Altes Weißbrot nicht wegwerfen, sondern vielseitig weiterverarbeiten!

Auf den Teller statt in den Müll! Mit diesen Rezepten zauberst du aus altem Weißbrot kulinarische Köstlichkeiten für jeden Geschmack.

Kennst du das auch? Du hast abends ein halbes Baguette in der Küche vergessen und morgens ist es steinhart. Oder dass an manchen Tagen einfach weniger Brot gegessen wird als geplant, weil entweder der Hunger lieber mit Müsli gestillt wurde oder nach einer Party einiges an Baguette übrig blieb? Manchmal hat auch die Zeit zum rechtzeitigen Einfrieren oder Auffrischen gefehlt oder das Brot wurde schlicht vergessen. Echt ärgerlich!

Jeder weiß, dass man solche Überbleibsel mit der Reibe einer Küchenmaschine zumindest noch zu Semmelbrösel verarbeiten kann. Doch auch ohne diese Prozedur kannst du Weißbrotreste noch äußerst vielseitig weiterverarbeiten! Deshalb verrate ich dir weniger aufwändige Alternativen, die als Basis zu leckeren und schnellen Speisen dienen.

Herstellung von Würfeln und Scheiben

Neben der oben genannten Herstellung von lagerfähigen Semmelbröseln bieten sich zwei weitere Zwischenstufen zur vereinfachten Bevorratung an.

Scheiben: Halbtrockenes Brot zu möglichst feinen bis daumendicken Scheiben schneiden, gleich verwenden oder für die spätere Verwendung trocknen.

Würfel: Kleine Würfel lassen sich aus etwa einem Zentimeter dicken Brotscheiben schneiden, die dann getrocknet zum Einsatz kommen.

Steinhart gewordene Brote kannst du gegebenenfalls im Dampf auffrischen, damit sie ohne großes Krümeln geschnitten werden können.

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Schnelle Rezepte für Weißbrotreste

Mit den folgenden Rezepten kannst du aus den vorbereiteten Brotresten viele einfache, überraschende und immer wieder köstliche Speisen herstellen.

1. Croûtons

Aus gewürfelten Brotresten werden im Nu leckere Croûtons, die du wie folgt zubereitest und verwendest: Speiseöl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erwärmen, die Würfel dazugeben, mehrmals wenden und goldbraun rösten.

Etwas mehr Raffinesse bekommen die Croûtons, wenn wahlweise Gewürze wie eine ganze Knoblauchzehe, Oregano, Rosmarin, Curry oder Chili zugegeben werden. Alternativ sind dafür Gewürzöle geeignet.

Verwendung: Als letzte Zutat passen geröstete Brotstücke auf fertig angerichtete, einfache Suppen oder Salate. Sie sorgen für abwechslungsreichen Geschmack und Knuspervergnügen. Auch optisch wird ein einfacher Salat wie der Ahornsalat zum Hingucker. In Kartoffelknödel eingepackt zaubern geröstete Brotwürfel kleine Überraschungen auf den Teller und passen zu Soßengerichten.

Hinweis: Geröstete Brotwürfel sind maximal ein bis zwei Wochen haltbar.

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2. Müsli-Würfelchen, karamellisierte Knusperwürfel

Ebenso wie die Croutons kannst du aus feinen, zwei Tage alten Weißbrotscheiben kleine Würfel herstellen, karamellisieren und als feine Müsli-Zutat verwenden.

  1. Kleine Würfel kurz in geschmacksneutralem Öl anbraten.
  2. Je nach Vorlieben mit einem bis drei Teelöffeln Zimtzucker oder Vanillezucker bestreuen und unter ständigem Umrühren karamellisieren lassen. Auch
  3. Honig oder Agavendicksaft eignen sich für den Knusper-Überzug.
  4. Die karamellisierten Würfelchen zum Abkühlen auf einen Teller geben und über das angerichtete Müsli geben. Aber auch so als kleine süße Knabberei sind diese Würfel bei uns schneller weg, als man schauen kann.

3. Brotsuppe und Gemüsefrikadellen

Semmelbrösel, Brotwürfel oder ganze Brötchen eignen sich zum Verdicken von Suppen, Soßen und Frikadellen beziehungsweise Bratlingen. Sie machen in vielen Rezepten die Speisestärke überflüssig.

Zum Verdicken von Soßen oder Suppen, wie zum Beispiel Spargel- oder Tomatensuppe, können Semmelbrösel oder Brotscheiben eingeweicht und mitgekocht werden. Während die Semmelbrösel schon fein genug sind, werden Brotwürfel, Brotscheiben oder ganze Brötchen nach vollständigem Einweichen im Mixer zerkleinert. Beide Varianten sorgen für eine homogene, verdickte Flüssigkeit.

