Kleiner Garten, große Ernte: mehr Gemüse & Co. auf kleiner Fläche mit diesen Tipps

Mit diesen Tipps kannst du einen kleinen Garten so gestalten, dass eine reiche Gemüseernte möglich ist und viele Blumen blühen.

Wer einen sehr kleinen Garten oder nur einen Balkon besitzt, glaubt vielleicht, sich in der Auswahl von Gemüse und Blumen stark einschränken zu müssen. Dabei lässt sich mit passenden Sorten und einer geschickten Bepflanzung auch ein kleiner Garten so gestalten, dass eine reiche Gemüseernte möglich ist und viele verschiedene Blumen blühen. Wie das geht, erfährst du hier.

Kleinen Garten gestalten

Für kleine Beete, Kübel oder Töpfe lohnt es sich, nicht nur auf kleine Pflanzen zu setzen. Auch die optimale, eventuell im Laufe des Jahres mehrmalige Nutzung der vorhandenen Flächen, eine Zusammenstellung verschiedener Sorten, die sich günstig beeinflussen und die passende Versorgung mit Nährstoffen, Wasser und Licht sind für den Erfolg entscheidend. Mit diesen Tipps kannst du einen kleinen Garten so gestalten, dass eine reiche Gemüseernte möglich ist und viele Blumen blühen.

Platzsparende Pflanzmethoden nutzen

Wenn du meinst, dass sich die vorhandene Fläche deines Gartens aus Länge mal Breite berechnet, liegst du zum Glück falsch – auch die dritte Dimension zählt! Beim Vertical Gardening wird mit Pflanztöpfen und -kästen an Wänden oder auf Gerüsten hochgestapelt, sodass die gleiche Fläche mit einem Vielfachen der Pflanzen belegt werden kann.

Eine ausrangierte Palette lässt sich zum Beispiel in ein Pflanzregal mit drei Ebenen verwandeln. Mehrere unterschiedlich große Töpfe ergeben einen Pflanzturm, wenn man sie aufeinander stapelt.

Auch eine üppige Kartoffelernte ist auf kleiner Fläche möglich, wenn man dafür in die Höhe baut: Ein Kartoffelturm ermöglicht den Anbau in mehreren Ebenen. Und sogar auf dem Balkon ist der Kartoffelanbau im Eimer möglich!

Für das vertikale Gärtnern in einem Balkongarten eignen sich auch so genannte Erdbeertöpfe, die durch Ausbuchtungen an den Seiten mehr Pflanzfläche hergeben. Normale Töpfe lassen sich mit selbst genähten Pflanztaschen in mehreren “Etagen” an Balkonbrüstungen, Zäunen oder Wänden befestigen.

Mit Pflanztaschen kannst du deinen Balkon wunderbar vertikal bepflanzen. Sie lassen sich aus alten Jeans und wenigen weiteren Materialien selber machen.

Besonders geeignet für eine Bepflanzung in unterschiedlichen Ebenen sind hängende oder niedrig wachsende Pflanzen, wie etwa Strauchtomaten, Radieschen und Chilis sowie Kräuter, beispielsweise Thymian, Oregano und Rosmarin.

Beim Square Foot Gardening werden statt langer Pflanzreihen abgesteckte Felder von etwa 30 mal 30 Zentimetern bepflanzt. In einem solchen Garten im Quadrat, dessen Fläche von den Seiten zum Gießen und Pflegen gut erreichbar ist, können Pflanzen besonders dicht gesetzt werden.

Einfaches und platzsparendes Square Foot Gardening ermöglicht auch Anfängern eine reiche Ernte, selbst wenn nur wenig Fläche oder gar kein eigener Garten vorhanden ist.

Nackter Boden kommt in der Natur selten vor und bietet auch in einem Garten Platz für weitere Pflanzen. Die Erde unter höheren Gewächsen lässt sich zum Beispiel mit (essbaren) Bodendeckern füllen, die auch ohne volle Sonne gedeihen. Geeignet sind etwa Blaubeeren oder Blumen wie Veilchen, Storchschnabel und Buschwindröschen. Eine solche Unterpflanzung sorgt für eine optimale Nutzung der Fläche und unterdrückt zudem wirksam unerwünschte Beikräuter, ganz ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand.

