Essbare Blüten im Garten – 8 Tipps für schöne und leckere Pflanzen

Zier- oder Nutzgarten? Mit Blühpflanzen, die schön aussehen und außerdem essbar sind, kannst du beides haben!

Wenn du einen Garten dein eigen nennst, dann hast du bestimmt ein paar Blumenbeete, die das Auge erfreuen. Vielleicht tragen auch ein wenig Gemüse, ein paar Beerensträucher oder ein Obstbaum zu ein bisschen mehr Unabhängigkeit und Selbstversorgung bei. Aber häufig ist der Platz derart begrenzt, dass der Schwerpunkt entweder auf einem Zier- oder einem Nutzgarten liegt. Dabei musst du dich gar nicht entscheiden, ob du Essbares oder Schönes in deinem Garten anpflanzen möchtest, denn viele Pflanzen bieten wunderschöne Blüten, die zugleich essbar sind!

Mit den folgenden Pflanztipps kannst du deinen Garten in einen schmackhaften Blütengarten verwandeln.

1. Holunderblüten für Sirup und Pfannkuchen

Der schwarze Holunder, auch Holler oder Fliederbeerbusch genannt, wurde früher häufig als Hausbaum zum Schutz vor bösen Geistern gepflanzt. Auch heute ist es eine gute Idee, einen solchen Strauch in die Gartenbepflanzung zu integrieren, denn Holunder macht sich vielfältig nützlich und sieht vor allem zur Blütezeit wunderschön aus.

Die weißen Blütendolden können nicht nur zu leckerem Sirup oder Hollerküchlein verarbeitet werden, sondern sind auch in der Hausapotheke als Holunderblütentee gegen Fieber und Erkältungen hilfreich. Wildbienen lieben die süßen Blüten ebenfalls und nutzen abgeschnittene, markgefüllte Zweige gern als Insektenhotel zur Aufzucht ihres Nachwuchses.

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2. Magnolienblüten, zum Beispiel frittiert

Der Platz, der einer Magnolie im Garten eingeräumt wird, lohnt sich gleich doppelt, denn von März bis Mai zeigt der Baum beeindruckend große, wunderschöne Blüten, die außerdem essbar sind. Die großen Blütenblätter sind roh eher zäh, können aber hervorragend zu Desserts und Sirup verarbeitet oder getrocknet in Teemischungen verwendet werden. In ihrem asiatischen Herkunftsgebiet werden die Blüten auch im Teigmantel frittiert und als Dessert verspeist.

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3. Hibiskus für die fruchtige Note

Einige Arten der auch als Eibisch bezeichneten Pflanze gedeihen als Ziersträucher in unseren Gärten, haben aber noch mehr Potential mit ihren essbaren Blüten. Als Zutat in Früchteteemischungen sind Hibiskusblüten auch in unseren Breiten bekannt, im asiatischen Ursprungsgebiet finden sie jedoch, sowohl roh als auch gegart, breite Verwendung in der Küche. Ihre säuerliche Note passt gut zu Erfrischungsgetränken, in fruchtige Marmeladen oder zu Fischgerichten.

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4. Wildrosen für Sirup, Gelee und Salat

Verschiedene Wildrosenarten bieten als Randbepflanzung eine undurchdringliche Begrenzung zum Nachbargrundstück und liefern zugleich essbare Blüten. Die zarten rosafarbenen Blütenblätter bereichern Salate und können zu Rosenblütensirup, -gelee und mehr verarbeitet werden.

Statt ganze Blüten zu ernten, kannst du die Blütenblätter auch einzeln von den Blüten zupfen, so dass sich im Herbst trotzdem die gesunden, Vitamin-C-reichen Hagebutten bilden.

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Tipp: Schnell gemacht und unter anderem als farbenfrohes Geschenk aus der Küche geeignet ist ein selbst gemachtes Blütensalz. Neben Rosenblättern lassen sich dafür zahllose andere essbare Blüten nutzen.

5. Kirschblüten – nicht nur in Japan beliebt

Ein Kirschbaum im Garten erfreut im Frühjahr mit seiner Blütenpracht und im Sommer mit reichlich Früchten. Gerade Süßkirschen sind aber eher für den direkten Verzehr geeignet und müssen innerhalb kurzer Zeit aufgegessen oder weiterverarbeitet werden. Alternativ kannst bereits im Frühjahr einige der Blüten ernten, denn auch sie sind essbar. Pudding, Eis und Salaten verleihen die süß-herben Blüten eine besondere Note.

