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7 häufige Fehler, mit denen wir (ungewollt) das Recycling verhindern
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Nur wer richtig trennt, trägt dazu bei, dass Verpackungen, Biomüll, Glas und Co. auch wirklich recycelt werden können. Mit diesen Tipps vermeidest du Recycling-Fehler, die die sinnvolle Verwertung des Mülls verhindern.

In Deutschland produzieren wir so viel Verpackungsmüll wie in keinem anderen Land in Europa!* Das wäre gar nicht dramatisch, wenn tatsächlich auch alles recycelt würde, was nach dem neuesten Stand der Technik recycelt werden könnte.

In Wirklichkeit liegen die theoretische Recyclingquote und die tatsächliche Müllverwertung weit auseinander: Während den Angaben des Bundesumweltamtes zufolge inzwischen etwa 80 Prozent der privaten und gewerblichen Abfälle wiederverwertet werden, gehen Experten aus der Abfallwirtschaft davon aus, dass am Ende lediglich 30 bis 40 Prozent des Mülls zurück in den Kreislauf gelangen ** – der Rest wird verbrannt oder exportiert.

Die Gründe sind vielfältig, und nicht auf alle haben wir unmittelbar Einfluss. Doch auch viele kleine Fehler, die bei der Mülltrennung unterlaufen, tragen zu einer geringeren Müllverwertung bei. So kann ein einziges falsch einsortiertes Stück Müll dazu führen, dass aus Effizienzgründen ein ganzer Sack oder ganze Ladung Verpackungsmüll nicht recycelt wird, sondern in der Verbrennung landet.

Wer sich die häufigsten versehentlichen Recycling-Fehler bewusst macht, kann dazu beitragen, sie zu vermeiden und die Wiederverwendung wertvoller Rohstoffe zu erleichtern.

1. Bio-Kunststoffe in der Bio-Tonne

Vor allem Bewohnern von Mehrfamilienhäusern dürfte das bekannt sein: Beim Öffnen der Bio-Tonne fällt der Blick häufig auf mit Gemüseresten gefüllte Plastiktüten oder auch kleine Säcke aus Bio-Kunststoff. Letztere sind gemäß Herstellerangaben zwar biologisch abbaubar und kompostierbar und damit vermeintlich im Biomüll richtig aufgehoben. Doch viele Kompostieranlagen erreichen nicht die erforderlichen Temperaturen und Liegezeiten, die notwendig sind, um die Tüten aus Maisstärke tatsächlich zu zersetzen. Deshalb gehören weder herkömmliche Plastiktüten noch Bio-Plastiktüten in die Bio-Tonne!

Plastiktüten wohin man nur schaut: von der Gemüsewaage, über die Kasse bis hin zur Mülltüte. Wir zeigen dir einen Trick, wie du viele Tüten einfach ersetzt
foto von Moe Black

Tipp: Damit der Abfallbehälter trotzdem sauber bleibt, kannst du ihn mit Zeigungspapier auslegen oder eine biologisch abbaubare Mülltüte aus Altpapier selbst falten. Zeitungspapier ist heutzutage frei von Schwermetallen und anderen problematischen Stoffen und kann deshalb problemlos in kleinen Mengen in den Bio-Müll.

2. Buntes Glas im Braunglas-Container

In welchen Altglas-Container gehört eigentlich Rot- und Blauglas? Auf diese Frage hört man häufig die Antwort “Braunglas natürlich”. Irgendwie naheliegend, aber dennoch falsch, denn für alle Sorten farbigen Glases außer Weiß und Braun ist der Grünglas-Container die richtige Wahl.

Nur wer richtig trennt, trägt dazu bei, dass Verpackungen, Biomüll, Glas und Co. auch wirklich recycelt werden können. Mit diesen Tipps vermeidest du Recycling-Fehler, die die sinnvolle Verwertung des Mülls verhindern.

Ebenfalls wichtig: Nicht jede Glassorte darf überhaupt im Glascontainer entsorgt werden. Fenstergläser, Glaskeramik, Spiegel, Leuchtstoffröhren und andere Leuchtmittel im Altglas machen mitunter eine ganze Containerladung unbrauchbar, sie müssen an speziellen Sammelstellen oder auf Wertstoffhöfen abgegeben werden. Über die Seite Lightcycle kann man mit wenigen Klicks eine Sammelstelle für Altlampen in der Nähe finden.

Bei Kronkorken, Schraubdeckeln und Co. empfiehlt es sich, sie in den Gelben Sack zu stecken, statt sie mit dem Altglas zu entsorgen. Denn nach der Leerung des Altglascontainers müssen sie wieder aussortiert werden, was den Recycling-Prozess erschwert.

3. Plastik gehört (nicht!) immer in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne

Plastik gehört in die Gelbe Tonne! So denken viele, dabei ist die Gelbe Tonne bzw. der gelbe Sack im dualen System lediglich für Leichtverpackungen vorgesehen. Damit sind alle Verpackungsmaterialien gemeint, die in Privathaushalten für den Transport von Lebensmitteln und anderen Produkten anfallen.

