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Gutes Salz muss nicht teuer sein
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Im Handel gibt es zahlreiche Sorten von Salz mit unterschiedlichen Zusätzen und Werbeversprechen. Doch gutes Salz muss weder teuer sein, noch von ganz weit her kommen.

Täglich verliert der Körper eines erwachsenen Menschen Salz. Deswegen muss es über die Nahrung wieder aufgenommen werden. Doch welches Salz ist das beste und gesündeste von all den vielen unterschiedlichen Sorten, die es auf dem Markt heute gibt? Welche Menge Salz sollte ich zu mir nehmen? Wie sinnvoll ist es, mit Jod, Fluorid und anderen Stoffen angereichertes Salz zu kaufen? Diesen Fragen gehen wir in diesem Beitrag nach.

Wie viel Salz ist nötig?

Der tägliche Salzbedarf eines Menschen beträgt zwischen drei und maximal zwanzig Gramm. Bei intensiver sportlicher oder körperlicher Belastung können deutlich mehr als drei Gramm benötigt werden. Die WHO empfiehlt eine Salzzufuhr von weniger als fünf Gramm pro Tag (entspricht etwa einem Teelöffel). In Europa werden laut verschiedener Gesundheitsbehörden jedoch täglich etwa acht bis elf Gramm und mehr pro Person konsumiert. Ein zu hoher Salzkonsum kann allerdings erhöhten Blutdruck verursachen. Dadurch werden wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt, das Infarkt-Risiko steigt.

Vorsicht vor versteckten Salzen!

Im Allgemeinen sind sich Konsumenten hierzulande der Tatsache bewusst, dass zu viel Salz ungesund ist. Beim Kochen zu Hause wird darauf auch häufig geachtet. Größere Gefahr lauert da schon in den sogenannten versteckten Salzen. Diese nehmen wir, oft ohne es zu wissen, mit verarbeiteten Lebensmitteln und anderen Produkten der Nahrungsmittelindustrie auf. Besonders Fertiggerichte enthalten in der Regel viel zu viel Salz. Da ist unbedingt Vorsicht geboten. Doch auch wer keine Fertiggerichte zu sich nimmt, isst in Brot, Fleisch- und Wurstwaren sowie Käse versteckte Salze.

Salzarten

Unzählige Sorten Salz sind im Handel erhältlich und erleichtern nicht gerade die Entscheidung beim Einkauf. Doch welches Salz bietet wirklich einen gesundheitlichen Nutzen? Welches Salz ist vielleicht ökologisch als auch sozial problematisch? Wir stellen die häufigsten Salze vor und vergleichen.

Steinsalz

Steinsalz, auch Halitit oder Salzgestein genannt, ist ein Sedimentgestein. Es entstand als fossiles Relikt aus konzentriertem Meerwasser. Etwa 70 Prozent des weltweit produzierten Kochsalzes ist Steinsalz. Es besteht zu 98 % aus Natriumchlorid.

Meersalz

Meersalz wird aus Meerwasser durch Verdampfung (durch Sonne und Wind) in künstlich angelegten Becken, den Salzgärten, gewonnen. Die Fleur de Sel (deutsch: Salzblume) ist das teuerste Meersalz und wird entlang der Mittelmeerküste, z.B. in Frankreich oder Portugal, gewonnen. Hauchdünne Schichten des Kristalls werden von Hand von der Wasseroberfläche abgetragen. Fleur de Sel unterscheidet sich von herkömmlichem Salz durch seine knusprige Konsistenz sowie seinen speziellen Geschmack, der aus den enthaltenen Calcium- und Magnesiumsulfaten resultiert.

Wegen der zunehmenden Belastung der Weltmeere mit Schwermetallen, Mikroplastik und anderen Schadstoffen gibt es beim Meersalz leider immer größere Qualitätsunterschiede, viele Menschen lehnen Meersalz aus diesem Grund mittlerweile gänzlich ab.

Siedesalz

Siedesalz wird ebenfalls durch Verdampfung gewonnen. Dafür werden kochsalzreiche Mineralwässer (Sole) gekocht bis nur noch das Salz übrig bleibt. Salinen, in denen aus Sole Speisesalz gewonnen wird, gibt es auch hierzulande. Lange Transportwege hat das Siedesalz daher nicht.

Himalayasalz

Himalayasalz ist ein Steinsalz mit rosa Färbung, die durch die enthaltenen Eisenionen hervorgerufen wird. Dem Salz wurde unter anderem von Peter Ferreira und Barbara Hendel eine heilende Wirkungen bei einer Reihe von Zivilisationskrankheiten nachgesagt. Durch ihr Buch „Wasser und Salz – Urquell des Lebens“ erlangte das exotische Himalayasalz bei uns im Westen schnell große Popularität. Untersuchungen, u.a. vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, zufolge unterscheidet sich dieses Salz in seiner Zusammensetzung kaum von anderen Speisesalzen. Trotzdem wird das Salz zu einem fünfzigfach höheren Preis verkauft als anderes Speisesalz. Man bezahlt als Kunde hier also weniger für die hohe Qualität als für den weiten Transportweg und das Marketing des Naturproduktes.

