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Die richtige Fruchtfolge im Gemüsegarten: Weniger düngen, mehr ernten
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Mit der richtigen Fruchtfolge kannst du den Platz im Garten optimal nutzen, den Ernteertrag steigern und den Bedarf an zusätzlichem Dünger minimieren.

Was soll wohin im Gemüsebeet? Zwar finden sich auf den Samentütchen Hinweise zu den optimalen Lichtverhältnissen, der besten Zeit zur Aussaat und dem richtigen Pflanzabstand. Ob Möhren dort gut gedeihen, wo vorher die Zucchinis wucherten, verraten die kurzen Infotexte aber nicht. Dabei hat die Reihenfolge der Bewohner im Gemüsebeet einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich die Pflanzen optimal entwickeln und wieviel am Ende geerntet werden kann.

Eine sinnvolle Fruchtfolge, am besten über mehrere Jahre hinweg, sorgt dafür, dass jedes Gemüse mit den richtigen Nährstoffen versorgt wird. Sie hilft, den Bedarf an zusätzlicher Düngung oder sogar Schädlingsbekämpfung zu minimieren. Mit den folgenden Tipps kannst du vom Potenzial einer durchdachten Fruchtfolge profitieren.

Fruchtfolge im Biogarten: Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer

Die Basis einer sinnvollen Fruchtfolge im Garten bildet die Unterteilung der Nutzpflanzen in Schwach-, Mittel- und Starkzehrer. Während Starkzehrer einen besonders hohen Nährstoffbedarf haben, können Schwachzehrer vom Überangebot eines frisch gedüngten Bodens sogar geschwächt werden. Deshalb empfiehlt es sich, auf nährstoffreichem Boden, der frisch gedüngt wurde oder in den Kompost eingearbeitet wurde, zunächst Starkzehrer zu pflanzen. Darauf folgen Mittelzehrer, und am Schluss kommen die Schwachzehrer ins Beet. Bestenfalls sogar nacheinander im selben Jahr. In Gartenbüchern werden einige Gemüsearten unterschiedlichen Kategorien zugeordnet. Viel einfacher und lohnender ist es jeodch, bewährte Fruchtfolgen auszuprobieren und die eigenen Erfahrungen für weitere Planungen zu berücksichtigen.

Erst die Starkzehrer

Starkzehrer entziehen dem Boden besonders viele Nährstoffe und benötigen oft verhältnismäßig viel Stickstoff. Zu den Starkzehrern gehören vor allem schnell wachsende Pflanzen, die in kurzer Zeit viele bzw. besonders große Früchte ausbilden, wie zum Beispiel:

  • Kürbis
  • Kartoffeln
  • Paprika
  • viele Kohlsorten

Mit der richtigen Fruchtfolge kannst du den Platz im Garten optimal nutzen, den Ernteertrag steigern und den Bedarf an zusätzlichem Dünger minimieren.

Mittelzehrer als optimale Nachkultur

Viele Gemüsepflanzen haben einen mittleren Nährstoffbedarf und eignen sich deshalb besonders gut als Nachkultur, wenn vorher Starkzehrer im Beet waren. Sie wachsen teilweise besonders schnell und können so noch im selben Jahr ausgepflanzt werden. Zu den Mittelzehrern gehören:

  • viele Salatsorten
  • Spinat
  • Mangold
  • Stangenbohnen

Mit der richtigen Fruchtfolge kannst du den Platz im Garten optimal nutzen, den Ernteertrag steigern und den Bedarf an zusätzlichem Dünger minimieren.

Zum Schluss die Schwachzehrer

Schwachzehrer gedeihen besonders gut auf einem nährstoffarmen Boden mit nicht zu hohem Stickstoffgehalt, weshalb sie am besten vor der nächste Düngephase gepflanzt werden. Einige von ihnen reichern den Boden sogar über die Wurzeln mit Nährstoffen an, wie zum Beispiel die zu den Leguminosen gehörenden Bohnen, die als Stickstoffsammler den Boden mit Stickstoff versorgen. Zu den Schwachzehrern gehören unter anderem folgende Pflanzen:

  • viele Kräuter
  • Feldsalat
  • Pflücksalat
  • Buschbohnen

Mit der richtigen Fruchtfolge kannst du den Platz im Garten optimal nutzen, den Ernteertrag steigern und den Bedarf an zusätzlichem Dünger minimieren.
Nachdem Stark-, Mittel- und Schwachzehrer ihren Bedarf gedeckt haben, ist es notwendig, die verbrauchten Nährstoffe wieder aufzufüllen. Das geschieht beispielsweise mit frischer Komposterde aus dem Komposthaufen, der Wurmkiste oder dem Bokashi-Eimer.

Im Sinne der Fruchtfolge kann das Ausbringen einer Gründüngung am Ende der Gartensaison eine praktische Ergänzung oder Alternative zur herkömmlichen Düngung sein, die neben dem Düngeeffekt noch einige weitere Vorteile zu bieten hat.

