde ohnehin die Rezeptur verfälscht und ein höherer Überfettungsgrad erreicht werden als beabsichtigt. Im Übrigen hast du es sehr schön formuliert, dem ist nichts hinzuzufügen :-) Liebe Grüße!

  9. cre8iveKos

    Mal zwei ganz blöde Fragen.

    1) Wenn ich zum Brühen des Kaffees/Tees eine neue Maschine nehme, und die auch nur mit destilliertem Wasser betreibe, dann sollte das ja soweit gehen oder?
    2) Wenn ich im Netz nach NaHO suche, dann gibt es das immer mit dem Zusatz „technisch“, „chemisch“, etc…
    Ich gehe mal davon aus, dass es sich auf die Reinheitsgrade bezieht.
    Nun die Frage… Welchen Reinheitsgrad sollte ich einkaufen?

    Greetz
    cre8iveKos

    Antworten
    • smarticular.net

      Für eine möglichst geringe Keimbelastung würde Abkochen ausreichen. Destilliertes Wasser ist zusätzlich nahezu frei von Kalk, wodurch die damit gemachte Seife reiner wird (andernfalls würde schon bei der Verseifung ein Teil Kalkseife entstehen).
      Das naoh sollte möglichst rein sein, am besten mit Angabe speziell zum Seifensieden, wie zum Beispiel dieses: https://www.amazon.de/%C3%84tznatron-Natriumhydroxid-NaOH-1kg-Dose/dp/B004T2JPQA
      Liebe Grüße

  10. Per Olof Sundman

    Verwendung von „Dest. Wasser“:
    Eigentlich ist die Verseifung von Fetten CHEMIE, leider ist sie häufig – auch hier – ALCHEMIE! Denn: das von Ihnen empfohlene, in Drogerien üblicherw. erhältliche „Destillierte Wasser“ ist NICHT destilliert, sondern mit Ionenaustauschharzen kalkarm/-frei gemacht und nicht für kosmetische Anwendungen geeignet. Es kann mehr Keime enthalten, als normales Leitungswasser (je nach Lagerdauer).

    Per Olof

    Antworten
  11. Ulrike Koberg

    Hallo,
    kann ich anstatt die Lauge anzumischen, auch fertige Natronlauge (50%, technische Qualität) verwenden? LG, Ulli

    Antworten
    • smarticular.net

      Mit solchen fertigen Produkten kennen wir uns leider nicht aus. Im Prinzip müsste es funktionieren, jedoch ist nicht klar, ob die Anforderungen an Reinheit, Genauigkeit der Dosierung etc. erfüllt werden. Die üblichen Rezepte und Seifenrechner gehen auch von einer definierten Menge NaOH (fest) und Wasser aus, man müsste dann zumindest auch erst einmal in die gelöste Form umrechnen. Liebe Grüße!

  12. Margret Vogelwiesche

    Hallo an alle, mein Wunsch ist es, Seife herzustellen. Habe durch ein Irrtum nicht 1kg Natron sondern 5 kg Natron in lebensmittelqualität gekauft. Jetzt suche ich nach weiteren Anwendungsmöglichkeiten. Kann ich mit dem gekauften Natron auch Seife herstellen? Vielleicht kennt sich jemand von euch aus???????
    Ich würde mich über Tipps und Hinweise freuen!
    Grüße an alle
    Eure mavobi

    Antworten
  13. Jenny van Neck

    Bei Eurem Rezept von Kernseife kommt die Lauge in das Öl und nicht das Öl in die Lauge. Ist das je nach Rezept verschieden oder ist das egal?
    Im Buch von Claudia Kasper kommt auch die Lauge ins Öl.

    Antworten
  14. Jenny van Neck

    Ihr schreibt: „Je kleiner die Form, desto länger dauert der Verseifungsprozess.“ Das heißt, ich muss einfach etwas länger (Stunden? Tage?) warten? Muss ich dann irgendwann von außen Wärme zuführen oder reicht auch bei kleinen Stücken eine gut isolierte Kiste? Dauert die Verseifung länger oder kann sie bei kleinen Stücken auch eher mal gar nicht gelingen? Kann ich irgendwie erkennen, dass der Prozess beendet ist?
    Wenn die Stücke schon so klein sind, dass ich sie nicht mehr schneiden muss, kann ich sie dann einfach länger in der Form in der isolierten Box lassen, bevor ich sie zur Reifung herausnehme?

