Synthetische Kleidung richtig waschen, um Mikroplastik zu vermeiden

Wenn Synthetikkleidung gewaschen wird, gelangen Mikroplastikfasern ins Abwasser und gefährden die Umwelt und die Gesundheit. Mit diesen Tipps kannst du das Problem vermeiden.

Die Erkenntnis, dass Mikroplastik unsere Umwelt und die Gesundheit gefährdet, ist inzwischen weit verbreitet. Darum versuchen viele, Plastik schon beim Einkauf zu vermeiden und in der Küche und im Bad ohne Plastik auszukommen.

Doch auch beim Wäschewaschen gelangt jede Menge Plastik ins Wasser, denn ein Großteil der modernen Kleider besteht aus Synthetik, von der sich bei jedem Waschgang tausende Fasern lösen. Sie gelangen mit dem Abwasser in die Flüsse und Meere und über unsere Nahrung auch in unsere Körper. Die folgenden acht Tipps helfen, Mikroplastik aus der Waschmaschine zu vermeiden.

1. Das Material macht den Unterschied

Am einfachsten wäre es wohl, überhaupt keine Kleidung aus Kunstfasern zu tragen. Leider ist die Umsetzung kompliziert – zunächst muss man nämlich die Kunstfaser in der Kleidung erkennen! Viele verschiedene Handelsnamen für Kunststofffasern und Mischgewebe aus natürlichen, halbsynthetischen und synthetischen Fasern machen es schwer, das Plastik zu finden und zu vermeiden. Sport- und Funktionskleidung ist zudem kaum aus natürlichen Fasern erhältlich.

Wenn Synthetikkleidung gewaschen wird, gelangen Mikroplastikfasern ins Abwasser und gefährden die Umwelt und die Gesundheit. Mit diesen Tipps kannst du das Problem vermeiden.

Synthetik-Kleidung, die bereits vorhanden oder unvermeidbar ist, sollte nicht weggeworfen, sondern am besten möglichst lange getragen werden, statt sie regelmäßig gegen die neueste Mode auszutauschen und damit noch mehr Mikroplastik im Alltag zu produzieren. Oft gewaschene Kunstfaser-Textilien geben außerdem nicht mehr so viele Fasern an das Waschwasser ab wie neue.

2. Waschtemperatur reduzieren

Wenn du synthetische Kleidungsstücke wäschst, empfiehlt es sich, eine möglichst niedrige Temperatur einzustellen. Je geringer die Temperatur ist, desto weniger Mikroplastik wird ausgeschwemmt. Sogar eine Reinigung mit kaltem Wasser ist in vielen Fällen möglich. Heißes Wasser hingegen schwächt das Material, sodass sich mehr Fasern lösen können.

Wenn Synthetikkleidung gewaschen wird, gelangen Mikroplastikfasern ins Abwasser und gefährden die Umwelt und die Gesundheit. Mit diesen Tipps kannst du das Problem vermeiden.

3. Nur kurz oder auch mal gar nicht waschen

Auch die Dauer des Waschgangs beeinflusst, wie viel Mikroplastik im Abwasser landet. Während eines Kurzprogramms werden weniger Partikel ins Wasser abgegeben als bei einem Zwei-Stunden-Programm.

Noch besser als der Kurzwaschgang ist es, die Wäsche auch mal gar nicht zu waschen! Kleidungsstücke, die nur aufgefrischt werden sollen, können dafür einige Stunden an die frische Luft gehängt werden. Ein bisschen Wind steigert den Effekt noch. Einzelne Flecken lassen sich gezielt mit Hausmitteln behandeln, ohne das ganze Stück zu waschen. So kannst du gleichzeitig auch Energie sparen.

Wenn Synthetikkleidung gewaschen wird, gelangen Mikroplastikfasern ins Abwasser und gefährden die Umwelt und die Gesundheit. Mit diesen Tipps kannst du das Problem vermeiden.

4. Maschine gut füllen, Schleuderdrehzahl und Wasserstand verringern

Je intensiver die Fasern in der Waschmaschine aneinander gerieben werden, desto mehr Mikroplastik gelangt ins Abwasser. Am meisten Reibung entsteht, wenn nur wenige Kleidungsstücke in der Trommel bewegt werden. Warte am besten, bis eine ganze Waschladung zusammengekommen ist, bevor du die Maschine anstellst. Auch eine geringe Schleuderdrehzahl reduziert den Abrieb.

