Resteessen aus aller Welt: Abwechslungsreiche, leckere Reste-Rezepte

Früher gab es oft einmal pro Woche Resteessen. Im Laufe der Zeit ist diese praktische Tradition etwas verloren gegangen - hier findest du internationale Ideen für Essensreste!
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Was haben Quiche und Tortilla gemein? Es sind Mahlzeiten, die ursprünglich aus dem europäischen Ausland kommen und vorrangig der Resteverwertung dienten. In jeder Kultur gibt es eigene Traditionen und Rezepte, um Reste sinnvoll zu verwerten. Wenn du diese abwechslungsreichen Gerichte auch in deine Küche holen möchtest, dann haben wir hier ein paar tolle Ideen für dich!

Wenn am Ende der Woche die Reste verschiedenster Lebensmittel in kleinen Mengen vorhanden sind, kann man kreativ werden und neue leckere Speisen daraus zaubern.

Resteeintopf

Am einfachsten zuzubereiten ist wohl der Resteeintopf. Als Basis dient zumeist eine Gemüse- oder Fleischbrühe. Alle verfügbaren Reste werden in mundgerechte Stücke geschnitten und in der Brühe gekocht. Auf diese Weise lassen sich fast alle Überbleibsel aus der Küche in eine leckere Mahlzeit verwandeln: Gemüse, Wurst, Nudeln, Eier, Reis, Hülsenfrüchte, aber auch (Frisch-)Käse, Sahne, Fleisch, Meeresfrüchte, saure Gurken und sogar Brotreste.

Gemüse-Curry

In einem Reste-Curry lassen sich viele Gemüsereste zu einem schnellen Gericht verarbeiten. Solche Currys sind im ostasiatischen Raum weit verbreitet und werden mit vielen aromatischen Gewürzen verfeinert. Dazu wird meistens Reis oder Brot gegessen; das Curry schmeckt aber auch pur sehr gut.

Wenn du denkst, aus Gemüseresten lässt sich nichts zaubern, dann kennst du das einfachste Rezept für Gemüsecurry aus Resten noch nicht. Fertig in weniger als 30 Minuten!

Tortilla de Patatas

Eine typisch spanische Art der Resteverwertung ist die Tortilla de patatas. Als Basis für dieses Omelett dienen Eier und gekochte Kartoffeln, und mit zusätzlichen Gemüseresten lässt sich in kurzer Zeit eine köstliche Gemüse-Tortilla zubereiten.

Die Zubereitung erfordert etwas Geschick und Übung, aber das Ergebnis ist sehr lecker und nahrhaft. Die Tortilla schmeckt sowohl warm als auch kalt und eignet sich als Hauptgericht oder als Snack für zwischendurch.

Hoppelpoppel oder Bauernfrühstück

Die heimischen Varianten der Tortilla sind sogar noch einfacher zuzubereiten und dienen ebenfalls zur Verwertung aller Reste, die sich mit Kartoffeln kombinieren lassen. Der Name “Bauernfrühstück” weist schon darauf hin, dass es sich um eine gehaltvolle Mahlzeit handelt, die den Bauern früher genug Energie geben sollte, um den harten Arbeitstag gut zu überstehen.

Für zwei Portionen Bauernfrühstück (in Berlin auch Hoppelpoppel genannt) brauchst du folgende Zutaten:

  • 4 Pellkartoffeln (geschält) oder Salzkartoffeln vom Vortag
  • 1 Zwiebel
  • 2 Eier
  • ca. 90 g Schinkenspeck oder andere Fleisch- und Wurstreste (optional)
  • ½ Stange Lauch, alternativ ½ Bund Schnittlauch
  • 40 ml Milch oder Schlagsahne
  • Salz, Pfeffer, Muskat nach Geschmack
  • 1 EL Butterschmalz, Butter oder Öl zum Anbraten

So wird das Bauernfrühstück zubereitet:

  1. Kartoffeln in dicke Scheiben, Zwiebel in Würfel und Speck oder Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. In einer Pfanne die Zwiebeln in Fett kurz anbraten, bis sie glasig sind.
  3. Speck bzw. Wurst- oder Fleischstücke zugeben und alles zusammen braten.
  4. Kartoffelscheiben mit in die Pfanne geben und auf beiden Seiten goldbraun anbraten.
  5. In der Zwischenzeit Lauch in Ringe schneiden und über die gebratenen Kartoffeln geben. Alles gut miteinander vermischen und einige Minuten garen lassen. Wenn du stattdessen Schnittlauch verwendest, kannst du ihn in Röllchen schneiden und frisch über das fertige Bauernfrühstück streuen.
  6. Eier mit Milch verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und über die Kartoffeln gießen.

Wenn das Ei gestockt ist, ist das Bauernfrühstück fertig. Traditionell wird es mit eingelegten Gurken oder auch Radieschen serviert.