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In Japan findet die Kirschblüte traditionell besondere Beachtung. In der Zeit des Kirschblütenfestes Hanami wird auch Kirschblütentee oder, für den mitteleuropäischen Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig, Reis mit gesalzenen Kirschblüten (Sakura Gohan) serviert. Dafür können auch die Blüten der japanischen Zierkirsche verwendet werden, die überreich blüht, aber nur kleine, wenig schmackhafte Früchte bildet.

Auch die Blüten von Apfel-, Pflaumen-, Aprikosen und anderen Obstbäumen können geerntet und wie Kirschblüten zu Tee, Sirup, Salaten und Desserts verarbeitet werden.

6. Lindenblüten für Genuss und Wohlbefinden

Wer eine Linde im Garten oder vor dem Haus als Straßenbaum stehen hat, kann die heilsamen Lindenblüten für den Genuss und zu Heilzwecken ernten. Ein Sirup aus den Blüten zur Hauptblütezeit bereichert Desserts und Getränke mit intensiv süßem, honigartigem Geschmack. Auch als Gelee in Kombination mit Apfel- oder Orangensaft ist die Blüte beliebt. Getrocknet und zu einem Tee aufgegossen werden die Blüten dank ihrer schweißtreibenden, schleimlösenden und entzündungshemmenden Wirkung bei fiebrigen Erkältungen angewendet.

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7. Zucchini- und Kürbisblüten – lecker!

Dass die Zucchini nicht nur schmackhafte Früchte bildet, sondern ihre üppigen Blüten ebenfalls essbar sind, ist vielleicht nicht jedem bekannt. Jede Pflanze bildet sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Da aus den kleineren männlichen Blüten keine Früchte entstehen, kannst du sie ernten und zum Beispiel frittiert genießen, ohne auf eine einzige Zucchini verzichten zu müssen. Es ist jedoch sinnvoll, mit dem Pflücken so lange zu warten, bis sichergestellt ist, dass ausreichend weibliche Blüten bestäubt sind und den Fruchtansatz zeigen.

An guten Standorten ist in der Regel eine wahre Zucchinischwemme zu erwarten, so dass auch einige der größeren weiblichen Blüten geerntet und verzehrt werden können. Sie können wegen ihrer Größe sogar mit einer Füllung zubereitet werden, etwa mit Mozzarella oder Hackfleisch. Du erkennst sie am kürzeren Blütenstiel und dem Fruchtknoten, aus dem sich die Zucchini entwickelt.

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Der mit der Zucchini verwandte Kürbis kann ebenso mit essbaren Blüten dienen. Da die meisten Kürbissorten den ganzen Sommer und Herbst über immer neue Früchte bilden, kann es sinnvoll sein, die meisten Blüten zu ernten und die Energie der Pflanze in nur wenige, dafür aber umso kräftigere Früchte zu leiten.

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8. Sonnenblumen, ein Komplettgenuss

Nicht nur die Kerne der Sonnenblume sind essbar, Blütenboden und Blütenblätter der Sonnenblume sind ebenfalls ein Genuss, der in Zubereitung und Geschmack an Artischocke erinnert. Noch nicht ganz ausgereifte Blüten werden von den kleinen Korbblüten an der Vorderseite befreit und der Blütenboden geschält, die noch weichen Kerne stören nicht.

Die Blätter des gelben Blütenkranzes bereichern sommerliche Salate mit Vitaminen und Mineralstoffen, helfen als Tee gegen Infekte und stärken die Abwehrkräfte.

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Sogar die jungen Stängel der Sonnenblume können ähnlich wie Spargel zubereitet werden.

Hinweis: Kleinwüchsige Sonnenblumen sollten lieber nicht verzehrt werden, da sie häufig mit Hormonen behandelt wurden, um das Wachstum zu hemmen. Grundsätzlich sollten nur die Blüten solcher Pflanzen in der Küche verwendet werden, die nicht mit giftigen Pestiziden behandelt wurden.

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Neben essbaren Blüten im Garten kannst du auch deinen Balkonkasten mit leckeren Blüten bepflanzen.

In einem Bauerngarten lassen sich Essbares und Schönes besonders einfach und nützlich kombinieren. Welche Pflanzen sich in einer Mischkultur besonders gut ergänzen, erfährst du hier.

Welche Blüten aus dem Garten hast du als Gaumenschmaus für dich entdeckt? Wir freuen uns über weitere Anregungen von dir in einem Kommentar!

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  1. eure magnolien sehen nach hibiskus aus, dafür ähneln die hibiskusblüten meinen magnolien ;)

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