Wiederverwendbare Kosmetikpads – kreativ und nachhaltig
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Waschbare, wiederverwendbare Kosmetikpads sparen viel Abfall. Geld sparen kannst du, indem du sie einfach selber nähst. Ich zeige dir wie schnell das geht
von ClaudiaL

Für die tägliche Hautpflege und Kosmetik habe ich bisher immer die allseits beliebten Kosmetikpads aus Watte benutzt. Sie sind nützlich, bestehen meist aus Baumwolle – und landen nach 1x Benutzen im Müll.

Die Abfallmenge und auch die fast immer anzutreffende Plastikverpackung haben mich veranlasst, nach Alternativen zu suchen! Warum nicht selbst wiederverwendbare Kosmetikpads aus Stoffresten nähen? Geeignete Stoffreste habe ich zur Genüge, und das Nähen geht kinderleicht!

Was wird für selbstgemachte Kosmetikpads benötigt?

  • Grobe und feine Stoffreste, z.B. von alten Hemden, Sweatshirts, Frotteehandtüchern, Geschirrtüchern und ähnlichen Textilien
  • Papier
  • Schere
  • Stift
  • Stecknadeln
  • Glas als Schablone für runde Pads oder ein Lineal für eckige

Waschbare, wiederverwendbare Kosmetikpads sparen viel Abfall. Geld sparen kannst du, indem du sie einfach selber nähst. Ich zeige dir wie schnell das geht

Die Stoffe sollten wenigstens bei 60, besser bei 90 Grad waschbar sein, damit die Pads nach Benutzung auch hygienisch rein gewaschen werden können.

Für jedes Pad verwende ich zwei verschiedene Stoffe, damit es eine grobe und eine feine Seite erhält. Für die feine Seite eignen sich alte Hemden oder T-Shirts. Für die grobe Seite verwende ich am liebsten Frottee von ehemaligen Handtüchern. Ebenfalls geeignet ist Sweatshirt-Stoff, der auf beiden Seiten unterschiedliche Strukturen besitzt, er kann dann einmal links- und einmal rechtsseitig zusammengefügt werden.

Runde Pads sind schöner, aber auch etwas aufwändiger herzustellen. Als Schablone benutze ich dafür gern ein Glas in passender Größe. Du kannst aber auch einfach eckige Pads zurecht schneiden und zum Anzeichnen ein Lineal zu Hilfe nehmen.

Empfehlenswerte Größen:

  • runde Form: ca. 8 cm Durchmesser
  • quadratische Form: ca. 7 cm x 7 cm

So werden die wiederverwendbaren Kosmetikpads hergestellt:

  1. Gewünschte Form auf Papier vorzeichnen und ausschneiden, das wird die Schablone bzw. Vorlage
  2. Vorlagen auf Stoff mit drei bis vier Stecknadeln feststecken
  3. Sauber ausschneiden, indem der Stoff flach auf den Tisch gelegt und am Rand entlang geschnitten wird; nicht frei in der Luft versuchen zu schneiden, da der Stoff sich viel zu leicht verzieht
  4. Feine und grobe Seite der Pads mit Stecknadeln zusammenheften, bei Bedarf mit einem Faden vorheften
  5. Zusammennähen, am besten mit Zickzack-Naht – fertig!
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von ClaudiaL

Ich verwende zum Zusammennähen eine einfache Zickzack-Naht, sie ist zwar nicht 100% fusselfrei, aber für mich ist es völlig ausreichend. Wenn du nicht so geübt mit der Nähmaschine bist, dann setze die Naht nicht genau an der Schnittkante an, sondern ca. fünf Millimeter weiter innen. Dadurch entsteht ein loser Rand, was nicht weiter schlimm ist. Schneide ihn anschließend mit einer Schere mit wenig Abstand zur Naht ab, ohne jedoch die Naht zu beschädigen!

