Sojamilch einfach und preiswert selbstgemacht

Suchst du eine einfache Alternative zur Kuhmilch? Soja Drinks sind eine mögliche Alternative. So stellst du sie leicht selbst her und sparst Geld und Müll!

Immer mehr Menschen hinterfragen die Sinnhaftigkeit des Milchkonsums. Insbesondere Stadtmenschen, die keinen Bauer ihres Vertrauens haben, versuchen Produkte aus der anonymen Massentierhaltung zu meiden. Das mag ethische oder auch gesundheitliche Beweggründe haben. Ganz allgemein lohnt es sich aber auch, das Grundprinzip des Kuhmilchkonsums des Menschen zu hinterfragen.

Egal ob du aus persönlichen Gründen auf Milchprodukte verzichten möchtest oder einfach etwas Abwechslung suchst, sogenannte Sojadrinks aus dem Supermarkt sind oft die erste Alternative.

Doch ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe gängiger Sojadrinks lässt mich grübeln. Sind Fruktose-Glukose-Sirup, Inulin und Monokaliumphosphat wirklich nötig und sinnvoll? Je nach Hersteller und Sorte kommen oft noch eine Menge andere Zutaten dazu. Wenn du all diese Zusätze vermeiden und trotzdem nicht auf die Milch-Alternative aus Sojabohnen verzichten möchtest, dann stelle deine eigene Sojamilch doch ganz einfach selbst her. Wie das schnell und preiswert geht, möchte ich dir in diesem Beitrag vorstellen.

Milch-Alternative mit Soja herstellen

Für deine hausgemachte Sojamilch benötigt du gar nicht viel:

Folgende Werkzeuge werden benötigt:

  • große Schale
  • Tasse (ca. 250 ml)
  • Pürierstab mit hohem Mix-Gefäß
  • feines Sieb oder Tuch
  • großer Löffel

So wird der Sojadrink zubereitet:

  1. Zwei Tassen Sojabohnen über Nacht in reichlich Wasser einweichen.
  2. Wasser abgießen und Sojabohnen noch einmal abspülen.
  3. Die eingeweichten Bohnen mit dem doppelten Volumen Wasser sehr fein pürieren. Hochleistungsmixer schaffen größere Mengen auf einmal, ein Pürierstab genügt aber für den Anfang auch.
  4. Sieb in eine Schüssel hängen und die pürierte Masse durchsieben.
  5. Ggf. die restliche Masse mit einem feinen Tuch erneut durchsieben und die verbleibende Flüssigkeit herausdrücken. Dazu eignet sich ein großer Löffel oder eine Schöpfkelle.
  6. Wenn nur noch wenig Flüssigkeit in der Masse enthalten ist, führe die Enden des Tuchs zusammen und presse die restliche Flüssigkeit mit den Händen aus.
  7. Im Gegensatz zu den meisten anderen DIY-Milchalternativen sollte die gewonnene Rohmilch aus Soja vor dem Verzehr erhitzt werden. Erhitze die Milch langsam unter stetem Rühren. Zu Beginn kann es stark schäumen, dies lässt aber nach kurzer Zeit nach. Lasse die Flüssigkeit ungefähr 15 Minuten köcheln und rühre dabei gelegentlich um.

Suchst du eine einfache Alternative zur Kuhmilch? Soja Drinks sind eine mögliche Alternative. So stellst du sie leicht selbst her und sparst Geld und Müll!

Mit dieser Methode erhältst du 750 ml bis ein Liter Sojamilch. Sie ist noch hochkonzentriert und kann auf bis zu zwei Liter gestreckt werden. Gib einfach nach und nach Wasser dazu und probiere die Sojamilch.

Der Verfeinerung deiner Sojamilch sind keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es zum Beispiel, eine Vanilleschote mitzupürieren, oder eine Chili? So einfach ist die Sojamilch gemacht. Sie flockt bei mir nicht im Kaffee und hat eine angenehm wohlschmeckende Sojanote.

Tipp: Wenn dir der Sojageschmack noch zu intensiv ist, kannst du die Bohnen nach dem Einweichen schälen.