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Jenny, je kleiner die Mengen werden, desto schwieriger wird das genaue Abwiegen der einzelnen Zutaten, um ein vorhersagbares Ergebnis zu erhalten. Deshalb würden wir schon empfehlen, wenigstens 0,5-1 Liter Gesamtmasse zu berechnen und als einen Block gut isoliert reifen zu lassen. Ob es mit noch kleineren Mengen immer noch gut gelingt, hängt von vielen Faktoren ab und man muss dann leider noch viel genauer arbeiten, sonst geht es schnell daneben. Hoffentlich hilft es, gutes Gelingen und liebe Grüße!

    • Jenny van Neck

      Ich mache auch eine größere Menge, aber wie auf Eurem Bild möchte ich sie auf verschiedene Formen verteilen. Und die kleinsten sind so groß wie ein Stück Seife. Daher meine Fragen.

    • smarticular.net

      Achso :-) Ja das klappt, solange man alle Förmchen gut isoliert während der Verseifung. Liebe Grüße!

    • Jenny van Neck

      Entschuldigt, dass ich nochmal nachfrage, aber bei den langen Reifezeiten von Seife greife ich gern auf Euer Wissen zurück und probiere nicht alles selbst aus.
      Wenn ich also den Seifenleim in kleine Formen gieße, die die Größe eines Seifenstücks haben, also nicht mehr geschnitten werden müssen, ist es eigentlich egal, ob ich die Seife nach 24 Stunden oder 48 Stunden oder 72 Stunden aus der Form nehme? Irgendwann natürlich schon, damit sie zum Reifen Luft bekommen. Aber das mit den 24 Stunden bei Seife in großen Formen liegt daran, dass sie nicht zu fest sein soll, weil man sie sonst nicht mehr gut schneiden kann, oder? Und wesentlich kürzer grundsätzlich nicht, weil man sonst die Wärme, die bei dem Prozess entsteht, nicht bis zum Ende genutzt hat? Kann man das so sagen?

    • smarticular.net

      Kann man so sagen – solange die Seife fest genug zum Schneiden geworden ist, ist alles gut und du kannst sie zum Schneiden und Nachreifen herausnehmen.

  15. Aziza Muradova

    Ich habe mal gelesen, dass man die Utensilien nicht mehr zum Zubereiten von Essen verwenden darf. Oder stimmt das nicht?

    Antworten
    • Hallo Aziza, wenn du alles gründlich reinigst, steht der Verwendung von Lebensmitteln eigentlich nichts mehr im Weg. Liebe Grüße!

  16. Nur eine kleine Anmerkung: Wenn man Keimfreies Wasser will muss man nicht zu destilliertem Wasser greifen. Wasser aus dem Wasserhahn tuts auch. Nach ein paar Sekunden laufen lassen, ist das Wasser garantiert Keimfrei.

    Antworten
  17. Hallo
    auch ich habe vor einigen Tagen meine erste Seife hersgestellt, und kann es kaum erwarten sie zu benutzen!
    Dabei sind 2 Fragen aufgetaucht: Ist der Seifenleim gar nicht mehr ätzend, respektive ist die Mischung, sobald das Öl drin ist, nicht mehr „gefährlich“?
    Und wegen dem Messen des ph-Wertes: einfach ein paar Tropfen Wasser auf die Seife geben und dann den Streifen hinhalten oder wie macht ihr das?
    Vielen Dank für die Auskünfte, wie auch für diese tolle Seite. Gerne hätte ich ein paar Monate Urlaub um alles auszuprobieren…

    Antworten
    • Hallo Dani, Beim Verseifen wird der allergrößte Teil des Natriumhydroxids mit Öl verseift und ist deshalb nicht mehr stark ätzend. Die Seife hat aber noch einen sehr hohen (basischen) pH-Wert, weshalb sie unmittelbar nach der Herstellung noch nicht für die Haut geeignet ist. In den folgenden Wochen sinkt der pH-Wert langsam. Es kann auch passieren, dass noch winzige NaOH-Kristalle im Leim zurückbleiben, die die Haut reizen können. Auch diese werden mit der Zeit weniger und verbinden sich mit dem Rest. Manche Leser empfehlen, die NaOH-Lauge nochmal durch ein feines Sieb zu filtern, bevor man damit die Öle verseift. Den pH-Wert kannst du wie von dir beschrieben messen – Seife anfeuchten, ein bisschen rubbeln und dann mit einem Teststreifen messen. Liebe Grüße!