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von ClaudiaL

Einstellung an meiner Nähmaschine:

  • Zickzackstich-Weite 3 (aus möglichen 0-4)
  • Zickzackstich-Höhe 1,5 (aus möglichen 0-4)

Vor der ersten Benutzung am besten einmal von Hand durchspülen oder in der Maschine waschen, und die Pads sind einsatzbereit :-) Watte-Pads kommen mir jedenfalls nicht mehr auf die Haut.

Wenn du einmal dabei bist, fertige am besten gleich eine ausreichend große Menge der selbst gemachten Kosmetikpads an. Das erspart häufiges Waschen. Ich bewahre z.B. die benutzen Pads in einem Wäschenetz auf, das ich höchstens einmal pro Woche zur Wäsche dazu gebe.

Gewaschen wird natürlich mit dem selbst gemachten Bio-Waschmittel :-)

Waschbare, wiederverwendbare Kosmetikpads sparen viel Abfall. Geld sparen kannst du, indem du sie einfach selber nähst. Ich zeige dir wie schnell das geht
von ClaudiaL

Viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren! Vielleicht hast du sogar ein Foto deiner selbst gemachten Pads? Sende es uns, dann können wir es als Resultat vom Nachmachen posten.

Ein Rezept für einen selbstgemachten Make-up Entferner findest du hier.

Viele weitere Upcycling-Ideen zum Nähen findest du auch in unserem Buchtipp:

Neues nähen aus alten Sachen
für Tolino:

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Natürlich freue ich mich auf Kommentare und Anregungen. Verwendest du ähnliche Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Haushalt?

    • Cl Lu

      Stimmt auch meine Erfahrung. Frottee ist eine Seite und die andere ist bei mir eher glatt / weicherer Stoff. So wie bei den Wattepads auch.

      • Karin Lasch

        Jeder hat so seine eigene Gesichtshaut und weis was er dafür verwenden muss. Der eine kräftiger der andere magst zarter. Aber alles in allem alles fantastisch.

    • Cl Lu

      sind das dann nicht arge scheurende oder schrubbende Teile? Fast schon Peeling?

  • Karin Lasch

    Ich finde diese Tips hier echt super. Alles so einfach, doch selber kommt man nicht darauf.
    Recht vielen Dank!

    • Maximilian Knap

      Schön wenn es ankommt und hilft, das freut uns immer am meisten :-) Natürlich sind wir auch immer auf eure Mithilfe angewiesen, auf Ideen, Kommentare und Vorschläge, wie man die eine oder andere Sache noch verbessern kann. So haben alle etwas davon :-) LG Maximilian

  • chaoskoeppsche

    Seit fast nem Jahr nutze ich nun Babytücher aus weichem Viskosefrottee zum Abschminken. Die haaaalten und haaaalten. Sanfter als gängiger Baumwoll-Frottee und doch effektiver als glatte Stoffe. Zumal ich mir keine gefärbten Stoffe durchs Gesicht ziehen wollen würde.

  • simplyandfine

    Also, habe das mal ausprobiert und ein paar Dinge sollte man mit den Pads beachten: Wenn man helle Stoffe nimmt, könnte man die Makeup-Spuren, auch nach dem Waschen noch drauf haben und man nimmt die Pads ja, um sich damit komplett abzuschminken, sonst macht es ja keinen Sinn,oder? Und mein Tipp: dunkle Stoffe nehmen, nicht im Kreis nähen sondern erst zur Hälfte, Viertel und nochmal quer drüber, wie beim Kuchen, dass geht viel schneller und hat den Effekt, dass die beiden Kreishälften nicht in sich rutschen und der Pad fester in der Hand liegt.Tolle Idee!!

  • claudi

    Wer keine Möglichkeit hat, selbst zu nähen: Stilleinlagen aus Biobaumwolle eigenen sich ebenfalls prima. Sie sind größer, als ein Pad, aber das braucht man ja manchmal für make-up.