Ein Wort zu Soja

Sojaprodukte gehören für viele Veganer und Vegetarier zu den Top-Ersatzprodukten. Allerdings genießt Soja keinen durchweg positiven Ruf, sondern es werden auch kritische Stimmen laut. Oft werden die Phytoöstrogene in der Sojabohne, die Isoflavone kritisiert. Widersprüchliche Studien sprechen ihnen negative und auch positive Eigenschaften zu und das letzte Urteil ist hierbei wahrscheinlich noch lange nicht gesprochen. Fakt ist jedoch, dass Soja viele wertvolle Vitalstoffe enthält und für einen großen Teil der Weltbevölkerung zu den lebenswichtigen Grundnahrungsmitteln gehört.

Suchst du eine einfache Alternative zur Kuhmilch? Soja Drinks sind eine mögliche Alternative. So stellst du sie leicht selbst her und sparst Geld und Müll!

Das wichtigste bei der selbstgemachten Sojamilch sind, wie bei allen anderen Lebensmitteln auch, hochqualitative Rohstoffe aus natürlichem Anbau und Konsum in Maßen statt Massen.

Wenn du noch andere Alternativen zu Milchprodukten probieren möchtest, interessieren dich vielleicht diese Themen:

Hast du schon einmal deine eigene Sojamilch hergestellt? Was sind deine Erfahrungen?

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28 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ich stelle meine Sojamilch, Nussmilch etc. schon seit vielen Jahren in einem Sojazubereiter selbst her.
    Dieses hier veröffentlichte Rezept ist sehr umständlich und kann sogar gesundheitsschädlich sein, wenn der Nachtrag, dass Sojamilch vor dem Verzehr gekocht werden muss, nicht gelesen / beachtet wird. Außerdem werden viel zu viele Sojabohnen verwendet.

    Ich nehme zwischen 70 g und 80 g Sojabohnen und etwa 1400 ml Wasser.
    Wenn ich Joghurt oder Tofu mache, nehme ich zwischen 90 und 100 g Sojabohnen, wobei 80 g reichen würden. Da der Sojazubereiter alles selbständig macht, muss ich nur noch die fertige Sojamilch passieren. Aus dem Okara mache ich Aufstriche oder verwende es in anderen Rezepten.

    Natürlich kann man die Sojamilch ohne Gerät herstellen. Doch würde ich dieses Rezept dahingehend ändern, dass nach dem Einweichen die ganze Bohne gekocht und dann püriert wird.

    Antworten
    • Da es scheinbar nicht möglich ist, meinen Beitrag direkt zu ergänzen, möchte ich es hiermit tun.
      Nachdem ich die Sojabohnen eingeweicht habe, schäle ich sie. Dabei die Bohnen einfach zwischen den Fingern leicht reiben. Die Sojamilch schmeckt besser, ist bekömmlicher und sieht besser aus.

    • Hallo Gabs, danke für deinen Kommentar und den Hinweis. Wir haben den Abschnitt als weiteren Schritt ergänzt, so dass es nicht übersehen wird. Liebe Grüße Sylvia

  2. rotfarbenekoenigin

    Ich habe die Sojamilch nun zum ersten Mal ausprobiert, habe sie nach dem Auspressen auch aufköcheln lassen. Ich habe aber das Gefühlt, meine Milch hat sich aufgetrennt. Klar ist sie nach dem Aufschütteln wieder gut, aber sie trennt sich extrem schnell wieder auf und im Kaffee war sie einfach gruselig…. Habe ich was falschgemacht? Hattet Ihr auch schon solche Probleme? Kann mir vielleicht jemand einen Tip geben, damit ich eine gut schmeckende Sojamilch bekomme?

    Antworten
    • Meine Sojamilch flockt nicht, wenn ich diese vor dem Kaffee in die Tasse gebe.

  3. Hallo, ich habe vor 2 Tagen Sojamilch hergestellt und heute sah sie aus als ob sie von alleine gestockt wäre. Kann man das ignorieren, oder sollte ich sie wegkippen. Das wäre natürlich sehr schade. Danke für das Rezept!

