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15 Produkte mit verstecktem Mikroplastik und 15 bessere Alternativen
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Mikroplastik versteckt sich in vielen Produkten, die wir jeden Tag verwenden. Mit diesen Alternativen vermeidest du die bedenklichen Inhaltsstoffe.

Hast du heute schon Plastik gegessen oder es dir auf die Haut geschmiert? Definitiv mit “Nein” beantworten kann diese Frage wohl kaum jemand, denn Mikroplastik ist in vielen alltäglichen Produkten und sogar Lebensmitteln enthalten. Darunter fallen nicht nur feste Kunststoffpartikel, die kleiner sind als fünf Millimeter, wie sie zum Beispiel nach wie vor als Schleifmittel in kosmetischen Peelings zu finden sind, sondern auch flüssige oder gelartige Kunststoffe, die unter anderem in Form von Bindemitteln, Filmbildnern und Füllmitteln in zahlreichen Haut- und Reinigungsprodukten stecken.

Egal ob fest oder flüssig – alle Formen von Mikroplastik sind nur schwer biologisch abbaubar. Einige davon stehen außerdem im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Einmal in die Umwelt gelangt, verbinden sie sich mit anderen Schadstoffen und landen über die Nahrungskette früher oder später auf unseren Tellern – mit noch nicht absehbaren Folgen.

Mikroplastik und dessen Folgen

Das folgende Video illustriert das Problem Mikroplastik anhand zahlreicher Beispiele und verdeutlicht, warum es gleich in mehrfacher Hinsicht sinnvoll ist, diese speziellen Kunstoffe zu meiden!

Mikroplastik erkennen

Um die verschiedenen Form von Mikroplastik vermeiden zu können, muss man erst einmal wissen, hinter welcher Bezeichnung sie sich verbergen und in welchen Produkten sie enthalten sind. Leider gibt es keine vollständige Liste, nicht zuletzt, weil die Industrie stetig an neuen chemischen Zusatzstoffen arbeitet und so immer wieder neue Varianten festen oder flüssigen Mikroplastiks auf den Markt gelangen. Die folgende Übersicht* enthält deshalb lediglich momentan besonders weit verbreitete Kunstoffe.

Vollständige Bezeichnung Kurzbezeichnung
Acrylates Copolymer AC
Acrylates Crosspolymer ACS
Polyamide PA, Nylon
Polyacrylate PAK
Polyethylen PE
Polyethylene glycol PEG
Polyethylenterephthalat PET
Polymethylmethacrylat PMMA
Polypropylen PP
Polypropylene glycol PPG
Polystyren PS
Polyurethan PUR
Polyquaternium PQ
Teflon EFP, PFEP

Bei dieser Liste voller Fremdwörter stellt die Frage, in welchen konkreten Produkten besonders häufig Mikroplastik enthalten ist und welche besseren Alternativen es gibt.

1. Kaugummi

Herkömmliche Kaugummis enthalten Kunststoffe auf Erdölbasis, sogenannte Polymere. Wenn du auf den Kauspaß nicht verzichten möchtest, probiere es stattdessen mit einem Kaugummi aus natürlicher, biologisch vollständig abbaubarer Gummimasse.

Mikroplastik versteckt sich in vielen Produkten, die wir jeden Tag verwenden. Mit diesen Alternativen vermeidest du die bedenklichen Inhaltsstoffe.

2. Fleece-Kleidung

Die aus Kunstfasern bestehende Fleece-Kleidung hält zwar schön warm, setzt aber bei jedem Waschen tausende Mikrofasern frei, die Kläranlagen nicht herausfiltern können. So gelangen sie letztlich in die Umwelt. Wenn du stattdessen zu Fleece-Alternativen aus Bio-Baumwolle greifst, kannst du das Problem leicht vermeiden.

Mikroplastik versteckt sich in vielen Produkten, die wir jeden Tag verwenden. Mit diesen Alternativen vermeidest du die bedenklichen Inhaltsstoffe.

Tipp: Vielleicht hast du noch Fleece- oder andere Kleidungsstücke aus Kunstfasern im Schrank, die zu schade sind, um sie einfach zu entsorgen. Dann kann ein Waschbeutel von Guppyfriend diese Fasern binden, so dass du sie im Restmüll entsorgen kannst.

3. Socken, Strumpfhosen und Leggins

Auch an unseren Füßen versteckt sich Mikroplastik, denn Strumpfhosen, Leggins und Socken bestehen häufig komplett oder zumindest teilweise aus künstlichen Fasern. Wenn du dich für Exemplare aus Baum- oder Schafwolle entscheidest, wird kein Mikroplastik freigesetzt, und deine Füße danken dir die atmungsaktiven Materialien auch noch mit weniger Fußschweiß.

4. Putztücher und Schwämme

Mikrofasertücher und viele Spülschwämme bestehen ebenfalls aus Kunstfasern. Bevorzuge deshalb besser biologisch abbaubare Schwammtücher wie diese, oder stelle deinen Küchenschwamm aus Paketband oder abgenutzten Frotteehandtüchern ganz einfach selbst her.