Nach neueren Untersuchungen löst ein Waschprogramm mit hohem Wasserstand mehr Mikroplastik aus der Kleidung als zum Beispiel eine Buntwäsche mit geringem Wasserverbrauch. Es empfiehlt sich also im Interesse der Umwelt, kein Schonprogramm für die Synthetikwäsche zu verwenden.

5. Auf Weichspüler verzichten

Der Waschzusatz führt dazu, dass sich mehr Fasern aus den synthetischen Textilien lösen. Am besten lässt du Weichspüler einfach weg. Wer auf kuschelige Handtücher und T-Shirts nicht verzichten möchte, kann zum Beispiel Essig als Weichspüler-Ersatz verwenden. Eine andere Methode, zu weicher Wäsche zu kommen und gleichzeitig Mikroplastik und Energiekosten einzusparen, findest du in Punkt 8.

6. Keine Schuhe und harten Gegenstände mitwaschen

Selbst wenn es praktisch und umweltbewusst erscheint, die Turnschuhe in der Waschmaschine mitzuwaschen, ist das nicht empfehlenswert. Die harten Turnschuhe sorgen mit jedem Aufprall dafür, dass Fasern brechen und sich aus dem Gewebe lösen. Aus diesem Grund sollten auch andere harte Gegenstände wie Knieschützer oder Waschkugeln nicht mit in die Synthetikwäsche gegeben werden.

Wenn Synthetikkleidung gewaschen wird, gelangen Mikroplastikfasern ins Abwasser und gefährden die Umwelt und die Gesundheit. Mit diesen Tipps kannst du das Problem vermeiden.

7. Filter oder Waschbeutel verwenden

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wird bei jeder Synthetikwäsche Mikroplastik produziert. Um zu verhindern, dass es im Abwasser landet, ist ein Wäschenetz für einzelne Synthetikstücke hilfreich. Der speziell für diesen Zweck entwickelte Waschbeutel von Guppyfriend filtert selbst kleine Partikel heraus, die so in den Restmüll gegeben werden können, statt im Abwasser zu landen.

Die besten Tipps kostenlos per Mail

8. Wäsche an der Luft trocknen lassen

Auch nach dem Waschen kannst du noch etwas für die Synthetikwäsche und gegen Mikroplastik unternehmen: Lass deine Wäsche nicht im Trockner, sondern an der frischen Luft trocknen – sogar im Winter! Die meisten Trocknermodelle entziehen der Wäsche die Feuchtigkeit im Kondensationsverfahren und sammeln das Wasser in einem Behälter. Wird er ausgeleert, werden auch Synthetikfasern mit in den Abfluss geschüttet. Im Gegensatz zum Trockner ist das Trocknen auf der Wäscheleine außerdem kostenlos und sorgt durch die Bewegung im Wind für weiche Wäsche.

Wenn Synthetikkleidung gewaschen wird, gelangen Mikroplastikfasern ins Abwasser und gefährden die Umwelt und die Gesundheit. Mit diesen Tipps kannst du das Problem vermeiden.

Welche weiteren Tipps und Ideen hast du, um Mikroplastik beim Wäschewaschen zu vermeiden? Teile sie mit uns in einem Kommentar!

Viele weitere Tipps und Rezepte zur Vermeidung von Plastik im Alltag findest du auch in unserem Buch:

Plastiksparbuch: Mehr als 300 nachhaltige Alternativen und Ideen, mit denen wir der Plastikflut entkommen

Plastiksparbuch

smarticular Verlag

Plastiksparbuch: Mehr als 300 nachhaltige Alternativen und Ideen, mit denen wir der Plastikflut entkommen Mehr Details zum Buch

Mehr Infos: smarticular Shopkindletolino

Vielleicht interessieren dich auch diese Themen:

Wenn Synthetikkleidung gewaschen wird, gelangen Mikroplastikfasern ins Abwasser und gefährden die Umwelt und die Gesundheit. Mit diesen Tipps kannst du das Problem vermeiden.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Bisher 4.7 von 5 Punkten.
(119 Bewertungen)

20 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Im TV habe ich gesehen (kann euch nicht mehr sagen wo, vielleicht bei einem Waschmaschinentest mit Yvonne Willicks), dass man jetzt nach Tests weiß, dass aus Synthetik-Kleidung mehr Mikroplastik paradoxerweise bei Schonprogrammen bzw. bei niedrigen Dehzahlen gelöst wird als beim normalen Waschprogramm. Es könnte sein, dass beim niedrigen Drehzahlschleudern mehr Reibung stattfindet.
    Daher würde ich hier das Schonprogramm nicht mehr empfehlen, sondern individuelle Einstellungen bzw. einfach Normalwaschgang mit den passenden Temperaturen.