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Tiroler Gröstl

Das Tiroler Gröstl war ursprünglich eine Mahlzeit, in der die Reste vom Sonntagsbraten verarbeitet wurden.

Für zwei Portionen des deftigen Resteessens werden benötigt:

  • 300 g gekochte Kartoffeln vom Vortag
  • 150 g gekochtes Rindfleisch oder andere Bratenreste
  • 2 Eier
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Prise Majoran
  • 1 EL gehackte frische Petersilie
  • Pfeffer und Salz nach Geschmack
  • 1 EL Öl oder Butter zum Anbraten

Und so wird das Gröstl zubereitet:

  1. Zwiebel in kleine Würfel, Kartoffeln in Scheiben und Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden.
  2. Zwiebelwürfel in Öl anbraten, bis sie glasig sind.
  3. Kartoffelscheiben und Fleischwürfel braten, bis sie knusprig sind. Dafür mehrmals in der Pfanne wenden. Mit Majoran, Petersilie, Pfeffer und Salz würzen.
  4. In einer weiteren Pfanne zwei Spiegeleier mit wenig Fett braten.
  5. Gröstl auf zwei Teller verteilen und je ein Spiegelei obenauf setzen.

Dazu passen Weißkrautsalat oder grüner Salat.

Früher gab es oft einmal pro Woche Resteessen. Im Laufe der Zeit ist diese praktische Tradition etwas verloren gegangen - hier findest du internationale Ideen für Essensreste!

Wenn statt der Kartoffeln übrig gebliebene Semmelknödel gebraten werden, nennt sich das Gericht “Semmelknödel-Gröstel”. Das ist dann nicht mehr original tirolerisch, schmeckt aber trotzdem sehr gut.

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Aber auch ohne Fleisch schmeckt ein Gröstl: Probiere doch mal Kartoffeln vom Vortag mit Champignons und Zwiebeln in Olivenöl gebraten, mit Salz, Pfeffer und Rosmarin gewürzt!

Pizza

Gerüchteweise hat selbst die Pizza ihren Ursprung in der Resteverwertung. Ob das stimmt, ist im Grunde egal, denn auf knusprigem, vielleicht sogar selbst gemachtem Pizzateig (auch als Quark-Öl-Teig möglich) lässt sich alles kombinieren, was schmeckt und weg muss. Ob die Pizza dann auch mal ohne Käse gebacken wird oder ob statt Käse eine vegane Alternative gut schmeckt, lässt sich “zur Not” in einer kleinen Versuchsreihe klären. ;)

Und wer gern in der Küche noch etwas schneller fertig ist, stellt sich aus Gemüseresten und wenigen anderen Zutaten eine köstliche Schüttel-Pizza zusammen – die ist sogar Low Carb!

Quiche

Auch die französische Quiche wurde vielerorts als Resteessen zubereitet. Mit Gemüseresten auf einem Mürbeteig entsteht mit einer solchen Reste-Quiche eine köstliche Hauptmahlzeit oder ein handlicher Snack für zwischendurch oder unterwegs.

Es wurde mal wieder zu viel gekocht, aber du möchtest das Gleiche nicht zweimal hintereinander essen? Dann probiere diese Reste-Quiche, um deine Essensreste abwechslungsreich zu verwerten!

Reispfanne und Nudelpfanne mit Resten

In der asiatischen Küche werden viele Reste einfach mit gebratenem Reis oder gebratenen Nudeln verwertet. Das kann man sich zum Vorbild nehmen für die eigene Resteverwertung von übrig gebliebenem Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch oder Fleisch. Das Geheimnis einer Reis- oder Nudelpfanne aus Resten liegt darin, alle Zutaten nur kurz und mit starker Hitze anzubraten, damit das Gemüse knackig bleibt.

Resteauflauf

Das Gericht mit nordamerikanischen Wurzeln (dort wird es Casserole genannt) ist auch hierzulande sehr beliebt. Denn es eignet sich wunderbar, um alle möglichen Reste zu einer köstlichen neuen Mahlzeit neu zu kombinieren. Ein Resteauflauf kann – herzhaft zubereitet – nur aus Gemüse bestehen; gerne werden aber auch Hackfleisch- und andere Fleischreste darin verarbeitet.

Mit einer Haube aus Kartoffelpüree überbacken, ähnelt er dem aus Großbritannien stammenden Shepherd’s Pie. Die süße Variante, zum Beispiel ein süßer Nudelauflauf mit Obstresten, schmeckt hingegen besonders gut als Nachtisch.

Zur Resteverwertung von Gemüse und Obst ist ein Auflauf besonders gut geeignet, denn darin lassen sich die unterschiedlichsten Zutaten kombinieren - sowohl herzhaft als auch süß.

