Kochen mit Hafermilch, Mandelmilch & Co.: so gelingen beliebte Milchgerichte mit Pflanzenmilch

Das Angebot an Milchersatz wächst, und man findet Sojamilch, Hafermilch und Co. inzwischen sogar im Discounter. Immer mehr Menschen nutzen die pflanzlichen Alternativen zum Kochen, Backen und für den Kaffee oder wollen es zumindest mal ausprobieren. Doch kann man damit auch genauso kochen und backen wie mit Kuhmilch?
Damit der Umstieg gelingt, haben wir alle wichtigen Tipps zusammengefasst, wie sich klassische Milchgerichte auch mit Pflanzenmilch zubereiten lassen.. Du wirst überrascht sein, wie einfach das geht!
Pudding gelingt auch ohne Kuhmilch
Pudding lässt sich ebenso gut mit Pflanzenmilch zubereiten. Damit das Lieblingsaroma zur Geltung kommt, empfiehlt es sich, eine Milchalternative mit eher dezentem Eigengeschmack zu verwenden, wie zum Beispiel Reismilch. Je nach Sorte und Produkt fällt der Pudding vielleicht etwas dünnflüssiger aus als bei der Zubereitung mit Kuhmilch. Deshalb empfiehlt es sich, bei Bedarf etwas mehr Puddingpulver zu verwenden.
Hafermilch eignet sich ebenfalls, um einen Pudding zu kochen. Weil sie bereits Stärke enthält, reicht in der Regel eine geringere Menge Puddingpulver aus, als bei der Zubereitung mit Kuhmilch erforderlich wäre (am besten ausprobieren).
Tipp: Auf die kleinen Portionspäckchen aus dem Supermarkt kannst du leicht verzichten, indem du dein Puddingpulver einfach selber machst.
Grießbrei mit pflanzlicher Milch
Grießbrei gehört genau wie Pudding zu den klassischen Familiengerichten und lässt sich mit Pflanzenmilch ebenso leicht kochen wie die Kuhmilch-Variante. Je nachdem, ob mit einem stärkehaltigen Pflanzendrink wie Hafer– oder Dinkelmilch oder einer Nussmilch gekocht wird, dickt der Brei unterschiedlich stark an. Wenn er dir zu fest wird, gib einfach nach dem Kochen noch etwas Wasser oder Pflanzendrink hinzu. Ist er zu flüssig, etwas mehr Grieß verwenden.
Eierkuchen ohne Milch oder gleich ganz vegan
Klassische Eierkuchen bzw. Pfannnkuchen erhalten ihren typischen Geschmack vor allem durch die reichliche Zugabe von Eiern. Die Kuhmilch lässt sich bei dem beliebten Pfannengericht eins zu eins durch einen Pflanzendrink ersetzen, ohne Einbußen beim Geschmack oder bei der Konsistenz befürchten zu müssen. Wer auch gleich noch die Eier weglassen möchte, kann mit etwas Kurkuma und dem Würzsalz Kala Namak vegane Pfannkuchen mit der typisch goldgelben Farbe und mit “Ei-Aroma” backen.
Benötigte Zutaten:
- 2 Tassen Mehl
- 2-3 Tassen Pflanzenmilch
- 1 Tasse Apfelmus oder eine andere Ei-Alternative
- 1-2 TL Backpulver
- eine Prise Kurkuma
- optional eine Prise Kala Namak
- Zucker oder Salz nach Geschmack
So bereitest du die veganen Pfannkuchen zu:
- Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gut vermengen.
- Pflanzenmilch und Apfelmus dazugeben. Alles zu einem glatten Teig verrühren.
- Etwas Pflanzenöl in einer Pfanne erhitzen, Teig hineingeben und die Pfannkuchen bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldgelb backen.
Der Teig reicht für sechs bis acht Pfannkuchen und kann für süße Pfannkuchen ebenso verwendet werden wie für eine herzhafte Variante.
Bechamelsoße ohne Milch und Butter
Wenn du eine Bechamelsoße bisher mit Kuhmilch zubereitet hast, kannst du diese ganz einfach eins zu eins durch pflanzliche Milch ersetzen. Auch auf die Butter lässt sich leicht verzichten mit diesem Rezept für vegane Bechamelsoße.
Müsli – ideal für DIY-Pflanzenmilch
Bei keinem Gericht dürfte es leichter fallen, die Kuhmilch durch Pflanzenmilch zu ersetzen, als bei Müsli. Schließlich besteht es ebenfalls hauptsächlich aus Getreide, Nüssen und Co. Bei Verwendung selbst gemachter Pflanzenmilch kann man sich zudem den Einsatz eines Nussmilchbeutels sparen, denn ein paar Flocken oder Nussreste fallen im Müsli gar nicht auf.
Tipp: Ein praktisches Müsli ganz ohne Milch sind Overnight Oats, die sich auch mit Wasser statt Kuhmilch oder Pflanzendrink zubereiten lassen.
