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Vergiss Zucker – Diese 10 gesünderen Alternativen haben es in sich
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Mit diesen Alternativen zu Zucker lebst du gesünder, ohne auf den süßen Geschmack verzichten zu müssen. Die besten Mittel zum Zuckerersatz im Vergleich!

Viele Experten raten dazu, Zucker und Süßspeisen möglichst zu meiden. Insbesondere klassischer Kristallzucker führt zu vielen Problemen wie Karies und extra Gewichtszunahme.

Gekoppelt mit mangelnder Bewegung und anderen ungesunden Essgewohnheiten, kann Zucker zu Übergewicht führen. Dieses geht oft Hand in Hand mit Stoffwechselkrankheiten, insbesondere Diabetes Typ-2.

Da stellst sich die Frage, geht es auch ohne klassischen Zucker? Glücklicherweise gibt es einige Alternativen zu Zucker, die neben ihrem süßen Geschmack auch gesundheitlich sehr vorteilhaft sind. Fast alle Alternativen können genau wie Kristallzucker zum Backen und Süßen verwendet werden.

In diesem Beitrag stellen wir sie vor. Bis auf Honig sind sämtliche Alternativen sogar für die vegane Küche geeignet. Wenn du erst einmal die erstaunlichen Alternativen zu Zucker kennst, wirst du bald keinen Grund mehr haben, auf normalen Haushaltszucker zurückzugreifen.

1. Palmzucker und Kokoszucker

Aus dem Saft der Palmblume hergestellt ist Palm- oder Kokoszucker in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Die Forschungresultate zeigen, dass sein glykämscher Index gegenüber dem raffinierten Zucker viel niedriger ist. Das spielt vor allem bei der Entstehung der Diabetes und Fettleibigkeit eine wesentliche Rolle.

Der Saft der Kokospalme wird dick eingekocht und anschließend getrocknet und gemahlen. Dieses Pulver schmeckt nach Karamell, es enthält viele gesunde Elemente wie Eisen, Zink, Kalzium und Kalium.

Anmerkung: Anders als das Palmöl wird Palmzucker aus der Arenga-Palme gewonnen. Weil sie den Austausch mit anderen Pflanzen benötigt, kann die Arenga-Palme nicht in Monokultur angebaut werden. Dies unterstützt die Biodiversität in den Herkunftsländern.

2. Dattelzucker

Während Kokoszucker aus dem Saft gewonnen wird, kommt der Dattelzucker direkt aus dem Fruchtfleisch von Datteln. Die Früchte werden ebenfalls zuerst getrocknet und dann gemahlen. Infolgedessen hat Dattelzucker genau die gleiche Zusammensetzung wie die Frucht, also viel Vitamin B6, Eisen und Magnesium.

Da es sich aber eigentlich um die fein gemahlene Frucht handelt, wird sich der Dattelzucker nicht in Flüssigkeiten wie Tee oder Kaffee auflösen. Dafür kann man ihn aber sehr gut als Ersatz für braunen Zucker verwenden, und zwar im Verhältnis 1:1 in allen Rezepten, in denen brauner Zucker verwendet wird.

Mit diesen Alternativen zu Zucker lebst du gesünder, ohne auf den süßen Geschmack verzichten zu müssen. Die besten Mittel zum Zuckerersatz im Vergleich!
von Daniel R. Blume [CC-BY-SA-2.0]

3. Ahornsirup

Der Saft aus dem Ahornbaum ist eine dicke, gelbliche Flüssigkeit, die nicht nur süß schmeckt, sondern voller Kalzium, Kalium, Mangan, Phosphor, Magnesium und Eisen steckt. Außerdem enthält er Vitamine B2, B5, B6, Nikotinsäure (Niacin), Biotin und Folsäure. Der Ahornsirup besteht aus 70 % Zucker und hat nur etwa 50 kCal pro Löffel.

Wenn du ein Maximum an Vitaminen und Nährstoffen einnehmen willst, entscheide dich für die dunklere Sorte vom Typ B. Die leichtere Sorte vom Typ A kannst du für einen leckeren Guss auf Pfannkuchen nehmen.

