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Statt Frischhaltefolie: plastikfreie Wachstücher selber machen
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Wer Plastik vermeiden will, kann ganz einfach auf Frischhaltefolie verzichten. Mit selbst gemachten Wachstüchern lassen sich Lebensmittel ebenso gut aufbewahren und transportieren.

Frischhaltefolie ist schnell zur Hand und landet meist nach einmaliger Verwendung im Abfall. Wer seinen Plastikverbrauch reduzieren möchte, kann das Einwegprodukt sehr einfach durch eine plastikfreie Alternative ersetzen: Wachstücher sind zum Einwickeln und Abdecken von Lebensmitteln mindestens ebenso gut geeignet!

Im Handel erhältliche Tücher bestehen meist aus Baumwoll- oder Leinenstoff sowie Bienenwachs, das manchmal noch mit Ölen und Harzen gemischt wird. Solche Wachstücher kannst du aber auch ganz einfach selber machen. So lassen sich Größe, Material und Muster selbst bestimmen und gleichzeitig Stoffreste recyceln. Wenn du statt Bienenwachs pflanzliches Wachs verwendest, sind deine Frischhaltetücher außerdem vegan.

(Bienen-)Wachstücher selbst herstellen

Üblicherweise wird Bienenwachs verwendet, mit pflanzlichen Wachssorten funktioniert es aber auch. Weiter unten im Beitrag findest du die entsprechenden Hinweise zur Herstellung veganer Wachstücher.

Die Herstellung ist eigentlich ziemlich simpel – Stoff ausschneiden, mit flüssiger Wachsmischung tränken, erkalten lassen, fertig! Du brauchst den Stoff noch nicht einmal umzunähen, denn durch die Wachsbeschichtung franst das Tuch nicht aus.

Für zwei kleinere Wachstücher benötigst du folgende Zutaten:

  • Stoffreste aus Baumwolle, Leinen oder anderen natürlichen, saugfähigen Textilien (keine Kunstfasern) – neue Stoffe zunächst waschen, um eine eventuelle Appretur, das heißt eine Beschichtung oder Behandlung des Stoffs, zu entfernen
  • 2 gehäufte EL zerkleinertes Bienenwachs (vom örtlichen Imker, eine entsprechende Menge Bienenwachs-Kerzenreste oder online erhältliche Bienenwachs-Pastillen)
  • optional 1 TL Kokosöl oder ein anderes Pflanzenöl für besonders geschmeidige Tücher (licht- oder luftempflindliche Öle, die leicht ranzig werden, wie etwa kaltgepresstes Olivenöl oder Leinöl, sind jedoch nicht geeignet)
  • Backofen und sauberes Backblech
  • Backpinsel

Wer Plastik vermeiden will, kann ganz einfach auf Frischhaltefolie verzichten. Mit selbst gemachten Wachstüchern lassen sich Lebensmittel ebenso gut aufbewahren und transportieren.

So wird’s gemacht:

1. Stoff auf dem Backblech ausbreiten. Wenn du gleich mehrere Tücher herstellen möchtest, können sie auf dem Backblech auch in Schichten übereinander liegen, große Tücher bei Bedarf falten.

2. Wachspastillen oder zerkleinerte Kerzenreste daraufgeben.

Wer Plastik vermeiden will, kann ganz einfach auf Frischhaltefolie verzichten. Mit selbst gemachten Wachstüchern lassen sich Lebensmittel ebenso gut aufbewahren und transportieren.

3. Backblech in den Ofen schieben und auf etwa 80 °C erwärmen, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist.

4. Blech aus dem Ofen nehmen und flüssige Wachsmischung mit dem Backpinsel auf dem Stoff verteilen. Der Stoff soll durch und durch mit Wachs getränkt werden. Durch das noch warme Backblech hast du dafür etwas Zeit. Sollte das Wachs zu schnell auskühlen und den Stoff nicht richtig durchtränken, kannst du das Blech samt Tüchern noch einmal im Ofen erwärmen.

5. In mehreren Schichten liegende Tücher vom Blech nehmen und auf einem Wäscheständer erkalten lassen. Einzelne Lagen können auch auf dem Blech auskühlen.

Wenn du dem Bienenwachs etwas Pflanzenöl zugeben möchtest, ist die Vorgehensweise etwas anders:

1. Ofen und Backblech ohne Stoff vorheizen.

2. Währenddessen Wachs und Kokosöl im Wasserbad schmelzen lassen und gründlich verrühren.

Wer Plastik vermeiden will, kann ganz einfach auf Frischhaltefolie verzichten. Mit selbst gemachten Wachstüchern lassen sich Lebensmittel ebenso gut aufbewahren und transportieren.

