Papier richtig trennen, damit es auch recycelt werden kann

Nicht jedes Papier kann recycelt werden! Hier erfährst du, was in die Papiertonne gehört und was du im Sinne der Umwelt im Restmüll entsorgen solltest.von Till Dettmering (CC-BY-2.0)

Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den Recycling-Weltmeistern, wenn man der Statistik trauen darf. Fast überall wird Altpapier als wertvolle Ressource getrennt gesammelt und verwertet. Auf diese Weise kann jeder von uns einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und die immerhin 250 kg Papier pro Person und Jahr einer sinnvollen Nachnutzung zuführen.

Wusstest du aber, dass kleine Fehler bei der Entsorgung den ganzen Vorteil zunichte machen? Wenn Papier-Abfall falsch getrennt wird, können schlimmstenfalls ganze Abfall-Chargen für die Wiederverwertung unbrauchbar werden und dienen dann allenfalls noch als Brennstoff für Müllverbrennungsanlagen. Womöglich hast du die folgenden Sammel-Fehler auch schon begangen, ohne es zu wissen! Worauf es bei der richtigen Trennung von Altpapier ankommt, damit es am Ende auch der Umwelt nutzt, anstatt zu schaden, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Typische Fehler: Was gehört nicht in die blaue Tonne?

Nicht alles, was aus Papier besteht, gehört automatisch in die Sammeltonne für Altpapier. Insbesondere die folgenden Materialien sind aufgrund ihrer Beschaffenheit im Papier-Recycling unbrauchbar und gehören deshalb in die Restmülltonne:

  • Thermodruckpapier von Kassenbons, Parkschein-Automaten, Fax-Geräten u.ä.
  • Beschichtetes oder imprägniertes Papier – viele Broschüren und Bücher sind z.B. mit Plastikfolie laminiert, zu erkennen bei einem Reiß-Test
  • Wachspapier
  • Feuchttücher
  • Getränkekartons und ähnliche Verbundmaterialien, selbst wenn sie zum größten Teil aus Papier bestehen
  • Einwickelpapier für Lebensmittel, wenn sie mit Speiseresten verschmutzt sind
  • Verschmutzte Papiertaschentücher und Küchentücher
  • Tapetenreste

Muss ich Klebeband entfernen?

Klebeband, Metallklammern u.ä. an Verpackungskartons müssen nicht unbedingt entfernt werden, diese Arbeit übernimmt die maschinelle Aufbereitung des Altpapiers. Trotzdem ist es hilfreich, größere Klebeband-Reste oder Sichtfenster-Taschen aus Folie vor der Entsorgung selbst zu entfernen, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit einer hochwertigen Wiederverwertung steigt und der Aufwand in der Entsorgung reduziert wird.

Trennen lohnt sich für Umwelt und Geldbeutel

Wenn alle Bewohner eines Hauses diese Regeln einhalten und beim Trennen die richtige Tonne erwischen, steigt die Recyclingquote, was wiederum Holz einspart und die Umwelt schont. Zudem ist die Altpapier-Entsorgung im Gegensatz zum Restmüll häufig kostenlos.

Noch besser ist es natürlich, die anfallende Menge an Altpapier von vornherein zu reduzieren. In diesem Beitrag erfährst du, worauf es ankommt!

Tipp: Mit einem wiederverwendbaren Müllsack für Altpapier oder Plastikmüll sparst du die eine weitere Plastiktüte und vielleicht auch viel Lauferei.

Hast du noch weitere Tipps und Anmerkungen zur richtigen Entsorgung und Vermeidung von Abfall? Teile sie mit anderen Lesern in einem Kommentar unter diesem Beitrag!

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15 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Wie ist das denn mit Kartons von Tiefkühlwaren (Gemüse, Pizza usw.) Darf das, wenn es nicht mit Lebensmitteln verschmutzt ist zum Altpapier oder nicht? Ich habe leider verschiedene Infos dazu gefunden….

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Susi,
      mit Essensresten verschmutzter oder von Fett durchgeweichter Karton (z.B. Pizzakarton) gehört nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll.
      Liebe Grüße

  2. Danke für den informativen Artikel!
    Eine Anmerkung: laut Infomaterial des Verbands der Deutscher Papierfabriken sind Heftklammern im Altpapier ausdrücklich nicht erwünscht. Könnt ihr die Stelle korrigieren?

    Antworten
  3. Was mich ja mörderisch aufregt ist die Mode Wurst und Käse an der Frischetheke in vermeintlich umweltfreundliches Einwickel“papier“ zu verpacken. Dabei ist das ein Verbund aus Folie und Papier. Man muss sich schon die Mühe machen, beides voneinander zu trennen. Und selbst dann ist manchmal das Papier mit Lebensmitteln verschmutzt. Ich kaufe hier im Nachbarort ein. Dort nehme ich meine Kühlschrankboxen mit zum Metzger. Der befüllt sie nach meinen Wünschen und ich kann alles verpackungsfrei nach Hause transportieren. Leider bin ich nicht immer so gut organisiert und habe die Boxen nicht immer dabei. Aber ich arbeite dran.

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  4. Wohin mit Kraftpapier, z.B die immer gängiger werdende einkaufstüten?

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    • smarticular.net

      Kommt drauf an: Wenn’s stark verschmutzt ist in den Restmüll, wenn nicht, dann in den Papiermüll.

  5. Elke Fischer

    Ich habe in letzter Zeit dauernd unaufgeforderte Kataloge zugeschickt bekommen. Habe die Absender angeschrieben, per E-mail und gebeten, damit auf zuhören. Wird eingestellt, so gefällt mir das.

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    • Maximilian Knap

      Sehr gut, genau das ist wohl der einzig wirksame Weg – gleich an der Quelle der unaufgefordert zugestellten Werbung widersprechen.

    • Zurückschicken mit den Vermerk „Unaufgeforderter Zusendung – Zurück“ versehen und ab in der Briefkasten zum Versender. Das hlilft

    • Elke Fischer

      Leider nicht immer. Manchmal muss man den direkten Weg nehmen.

  6. Blakkur Sverrir

    Zum Thema Kassenbons: DM und Rewe (weitere anbieter folgen) bieten in zusammenarbeit mit Payback oder über eigene Apps an den Kassenbon nicht mehr auszudrucken sondern an die Emailadresse zu schicken.
    Natürlich bezahlt man das mit seinen Daten, aber an das Märchen vom Datenschutz glaube ich schon lange nicht mehr. Und es sparrt etwas, wenn auch nicht viel Papier

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Darauf müssen wir mal achten, eine gute Entwicklung! Genau wie die Tatsache, dass man inzwischen häufig gefragt wird, ob man den Bon überhaupt braucht.

    • Hilft nun auch optimal zur besseren Speicherung personenbezogener Daten Der Große Bruder freut sich für freiwillig gesponserte Datenfreigabe. Oder gleich gläsern einkaufen

  7. Beatriz Alfaro Serrano

    Danke für den Tipp!
    Und mit diesen „nicht gültigen Papier“… Wohin? Restmüll?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Genau – entweder Restmüll, besser noch ganz vermeiden wenn möglich!

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