Walderdbeeren als gesunder Snack und aromatische Küchenzutat

Die kleine Walderdbeer ist schmackhaft, gesund und kann sogar beim Aufhellen der Zähne helfen!

Wer kennt das nicht, wenn man im Wald oder auf Lichtungen unterwegs ist und plötzlich die kleinen, roten Walderdbeeren erspäht! Wer ist nicht sofort dazu verleitet, die süßen Früchte zu probieren? Das ist auch gut so, liefern die kleinen Beeren doch sehr viel Vitamin C! Was viele allerdings nicht wissen – man hat es dabei auch mit einer großartigen Heilpflanze zu tun.

Die Walderdbeere, Fragaria vesca, ist die ursprüngliche Form unserer Gartenerdbeere und dient dem Menschen schon lange als Nahrung, wie es auch ihr botanischer Beiname „vesca“ (essbar) verrät. Sie war früher in der Volksheilkunde hoch geschätzt, geriet aber in Vergessenheit. Erst Pfarrer Kneipp empfahl sie wieder als Heilpflanze. Der Botaniker Linnée soll mit Walderdbeer-Blättern sogar seine schweren Gichtanfälle geheilt haben.

Die Walderdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse und wird ca. 20 cm hoch. Sie eignet sich sogar als essbarer Bodendecker im Garten, unterdrückt andere Beikräuter und beschert auch noch kostenlose Nahrung. Ab Juni entwickeln sich ihre aromatischen Früchte, die Erdbeeren. Diese sind aber nur sogenannte Scheinfrüchte, in deren Außenhaut die eigentlichen Früchte der Pflanze in Form von harten Körnchen eingebettet sind.

Die kleine Walderdbeer ist schmackhaft, gesund und kann sogar beim Aufhellen der Zähne helfen!

Die Walderdbeere zählt zu der Aroma-stärksten Art in der Gattung Fragaria und wird deshalb auch gern in der Spitzengastronomie verwendet. Doch mit der kleinen Schwester der Gartenerdbeere kann man noch viel mehr machen, als sie einfach zu essen!

Walderdbeeren für Gesundheit und Schönheit

Für Heilzwecke wurden und werden vor allem die Blätter, Früchte und auch die Wurzeln verwendet. Als Tee helfen Walderdbeerblätter dank ihrer Gerbstoffe bei Entzündungen der Mundschleimhaut, Parodontose, Durchfall und Hämorrhoiden.

Wusstet du aber, dass man aus den kleinen, feinen Früchten auch eine wirkungsvolle Maske bei leichtem Sonnenbrand und Akne herstellen kann? Dazu werden einfach 100 g Walderdbeeren püriert und auf das Gesicht aufgetragen. Die Maske etwa 15 Minuten einwirken lassen und dann mit warmem Wasser wieder abnehmen.

Die Königsklasse der Anwendungen ist allerdings das leichte Aufhellen der Zähne mit Walderdbeeren. Hierzu nimmt man einfach ein paar reife Beeren, zerquetscht sie und reibt sich damit sanft die Zähne ein. Dazu sei allerdings gesagt:

  • Dieses natürliche Verfahren bewirkt nur eine leichte Bleichung.
  • Man sollte es auch nicht ständig machen, denn der hohe Säuregehalt der Erdbeeren greift den empfindlichen Zahnschmelz an, der die natürliche Schutzsicht des Zahns darstellt. Durch zu häufigen oder regelmäßigen Säurekontakt wird diese Schutzhülle zerstört bzw. abgetragen. Aus diesem Grund solltest du dir nach der Behandlung auch nicht sofort die Zähne putzen, sondern wie bei anderen sauren Früchten mindestens eine halbe Stunde warten, damit die im Speichel enthaltenen Mineralstoffe den Zahnschmelz wieder härten können.
  • Es ist aber auf alle Fälle einen Versuch wert. Bringt es beim Einen oder Anderen nicht den gewünschten Effekt, hat man zumindest einen herrlichen Walderdbeerengeschmack im Mund. ;-)
    Für alle, die sich die Anwendung als Hausmittelchen nicht so recht vorstellen können, gibt es auch eine wunderbare kulinarische Verwendung.

Grüne Roulade mit Walderdbeeren

Wem bist jetzt noch nicht das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, wird spätestens jetzt auf den Geschmack kommen. Für die Walderdbeeren-Roulade benötigst du folgende Zutaten.

Die kleine Walderdbeer ist schmackhaft, gesund und kann sogar beim Aufhellen der Zähne helfen!

Für den Teig:

  • 170 g Mehl
  • 150 g Zucker
  • 1 EL Backpulver
  • 6 Eier

Für die Füllung:

  • 250 ml Schlagsahne
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Packung Sahnesteif
  • 2 Hände voll Walderdbeeren

So wird der Teig zubereitet:

  1. Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Eier in zwei Schüsseln trennen und mit dem Mixer aus dem Eiklar einen steifen Schnee schlagen.
  3. In der zweiten Schüssel das Eigelb mit Zucker schaumig rühren.
  4. Mehl mit Backpulver vermengen und portionsweise abwechselnd mit dem Eischnee unter die Eiermasse heben.
  5. Teig mit einem Teigspachtel auf das Backblech streichen und im Ofen 10 Minuten backen.
  6. Den Teig aus dem Ofen nehmen, auf ein mit Staubzucker bestreutes Küchentuch stürzen und sofort zusammenrollen. Die Rolle komplett auskühlen lassen.
  7. Für die Füllung Schlagsahne mit Sahnesteif und Vanillezucker schlagen, Früchte unterheben und auf den ausgekühlten und ausgebreiteten Teig streichen.
  8. Zusammenrollen und mit Staubzucker bestreuen.
  9. Genießen!

Die kleine Walderdbeer ist schmackhaft, gesund und kann sogar beim Aufhellen der Zähne helfen!

Ich persönlich liebe die grüne Färbung des Rouladen-Teigs. Um den wie auf den Bildern hinzubekommen, verwende einfach ein Ei weniger und gib im dritten Schritt stattdessen drei bis vier Esslöffel Kürbiskernöl oder 50 ml selbstgepressten Wildkräutersaft hinzu. Am besten eignet sich hierfür die weitverbreiteten Vogelmiere.

Walderdbeer-Marmelade

Ebenso leicht lässt sich eine Marmelade bzw. Konfitüre herstellen. Früchte einfach im gewünschten Verhältnis 1:1, 1:2 oder 1:3 mit Gelierzucker einkochen und heiß in vorbereitete Gläser füllen. Fertig!

Beachte aber, dass reine Walderdbeer-Marmelade einen bitteren Nachgeschmack hat. Die Bitterstoffe in den kleinen Kernchen kommen nach dem Kochen zum Vorschein. Dem kannst du vorbeugen, indem du die reine Walderdbeer-Marmelade durch ein feines Sieb passierst. Alternativ kannst du die kleinen, süßen Früchte auch zum Aromatisieren normaler Erdbeermarmelade verwenden.

Dank der langen Erntesaison von Anfang Juni bis lange in den Spätsommer hinein und der raschen Nachreif-Zeit von zirka zwei sonnigen Tagen kannst du viele verschiedene Rezepte ausprobieren. Hast du noch andere Ideen, wie man die Walderdbeere nutzen kann? Dann hinterlasse einen Kommentar!

Vielen Dank an Astrid für diesen schönen Beitrag. Mehr Ideen und Rezepte für Wildpflanzen findest du auf ihrem Blog frechundwild.at.

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