Du kannst aber auch Ahornzucker kaufen, er wird gewonnen, indem die Flüssigkeit aus dem Sirup verdampft wird.#

Wenn du im Garten einen eigenen Ahornbaum hast, kannst du auch versuchen, deinen eigenen Ahornsirup herzustellen.

4. Agavensirup

Agavensirup oder auch Agavendicksaft ist ein weiterer natürlicher Zuckerersatz, der aus dem Agavengewächsen in Südamerika gewonnen wird. Oft wird er wegen seines milden Geschmacks und seiner hellen Farbe auch Honigwasser genannt. Zwar ist er dünnflüssiger als Honig, aber auch viel süßer, was du beim Kochen berücksichtigen solltest.

Der Agavensirup hat einen besonders niedrigen glykämischen Index und beeinflusst den Blutzucker praktisch überhaupt nicht. Daher ist er für Diabetiker besonders geeignet, wie auch für Menschen, die Kristallzucker nicht vertragen.

Agavendicksaft erfreut sich als veganer Honigersatz und weitgehend naturbelassene Zuckeralternative großer Beliebtheit. Dabei ist sein hoher Fructose-Gehalt nicht unproblematisch.

Beachte jedoch: Agavendicksaft ist nicht uneingeschränkt als Zucker-Ersatz zu empfehlen, sondern sollte wie alle anderen Alternativen auch nur in Maßen konsumiert werden. Er enthält wie Honig besonders viel Fructose (Fruchtzucker), deren erhöhter Konsum ebenfalls mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht wird.

5. Stevia – Blattextrakt aus der Steviapflanze

Stevia gilt als eine der besten Zuckeralternativen. Es ist erwiesen, dass Stevia die Funktion der Schilddrüse unterstützt, und auf den gesamten Organismus wirkt. Der Stevia-Zucker hat einen leicht bitteren Beigeschmack, weshalb manche Menschen ihn nicht mögen.

Beim Kochen ist nur eine sehr kleine Menge notwendig – zwischen ¼ bis 1/32 des benötigten Zuckers (abhängig von der Sorte). Stevia ist eines der besten Mittel gegen Karies und hat praktisch null Kalorien.

Der hochkonzentrierte Stevia-Extrakt ist in vielen Bioläden erhältlich. Weil die Dosierung der konzentrierten Süße oft schwer fällt, gibt es auch mit Füllstoffen gestreckte Varianten, die ähnlich wie herkömmlicher Zucker dosiert werden können.

6. Gojibeeren

Die “roten Diamanten”, die ursprünglich wohl aus dem Himalayagebirge kommen, enthalten Polysaccharide, die laut klinischen Forschungen Tumorzellen vernichten, die Sehkraft stärken, freie Radikale bekämpfen und Leber und Bauchspeicheldrüse stärken. Die Polysaccharide in den Gojibeeren helfen beim Abnehmen und liefern einen natürlichen Süßstoff, der den Zucker perfekt ersetzt. Du findest sie im Bioladen, im Onlinehandel oder du baust sie einfach selber an.

Goji-Beeren sind zwar reich an Vitalstoffen, doch diese regionalen Lebensmittel sind genauso gut und kosten nur einen Bruchteil.

7. Birkenzucker (Xylitol bzw. Xucker)

Ein weiterer erstaunlicher Ersatz für Kristallzucker ist der Birkenzucker, auch Xylit, Xylitol oder Xucker genannt. Als natürlicher Zuckeralkohol ist er in vielen Früchten und auch im Holz der Birke enthalten. In der Lebensmittelkennzeichnung trägt er die Bezeichnung E967, es gibt ihn in den meisten Supermärkten oder im Bioladen. Wenn du sicher gehen willst, Birkenzucker aus echten Hölzern (und nicht wie oft aus Gentechnik-Mais) zu erhalten, wirst du am ehesten online fündig.