    Antworten
    • Hallo pe, wenn sich die Milch lediglich abgesetzt hat, reicht es aus, sie kurz aufzuschütteln. Wenn sie komisch riecht, dann solltest du sie entsorgen. Ist aus der Ferne schwer zu beurteilen. Liebe Grüße Sylvia

  4. Ute Hillebrand

    Mein Hinweis: in unserem Therapeutenkreis ist bekannt,dass die Soja stark
    säurebildend ist,Vielleicht sollte das auch beachtet werden.
    Ich persönlich bevorzuge die Lupine !

    Antworten
  5. Anja Hedrich

    Hallo! Kann man die Rückstände der Sojabohnen, die man ausgesiebt hat, noch verwerten (außer auf dem Komposthaufen)?

    Antworten
    • Hallo Anja, das ist eine gute Frage. Für den Komposthaufen ist dieser Trester viel zu schade. Du kannst die Sojareste in vielen Rezepten verwenden. In Asien wird der Rest Okara genannt. Suche im Internet nach Okara-Rezepten und du wirst fündig werden. Liebe Grüße!

    • Anja Hedrich

      Super! Danke, Marla!

  6. Kann man diese Milch ohne Probleme roh trinken?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Schau mal in die anderen Kommentare, dazu gibt es einige Meinungen. Allgemein kann man sagen, dass es bei Genuss von zu viel (auch das ist individuell) rohen (Soja-) Bohnen zu Verdauungsproblemen kommen kann, aber nicht muss. Für manch einen macht es einen großen Unterschied, vor allem wenn man sie häufig trinkt, für andere ist es eigentlich total egal. Du kannst dich ja vorsichtig herantasten und schauen, was dir besser bekommt. Liebe Grüße!

    • Sojaprotein. Es gibt keinen rationalen Grund, Sojaprotein
      zu kaufen, denn es gibt weitaus bessere Proteinquellen. Die Sojapflanze
      ist ohnehin nicht als Eiweißquelle geeignet. Damit die Proteine
      isoliert werden, ist HighTech notwendig. Die biologische Wertigkeit ist
      eher schlecht und erinnert an Viehfutter. Hersteller von Supplements
      nehmen Soja sehr gerne, weil sie dann vegan, laktosefrei, glutenfrei und
      „rein pflanzlich“ auf die Packung schreiben können. Zudem ist
      Sojaprotein in der Herstellung sehr günstig. Besser ist das klassische Molkenprotein oder für Veganer Produkte wie z.B. Erbsenprotein.

    • Es geht ja nicht nur um Muskeln, sondern auch um andere Nährstoffe, und da hat die Sojabohne mit einem guten Kalium und Magnesium, Vitamin B6 etc. ganz schön was zu bieten.

    • Hallo Bonnie
      Ich habe eben dieses Video gefunden. Es ist sehr aufklärendes Video vom Lebemsmittelchemiker Udo Pollmer. Hier der Link und viel Spaß mit Soja.
      http://euleev.de/video/21-udo-pollmer-dement-und-impotent-durch-soja-hirnschaeden-giftiges-tofu

    • Also ich sehe das eher wie DR. med. Heinrich:

      „Udo lehnt vegane Ernährung ab und schwört stattdessen auf Tierprodukte. Sein Konzept ist antivegan und lautet bekanntlich “Dont go Veggie“. Betrachtet man seinen stattlichen Körperbau, seinen Kopf und seine Haut, dann glaubt man ihm sofort, dass er sich strikt an seine eigenen (Fehl)Ernährungsratschläge hält.

      Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich Udo als stark übergewichtiger und nicht gerade gesund ausschauender Mann traut, anderen Menschen antivegane (Fehl)Ernährungsratschläge zu geben!“

    • Was meinst du mit ROH?
      Sojabohnen müssen vor dem Verzehr gekocht werden, egal ob als Sojamilch oder in anderen Rezepten. Sojabohnen sowie auch andere Hülsenfrüchte enthalten für uns Menschen und Tiere im Rohzustand giftige Stoffe.