  18. Rainer Raebel

    Hallo meine Olivenseife ist nach 4 Wochen
    grau geworden und sieht nicht mehr schön aus.
    Ich habe sie im Keller gelagert und mit Handtücher
    abgedeckt. Kann ich die Seife trotzdem verwenden?
    Liebe Grüße
    Rainer Raebel

    Antworten
    • Hallo Rainer, dass die Seife an sich eher blass aussieht, ist normal. Für knalligere Farben kann man sie um weitere Inhaltsstoffe ergänzen, viele Seifensieder verwenden dafür spezielle Seifenfarben. Liebe Grüße!

  19. Hey, ich habe das Rezept ausprobiert und meine Seife ist gut hart geworden, habe sie in der Glasform geschnitten und bekomme sie nun nicht raus. Habe es auch mit einigen Stunden Gefrierfach ausprobiert, hat aber nichts gebracht. Habt ihr einen anderen Tip? Liebe Grüße

    Antworten
  20. Knitterkeks

    Also eine Frage…Welche Konzentration hat das Nach? Hab Ätznatron in Perlenkette mit 99%.
    Kann man das verwenden?

    Antworten
    • smarticular.net

      Wofür steht „Perlenkette“ – Autokorrektur? Grundsätzlich sollte es sich um reines NaOH in Pulverform handeln, dafür sind die üblichen Rezepte und Rechner ausgelegt

  21. Inga Experimentierfee

    Hey, ich hätte eine Frage zum Mixstab.
    Sollten Stab und Klinge komplett aus Edelstahl sein oder kann der Stab auch aus Plastik sein bzw. macht es überhaupt einen Unterschied?
    Danke schon mal für die Antworten :)

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Weil die Lauge zumindest am Anfang noch recht aggressiv ist, vewenen wir zur Sicherheit immer einen Mixer aus Edelstahl. Ob es mit Plastik auch geht, kann ich leider nicht sagen – vielleicht findet sich noch jemand mit entsprechender Erfahrung? Alternativ könntest du den ersten Schritt beim Verrühren von Lauge und Fett zum Seifenleim mit einem Rührlöffel, Scheebesen o.ä. machen, dadurch sinkt bereits der pH-Wert und den Mixer nimmst du dann nur noch zum „Fertigmixen“. Diese Vorgehensweise haben wir allerdings nicht getestet!

    • Inga Experimentierfee

      vielen Dank, ich hab mir jetzt einen Mixer aus Edelstahl besorgt! :)

    • Jenny van Neck

      Ich habe gestern einen Pürierstab aus Plastik mit Edelstahlmessern eingesetzt. Hat prima funktioniert. Das Gerät hat nicht gelitten. Der Seifenleim, soweit ich das beurteilen kann, auch nicht.

  22. Wunderfitz

    Wenn das Natriumhydroxid zusammen mit dem Kohlendioxid zu Natron reagiert, könnte man dann nicht direkt Natron verwenden?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Leider nein – diese Reaktion zu Natron ist in diesem Fall unerwünscht, weshalb man das Pulver immer luftdicht verschlossen lagern soll.

  23. nervenkeks

    Ich hab mich auch mal an dem Rezept probiert, allerdings ist der Seifenschleim nicht puddingartig geworden und schließlich hat sich in meiner Form viel Öl oben abgesetzt. Also ca. die Hälfte davon :/ Es steht jetzt schon eine Woche so rum und will nicht fest werden. Der untere Teil hingegen ist schon fest.
    Ich hab keine Ahnung, was ich falsch gemacht haben könnte :(

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo, wieviel genau von jeder Zutat hast du verwendet und bist du sicher, dass es sich auch um Natriumhydroxid gehandelt hat? Eine präzise, elektronische Waage ist empfehlenswert, weil Abweichungen bei den Mengen zu unerwünschten Ergebnissen führen. Das ausgiebige Mischen mit einem Mixer ist ebenfalls sehr wichtig. Was für ein Gerät hast du benutzt und wie hat sich die Mischung aus Ölen und Lauge beim Mixen verhalten?