Das Besondere an Birkenzucker: In zahlreichen Studien wurde die antikariogene Wirkung nachgewiesen. Birkenzucker hilft also, Zahnkaries zu vermeiden, anstatt sie zu verursachen. Das ist auch der Grund, warum viele moderne Zanhpflegekaugummis Xylitol enthalten. Aufgrund seiner Eigenschaften lässt er sich sehr ähnlich wie Kristallzucker einsetzen. Er ist vergleichbar süß, hat dabei aber nur ca. 60 % der Kalorien der gleichen Menge Zucker.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du aus Birkenzucker, Natron und Wasser sehr preiswert ein hervorragendes Mundwasser zur Zahnpflege und gegen Karies herstellst.

Auch zur Herstellung unserer eigenen Zahncreme verwendenen wir Birkenzucker.

Eine Einschränkung gibt es jedoch beim Birkenzucker. Die Substanz wirkt toxisch für einige Tierarten, vor allem Hunde und Katzen sollten deshalb nicht damit in Kontakt kommen!

Und schließlich kommt hier der Megastar unter den Süßmitteln, nämlich die

8. Zuckerrohrmelasse

Mit diesen Alternativen zu Zucker lebst du gesünder, ohne auf den süßen Geschmack verzichten zu müssen. Die besten Mittel zum Zuckerersatz im Vergleich!
By Rufino Uribe (caña de azúcar) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Die Zuckerrohrmelasse ist ein Nebenprodukt bei der Zuckerherstellung aus Zuckerrrohr. Sie enthält sämtliche wertvollen Nährstoffe, die beim Raffinierungsprozess des Zuckerrohrs entfernt wurden. Das sind große Mengen an Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Selen sowie sehr viel Vitamin B. Daher kann man die Melasse getrost als die Nummer Eins der alternativen Süßmittel erklären, denn sie hat fast alle für den Organismus notwendigen Nährstoffe in sich.

Jahrelang wurde die Melasse vorwiegend ins Viehfutter gemischt, aber heute gewinnt sie immer mehr Beachtung auch in der menschlichen Ernährung. Es gibt viele Melassearten (z.B. auch aus Zuckerrüben oder Zuckerhirse), doch die Zuckerrohrmelasse ist erwiesenermaßen qualitativ am hochwertigsten. Sie im Laden zu finden, stellt manchmal noch eine Herausforderung dar, alternativ gibt es Zuckerrohrmelasse in Bio-Qualität auch online.

9. Honig

Das Geschenk der Bienen und duftenden Blumen kommt zu uns in vielen verschiedenen Sorten, jede mit einem einzigartigen Geschmack. Vor allem die dunkleren Sorten wie z.B. Kastanienhonig enthalten zahlreiche Antioxidanzien, die freien Radikalen entgegenwirken.

Es ist bekannt, dass freie Radikale die Zellen schädigen. Auch vielen schädlichen Bakterien macht der Honig ein Ende. Untersuchungen haben ergeben, dass man mit Honig beim Sport bessere Resultate erzielt, als mit anderen Kohlenhydraten, da der Körper Honig besonders gut verstoffwechseln kann.

Für Allergiker ist insbesondere lokal produzierter Honig interessant. Durch den Honig nimmt man das ganze Jahr über die lokalen Pollen in geringer Dosis zu sich, wodurch die allergische Reaktion zur Blütezeit in vielen Fällen deutlich gemindert wird.

Honig ersetzt zahlreiche Medikamente, denn er enthält viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe - mit 7 Rezepten für die natürliche Hausapotheke.

10. (Über-)Reife Bananen

Sehr reife Bananen, erkennbar an braunen Sprenkeln auf der Schale, enthalten eine gesunde Süße, die du als Zuckeralternative für Kekse, Kuchen und andere Süßspeisen verwenden kannst.

Braune Bananen nicht wegwerfen! Sie sind nicht nur aromatischer, sondern enthalten auch jede Menge gesunde Inhaltsstoffe, die du dir nicht entgehen lassen solltest.

Aus dieser Übersicht kannst du sehen, wie leicht es eigentlich ist, vom ungesunden Zucker auf eines dieser sehr gesunden Alternativen umzusteigen. Mehr zum Thema Zucker, Übergewicht und Diabetes findest du auf den Infoseiten der auf europa-apotheek.com.

Mehr Hintergründe zu den gesundheitlichen Implikationen von Zucker, und warum du ihn dringend durch Alternativen ersetzen solltest, erfährst du in unseren Buchtipps:

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