Falls du auf Fleisch verzichten möchtest, findest du ein Rezept für leckere, vegane Gemüsebratlinge zum Beispiel hier.

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4. Semmelknödel, Semmelbratlinge und Gröstl

Semmelknödel, auch Semmelklöße genannt, sind die größten Verwerter von Brotresten. Traditionell werden sie mit Milch und Eiern hergestellt. Solltest du auf der Suche nach einer veganen Variante sein, wirst du hier fündig.

Für sechs traditionelle Semmelknödel werden folgende Zutaten benötigt:

  • dünne Weißbrotscheiben oder kleine Würfel (etwa 250 g)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ei
  • 250-350 ml Milch
  • 1/2 Bund Petersilie
  • etwas Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • optional 1-2 Prisen Muskatnuss

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Und so gehst du vor:

  1. Abhängig von der Trockenheit der Brotreste die Milchmenge aufwärmen, über die Brotreste gießen und zugedeckt beiseite stellen. Gelegentlich umrühren, bis sie vollgesogen sind.
  2. Klein geschnittene Zwiebeln in Öl glasig dünsten, Petersilie fein hacken. Beides zur eingeweichten Brotmasse geben und dann mit Ei, Salz, Pfeffer sowie weiteren, optionalen Würzzutaten verrühren.
  3. Mit beiden Händen gut durchkneten, bis ein formbarer Teig entsteht. Er darf durchaus noch ganze Brotstücke enthalten, wie gemixt sollte er nicht aussehen.
  4. Ist der Teig noch zu klebrig zum Formen, kann mit ein paar Esslöffeln Semmelbrösel oder Mehl weiter angedickt werden.
  5. Handgroße Kugeln drehen und für 15-20 Minuten in heißem, aber nicht sprudelndem, leicht gesalzenem Wasser ohne Deckel ziehen lassen.

Traditionell werden diese selbst gemachten Semmelknödel warm zu Braten oder Pilzsoße serviert. Aber auch in Scheiben geschnitten und wie Bratlinge in der Pfanne angeröstet sind sie mit einem Knoblauchdip oder Salat immer wieder lecker.

Eine andere Alternative ist das sogenanntes Gröstl. Dazu werden die Knödel in Scheiben geschnitten und mit Bratkartoffeln, Röstzwiebeln und optional mit Pilzen angebraten. Eine weitere beliebte Variation sind Speckknödel. Dem Grundrezept werden noch 150 Gramm Speck zu den Zwiebeln hinzugeben und beides in die Brotmasse verrührt. Die deftigen Knödel schmecken in einer klaren Suppe, zu Pilzsoße, Sauerkraut oder Salat.

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5. Herzhafter italienischer Brotauflauf

Für den großen Hunger eignen sich zwei bis drei Tage alte (oder aufgefrischte), dickere Brotscheiben, die zu einem schnellen italienischen Auflauf werden.

  1. Auflaufform abwechselnd mit Weißbrot-, Tomaten- und Mozzarella-Scheiben (wahlweise auch zusätzlich mit Auberginen oder Zucchini) bestücken.
  2. Sparsam Olivenöl über die Reihen verteilen und mit Oregano und wenig Salz bestreuen.
  3. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad zirka 20-25 Minuten knusprig backen.

Tipp: Wer es weniger kross mag, kann den Auflauf vor der Backzeit noch mit etwas Wasser bespritzen und mit Mozzarella-Stückchen garnieren.

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6. Bruschetta oder schnelle Pizza

Für die italienischen Momente eignen sich zwei bis drei Tage alte, dickere Brotscheiben, um aus ihnen die typische Bruschetta oder einfache, kreative Gemüsetoasts mit Auberginen oder Zucchini zu zaubern.

  1. Über die angetrockneten Schnittflächen mit einer Knoblauchzehe reiben.
  2. Etwas Olivenöl mit einem Teelöffel über den Scheiben verteilen und mit leicht gesalzenen, kleingewürfelten und gut durchgezogenen Gemüsestücken reichlich belegen. Für drei Baguettescheiben benötigst du zum Beispiel eine Tomate.
  3. Bei 100 Grad auf mittlerer Schiene für 15-20 Minuten backen und warm servieren.

Ebenso kann eine schnelle Mini-Pizza daraus werden. Auf das kleingeschnittene Gemüse folgt ein Belag deiner Wahl. Mit etwas Oregano verfeinern und mit Ofenkäse (gibt’s auch vegan) belegen. Bei identischer Backofeneinstellung entsteht ein leckerer, veganer Pizzatoast.