  7. Wie ich an den Namen der Kommentarorinnen feststelle sehe ich, daß sich Frauen mit den Thema Soja und Sojamilch beschäftigen. Das ist auch gut so. Denn für Männer sind Sojaprodukte körperbezogen kontraproduktiv. Der hohe Phyto-Östrogengehalt ist für das hormonelle Gleichgewicht der Männer nicht förderlich. Durch Soja kann der Gehalt an Testosteron bis zu 76 % bei Männer snken. (Auch eine Form von Familienplanung.) Zum Nachlesen über die Wirkung von Soja bei Männern kopiere ich den Verweis im Anschluß.
    http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/wieviel-hormone-braucht-der-mann/soja-braucht-der-mann-nicht/

    Antworten
    • An dieser Stelle muss ich leider Kritik anbringen:
      1. Wird auf eine Seite verlinkt, deren einzige Quelle eine Zeitung ist, die nicht mehr aufrufbar und somit auch deren Quellenlage nicht überprüfbar ist.
      2. Würden Fakten falsch dargestellt: Sojakinsum verringert bei Männern die Spermienkonzentration, erhöht aber die Menge des Ejakulats, sodass keine geringere Spermienanzahl vorlag.
      Zusätzlich verringert Sojakinsum in allen Geschlechtern das Krebsrisiko. Ein nicht verkennbarer Nebeneffekt.

      https://youtu.be/7ogcNcSYZi8
      https://youtu.be/M3hIW3Ppqv8

  8. Hallo, also wir haben die Sojamilch auch schon gekocht, um eine cremigere Konsistenz zu erhalten. Bei den Malen ohne Kochen ist uns kein Unterschied zur Verdaulichkeit aufgefallen, daher haben wir es nicht erwähnt. Wer hier aber lieber auf Nummer sicher gehen mag, der koche sie einfach ab. :)
    @@LutzLi:disqus : Mit Sojamehl haben wir es noch nicht probiert. Teste einfach und gib uns gern Bescheid. ;)

    Antworten
    • @LutzLi:disqus für dich war der Satz mit dem Sojamehl bestimmt. Irgendwas lief grad schief.^^

    • Ahhh, nochmal falsch. Lilu ist gemeint.

  9. Die zurückgebliebene Sojabohnenmasse brauche ich weiter. Mit Zwiebeln, klein geschnittenem Gemüse mischen, in kleine Kuchen formen und gut braten.

    Antworten
  10. Wie viel schneller wäre der Vorgang mit Sojamehl? Und wie viel muss man für einen Liter nehmen? Denn das Tassenmaß ist ja bestimmt ein ganz anderes bei Mehl und ganzen Bohnen.

    Antworten
  11. Ich habe mal gelesen, dass Sojabohnen für den menschlichen Körper nur gekocht verdaulich sind und lasse die pürierten Sojabohnen für die Sojamilch daher immer ca. 20 min leicht köcheln. Was für Erfahrungen habt ihr gemacht, ist die ungekochte Sojamilch ev. schwerer zu verdauen als gekochte?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Wir haben sie auch schon roh und gekocht hergestellt und keinen Unterschied festgestellt. Nach ein bisschen Recherche habe ich auch keinen Hinweis darauf gefunden, dass man sie gar nicht roh verzehren darf. Es ist wohl so, dass die rohen Sojabohnen (wie auch andere rohe Bohnen) einen Stoff enthalten, der bei manchen Menschen ab einer gewissen Menge die Verdauung beeinträchtigen KANN, aber nicht muss. Blöderweise gehen durch das Kochen auch weitere Vitalstoffe kaputt, die man ja schon gern drin gehabt hätte. Es muss also jeder selbst entscheiden… wer sich unsicher ist, sollte vielleicht trotzdem zur Sicherheit kochen, oder es zunächst mit einer kleinen Menge ausprobieren.

  12. Ich persönlich bevorzuge Nuss- und Samenmilchvarianten, kaufe aber zum kochen auch gerne Sojamilch. Die Herstellung davon ist mir jedoch zu zeitintensiv und unspontan. Was in dem obigen Artikel übrigens fehlt ist, dass die rohe Sojamilch unbedingt abgekocht werden muss um verdaulich gemacht zu werden (Stichwort Trypsin-Inhibitoren).

    Antworten

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