    Antworten
    • Hallo Sabine,
      danke für deinen Hinweis – davon haben wir auch schon gehört. Wir werden das recherchieren und den Beitrag bei Bedarf entsprechend anpassen.
      Liebe Grüße, Annette

  2. Im Winter kann man Kleidung auch auf der Heizung erfrischen oder kurz überbügeln. Hitze wirkt wie kräftiges Lüften. So kann man sich sicher die eine oder andere Wäsche ersparen.

    Antworten
    • Hallo Roswitha,
      danke für den hilfreichen Tipp, wenn die Heizung eh an ist, verbraucht das ja auch keine zusätzliche Energie.
      Liebe Grüße, Annette

  3. Hallo, jetzt mal eine (vermutlich ganz dumme) Frage zum Guppyfriend. Kann ich den Abwasserschlauch in dem Netz in das Waschbecken neben meiner Waschmaschine legen und so das ganze Abwasser (statt einzelner Stücke) filtern? Ginge das???

    Antworten
    • Hallo Marianne, das kann ich dir leider nicht beantworten. Vielleicht behältst du dieses Projekt mal im Auge https://www.br.de/nachrichten/bayern/jugendliche-aus-friedberg-erfindet-filter-fuer-mikroplastik,RVcMGgf. Es könnte eine passende Lösung für dich sein. Liebe Grüße Sylvia

    • Hallo, ich sehe hier den Ansatz mit dem Guppyfriend etwas früher. Denn die Mikroplastikpartikel kommen so erst gar nicht mit der übrigen Wäsche in Berührung. Diese Anhaftungen könnten im Abwasser dann auch nicht herausgefiltert werden. Allerdings frage ich mich auch, ob nicht auch an den im GF gewaschenen Kleidungsstücken Mikroplastikpartikel hängen bleiben, die sich dann später leicht ablösen, beim Trocknen oder so.
      Da kommt man schnell vom Hundertsten zum Tausendsten…:-)

    • Hallo Häppchen, ja es scheint kompliziert. Vielleicht setzt man am besten noch früher an und versucht, so weit möglich Kleidung aus biologisch abbaubaren Materialien zu tragen. Wie man Kunstfaser erkennt und vermeidet, dazu haben wir übrigens auch einen Beitrag https://www.smarticular.net/kunstfasern-synthetik-kleidung-ohne-mikroplastik-materialkunde/. Liebe Grüße Sylvia

  4. Hallo
    ich habe mir diesen Guppyfriend bei Waschbär gekauft. Online, aber Waschbär ist auch beim Versand sehr öko.
    Aber noch nie irgendwelche Fasern oder Mikrokrümel drin gefunden.
    liegt wohl daran, dass meine Funktionswäsche fürs radeln hm, die „jüngsten“ ca 3 J alt sind, alles andere bis zu 12 Jahren. , weil ich seit 2007 wieder radeln konnte und das bis heute die einzige schmerzfreie Bewegung ist. Und da ich das ganze Jahr über radle, bin ich auf diese Bekleidung angewiesen. sonst bin ich im Winter auf Mischgewebe angewiesen, weil ich außer Baumwolle nichts vertrage.
    aber ich brauch davon nicht viel und trage diese Sachen auch, bis sie verschlissen sind.
    Küchenutensilien sind bei mir fast kein Plastik. hatte eine Kusine, die im chem Labor arbeite und dafür sorgte, dass alle das Plastik wegwarfen, wegen den Weichmachern. das war schon vor 60 Jahren, ich als Kind habe das sehr wohl mitbekommen.
    ich habe nur jetzt große Probleme beim einkaufen, weil glas sehr viel schwerer. Am Fahrrad kein Problem aber alles in die Wohnung schleppen schon. ich lebe allen, Nachbarn helfen nicht- Hochhaus!!! trotzdem versuche ich soweit es geht, Plastik zu sparen. so oft wie möglich hole ich mir Milch von der Milchtanke, mache Joghurt selber. für mich dann Ausgleich, wenn es mal nicht geht.

