7 Dinge die du beachten solltest, bevor du Kleider spendest
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Kleiderspenden sind nicht immer 100 prozent für-einen guten Zweck - 6 Dinge die du beachten solltest
von Stefan Flöper [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Willst du mal wieder etwas Platz in deinem Kleiderschrank schaffen? Nichts liegt näher, als unnötige Kleidungsstücke zu spenden und damit Anderen was Gutes zu tun.

Leider ist dies nicht ganz so einfach wie es auf den ersten Blick erscheint. Bei vielen gängigen Kleidersammlungen werden die gespendeten Kleidungsstücke eben nicht kostenlos an bedürftige Menschen weitergegeben. Stattdessen wird mit Ihnen gehandelt und nur ein Bruchteil der Erlöse wird tatsächlich für Hilfsprojekte eingesetzt.

Dies kann auch bei Kleiderspenden an Organisationen wie dem Roten Kreuz oder Malteser der Fall sein. In einigen Fällen werden Sammelcontainer hier nicht von der gemeinnützigen Organisation betrieben, sondern einer spezialisierten Verwertungsfirma.

Trotz der guten Absichten der Spendenden wird oft eine Kette von ungewollten Konsequenzen ausgelöst. Manche Journalisten stellen gar die These auf, dass Altkleiderspenden aus Deutschland die Textilindustrien ganzer Länder ruiniert haben.

Hier ein Beispiel:

Was kannst du tun? Das sind die wichtigsten Regeln:

  1. Hinterfrage immer was mit der Kleidung passiert. Bei Sammelcontainern schaue zweimal hin, wie die Sachen verwendet werden und wer der Betreiber ist.
  2. Gib Kleidung möglichst lokal ab und falls möglich durch persönliche Weitergabe. Sei es in der Familie, Sozialen Netzwerken oder über Kleinanzeigen.
  3. Vielleicht kannst du dich mit ein paar Freunden zusammentun und eine Kleidertauschparty im Privaten oder auf einem öffentlichen Platz veranstalten.
  4. In vielen Städten gibt es Sammlungen für lokale Obdachlose. Hier werden deine Spenden unmittelbar dem lokalen guten Zweck zugeführt.
  5. Du kannst deine Kleidung in lokalen Second-Hand-Läden verkaufen. Falls du für deine Sachen Geld erhältst, kannst du dieses dann direkt spenden. So kommt mehr bei den Menschen an, denen du helfen möchtest.
  6. Falls du immer noch Zweifel hast, wende dich an die Organisation fairWertung.de für mehr Infos zu Sammelstellen in deiner Nähe.
  7. Denke auch schon beim Kauf von neuen Kleidungsstücken darüber nach, wie lange du sie tragen wirst. Frage dich auch wie gut die Qualität von Material und Verarbeitung ist und wie lange sie halten werden.

Manchmal ist der anonyme Sammelcontainer genau das Richtige, insbesondere wenn du schnell Platz schaffen willst. Wenn du aber sicher gehen willst, dass deine alten Kleidungsstücke einem guten Zweck zukommen, lohnt es sich, hier näher zu recherchieren und bewusster zu handeln.

Es muss übrigens auch nicht jedes Kleidungsstück aussortiert werden! Viele Dinge kannst du leicht Upcyceln und weiter verwerten:

Hast du noch andere Tipps und Ideen zu dem Thema? Teile sie in den Kommentaren.

  • Suzana

    Ich war in einem zentralafrikanischen Land, und jeder zweite dort lief mit T-Shirts und Jacken mit deutschem (manchmal dänischem) Aufdruck herum. Vom Kreisschiedsrichterverein, von Firmen, usw. Und all diese Kleidung wird dort nicht gespendet, sondern teuer verkauft. Und das, obwohl es viele einheimische Schneider gibt und die lokal hergestellte Kleidung viel schöner und von guter Qualität ist.

    • Das ist wirklich sehr traurig und erschreckend, dass das von Hilfsorganisationen vorangetrieben wird. Deshalb ist es umso wichtiger, lokal zu spenden oder so viel wie möglich über den Einsatz der Spenden zu lernen.

      • iknowiknowiknow

        Lokal spenden oder an Organisationen spenden, die es direkt den armen Menschen in den Ländern geben. Gibt gar nicht so wenige davon, manche schicken sogar regelmäßig ganze Container hinunter.
        Die afrikanischen Länder sind auch nicht so glücklich über den Gebraucht-Textil-Import, deshalb sind sie beim Import auch schon streng. Aber bekannte Hilfsorganisationen haben „freie Fahrt“. Und mit bekannt meine ich den Behörden vor Ort persönlich bekannt.

  • Cl Lu

    Über Kleinanzeigen (z.B. Ebay kostenlos) in kleinen Mengen verschenken. Wegen 1-2 Hosen kommt keine Sammeleinrichtung mit Profitaussicht, aber jemand der wirklich Interesse an der Kleidung hat.

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