Sonnigere Leerstellen im Beet können mit Ringelblumen, Studentenblumen (Tagetes) oder Schafgarbe bepflanzt werden, die nicht nur ausdauernd blühen, sondern in der Mischkultur Wurzelschädlinge und Pilzerkrankungen von ihren Nachbarn fernhalten.

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Die richtigen Pflanzen für kleine Nutzgärten

Damit der kleine Garten oder Balkon möglichst vielseitig und ertragreich wird, empfehlen sich Pflanzen, die kompakt wachsen, viele Früchte oder Blüten bieten und robust sind.

Kleinwüchsige Obstgehölze liefern Ertrag auch auf kleiner Fläche. Durch jährlichen Rückschnitt lässt sich die Krone kompakt halten und gleichzeitig die Fruchtbildung fördern. Auch schmal wachsendes Säulenobst und Spalierobst, die sich an Wänden oder Rankgittern entlangleiten lassen, glänzen durch geringen Platzbedarf bei guter Ernte.

Geeignete Sorten sind zum Beispiel Apfel-, Kirsch-, Birn- und Pfirsichbäumchen. Auch Zitrusfrüchte lassen sich als Minibäumchen im Kübel kultivieren, müssen jedoch im Winter nach drinnen geholt werden, da sie keinen strengen Frost vertragen.

Beerensträucher wie Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren sind je nach Sorte und Rückschnitt sehr kompakt und eignen sich für einen kleinen Naschgarten. Blaubeeren und Erdbeeren wachsen von Natur aus niedrig und eher in die Breite oder hängend. Sogar auf dem kleinsten Balkon findet die Walderdbeere Platz und liefert süße Früchtchen.

Kompakt wachsende, ertragreiche Gemüsesorten, wie zum Beispiel Cocktailtomaten, kleinfrüchtige Gurkensorten, Mini-Paprika und Chili ergeben eine üppige Ernte im kleinen Beet oder auf dem Naschbalkon. Damit sie gut gedeihen, brauchen sie je nach Sorte meist volle Sonne, besonders nährstoffreiche Erde und eine regelmäßige Wasserversorgung.

Auch besonders robuste Pflanzen, wie zum Beispiel Salat, Spinat und Kartoffeln, liefern einen Vorteil für kleine Gärten, denn sie gedeihen auch unter schlechten Bedingungen und liefern Ertrag. Bei empfindlichen Pflanzen besteht dagegen die Gefahr, dass sie keine Früchte bilden oder ganz absterben, wenn es zu kalt, zu nass oder zu trocken ist.

Tipp: Richtiges Gießen erleichtert jeder Pflanze ein gesundes Wachstum und hilft gleichzeitig, Wasser zu sparen. Selbst aus Tontöpfen gebaute, Ollas genannte Wasserspeicher ermöglichen auch mehrtägige Gießpausen.

Doppelt nützlich und schön sind Pflanzen, die Blüten bilden und zudem essbar sind. Dazu zählen zum Beispiel Erdbeeren, Schnittlauch und Kapuzinerkresse.

Schnittlauch sorgt als schmackhaftes Küchenkraut für gesunde Vitalstoffe auf dem Teller, aber auch für einen schönen Anblick im Garten und auf dem Balkon.

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Topinambur wächst zwar je nach Sorte bis zu drei Meter in die Höhe, bleibt dabei aber sehr schlank. Vom Sommer bis in den Herbst hinein bilden die mit den Sonnenblumen verwandten Pflanzen wunderschöne gelbe Blüten. Ein großer Kübel oder ein schmales Beet (ggf. mit Wurzelsperre) an der Grundstücksgrenze, bepflanzt mit Topinambur, bietet so gleichzeitig Sichtschutz, schöne Blüten, die auch Bienen Nahrung bieten, und eine stattliche Gemüseernte auf kleinem Raum.

Gute Nachbarn pflanzen

Pflanzen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen, passen in jedem Garten gut zusammen. Wenn die Pflanzfläche knapp bemessen ist, helfen solche guten Nachbarn aber auch, Platz zu sparen. Sorten, die lange Pfahlwurzeln ausbilden, kommen sich mit Flachwurzlern auch auf engem Raum nicht in die Quere, nach oben rankende Pflanzen stören sich nicht an Bodendeckern zu ihren Füßen. Manche Pflanzen, zum Beispiel Erbsen und Phacelia, reichern den Boden mit Nährstoffen an, andere wie Tagetes und Ringelblumen halten unerwünschte Beikräuter und Schädlinge fern.