Arme Ritter ohne Milch und Ei
Arme Ritter sind eine klassische Resteverwertung für altes Brot und werden traditionell mit Milch und Ei zubereitet. Wenn du stattdessen Sojamilch verwendest, kannst du auch die Eier weglassen.
Für ein bis zwei Portionen des simplen Gerichts werden benötigt:
- 3-6 Scheiben altbackenes Brot (je nach Größe)
- 1 Tasse Sojamilch
- 4 EL Mehl – zum Beispiel Weizenmehl, Dinkelmehl, Maismehl oder Kichererbsenmehl
- 1-2 EL Zucker oder alternativ eine kleine, sehr reife Banane
- 1 TL Zimt
- optional eine Prise Kala Namak für den typischen Ei-Geschmack
- etwas Bratöl oder Kokosöl zum Ausbacken
Die Zubereitung erfordert nur wenige Handgriffe:
- Fett in einer Pfanne erhitzen.
- Mehl, Zucker oder gequetschte Banane und Zimt zur Sojamilch geben und alles gut verrühren.
- Brotscheiben darin wenden und im heißen Fett auf beiden Seiten goldbraun backen.
Dazu schmecken beispielsweise frisches Obst, ein Obstmus, Marmelade oder Fruchtgelee, ein selbst gemachter Schokoaufstrich, etwas Ahornsirup oder einfach Puderzucker. Wer Zucker und Zimt weglässt und die Sojamilch-Mischung stattdessen mit etwas Salz und Gewürzen abschmeckt, kann das Gericht auch herzhaft zubereiten.
Rührteig braucht weder Milch noch Eier
Viele Rührteigrezepte enthalten Kuhmilch. Wer einen Milchersatz sucht, kann die tierische Zutat eins zu eins durch eine Pflanzenmilch seiner Wahl ersetzen. Weil die verschiedenen pflanzlichen Alternativen einen mehr oder minder starken Eigengeschmack haben, lohnt es sich, ein paar Versuche zu machen, bis man weiß, was einem persönlich am besten schmeckt. Mit Hafermilch klappt der Austausch in der Regel problemlos.
Auch die Eier im Kuchen lassen sich problemlos durch pflanzliche Zutaten ersetzen. Und mit unserem einfachen Grundrezept für veganen Rührteig kannst du vom Nusskuchen über den Zitronenkuchen bis hin zum saftigen Kirschkuchen fast alle Klassiker vegan backen.
Milchreis vegan und regional
Was liegt näher, als Reismilch als Milchersatz für die Zubereitung von Milchreis zu verwenden? Mit dem milden Pflanzendrink lässt sich die Kuhmilch eins zu eins ersetzen, ohne dass sich der Geschmack stark verändert. Aber auch andere Pflanzenmilchsorten eignen sich, um den körnigen Brei zuzubereiten und zum Beispiel mit selbst gemachtem Apfelmus zu genießen.
Tipp: Für mehr Abwechslung auf dem Teller und eine bessere Ökobilanz können regionale Milchreis-Alternativen sorgen.
Fluffiges Kartoffelpüree ohne Milch
Vielleicht gehört auch bei dir ein Schuss Milch in den selbst gemachten Kartoffelbrei. Mit etwas Pflanzendrink und Margarine wird der Beilagen-Klassiker ebenso fluffig. Welche Milch du verwendest, hängt auch hier wieder von deinen persönlichen Vorlieben ab. Um den kartoffeligen Geschmack nicht zu überdecken, empfiehlt sich eine Pflanzenmilch mit mildem Eigengeschmack wie Reismilch oder Mandelmilch.
Kakao: noch schokoladiger mit Haselnussmilch
Pflanzendrinks findet man inzwischen häufig in einer schokoladigen Version in den Supermarktregalen. Du kannst den Kakao ohne Milch aber auch ganz leicht selbst zubereiten. Wenn du als Milchersatz Haselnuss-Milch verwendest, wird der Trinkkakao noch schokoladiger.
Tipp: Mit selbst gemachtem Instant-Kakao-Pulver lässt sich der Zuckergehalt im Vergleich zu Fertigprodukten erheblich reduzieren.
Kaffee – sogar mit Pflanzenmilch-Schaum
Während sich ein Schuss Milch zum schwarzen Kaffee leicht durch einen Pflanzendrink ersetzen lässt, fällt Fans von Cappuccino und Latte Macchiato der Umstieg häufig schwerer. Denn manche Pflanzenmilch-Sorten neigen zum Ausflocken, wie zum Beispiel Mandelmilch.
Zudem lässt sich nicht jede pflanzliche Milch so gut aufschäumen wie Kuhmilch. Dabei spielt vor allem der Eiweißgehalt eine Rolle. Sojamilch, die fast ebenso viel Proteine wie Kuhmilch enthält, lässt sich entsprechend gut aufschäumen, aber auch mit anderen Pflanzenmilch-Sorten kann man schönen Milchschaum produzieren.