    • Schon das Problem gefunden? Habe ähnliche Probleme und verstehe nicht, warum es nicht hart wird.

    • smarticular.net

      Hast du mit Sicherheit NaOH verwendet? Welche genauen Zutaten und wie viel Gramm genau hast du verwendet? Wenn Öl übrig bleibt (wie bei @nervenkeks:disqus), dann war es zu wenig Lauge und ein Teil des Fettes wurde nicht verseift.

    • Ich habe mich grammgenau an die Rezeptur oben gehalten. Einziger Unterschied war, dass ich keinen Rührstab verwendet hatte, um Öle und Lauge zu rühren, weil ich nur einen aus Plastik habe und Angst hatte, dass die Lauge das Plastik angreift. Hatte es nur mit einem Schneebesen verrührt. Habe dann in einem anderen Forum gelesen, dass es jemand auch mit Schneebesen versucht hatte und die Masse nicht hart wurde. Habe dann den Inhalt der Förmchen wieder in einen Topf gegossen, auf dem Herd erhitzt und dann doch mit dem Rührstab gerührt. Es ist innerhalb kürzester Zeit in den Förmchen hart geworden, doch sieht es jetzt grobkörnig aus. Rein optisch sehen die Seifen nicht gut aus, doch hoffentlich kann ich die Seife trotzdem in ein paar Wochen verwenden. Kann denn etwas schief laufen, wenn man die genannte Rezeptur stark erhitzt?

    • smarticular.net

      Hallo Matthias, mit einem Schneebesen kann es auch klappen, man muss aber sehr lange, schnell und gründlich rühren, bis es anständig verseift – mit dem Stabmixer geht das wesentlich schneller, Probleme wie bei dir (teilweise vorzeitiges Aushärten o.ä.) kann man so vermeiden. Das Erhitzen ist nicht notwendig bzw. sogar kontraproduktiv – für die Heißverseifung ist die Vorgehensweise generell ein bisschen anders, sollte man nicht vermischen. Wenn du gut gerührt hast und jetzt alles fest ist, wird es vermutlich trotzdem eine brauchbare Seife. Liebe Grüße!

    • In wie fern ist es kontraproduktiv, wenn man die Masse erhitzt? Aber gut, dass die Seife doch noch was wird, auch wenn ich es erhitzt habe und es rein optisch nichts ist. Aber ich werde nach der Reifezeit nochmal berichten.

    • smarticular.net

      Kontraproduktiv weil dabei Wasser verloren geht. Die Masse ist dann nicht mehr fließfähig, sondern wird bröckelig, so wie bei dir.

  24. Als studierter Chemiker muss ich unbedingt darauf hinweisen, dass bei Verätzungen mit Laugen NIEMALS mit Säuren neutralisiert werden darf, das macht alles nur noch schlimmer! Es kommt zu einer starken chemischen Reaktion mit unter Umständen hohen Temperaturen, die das verätzte Gewebe zusätzlich schädigen können. Da Natronlauge eine starke Lauge und Haushaltsessig eine schwache Säure ist, wird man zur Neutralisation sowieso eine viel größere Menge benötigen, die das verätze Gewebe zusätzlich reizt. Ich bitte daher darum, den Punkt „Haushaltsessig zum Neutralisieren der Lauge“ aus dem Abschnitt „Sicherheitsregeln“ zu entfernen. Der korrekte Umgang mit Verätzungen ist, die betroffenen Stellen sehr lange mit viel fließendem, lauwarmem Wasser zu spülen und gegebenenfalls den Notruf zu wählen.

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Vielen Dank für das fundierte Feedback! Natürlich werden wir die betreffende Passage anpassen. Wir freuen uns immer sehr, wenn alle Leser zusammen smarticular.net noch ein bisschen besser machen :-)

  25. Mark Leder

    Toll, hast du ein paar Bilder?

    Antworten
  26. Heike Schuler

    Hallo!
    Meine Seife ist doch noch was geworden. Ich wünschte sie wäre noch etwas fester, aber dann das nächste Mal. LG

    Antworten
    • Habe auch streng nach Rezept gearbeitet und nach 2 Stunden hatte ich oben eher Öl und unten eine etwas festere Masse. Die Erhitzung hat zwar stattgefunden, doch so richtig puddingartig wurde es nicht. Hast du noch etwas getan oder einfach nur ein paar Tage abgewartet?