Mit guten Nachbarn im Gemüsebeet lässt sich Platz sparen und mehr ernten. Sie können dicht gepflanzt werden und unterstützen sich gegenseitig im Wachstum.

Eine optimale Kombination sind die “drei Schwestern” Mais, Bohnen und Kürbis, deren gemeinsame Pflanzung als Milpa-Beet bezeichnet wird. Obwohl die einzelnen Pflanzen nicht wenig Platz beanspruchen, beeinflussen sie sich gegenseitig in mehrfacher Hinsicht so positiv, dass sie zusammen kaum mehr Fläche benötigen – bei dreifachem Ertrag!

Fruchtfolge nutzen im kleinen Garten

Wer es vor allem auf eine große Ernte trotz geringer Fläche abgesehen hat, ist mit schnell wachsenden, einjährigen Gemüsesorten gut bedient. Sie reifen innerhalb weniger Wochen, sodass die Saison noch lang genug ist, um im Anschluss weiteres Gemüse als Nachkultur anzubauen.

Manchmal ist es sogar möglich, die jeweils nächsten, noch kleinen Pflänzchen schon zu säen oder auszupflanzen, bevor die Hauptkulturen geerntet sind, damit sie einen Wachstumsvorsprung haben. Im besten Fall ist es sogar möglich, drei Kulturen nacheinander zu ziehen. Geeignet für eine Fruchtfolge in mehreren Durchgängen sind zum Beispiel schnell wachsende Radieschen, Möhren und Feldsalat.

Um Vor- Haupt- und Nachkulturen optimal aufeinander abzustimmen, empfiehlt es sich, einen Pflanzplan anzulegen.

Tipp: Wer ganz ohne eigene Freifläche auskommen muss, kann Kräuter auf der Fensterbank ziehen oder ein Mietbeet in Erwägung ziehen.

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Was erntest und pflegst du in deinem kleinen Garten oder auf dem Balkon? Wir freuen uns auf einen Kommentar von dir!

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3 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ja ich habe es auch auf Terrasse vrsucht und konnte schon Paprika sowie Cherrytomaten ernten, auf dem Rest warte ich nun noch, habe alles umgetopft dann schauen wir mal

    Antworten
  2. Hallo liebe Gartenfreunde 😃
    Bei mir auf dem Balkon wächst ziemlich viel, in Töpfen Ampeln und Kästen.
    Ich zähle mal auf, was ich dieses Jahr ausgesät habe.
    Spinat den lasse ich auch in den Tomaten Töpfe wachsen, als Lebendmulch und dazu natürlich Basilikum.
    Paprika mit 2-3 Knoblauchzehen
    Erdbeeren und Salat
    Rauke
    Asia Salat mit Kohlrabi und Radieschen
    Kopfsalat mit roter Beete und Kohlrabi
    Radieschen mit Salat und gerade Prunkbohnen gesetzt.
    Asiasalat mit Kürbis ( Kürbis darf noch 10 Tage im anzuchthaus wachsen)
    Erbsen mit Kohlrabi Salat Radieschen
    Brombeeren
    Tagetes
    Kräuter
    Minze
    Tulsi
    Petersilie und Schnittlauch
    Goji Strauch
    Sonnenhut
    Karotten mit Lauch
    Karotten mit Dill
    Oleander
    Lavendel
    Rose
    Chili
    Das alles auf einem Balkon ca. 12qm

    Freue mich schon auf meine Ernte.
    Im Garten steht auch noch einiges ist aber eher als Garten für Schmetterlinge Vögel und Insekten angelegt.

    Im Garten sind
    Johannisbeeren
    Stachelbeeren
    Heidelbeeren
    Zwerg Kirsche
    Felsenbirne
    Erbsen
    Bohnen
    Salate
    Fenchel
    Erdbeeren
    Und Kartoffeln im Sack 😂

    Jeder kann etwas anbauen, es gibt so viele tolle Tipps.
    Wünsche allen ein erntereiches Jahr.

    Antworten
    • Ein Balkon mit 12 m2 – 😀. Das ist kein Balkon, das ist eine große Terrasse.
      Mein Balkon hat 2,5 m2 und ich hatte auch schon kleinere.

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