Tee selber machen: Mit regionalen Zutaten aus Garten und Natur
Zahlreiche Tees muss man nicht teuer im Supermarkt kaufen. Oft legen die fertigen Mischungen weite Transportwege zurück und produzieren unnötigen Verpackungsmüll. Dabei wächst das Gute oft direkt vor unserer Haustür! Aus heimischen Kräutern, Blüten, Früchten und Wurzeln kannst du ganz einfach Tee selber machen. Das schont nicht nur den Geldbeutel und die Umwelt, sondern macht auch noch richtig Spaß.
Egal, ob beim Spaziergang in der Natur gesammelt, im eigenen Garten geerntet oder sogar frisch auf der Fensterbank angepflanzt – wir zeigen dir, worauf es beim eigenen Tee ankommt.
Worauf du beim Tee-Selbermachen achten solltest
Wenn du deinen eigenen Tee zubereiten oder sogar eigene Teemischungen kreieren möchtest, gibt es von der Ernte bis zur Tasse ein paar einfache Grundregeln zu beachten. Sie sorgen dafür, dass das Aroma und die wertvollen Wirkstoffe optimal erhalten bleiben.
1. Richtig sammeln und ernten
Ernte Pflanzenteile am besten an einem trockenen, sonnigen Vormittag. Zu dieser Zeit, wenn der Morgentau gerade abgetrocknet ist, ist der Gehalt an ätherischen Ölen in den Pflanzen am höchsten. Achte beim Wildsammeln darauf, nur abseits von Straßen oder Feldern zu ernten. Wichtig: Sammle nur Pflanzen, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst, da Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern lebensgefährlich sind.
Tipp: Ein liebevoll gebundener Strauß aus Teekräutern sieht nicht nur wunderschön aus, sondern ist auch eine tolle Geschenkidee für Teeliebhaber.

2. Schonend trocknen
Viele Tees lassen sich wahlweise mit frischen und getrockneten Zutaten zubereiten. Damit du das ganze Jahr etwas von deinen Teekreationen hast, empfiehlt es sich, einen Teil deiner Ausbeute zu trocknen. Breite dazu die gesammelten Blätter und Blüten locker auf einem Tuch, einem Gitter oder einem (selbst gebauten) Trockenrahmen aus. Der Trocknungsort sollte luftig, trocken und schattig sein. Direkte Sonneneinstrahlung zerstört wertvolle Inhaltsstoffe und lässt die Pflanzen ausbleichen. Alternativ kannst du die Kräuter auch bündeln und kopfüber aufhängen.

3. Luftdicht und dunkel lagern
Sobald die Kräuter bei Berührung hörbar rascheln und leicht zerbröseln, sind sie komplett durchgetrocknet. Fülle sie nun in luftdichte Gefäße, zum Beispiel saubere Bügel- oder Schraubgläser. Lagere diese an einem dunklen und kühlen Ort. So bleiben Geschmack und Heilwirkung über viele Monate hinweg erhalten.
4. Die optimale Zubereitung
Damit sich die Aromen und Wirkstoffe bestmöglich entfalten, kommt es auf die Wassertemperatur und die Dauer an, die der Tee zieht. Während Kräutertees meist sprudelnd kochendes Wasser benötigen, brauchen andere Sorten etwas geringere Temperaturen. In unserer Übersicht zur besten Ziehzeit und Wirkung von Tees findest du die wichtigsten Details für den perfekten Aufguss.
Alles Wissenswerte über beliebte leckere und heilsame Teesorten findest du auch in unserem Buch:
Beliebte Teesorten aus selbst gesammelten Zutaten
Je nach Pflanzenart lassen sich wunderbare Kräuter-, Blüten- oder Früchtetees aus heimischen Zutaten herstellen. Viele Aufgüße schmecken schon mit einer Zutat hervorragend. Und bei der Zubereitung von Teemischungen sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt.
Wohltuende Kräutertees
Kräutertees sind absolute Allrounder – sie erfrischen im Sommer und wärmen im Winter. Viele von ihnen sind zudem unverzichtbare Helfer in der natürlichen Hausapotheke.
- Brennnesseltee: Ein wunderbarer Frischekick für den Stoffwechsel und ideal für eine milde Frühjahrskur. Brennnesseln lassen sich fast überall sammeln und ergeben einen sanften, leicht grasigen Aufguss.
- Pfefferminztee: Der erfrischende Klassiker schlechthin. Pfefferminze wirkt leicht krampflösend und verdauungsfördernd – perfekt nach einer deftigen Mahlzeit oder als Erfrischung an heißen Tagen.
- Salbeitee: Bei ersten Anzeichen von Halsschmerzen ist Salbeitee ein bewährtes Mittel, das antibakteriell wirkt. Wegen des enthaltenen Thujons sollte er jedoch nicht dauerhaft in großen Mengen getrunken werden.
- Thymiantee: Ein wahrer Segen bei Husten und Atemwegsbeschwerden. Thymian wirkt schleimlösend und befreit die Bronchien.
- Melissentee: Zitronenmelisse schmeckt nicht nur wunderbar frisch, sondern hat auch eine ausgleichende, beruhigende Wirkung. Ein idealer Begleiter, um am Abend entspannt zur Ruhe zu kommen.
- Beruhigender Magen-Darm-Tee: Ein bewährter Klassiker für die Hausapotheke. Getrocknete Pfefferminze, Fenchelsamen und Melisse gehören zu den sanften Helfern, die rasche Linderung verschaffen.
- Lindernder Heilkräutertee: Gegen fast jedes kleine Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen. Nutze die Kraft von Schafgarbe, Ingwer oder Salbei, um dir einen unterstützenden Heilkräutertee zu mischen.