Die diversen Salze auf dem Markt unterscheiden sich weniger in ihrer Zusammensetzung als durch ihre Herkunft, die Art und Weise der Gewinnung und den Preis. Salz ist aus heimatlichen Regionen, aber auch aus dem fernen Himalaya erhältlich, und zwar zu Preisen von nicht einmal einem Euro bis hin zu zwanzig Euro pro Kilogramm.

Steinsalz kommt aus dem Urmeer. Auch das heimische Steinsalz ist etwa 200 Millionen Jahre alt, wie der Exot aus dem Himalaya. Dank des kurzen Transportwegs ist es jedoch deutlich umweltfreundlicher. Wer sich für gutes Salz entscheiden möchte, muss nicht viel Geld dafür ausgeben.

Wem der soziale Aspekt beim Einkauf wichtig ist, der sollte darauf achten, wie das Salz gewonnen wird. Fleur de Sel beispielsweise wird in seinen Anbaugebieten traditionell in Handarbeit hergestellt. Mit dem Kauf dieses Salzes unterstützt man also diese alte Produktionsweise und sichert Arbeitsplätze in sonst eher strukturschwächeren Regionen. Wer die Salzbergwerke und Salinen in seiner Region unterstützen möchte, kauft besser deren Produkte.

Zusatzstoffe im Salz – sinnvoll oder sogar schädlich?

In Deutschland und den meisten anderen Industrieländern werden dem Speisesalz Spurenelemente und Vitamine zugesetzt. Welche Zusatzstoffe das sind und wozu sie vielleicht gebraucht werden, klären wir im Folgenden.

Jod

Jod bewirkt die Bildung des Hormons Thyroxin, welches an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Wer unter Jodmangel leidet, kann seine geistige Leistungsfähigkeit verlieren und eine Schilddrüsenvergrößerung riskieren.

Über die Nahrung können wir relevante Mengen Jod nur durch Seefisch und Algen aufnehmen. Auch Meersalz weist von Natur aus zwar Jod auf, in einem Kilogramm Meersalz sind jedoch nur zwischen 0,5 und 5 mg Jod enthalten. Diese Menge ist für die alleinige Versorgung nicht ausreichend.

Zwar hat sich die Jodversorgung in Deutschland seit 1990 verbessert, dennoch weisen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) noch etwa ein Drittel der Bevölkerung einen Jodmangel auf. Deshalb empfiehlt das BfR die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt. Kritiker widersprechen dieser Einschätzung und argumentieren, dass die Verwendung von Jodsalz zu Hause nicht mehr unbedingt notwendig sei, da industriell hergestellte Lebensmittel bereits jodiertes Salz enthalten. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, welches Salz dem für den persönlichen Lebensstil das richtige ist..

Fluorid

Dieses Spurenelement ist für den Menschen zwar nicht lebensnotwendig, es wirkt jedoch kariesvorbeugend. Fluorid kann durch Speisesalz aufgenommen werden. Es wird dort in geringen Mengen in Form von Natriumfluorid oder Kaliumfluorid zugesetzt. Doch Vorsicht, es ist auch in manchen Mineralwässern und einigen Zahnpasten enthalten. Daher sollte man darauf achten, eine Überdosierung zu vermeiden. Eine jahrelange, hohe Überdosierung kann den Zahnschmelz, aber auch die Knochen und sogar die Nieren schädigen.

Folsäure

Folsäure ist ein B-Vitamin und im menschlichen Körper an vielen Wachstumsprozessen beteiligt. Folsäure ist natürlich in Spinat, Brokkoli, Tomaten und Vollkornprodukten enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 300 Mikrogramm täglich. Bereits mit den relativ geringen Mengen Folsäure in den genannten Lebensmitteln ist man gut mit diesem Vitamin versorgt. Folsäure im Salz ist bei einer ausgewogenen Ernährung also nicht notwendig.

Die Überdosierung von Folsäure ist auf der anderen Seite nicht ganz ungefährlich, da sie einen Mangel an Vitamin-B12 verdecken kann. Wer dennoch auf mit Folsäure angereichertes Salz zurückgreifen möchte, sollte es erst nach dem Kochen zusetzen, weil der Nährstoff hitzeempfindlich ist.