Wer einen besonders festen Schaum für Latte Macchiato und Co. möchte, kann aus Hafermilch auch eine Barista-Hafermilch selber machen. Aber auch im Supermarkt oder online findet man immer häufiger aufschäumbare Pflanzendrinks.
Einfache und dennoch originelle vegane Gerichte mit überwiegend regionalen Zutaten findest du auch in unserem Buch:
Welchen Klassiker bereitest du lieber mit Pflanzenmilch zu als mit Kuhmilch? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen und Rezepte in einem Kommentar!
In diesen Beiträgen kannst du weiterlesen:
- Lieblingsgerichte veganisieren: 8 tierische Zutaten einfach ersetzen
- Veganer Ofenkäse: So gelingt der cremige Genuss ohne Käse
- Vegane Rohkosttorte – der kühle, leichte Sommergenuss
- Dein eigener Duft, selbst gemacht aus natürlichen ätherischen Ölen
9 Kommentare
Die Kommentare sind geschlossen.
Pudding mit Hafermilch ausprobiert. Funktioniert nicht. Griesbrei mit Hafermilch ausprobiert: Funktioniert nicht. Was für ein Müll hier verbreitet wird…
Bei uns wie auch bei zahlreichen anderen “Smarties” funktionieren all diese Varianten problemlos. Welche genauen Zutaten hast du denn verwendet (Hersteller?) und wie genau bist du vorgegangen?
Liebe Grüße
Das Problem mit der Milch, die dick wird hatte ich auch. Bei mir war es die Buchweizenmilch. Könnte das Problem leider nicht klären. Zum Warmmachen verwende ich jetzt Reis- oder Mandelmilch ohne Zusätze aus dem Supermarkt.
Hallo Heike
Kühe stoßen bei jedem Rülpser – und das tun sie wohl dauernd- Methan aus, dass ich in CO2 verwandelt. Deshalb sollte jeder, und wohl grad ich, die sich sehr um den Klimawandel sorgt und ich versuche so gut ich kann bisschen gegenzusteuern, auf Milch und Milchprodukte zu verzichten. Und genau das kann ich nicht, weil ich das Calcium brauche.
Aber danke für die vielen anderen tollen Rezepte ect. Geschirr Spülmittel, Waschmittel, Cremes, Putzmittel, inzwischen findet man bei mir fast nur noch selbstgemachtes, und für mich ist es eine Art Ausgleich.
herzlichen Dank für all Ihre Mühe, soviel ausprobieren und uns mitzuteilen.
Hallo Margret,
wenn du Milchprodukte vermeiden möchtest, kannst du auch auf viele pflanzliche Calciumlieferanten zurückgreifen. Guck mal in unseren Beitrag dazu: https://www.smarticular.net/calciumquellen-pflanzlich-vegan-statt-milch/
Aber wie Heike schon sagt: Die eigene Gesundheit geht vor!
Liebe Grüße, Annette
Hallo
Danke für die wertvollen Tipps, aber ich habe ein Problem ich hatte eine sehr schwere Osteoporose, die mit Vit D3 und Calcium, ca 1000mg aus Nahrungsmittel, also Milch, Quark, Joghurt. Hartkäse ging auch, bin aber kein Fan davon.
künstl hergestelltes Calcium ist giftig, macht Herzprobleme bis hin zum Herzinfarkt.
seit ca 2010 ist das bekannt, seit dem habe ich alle calciumpräperate weggeschmissen.
somit bin ich weiter Verursacher v CO2 Anstieg. Butter ist schon längst gestrichen, Rahm auch, nehme dafür Joghurt, sahne brauche ich nicht.
Hallo Margret,
ich sehe nicht, wo da unnötiges CO2 entsteht? Da würde ich mir mal keine Gedanken drum machen; Hauptsache, die Gesundheit hält mit!
Lieben Gruß
Heike
Vielen Dank für die Tipps, die Lust machen aufs Ausprobieren.
Ich stelle hin und wieder Pflanzen”milch” selbst her, z.B. aus Mandeln, Dinkel oder Hafer. Als ich die Dinkelmilch einmal nutzte, um einen Grießbrei zu machen, ist sie allerdings sehr eingedickt beim Kochen, es entstanden gelartige Klümpchen. Bisher konnte mir noch niemand sagen, wie ich das vermeiden kann. Die gekauften Drinks haben ja oft noch andere Zutaten drin wie Zucker und Öl. Heißt das, ich sollte das auch hinzugeben, damit ich wirklich damit kochen kann?
Danke für jeden Tipp.
Hallo Gaby, industriell hergestellte Produkte lassen sich ja häufig nur schwer mit selbst gemachten vergleichen. Bei der Dinkelmilch könnte es an der enthaltenen Stärke und am enthaltenen Gluten liegen. Letztlich muss man wohl einfach ein bisschen herumprobieren, bis man eine passende Rezeptur gefunden hat. Liebe Grüße Sylvia