Sanfte Blütentees
Zarte Blüten bringen nicht nur Farbe in die Teetasse, sondern stecken oft voller schweißtreibender oder reizlindernder Wirkstoffe, die besonders in der Erkältungszeit wertvoll sind:
- Holunderblütentee: Ein süßlich duftender Klassiker für die Erkältungszeit. Die filigranen Blüten wirken stark schweißtreibend, fiebersenkend und stärken sanft die Abwehrkräfte.
- Ringelblütentee: Leuchtend gelbe und orangefarbene Blütenblätter bringen förmlich die Sonne in die Teetasse. Ringelblüten wirken entzündungshemmend, krampflösend und unterstützen eine gesunde Verdauung.
- Rosentee: Ein wahrer Genuss für die Sinne. Die duftenden Blütenblätter von ungespritzten Bio- oder Gartenrosen sehen in Teemischungen nicht nur wunderschön aus, sie wirken auch harmonisierend, leicht krampflösend und sorgen für eine wunderbar blumige Note.
- Kamillenblütentee: Der absolute Alleskönner. Ein Aufguss aus getrockneten Kamillenblüten lindert Entzündungen, beruhigt die Nerven und ist eine sanfte Wohltat für Magen und Darm.
- Lindenblütentee: Wenn sich eine Erkältung anbahnt, ist ein heißer Lindenblütentee ein wunderbares Hausmittel, um das Fieber sanft zu regulieren und das Immunsystem zu unterstützen.
- Wärmender Erkältungstee: Kombiniert man Blüten mit starken Kräutern – wie etwa Holunderblüten, Kamillenblüten und Thymian – erhält man eine ideale Basis.

Aromatische Früchtetees
Natürlich süß, oft reich an Vitamin C und ganz ohne künstliche Aromen – selbst gemachte Früchtetees sind ein Genuss für die ganze Familie:
- Apfeltee: Wirf die Schalen von ungespritzten Bio-Äpfeln nicht weg! Sie eignen sich hervorragend, um daraus einen wärmenden Apfeltee zuzubereiten.
- Holunderbeerentee: Die dunklen Beeren des schwarzen Holunders sind echte Vitaminbomben und stärken in der kalten Jahreszeit das Immunsystem. Wichtig: Da rohe Holunderbeeren zu Magenbeschwerden führen können, sollten für Tee am besten vollständig getrocknete Beeren verwendet werden. Übergieße sie immer mit sprudelnd kochendem Wasser und lass den Aufguss mindestens 10 bis 15 Minuten ziehen.
- Orangen- und Zitronenschalentee: Auch wenn Zitrusfrüchte nicht regional wachsen, landen ihre Schalen in der kalten Jahreszeit oft ungenutzt im Müll. Ungespritzte Bio-Schalen lassen sich jedoch hervorragend trocknen und ergeben einen wunderbar wärmenden, aromatischen Aufguss.
- Milder Kindertee: Für die Kleinsten eignen sich Früchte ganz besonders. Hagebutten spenden reichlich Vitamin C, während Brombeer- oder Himbeerblätter dem Aufguss eine vollmundige Note geben.

Kräftige Wurzeltees
Während wir bei Kräutern und Blüten meist die oberirdischen Pflanzenteile nutzen, verbergen auch viele Wurzeln heilende Kräfte. Wichtig: Wurzeln müssen nach der Ernte gründlich abgebürstet und noch im frischen Zustand zerkleinert werden, da sie getrocknet oft extrem hart sind. Damit sich die festen Strukturen lösen, werden Wurzeltees oft als Abkochung zubereitet, also einige Minuten in Wasser sanft geköchelt.
- Löwenzahnwurzeltee: Aus dem vermeintlichen Unkraut lässt sich ein wertvoller Tee herstellen. Die getrocknete Löwenzahnwurzel regt die Verdauung sowie Leber und Galle an.
- Ingwertee: Zwar wächst Ingwer ursprünglich nicht bei uns, er lässt sich aber problemlos aus einem kleinen Stück Bio-Ingwer auf der eigenen Fensterbank ziehen. Er wirkt intensiv wärmend, entzündungshemmend und ist ein Muss, wenn sich eine Erkältung anbahnt.
Tipp: Wenn du gleich loslegen und verschiedene Kräuter kombinieren möchtest, findest du hier tolle Rezepte, um harmonische Teemischungen aus regionalen Wildpflanzen selber zu machen.
Mehr inspirierende Ideen findest du in unserem Buch:
Bereitest du deine Tees bereits mit selbst geernteten Zutaten zu? Berichte uns davon in einem Kommentar!
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