    Antworten
    • Hallo Margret,
      ja klar, man kann nur das machen, was für eine selbst gut funktioniert. Es macht ja auch keinen Sinn, wenn man sich selbst überfordert. Weiterhin noch gutes Gelingen und
      Liebe Grüße
      Heike

  5. Guten Tag,
    Ich habe massenhaft Kleidung aussortiert ( 6 Säcke- hab lange gesammelt- auch viel 2nd Hand) und leider ist viel Synthetik enthalten. Ich weiß nun nicht wohin damit. Einerseits würde ich sie weitergeben, andererseits möchte ich nicht, dass andere dann die Kleidung „schlecht und zu oft waschen und damit Mikroplastik frei setzen.. Hab ja selber umgestellt auf nahezu nur noch Naturstoffe.. Manche Sachen habe ich über die Restmülltonne schon entsorgt mit dem Gedanken dass es lieber verbrannt wird. Ich bin hin und hergerissen. Weiß grad echt nicht weiter. Am besten wäre wenn sich das sehr gut erhaltene Zeug in (reine;-) Luft auflösen würde.

    Antworten
    • Hallo Sandra, danke für deinen Kommentar. Wir kennen das Dilemma, viele LeserInnen berichten das auch bei Putz- und Waschmitteln oder Kosmetik, die sie eigentlich nicht mehr verwenden möchten. Aus unserer Sicht gibt es da kein Richtig oder Falsch, sondern jeder muss für sich den passenden Umgang bzw. Kompromiss finden. Liebe Grüße Sylvia

  6. Hallo! Ich habe mir das Eco-Egg vor ein paar Monaten zugelegt und bin zufrieden damit. Es genügt meistens für unsere nicht zu extrem verschmutzte Wäsche. Für Flecken benutze ich zusätzlich Gallseife oder was eben nötig ist.
    Wir haben alle empfindliche Haut und ich liebe, das es nach gar nichts riecht.
    Als „Weichspüler“ kommt Essig dazu. Nicht weil ich es weich mag, sondern gegen Kalk. Funktioniert auch bei „Kack-Schlüppern“ des Kindes zur Geruchsbekämpfung!
    Den Guppyfriend hol ich mir auch noch!
    Liebe Grüße Dajana

    Antworten
    • Hallo Dajana,
      vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, insbesondere zum Eco-Egg, das habe ich persönlich nämlich noch nicht ausprobiert.
      Liebe Grüße, Annette

  7. Stella Witt

    Gibt es eine Liste wo man den Guppybag im Geschäft kaufen kann,nicht nur im Internet?
    Es ist ja voll grausig dieses Material am Teller zu haben,soviel geht jedesmal ab beim Waschen!

    Antworten
  8. Ich habe vor kurzem vom sogenannten Guppyfriend gelesen, das ist ein Wäschebeutel, der die Kunststofffasern bzw. das Mikroplastik filtert, bzw. es wird dann in den Ecken dieses Beutels in Form von Flusen gesammelt. Diese kann man dann regelmäßig nach dem Waschen aus dem Beutel entfernen und im Restmüll entsorgen. Ich werde mir den Beutel kaufen.

    Antworten
  9. Bei Kleidung mit hohem Mikrofaseranteil funktioniert Auslüften leider nicht, im Gegensatz zu Wolle, Seide und anderen Naturfasern.

    Antworten
    • smarticular.net

      Nach unserer Erfahrung funktioniert es schon, vor allem etwa bei Jacken. An einem luftigen Ort aufhängen, damit der Wind viel Sauerstoff durchs Gewebe blasen kann. Klappt natürlich nicht mit allen Kleidungsstücken, wie du richtig feststellst, aber einen Versuch ist es wert!

  10. Ich wollte mir eigentlich dieses Waschei aus dem dm-Markt kaufen. Ist es also gar nicht so gut, damit Wäsche zu waschen? Synthetische Fasern sind ja überall drinnen, man denke nur an das allgegenwärtige Elastan.

    Antworten
    • smarticular.net

      Über die Waschwirkung des „Eco Egg“ können wir nichts sagen, da wir es nicht ausprobiert haben. Jedoch führt die Reibung wischen dem Ei und den Textilien ebenfalls zu mehr Mikroplastik-Abrieb, weshalb solche Gegenstände in der Trommel bei synthetischer Kleidung nicht optimal sind.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.