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Dekorative Kosmetik selbermachen – eine Einführung
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Das Herstellen von Puder, Mascara und Lippenstift aus natürlichen Zutaten ist eine besondere Herausfoderung die sich aber allemal lohnt. So funktioniert's

Wir haben schon viele Rezepte für selbstgemachte Cremes, Lotions, Lippenbalsam und auch selbstgemachte Naturseifen vorgestellt. Die Herstellung dekorativer Kosmetik-Produkte ist jedoch eine besondere Herausforderung. Dank der Mithilfe unserer treuen Leserin Vanessa stellen wir dir hier eine Rezept-Serie für Make-up zum Selbermachen aus Naturprodukten vor.

In diesem Beitrag geben wir dir eine Einführung zu selbstgemachter Kosmetik sowie Informationen dazu, was bei verschiedenen Hauttypen beachtet werden sollte. Das ersten beiden Rezepte:

Kosmetik selbermachen – warum eigentlich?

Immer mehr Frauen und auch einige Männer entdecken, dass Naturkosmetika besser für die Gesundheit und auch für die Umwelt sind. Um der Haut etwas Gutes zu tun, wird gern etwas tiefer in die Tasche gegriffen. Leider ist jedoch nicht unbedingt Natur drin, wo Natur draufsteht. Selbst in naturkosmetischen Produkten sind nicht selten kritische Inhaltsstoffe enthalten, wie zum Beispiel Konservierungsmittel, nanopartikuläre Farbpigmente und umstrittene Füllstoffe.

Wer auf Nummer sicher gehen und auf dekorative Kosmetik trotzdem nicht verzichten möchte, kann seine eigenen Produkte herstellen. Wenn du nämlich viel Zeit und Liebe in das Herstellen deiner eigenen Cremes und Seifen investierst, wäre es doch schade, deine Haut danach gleich wieder mit unnötiger Chemie zu belasten.

Bei selbstgemachter dekorativer Kosmetik gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Herangehensweisen. Die erste basiert auf der Verwendung von Metalloxiden zur Farbgebung. Viele dieser Rezepte enthalten jedoch genauso umstrittene Zutaten, wie zum Beispiel Parabene, Talkum, Magnesiumstearat und Glycerin. Natürlich hat man bei dieser Herangehensweise die komplette Kontrolle und jeder kann ganz persönlich abwägen, welche Inhaltsstoffe vertretbar sind und woher sie stammen.

Eine andere Alternative besteht in der Verwendung rein natürlicher Rohstoffe. Selbstverständlich sind die so hergestellten Produkte nicht genauso deckend und langanhaltend haftend wie ihre Metalloxid-Kollegen. Nichtsdestotrotz sind sie für den normalen Alltag geeignet, insbesondere, wenn man nicht „angemalt“ aussehen möchte. Mit deiner eigenen Kosmetik rein auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe schonst du deine Haut und bleibst so natürlich wie möglich, ohne gänzlich auf Make-up verzichten zu müssen. Herkömmliche, stark deckende Schminkartikel werden so allenfalls noch für Ausnahmefälle benötigt.

Farbtypen kennen

Bevor du mit der Herstellung beginnst, solltest du zunächst deinen Hauttyp bestimmen. Wenn du die Rezepte an deinen individuellen Farbton der Haut anpasst, vermeidest du, dass sich das Gesicht nach dem Schminken maskenhaft vom Hals abhebt.

Grundsätzlich existieren vier klassische Farbtypen. Mischformen sind möglich, jedoch kann fast jeder Mensch tendenziell einem der vier Typen zugeordnet werden. Diese Typen sind:

  • Frühling
  • Sommer
  • Herbst
  • Winter

Aus diesen vier Farbtypen lassen sich zwei Gruppen formen, die kühleren Farbtypen Sommer und Winter und die wärmeren Typen Frühling und Herbst.

Wichtig ist, dass du dich in die richtige Gruppe einordnen kannst, um die richtige Farbe zu mischen. Besonders bei Make-up und Puder ist dies maßgebend, weil hier schon ein kleines Detail entscheidet, ob die Farbe passend ist oder nicht.

Ein wichtiger Anhaltspunkt ist deine Naturhaarfarbe. Wenn sie eine Asch-Nuance beinhaltet, dann bist du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein kühler Farbtyp. Oranges bzw. goldstichiges Haar weist auf warme Farbtypen hin. Auch anhand des Teints ist der Farbtyp bestimmbar. Menschen mit einem rosa oder bläulichen Hautunterton sind kühle Farbtypen. Goldige oder warm-rötliche Haut signalisiert einen warmen Typ. Der Unterton der Haut ist allerdings mit bloßem Auge schwer zu erkennen, die Naturhaarfarbe ist ein verlässlicheres Anzeichen.

Zu kühleren Gruppe gehören zwischen 80 und 90 Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung. Sie benötigen nur einen winzigen Klacks Rot in ihrer Make-up-Farbmischung. Diejenigen hingegen, die zur wärmeren Gruppe zählen, benötigen einen dezenten Gelb-Hauch, um ihren Teint zu unterstreichen.

Wenn du deinen Farbtyp tendenziell kennst, kannst du deine Mischungen von Anfang an danach ausrichten. Etwas Experimentieren wird jedoch nötig sein, bis du die optimale Mischung für dich erhältst. Beginne deshalb mit kleinen Mengen und dokumentiere deine Rezepturen, damit du die für dich perfekte Mischung immer wieder herstellen kannst.

Hierfür empfiehlt sich eine Präzisionswaage mit mindestens zwei Dezimalstellen. Außerdem benötigst du einen Mörser zum Zerkleinern der Zutaten.

Wenn du neugierig geworden bist und Lust bekommen hast, dich an ein erstes Rezept zu wagen, dann zögere nicht und probiere es doch mal mit dem mattierenden Puder. Du wirst sehen, selbstgemachte Kosmetik bereitet viel Freude und macht süchtig!

Wir wünschen dir viel Spaß beim Herstellen deiner eigenen Kosmetik-Produkte. Wenn du weitere Tipps und Ideen für Rezepte hast, freuen wir uns über einen Kommentar von dir.

Viele weitere Tipps und Ideen für selbstgemachte Körperpflege- und Kosmetikprodukte findest du in diesem Beitrag und in unseren Buchtipps:

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