Spülschwämme aus Plastik musst du nicht immer neu kaufen. Wenn du etwas Zeit zum Häkeln oder Stricken hast, stell sie selber her: aus Paketschnur!
von ClaudiaL

5. Pfannen mit Teflon-Beschichtung

Die Anti-Haft-Beschichtung von Teflon-Pfannen ist zwar äußerst praktisch, besteht aber ebenfalls aus Kunstoff, das beim Braten und Waschen in Form kleinster Partikel ins Essen und in die Umwelt gelangt. Mit einer langlebigen Alternative aus Eisen vermeidest du das Problem und kannst sogar noch deine Eisenaufnahme verbessern.

Welche Pfanne ist die richtige, wenn du auf Teflon verzichten willst? Verschiedene Materialien im Vergleich.

6. Zahnpasta

Aus den meisten Zahncremes sind Kunststoffpartikel erfreulicherweise verschwunden. Mit einer selbst hergestellten Zahncreme aus natürlichen Zutaten kannst du sämtliche unliebsamen Zutaten aber ganz sicher vermeiden. Zahnputztabletten von DETTABS, die man auch in vielen Unverpackt-Läden findet, sind ebenfalls frei von Mikroplastik und anderen bedenklichen Inhaltsstoffen.

Zahnpasta aus rein natürlichen Zutaten? Selbstgemacht, einfach und auch preiswert? Klar geht das - dieses Rezept ist einfach genial!

7. Duschgel und Körperpeeling

Nicht nur Peeling-Duschgel, auch ganz herkömmliches Waschgel kann flüssige Kunststoffe enthalten. Pflege deine Haut doch stattdessen plastikfrei mit einer selbst gemachten Naturseife, oder stelle dir ein einfaches Duschgel mit minimalem Aufwand selbst her. Für einen natürlichen Peelingeffekt ohne Nebenwirkungen sorgt eine Körperseife mit Kaffeesatz, die du ebenfalls leicht selber machen kannst.

Seife mit Kaffeesatz? Warum denn das?

8. Wimperntusche

Richtig gelesen: Sogar in Wimperntusche stecken flüssige Kunststoffe, vor allem wasserfeste Produkte enthalten häufig gesundheitlich bedenkliche Stoffe auf Erdölbasis. Bevorzuge deshalb beim Kauf am besten Mascara, die ein offizielles Naturkosmetik-Siegel trägt oder stelle dir deine Wimpernfarbe aus einer Handvoll natürlichen Zutaten ganz einfach selbst her.

9. Rouge

Einen gesunden, frischen Teint kannst du dir auch ohne bedenkliche Inhaltsstoffe gönnen, denn aus Roter Bete und Kokosöl lässt sich im Handumdrehen eine sehr ergiebige Rouge-Creme herstellen. Und auch ein klassisches Kompakt-Rouge kannst du aus nur drei natürlichen Zutaten selber machen, ganz ohne Mikroplastik.

Natürlich schön ohne schlechtes Gewissen: Mit diesem Rezept für ein cremiges Rouge nur aus Roter Bete und Kokosöl kommt nichts außer purer Natur ins Gesicht.

10. Nagellack

Wenig überraschend ist, dass eigentlich alle Nagellack-Produkte Stoffe enthalten, die unter die oben beschriebene Definition von Mikroplastik fallen. Zumindest etwas weniger bedenklich für deine Gesundheit und die Umwelt sind sogenannte Free-Nagellacke. In einer Abstufung von 3-Free bis 12-Free enthalten sie bis zu zwölf als problematisch eingestufte Inhaltsstoffe weniger. Wer komplett auf Mikroplastik verzichten möchte, muss momentan noch auf die natürliche Schönheit seiner Nägel setzen.

Mikroplastik versteckt sich in vielen Produkten, die wir jeden Tag verwenden. Mit diesen Alternativen vermeidest du die bedenklichen Inhaltsstoffe.

11. Gesichtspeeling

In Körper- und Gesichtspeelings waren kleine Plastikpartikel zur sanften Entfernung abgestorbener Hautschuppen bis vor kurzem noch weit verbreitet und sind auch bis heute noch nicht aus allen Produkten verschwunden. Auch flüssige Kunststoffe können enthalten sein. Im Sinne deiner Haut und der Umwelt kannst du stattdessen Peelingprodukte mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Aprikosenkernpuder oder Heilerde verwenden.

Oder stelle dir stattdessen mit Kaffeesatz, Zucker oder Haferflocken ein natürliches Peeling selbst her.

Tipp: Mit regelmäßigem Trockenbürsten befreist du deine Haut nicht nur von überschüssigen Schüppchen, sondern regst gleichzeitig noch dein Immunsystem an.

Mikroplastik versteckt sich in vielen Produkten, die wir jeden Tag verwenden. Mit diesen Alternativen vermeidest du die bedenklichen Inhaltsstoffe.

12. Shampoo

Bei Shampoos sind vor allem flüssige Kunststoffe ein Problem. Du kannst versuchen, entweder beim Einkauf anhand der genannte Liste bedenkliche Produkte zu vermeiden, oder du gehst noch einen Schritt weiter und testest dich durch die Vielfalt an Möglichkeiten, dein Haar ganz ohne konventionelle Kosmetikprodukte schön und gesund zu pflegen.