3. Heißes Backblech aus dem Ofen nehmen, Stoffstücke darauf ausbreiten.

4. Die Wachsmischung auf den Stoff gießen und dann wie oben beschrieben auf dem Stoff verteilen.

Tipp: Falls die fertigen Tücher nach dem Erkalten unregelmäßige Stellen aufweisen, kannst du das Wachs mit einem Föhn noch einmal vorsichtig anschmelzen. Dadurch verteilt sich das Wachs besonders gleichmäßig, und das Tuch bekommt eine glatte, glänzende Oberfläche.

Wer Plastik vermeiden will, kann ganz einfach auf Frischhaltefolie verzichten. Mit selbst gemachten Wachstüchern lassen sich Lebensmittel ebenso gut aufbewahren und transportieren.

Zur Reinigung des Backblechs kannst du es im Backofen erhitzen und das restliche Wachs zunächst mit Toilettenpapier o.ä. aufnehmen. Anschließend mit einem saugfähigen, heiß waschbaren Lappen (zum Beispiel einem solchen Spüllappen) gründlich sauberwischen.

Die Borsten des Backpinsels werden zwischen mehreren Lagen saugfähigem Papier mit einem Bügeleisen bei niedriger Temperatur vom Wachs befreit.

Wachstücher vielseitig verwenden

Mit den Tüchern lassen sich Schulbrote und Proviant für unterwegs ebenso wie Essensreste zu Hause verpacken, Schälchen und Schüsseln im Kühlschrank abdecken, Obst und Gemüse vor dem Verschrumpeln bewahren und vieles mehr. Ein besonders großes Wachstuch eignet sich, um Brot frisch zu halten. Sogar zum Einfrieren ohne Plastik ist das Wachstuch verwendbar. Frischhaltefolie adé – wieder ein Plastikprodukt weniger im Alltag!

Wer Plastik vermeiden will, kann ganz einfach auf Frischhaltefolie verzichten. Mit selbst gemachten Wachstüchern lassen sich Lebensmittel ebenso gut aufbewahren und transportieren.

Durch die Wärme der Hände wird das Bienenwachs etwas weicher und lässt sich an die Form von Gefäßen und Lebensmitteln anschmiegen. Bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank hält das Tuch dann seine Form, sodass eine zusätzliche Befestigung meist nicht notwendig ist.

Hinweis: Obwohl Bienenwachs und Kokosöl eine leicht antibakterielle Wirkung besitzen, sind die Tücher für rohes Fleisch und Eier nicht geeignet.

Flecken und Essensreste auf den Tüchern können mit warmem Wasser und einem Lappen, bei hartnäckigen Verkrustungen auch mit einer Spülbürste und etwas Spülmittel, entfernt werden.

Das Wachstuch ist lange haltbar, durch häufige Verwendung nutzt sich das Wachs aber mit der Zeit ab und das Tuch bekommt Knickspuren. Entsorgen musst du es dennoch nicht: Eine neue Wachsbeschichtung macht es wieder fast wie neu, sodass es noch ein langes Leben vor sich haben kann.

Wer Plastik vermeiden will, kann ganz einfach auf Frischhaltefolie verzichten. Mit selbst gemachten Wachstüchern lassen sich Lebensmittel ebenso gut aufbewahren und transportieren.

Vegane Wachstücher herstellen

Um die Frischhaltetücher ohne tierische Bestandteile herzustellen, kannst du statt Bienenwachs pflanzliches Wachs verwenden. Am umweltfreundlichsten und preiswertesten sind Rapswachs, Sonnenblumenwachs oder Sojawachs. Die Schmelztemperatur von Rapswachs ist der von Bienenwachs am ähnlichsten. Sojawachs schmilzt bereits bei einer etwas geringeren Temperatur, Sonnenblumenwachs bleibt länger fest. Wenn du Sonnenblumenwachs verwendest, empfiehlt es sich daher, den Ofen auf etwa 100 °C aufzuheizen, damit das Wachs beim Auftragen nicht zu schnell fest wird.

Vegane Wachstücher lassen sich ebenso verwenden wie Bienenwachstücher. Allerdings fehlt ihnen die “Klebrigkeit”, die das Bienenwachs durch die Handwärme entwickelt, so dass sie nicht von allein haften. In diesem Fall sorgt eine Schnur oder ein Gummiband dafür, dass Proviantpakete und Abdeckungen verschlossen bleiben.

Hast du bereits Wachstücher mit pflanzlichem Wachs oder Bienenwachs hergestellt? Wir freuen uns über einen Erfahrungsbericht unter diesem Beitrag!

Weitere Anregungen dafür, wie ein Leben (fast) ohne Plastik funktionieren kann, findest du in unseren Buchtipps:

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