Kirschmichel

In Deutschland, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg, wird altes Weißbrot in eine leckere Nachspeise verwandelt, den Kirschmichel. Er ist auch als Kirschenplotzer, Körschmichl, Kirschenjockel, Kirschpfanne, Kirschenmännla oder Chirsichlotz bekannt. Er schmeckt am besten noch warm mit (womöglich selbst gemachter) Vanillesoße.

Tipp: Hart gewordenes Brot lässt sich auch hervorragend zu Armen Rittern verarbeiten, die auch French Toast genannt werden.

Obst-Crumble

Der Obst-Crumble stammt urprünglich aus Großbritannien oder den USA. Dieses schnell zubereitete Dessert besteht aus Obst oder Obstresten, die – mit einer Schicht Streusel bedeckt – im Backofen gebacken werden.

Gerade im kühlen Herbst schmeckt ein warmer Obst-Crumble wunderbar. Und außerdem hilft er, die Überfülle an Früchten mal anders zu verwerten als zu Marmelade oder anderen Fruchtaufstrich.

Ein genial einfacher Crumble lässt sich nicht nur mit Äpfeln zubereiten. Mit diesem Grundrezept kannst die beliebte Leckerei aus Früchten (fast) aller Art zaubern - auch vegan.

Foodsharing als weitere Alternative zum Wegwerfen

Wer zum Beispiel kurzfristig dringend verreisen muss und keine Gelegenheit hat, den Inhalt des vollen Kühlschranks zu verarbeiten oder einzufrieren, hat Glück, wenn er die Vorräte an die Nachbarschaft weitergeben kann. Eine weitere Möglichkeit ist, sich auf der Plattform von Foodsharing zu vernetzen und dort nach Abnehmern für die Lebensmittel zu suchen.

Umgekehrt erfährst du über das Portal auch, wenn in deiner Umgebung Mahlzeiten oder Lebensmittel zur Verfügung stehen, die du selbst gut brauchen kannst. Auf diese Art muss niemand Lebensmittel wegwerfen, die sich noch bestens verwerten lassen.

Mehr interessante Ideen zur Resteverwertung gibt es auch in unseren Buchtipps:

Wie verwertest du die Reste aus der Küche? Wir freuen uns auf deine Ideen und Rezepte in den Kommentaren!

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4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Bei mir gibt es zur Resteverwertung einen Gemüsetopf mit Hirse (Qinoa oder Amaranth). Hirse gut abspühlen und nach Packungsanweisung im Topf kochen. Je nach Garzeit das Gemüse (Pilze, Fleisch oder Fischreste) hinzufügen bzw. bei gegartem Gemüse zum Schluß mit erhitzen. Tomaten geben dem Gericht einen tollen Geschmack und können unzerkleinert von Beginn an hinzugefügt werden. Die Haut kann man dann mit einer Gabel herausfischern. Mit reichlich frischen Kräutern, passend zu den anderen Zutaten würzen und je nach Geschmack und anderen ZIutaten mit Pfeffer, Chilli, Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel würzen. Wenn ich beim Abschmecken das Gefühl habe, daß dem Gericht doch noch Salz fehlt, verwende ich selbst gemachtes Kräutersalz. Davon habe ich stets verschiedene Einzelvarianten vorrätig. so paßt das Tannenbaumsalz perfekt zu Pilzen, Liebstöckelsalz zu sämtlichen Suppengemüsen ect.

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  2. Bei mir gibt es auch kein wegwerfen von Lebensmitteln , zumal alles Bio ist was auf den Tisch kommt . Wenn man bedenkt das aus jedem Rest noch etwas neues zu machen ist , dann gibt es keinen Abfall : ) Ich schaue in den Kühlschrank und dann koche ich . Eure Anregungen sind immer toll , macht weiter so !
    Ich zum Beispiel mache aus ein bisschen übriggebliebene Gemüsereste mit ein wenig selbstgemachte Gemüsebrühe immer eine Cremesuppe fürs Abendessen : ) LG

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  3. Ulrike Boll

    Eine weitere gute Möglichkeit, Reste zu verwerten, sind Salate. Gestern habe ich einen Lauchsalat (1 Stange Lauch, 1 Dose Ananas, gekochter Schinken, Salatcreme, Gewürze) gemacht und habe 1/2 Dose übriggebliebene Erbsen und Möhren mitverbraucht. Essen für 2 Tage.

    Gekochte Eier oder Mais wäre auch gegangen.

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Tolle Idee, darauf muss man erstmal kommen! Unsere Salate werden auch immer “bunter”, teils kommen noch gebratene Pilze und Zwiebeln dazu, Kerne, Nüsse, mal Käsestreifen oder auch Obst, alles was schmeckt, darf auch hinein. So einen “Restesalat” werden wir demnächst mal gezielt zubereiten, vielen Dank für die schöne Anregung :-)

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