9 Haarpflegetipps - Hausmittel und selbstgemachte Pflegeprodukte

13. Sonnencreme

Mikroplastik in Sonnencremes ist besonders bedenklich, denn die biologisch schwer abbaubaren Stoffe landen beim Baden unmittelbar im Meer, in Seen und anderen Gewässern. Selbst in Naturkosmetik-Produkten sind die problematischen Stoffe meist nach wie vor enthalten. Mit der richtigen Ernährung und einigen anderen kleinen Maßnahmen im Alltag kannst du den natürlichen Sonnenschutz deiner Haut stärken und auf diese Weise den Bedarf an Sonnencreme senken.

Zusätzlich ist es möglich, eine weitestgehend natürliche Sonnencreme auf Basis von Kokosöl und einem mineralischen Filter leicht selbst herzustellen, die deine Haut auch ohne fragwürdige Kunststoffe vor UV-A und UV-B-Strahlung schützen kann.

Sonnenschutz im Sommer ist unerlässlich. Ist es möglich Sonnencreme selber herzustellen? Wir haben getestet und das Rezept gefunden, was wirklich schützt!

14. Seife

Vor allem Flüssigseifen können Mikroplastik enthalten, zum Beispiel als Bindemittel oder Filmbildner. Eine plastikfreie Alternative ist ein Stück Naturseife, das du sogar leicht selbst herstellen und zusätzlich mit natürlich pflegenden Zutaten anreichern kannst.

15. Waschmittel und Weichspüler

Zu guter Letzt kann sich auch in Waschmittel und Weichspüler Mikroplastik verstecken, wie ein Blick auf die Zutatenliste verrät. Wenn du stattdessen dein eigenes Bio-Waschmittel herstellst oder zu kostenlosem Waschmittel aus der Natur mit Efeu oder Kastanien greifst, kannst du das Problem leicht vermeiden und sparst sogar viel Geld dabei. Für den Kuscheleffekt lässt sich ein natürlicher Weichspüler ebenfalls leicht selber machen. Ätherische Öle beduften deine Wäsche umweltfreundlich und ganz ohne Nebenwirkungen.

Mit einfachsten Mitteln lässt sich zu Hause ein hervorragendes Waschmittel selbst herstellen, und das völlig biologisch und zu einem Bruchteil der Kosten von herkömmlichem Waschmittel.

Mikroplastik vermeiden = Plastikkonsum insgesamt reduzieren

Während es inzwischen zahlreiche Veröffentlichungen gibt, die dabei helfen, Mikroplastik in Kosmetik zu meiden, deuten Studien darauf hin, dass nicht-lösliches Mikroplastik zu einem großen Teil durch die Zersetzung in die Umwelt gelangter Verpackungen entsteht. Deshalb empfiehlt es sich, den Plastikkonsum generell zu überdenken und ihn überall dort, wo es sinnvoll ist, zu reduzieren.

Die App von Codecheck liefert Hintergrundinformationen zu den Inhaltsstoffen zahlreicher Produkte und kann dir die Suche nach verstecktem Mikroplastik und anderen bedenklichen Stoffen erleichtern.

In unseren Buchtipps findest du viele weitere Anregungen, wie du Plastik im Alltag reduzieren kannst:

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Kennst du noch andere Produkte, die versteckte Kunstoffe beinhalten oder in großem Ausmaß zur Entstehung von Mikroplastik beitragen? Dann ergänze sie in einem Kommentar!

Mikroplastik versteckt sich in vielen Produkten, die wir jeden Tag verwenden. Mit diesen Alternativen vermeidest du die bedenklichen Inhaltsstoffe.

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*Quellen: BUND-Einkaufsratgeber Mikroplastik, Liste mit Bezeichnungen für Mikroplastik in Kosmetika der Verbraucherzentrale Hamburg, Plastik in Kosmetik von Greenpeace und Blogbeitrag livelifegreen Mikroplastik erkennen und vermeiden

  • Manuela

    Guter Artikel, jedoch fehlt mir ehrlich gesagt der Zusatz auch auf die Verpackung der Kosmetikprodukte zu achten! Soweit mir bekannt ist gehen auch die Kunststoffbestandteile der Verpackung in den Inhalt über und das ist ja dann auch ein Wolf im Schafspelz. Richtige Naturkosmetik schön und gut, aber die ist dann doch auch häufig wieder in Kunststoffverpackungen zu erwerben.

    • Damit hast du natürlich absolut recht, deshalb gibt es auch den ergänzenden Punkt im Beitrag “Mikroplastik vermeiden = Plastikkonsum insgesamt reduzieren”. Ganz liebe Grüße

  • Sibylle

    Wir haben schon Plastikteile in handelsüblichem Hundefutter (Dosenfutter) gefunden. War zwar nicht Mikro, man konnte es mit dem Auge sehen und mit der Hand raustun, aber seither kriegen unsere Hunde nur noch Selbstgekochtes.

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