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7. Süße Speisen

Kinder lieben Süßspeisen, aber auch Erwachsene freuen sich über Gerichte mit den Namen Kirchmichel oder Arme Ritter, die aus alten Brotscheiben hergestellt werden.

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Die Armen Ritter, auch French Toast genannt, werden wie folgt hergestellt:

  1. Drei halbtrockene, dickere Brotscheiben einzeln in einer Mischung aus einem Ei und 100 ml Milch eintunken und etwas einziehen lassen.
  2. In einer Pfanne mit geschmacksneutralem Öl bei mittlerer Temperatur anbraten und wenden. Die untere Lage ebenso lange erwärmen.
  3. Währenddessen die obere Seite mit Zimtzucker bestreuen und noch einmal wenden. Die French Toasts sind fertig, wenn der Zucker leicht karamellisiert ist.

Den passenden Kirsch- oder Obstauflauf zur Brotverwertung findest du in diesem Beitrag.

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8. Kräuter-Brotchips

Drei Tage altes Brot eignet sich hervorragend, um pikante Knabbereien aus dünnen Brotscheiben zu machen. Sie werden wie folgt zubereitet:

  1. Eine Knoblauchzehe durch die Knoblauchpresse drücken, einen halben Teelöffel Gewürze wie Oregano, Rosmarin oder Chili sowie eine Prise Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben.
  2. Abhängig von der Menge der herzustellenden Brotchips Olivenöl hinzugeben, verrühren und etwas durchziehen lassen.
  3. Dünne Brotscheiben von etwa einem halben Zentimeter abschneiden, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit der Würz-Marinade bestreichen.
  4. Im vorgeheizten Backofen bei 100 Grad für 10-15 Minuten knusprig backen. Die würzigen Brotscheiben auf einen Teller zum Abkühlen legen.

Tipp: Ebenso geeignet sind selbstgemachte Kräuteröle!

9. Erfrischende Sommer-Suppe mit altbackenem Brot

Schnell gemacht und der perfekte Genuss an heißen Sommertagen ist eine kalte Suppe mit Tomaten und altbackenem Brot. Du brauchst dafür nur wenige Zutaten:

  • 1 kg Tomaten
  • 200-250 g helles Weizenbrot vom Vortag
  • 1-3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Sherry-Essig oder Weinessig
  • 8 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Kalte Suppen sind besonders schnell zubereitet und eignen sich wunderbar als Lunch-to-go, nicht nur im Sommer! 5 internationale Rezepte für würzige, erfrischende Suppen ohne Kochen.

Die Zubereitung geht blitzschnell:

  1. Brot würfeln.
  2. Tomaten waschen und pürieren.
  3. Brotwürfel zum Tomatenpüree geben und für fünf Minuten ziehen lassen.
  4. Knoblauch schälen, grob zerkleinern und zusammen mit dem Essig dazugeben.
  5. Alles mit dem Stabmixer fein pürieren.
  6. Salz und Olivenöl hinzufügen und nochmals für ein paar Minuten mixen.
  7. Vor dem Servieren für einige Zeit kalt stellen.

Tipp: Hier findest du weitere Rezepte für köstliche kalte Suppen.

Bei einer so großen Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten kann Weißbrot gar nicht mehr alt werden.

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Kennst du noch weitere Rezepte zur Verwertung von Brotresten? Wir freuen uns über Ergänzungen in der Kommentarfunktion und auch über Fotos zu Brotgerichten! Weitere Ideen und Rezepte findest du auch in unserem Buchtipp:

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4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Maria Zellner

    Übriges Brot schneide ich in Scheiben und trockne es. Es hält sich so viele Monate oder sogar Jahre. Die Scheiben gebe ich in Suppen oder Salate.

    Antworten
  2. Meine Idee: ich presse so viel Knoblauch ich mag (sehr viel), rühre Öl meiner Wahl dazu, gebe es auf die alten Brotscheiben (egal welches Brot, auch dunkles oder auch Semmeln) und „brate“ es wie gewünscht an. Ein sehr schnelles Essen, das wir lieben. Entweder nur so oder auch mit zusätzlichem Brotbelag nach Wahl. Vampire haben keine Chance! ;-)

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Eine wunderbare Idee, probieren wir aus – bevorzugt an einem Wochenende wegen des möglichen Geruchs ;-) Liebe Grüße!

    • ..und immer zu zweit, erhält die Beziehung *g*

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