Gründüngung als Alternative zu anderen Düngern

Gründüngung reichert den Boden wieder mit Nährstoffen an, hat aber noch viele weitere positive Effekte:

  • Auflockerung des Bodens durch tiefe Wurzeln – kann das manuelle Auflockern des Bodens Frühjahr erleichtern oder sogar überflüssig machen
  • Tiefes Wurzelgeflecht als natürlicher Schutz vor Erosion
  • Anreicherung mit Nahrung für Nützlinge wie Regenwürmer und andere Bodenbewohner
  • Unterdrückung unerwünschter Beikräuter
  • Wertvolle Mulchschicht zum Ende der Vegetationsperiode
  • Blühende Dünge-Pflanzen als Nahrung für Bienen und andere nützliche Insekten

In der Regel wird die Gründüngung kurz vor der Samenbildung abgemäht, um eine Selbstaussaat zu verhindern, als Mulchschicht auf dem Beet gelassen und erst nach dem Trocknen untergearbeitet.

Mit der richtigen Fruchtfolge kannst du den Platz im Garten optimal nutzen, den Ernteertrag steigern und den Bedarf an zusätzlichem Dünger minimieren.

Folgende Pflanzen werden aufgrund ihrer Eigenschaften besonders gern als Gründüngung verwendet:

  • Rotklee – den Boden lockernd, stickstoffbildend, Insektennahrung
  • Ringelblume – verdrängt Nematoden (Wurzelschädlinge), bodendurchlüftend
  • Gelbe Lupine – bodenlockernd, humusbildend
  • Zottelwicke – tiefwurzelnd, stickstoffbildend
  • Gelbsenf – humusbildend, bodenlockernd, dämmt das Wachstum von Beikräutern ein
  • Phacelia (Bienenfreund) – eignet sich für jede Fruchtfolge, humusbildend, bienenfreundlich durch ausdauernde Blüte

Welche Pflanzen zur Gründüngung für deine Beete am besten geeignet sind, hängt von der Bodenbeschaffenheit und von den Lichtverhältnissen im Garten sowie von der Vorkultur ab. Zur Bodenverbesserung sollten nicht zwei Pflanzen aus der gleichen oder einer ähnlichen Pflanzenfamilie mit einem ähnlichen Nährstoffbedarf aufeinander folgen.

Tipp: Statt nur eine Pflanzenart für die Gründüngung zu wählen, kannst du auch mehrere Sorten gemeinsam aussäen. Einige Gärtnereien bieten auch fertige Gründünge-Mischungen wie diese an, die bunt blühen und so auch gleich noch das Auge erfreuen.

Fruchtfolge leicht gemacht mit Frucht- und Beetwechsel

Häufig werden die Begriffe Fruchtfolge und Fruchtwechsel synonym verwendet. Dabei stehen sie zwar in Beziehung zueinander, meinen aber dennoch Verschiedenes. Während man unter Fruchtfolge die sinnvolle Reihenfolge verschiedener Pflanzen unterjährig innerhalb eines Beetes versteht, bedeutet der Fruchtwechsel den jährlichen Standortwechsel der einzelnen Gemüsesorten, in Anlehnung an die Vierfelderwirtschaft. Durch die Einteilung des Gartens in mehrere Beete oder Beetabschnitte lassen sich Fruchtfolgen (von Jahr zu Jahr, aber auch innerhalb eines Gartenjahres) und Fruchtwechsel leicht über mehrere Jahre hinweg planen und umsetzen. Während ein Beet zuerst mit Starkzehrern versehen wird, starten die anderen mit Mittel- und Schwachzehrern. Das vierte Beet erhält eine Gründüngung. Im nächsten Gartenjahr wandern die Arten in jedem Beet weiter. So behältst du auch über mehrere Jahre hinweg leicht den Überblick, und alle Pflanzentypen finden ein Plätzchen mit für sie optimalen Bedingungen.Mit der richtigen Fruchtfolge kannst du den Platz im Garten optimal nutzen, den Ernteertrag steigern und den Bedarf an zusätzlichem Dünger minimieren.Neben dem Nährstoffbedarf spielt auch beim Fruchtwechsel die Pflanzenfamilie der vor- bzw. nachfolgenden Kultur eine Rolle. Pflanzen aus derselben Familie sollten nicht unmittelbar aufeinander folgen und im besten Fall erst nach vier Jahren wieder ins gleiche Beet gesetzt werden.

Tipp: Mit der richtigen Mischkultur kannst du deine Gartenpflanzen zusätzlich stärken und vor Schädlingen schützen.

In unseren Buchtipps erfährst du mehr über Fruchtfolge, Mischkultur und Co.:

Welche Erfahrungen hast du mit dem Anbau in Fruchtfolgen gesammelt? Wir freuen uns auf deine Tipps in einem Kommentar!

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