Und auch hier herrscht häufig Unklarheit:

  • Immer wieder trifft man auf Menschen, die leere Verpackungen zusätzlich spülen, bevor sie sie in die Gelbe Tonne geben. Das ist nicht nur unnötig, sondern streng betrachtet auch eine Verschwendung von Ressourcen. Denn für die Verarbeitung der Verpackungsmaterialien reicht es aus, wenn sie löffelrein sind – also keine Speisereste enthalten.
  • Damit möglichst viel in den Sack oder die Tonne passt, werden gern verschiedene Verpackungen ineinander gestapelt oder gestopft. Da die unterschiedlichen Materialien aber getrennt voneinander verarbeitet werden müssen, wird der Prozess durch den gut gemeinten Handgriff erschwert.
  • Darf Styropor in den Gelben Sack? Diese Frage führt immer wieder zu Verunsicherung. Die Antwort darauf ist etwas komplizierter, denn es hängt davon ab, wofür das Styropor verwendet wurde. Streng genommen darf Styropor nur dann in die Gelbe Tonne, wenn es als Verpackungsmaterial gedient hat – dazu zählt interessanterweise auch das als Stoßschutz verwendete Styropor aus Versandkartons. Bei größeren Mengen empfiehlt es sich aber schon wegen der begrenzten Kapazität der Tüten und Tonnen einen Wertstoffhof aufzusuchen. Auch altes Dämmmaterial sollte zu einem Recyclinghof gebracht werden.
  • Alufolie und andere Wertstoffe, die zwar nicht zu den Leichtverpackungen gehören, aber gut recyclebar sind, dürfen ebenfalls in die Gelbe Tonne. Obwohl es sich nicht um Verpackungsmaterialien handelt, werden sie von den Müllverwertern gern angenommen. Schließlich handelt es sich um wertvolle Rohstoffe, mit denen sich noch Geld verdienen lässt.

Wenn du bei einem Gegenstand unsicher bist, ob er in die Gelbe Tonne geworfen werden darf oder nicht, hilft dein örtliches Abfallunternehmen sicher gern weiter.

Beachte: Korrekterweise müsste man die Wiederaufbereitung von Plastikmüll als Downcycling bezeichnen. Denn in aller Regel kommt am Ende meist ein minderwertiger Werkstoff heraus. Lediglich sortenreine Kunststoffe wie beispielsweise PET lassen sich wieder zu einem gleichwertigen Produkt verarbeiten. Bei zahlreichen Misch-Kunststoffen ist die Wiederverwertung sogar unmöglich und sie landen schließlich doch in der Verbrennungsanlage. Auch deshalb ist es sinnvoll, den Plastikverbrauch im Alltag zu reduzieren.

4. Welches Papier kommt in die Altpapiersammlung?

Altpapier gehört neben Altglas zu den Wertstoffen mit der besten Recyclingquote. Allerdings gelangt aus Unwissenheit auch immer wieder Restpapier in die Altpapiertonne, das nicht hineingehört. Dazu gehören leere Pizzakartons, die meist so stark verschmutzt sind, dass sie nicht mehr aufbereitet werden können. Aber auch einige andere Papierarten erschweren die Wiederverwertung und gehören deshalb nicht in die Sammeltonne für Altpapier.

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5. Kaputte und verschmutzte Kleidung im Altkleidercontainer

Altkleidercontainer genießen nicht den besten Ruf, und es gibt zahlreiche sinnvollere Alternativen, Kleidung weiterzugeben. Für kaputte Stücke können sie dennoch eine nachhaltige Verwertungsmöglichkeit sein, denn nicht mehr tragbare Baumwollkleidung und andere Textilien aus der Altkleidersammlung werden von spezialisierten Verwertern zu Maschinenputztüchern wie diesen, zu Dämmstoffen und anderen Dingen weiterverarbeitet.

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Auf gar keinen Fall in den Altkleidercontainer gehören hingegen schmutzige Kleidungsstücke. Sie werden bei der Weiterverarbeitung aussortiert und landen am Ende meist im Restmüll.

Tipp: Vielleicht entscheidest du dich mit diesen Ideen zur Verwertung alter Stoffe dafür, deine Altkleidung lieber selbst zu recyceln statt sie wegzuwerfen.

6. Medikamente in der Toilette entsorgen

Immer wieder liest man von Medikamentenrückständen im Trinkwasser. Ein Problem, das unter anderem dadurch entsteht, dass abgelaufene oder nicht mehr benötigte Tabletten einfach in der Toilette heruntergespült werden. Wer sie richtigerweise im Restmüll entsorgt, sollte vorher die Verpackungen entfernen und diese in die Wertstofftonne geben. So besteht zumindest noch die Möglichkeit, dass sie wieder aufbereitet und nicht ebenfalls verbrannt werden.

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7. Und der ganze Rest kommt in die Restmülltonne?

Alles, was nicht anderweitig entsorgt werden kann, gehört in die Restmülltonne? So einfach ist es leider nicht. Neben den oben bereits erwähnten Lampen dürfen auch Batterien und Akkus sowie defekte technische Geräte (seien sie auch noch so klein) nicht mit dem Restmüll entsorgt werden. Für alle genannten Dinge gibt es spezielle Sammelsysteme. Seit Inkrafttreten des neuen Elektrogesetzes im Jahr 2015 sind Händler sogar verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen.

Alte Farben und Lacke dürfen ebenfalls nicht in die Schwarze Tonne, sie gehören auf einen dafür ausgewiesenen Recyclinghof.

Wer Müll vermeidet, muss ihn gar nicht erst entsorgen. Unsere Buchtipps geben zahlreiche praktische Anregungen, die dazu beitragen, den persönlichen Müllberg im Alltag zu reduzieren:

Welche Abfallarten bereiten dir das größte Kopfzerbrechen darüber, wie sie denn nun richtig zu entsorgen sind? Wir freuen uns auf deine Meinung in einem Kommentar!

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* Zeit Online: Deutschland produziert überdurchschnittlich viel Müll
** Süddeutsche Zeitung: Das deutsche Recycling-Märchen