    • Maximilian Knap

      Auch eine nette Idee, danke für den Tipp!

    • Cl Lu

      Stimmt! Perfekte Lösung :-)

  • Ulirike Grzesik

    Danke für den guten Tipp! Ich denke, am besten nimmt man alte Waschlappen, Handtücher oder Molton.
    Bin bisher nur soweit gekommen, dass ich seit 18 Jahren die abgelegten Mullwindeln – zurechtgeschnitten – meiner Tochter als Abschminktücher benutze. Oder rechtsgestrickte Putzlappen aus Baumwolle der Firma Solwang. Hab’s auch schon selbst versucht mit dem Baumwollstricken, aber die waren etwas zu grob geraten … bin halt keine Strickmaschine.

  • Konstanze

    Ich bin bislang über alle Tipps begeistert gewesen, oft haben sie mich auch für eigene Ideen weitergehend inspiriert. Das hier jedoch (Pardon, wenn ich so offen bin) konnte mich nicht überzeugen. Erstens finde ich die vorgeschlagenen Methoden nicht sehr hygienisch, wer weiß denn, was da für Farben verwendet wurden??? Zweitens sind diese Stoffreste für empfindliche Haut nicht geeignet. Ich nehme selbst übrigens keine Pads, sondern völlig normale Watte, die viele viele Monate reicht. Zupfe mir (nachdem ich die Hände gründlich gewaschen habe) kleine Tupfer zurecht und lege sie in einen Glasbehälter. Wenn man sie vor dem Aufftragen der Reinigungscreme unter dem Wasserhahn leicht anfeuchtet, greifen sie die Makeup-Reste noch besser.

    Also für mich gilt: Man kann alles übertreiben und den ganzen Tag basteln und nähen. Auch da muss man sorgfältig sortieren, was sinnvoll ist und was nicht.

    Ansonsten: Weiter so, der sinnvollen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Dafür bin ich sehr dankbar! Herzlichst, Konstanze

    • Hallo Konstanze, vielen Dank für dein Lob und auch deine kritische Auseinandersetzung mit diesem Beitrag. Für uns ist es vor allem wichtig Möglichkeiten aufzuzeigen. Jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse und da ist es ganz natürlich, dass nicht alle Leser jeden Tipp lieben oder in den Alltag integrieren möchten.

  • ARB Services

    Noch besser ist es ein Mikrofaser Tuch zu gebrauchen. Nur mit warmes wasser feucht machen und alles Make-Up ist ab

    • Maximilian Knap

      An und für sich eine gute Idee, weil es Makeup-Entferner erspart! Jedoch haben Mikrofasertücher den Nachteil, dass sie aus feinsten Plastikfäden (Mikroplastik) bestehen. Mit der Zeit brechen die Fasern und werden nach und nach über das Abwasser fortgetragen. Womöglich kommen sie sogar unbeschadet durch die Abwasseraufbereitung und werden dann direkt in die Natur geleitet :/ so hat alles seine Vor- und Nachteile.

  • Margit

    Ich habe solche Pads vor längerer Zeit fertig genäht gekauft. Meine eigenen Nähkünste sind da eher bescheiden. Ich fand die Idee gut, nicht immer die Wattepads wegschmeißen zu müssen. In der Anwendung fand ich sie aber nicht so toll, da sie doch eher viel Flüssigkeit aufnehmen und ziemlich fusseln. Jetzt habe ich waschbare Gesichtsreinigungstücher der Firma Feeling. Diese entfernen nur mit Wasser alles Make up, wer möchte kann auch Seife dazunehmen. Wenn man sie nach der Anwendung gleich mit etwas Seife wieder auswäscht und zum trocknen aufhängt, braucht man sie für eine gründlichere Reinigung dann auch nur einmal pro Woche mit in die Wäsche geben. Pro Packung bekommt man 3 Stück geliefert. Ich habe mein erstes Set jetzt bereits 2 Jahre.

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