  27. Maximilian Knap

    Heike Schuler Laut Seifenrechner scheint mir das zunächst einmal ein gutes Rezept mit Basisölen zu sein. Mischungsverhältnis stimmt eigentlich auch. Jetzt könnte es noch mehrere Fehlerquellen geben:
    1. Mit einem hohen Olivenöl-Anteil braucht es recht lange zum Verseifen
    2. Eventuell war der Leim nicht gut genug vermischt – wir nutzen einen Edelstahl-Pürierstab, und Mixen mindestens 3-4 Minuten intensiv, bis eine gleichmäßige, zähflüssige Masse entstanden ist
    3. Ungenauigkeiten beim Wiegen können Nachteile bringen (zu wenig NaOH, zu viel Wasser, zu wenig Wasser) und dazu führen, dass zu viel Öl unverseift bleibt oder aber Lauge übrig bleibt
    4. Temperatur während der Verseifung nicht hoch genug: Die fertige Mischung, in Behältnisse gefüllt, muss für 24 Stunden sehr gut isoliert werden und entwickelt Wärme. Die hohe Temperatur ist notwendig für eine gute Verseifung. Bei der Heißverseifung stellt man das Ganze sogar z.B. in den Ofen, dann ist nach 1-2 Stunden alles fertig. Je niedriger die Temperatur desto länger dauert es. Du könntest es im Ofen versuchen, z.B. 60 Grad für weitere 12 Stunden, einen Versuch wäre es wert, jedoch recht energieaufwändig.

    Ich würde auf jeden Fall abwarten, ggf. wie beschrieben mit Wärmezufuhr bis ca. 60 Grad.

    Viel Erfolg, bitte berichten wie es geworden ist :)

    Antworten
  28. Heike Schuler

    Maximilian Knap
    Ich habe dieses Rezept verwendet:

    800 Gramm Olivenöl
    200 Gramm Kokosöl
    137 Gramm Natriumhydroxid
    330 Gramm destilliertes Wasser

    Die Wärmeentwicklung war nur während ich das Wasser mit dem Natriumhydroxid mischte.
    Danach wurde nichts mehr warm. Der "Seifenschleim" ist nun schon fester wie gestern, aber bei weitem noch nicht fest. Danke für Dein Interesse,LG

    Antworten
  29. Maximilian Knap

    Hallo Heike, wenn es sich gar nicht erwärmt hat, dann stimmt etwas mit den Zutaten oder dem Mischungsverhältnis nicht. Bitte poste doch mal die genaue Liste der Zutaten (grammgenau), die du verwendet hast. Welches Natriumhydroxid hast du verwendet? Am besten den Shoplink (falls es online war) mit angeben. Allein schon bei der Herstellung der Lauge entsteht viel Wärme und es müsste gedampft haben. War das überhaupt der Fall? Wenn nicht, hast du möglicherweise gar kein NaOH verwendet sondern etwas anderes? Mehr Details wären hilfreich, sonst ist die Analyse aus der Ferne schwer.
    Möglicherweise hast du einfach nur zu viel Wasser verwendet, dann kannst du es evtl. retten, indem du einfach noch länger wartest. Ist denn ein schöner sähmiger Seifenleim entstanden? Mit dem Unterrühren der Fette müsste die gesamte Mischung schon sehr zäh werden, ähnlich wie Pudding. Wenn das nicht passiert ist, stimmt etwas mit den Zutaten nicht: Zu viel Wasser, zu wenig NaOH (oder gar keins?), Zu viel oder zu wenig Öle (Seifenrechner beachten!).

    Antworten
  30. Heike Schuler

    Ich habe streng nach Rezept gearbeitet, doch leider ist meine Seife nach 24 Stunden nicht fest geworden,auch die erwärmung hat nicht statt gefunden. Was kann ich jetzt tun um nicht die teuren Zutaten verschwendet zuhaben?

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  31. Renate Strauß

    Ich wechsle beim Mixen immer Pürierstab mit Kochlöffel ab. Immer kurz ( ca. 5 Sek.) mit dem Mixer und dann mit dem Kochlöffel kräftig durchrühren, damit etwaige Luftblasen rauskommen. Immer abwechseln. Und generell den Rührprozess eher kürzer halten. Wie gesagt: manch eine Seife musste ich mit dem Löffel abfüllen :-)

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