Rieselstoffe

Salz ist natürlicherweise mit geringen Mengen anderer Salze vermischt. Das enthaltene Magnesiumchlorid zieht Wasser an und bewirkt Verklumpen. Deshalb werden in herkömmlichem Speisesalz verschiedene Substanzen als Rieselhilfe zugesetzt. Diese Zusatzstoffe sind für Speisesalze zwar zugelassen und werden als unbedenklich eingestuft, ob man sie in seiner Nahrung haben möchte, ist aber eine individuelle Entscheidung.

Fürchtest du einen Jodmangel, kannst du also auf das mit Jod angereicherte Salz zurückgreifen.

Aus Angst vor Folsäuremangel muss man jedoch kein Salz mit Folsäure kaufen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Spinat, Brokkoli, Tomaten und Vollkornprodukten reicht aus.

Bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln dürfen Zusätze wie Jod nicht eingesetzt werden. Konsumenten, die sich überwiegend von Bio-Produkten ernähren, können um ausreichend versorgt zu sein beim Kochen zu Hause ab und zu auf Jodsalz zurückgreifen oder ganz einfach natürliche Jod-Lieferanten regelmäßig auf den Speiseplan setzen.

Rieselhilfen sind nicht unbedingt notwendig, die altbewährten Reiskörner im Salzstreuer tun es auch.

Wer seinen Salzkonsum verringern möchte ohne dabei auf Geschmack zu verzichten, kann beim Kochen ganz einfach mehr andere Gewürze und Kräuter in frischer oder getrockneter Form einsetzen. Zusätzlich sollte stark verarbeitete Fertignahrung gemieden werden.

Im Handel gibt es zahlreiche Sorten von Salz mit unterschiedlichen Zusätzen und Werbeversprechen. Doch gutes Salz muss weder teuer sein, noch von ganz weit her kommen.

Welches Salz benutzt du zu Hause und warum? Über einen Kommentar von dir freuen wir uns!

Salz findet nicht nur in der Ernährung, sondern kann auch in Haushalt und Kosmetik Verwendung. Vielleicht interessieren dich auch folgende Links:

  • Karin

    Danke für den Artikel, endlich mal jemand der das Himalayasalz nicht in den Himmel lobt. Ich verwende zum Kochen eigendlich nur ganz normales grobes Salz aus der Mühle, dadurch verwende ich automatisch weniger als wenn ich das feine Salz aus der Packung verwende. Meistens nehme ich Meersalz da Steinsalz nicht immer grob angeboten wird, da brauche ich auch keine Zusatzstoffe, die nehme ich ja sowieso über die Nahrung auf.

    • Marla

      Hallo Karin, vielen Dank für das Lob. Zusatzstoffe im Salz sind wirklich unnötig, wenn man sich ausgewogen ernährt :)

  • Miami

    Fluorid ist giftig und reiner Industrieabfall!

  • Alexandra La Course

    Fluorid ist ein Abfallprodukt der Industrie und hoch giftig! Es beugt keinesfalls Karies vor, im Gegenteil. Seit ich Zahnpasta ohne Fluorid nehme sind meine Zähne besser geworden.
    Mein Zahnarzt nimmt privat auch keine fluoridhaltige mehr.
    Ansonsten finde ich eure Seite super und mache einiges nun selbst – vielen Dank! :-)

  • Nicky

    Bevor man so einen Artikel veröffentlicht sollte man sich über die Zugesetzten Stoffe auch ordentlich informieren. Dass man Fluor nicht essen sollte, und es auch nicht gegen Karies hilft weiß doch inzwischen jeder der sich ein bisschen mit Ernährung beschäftigt. Schade.

    • Hallo Nicky, zunächst mal ist Fluor nicht gleich Fluorid. Darüber hinaus ist es mit Fluorid wie mit fast allem: Was in geringer Menge unschädlich ist (bzw. in diesem Fall sogar ein wichtiges Spurenelement), kann in großer Menge giftig sein. Die Dosis macht den Unterschied. Zur Wirksamkeit von Fluorid in der Zahnpflege gibt es zahllose Studien, ein ausgewogenes Bild liefert z.B. die Universität Freiburg: https://www.uniklinik-freiburg.de/zahnerhaltung/patienten-info/behandlungsspektrum/prophylaxe.html
      Dennoch muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob sie oder er Zahncreme oder Salz mit Fluorid verwenden möchte. Um einem Mangel vorzubeugen, ist dies jedenfalls üblicherweise nicht notwendig, denn das Spurenelement ist in zahlreichen Lebensmitteln enthalten. Liebe Grüße!

  • Trippingtribe

    Das Himalaya Salz stammt im Übrigen nicht aus dem Himalaya, sondern hauptsächlich aus Pakistan. Ein geringer Anteil kommt sogar aus Polen.

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