Erdmandeln: Gesunde Süße nicht nur für Nussallergiker

Entdecke die Vielseitigkeit von Erdmandeln! Unser Ratgeber liefert dir alles zu Inhaltsstoffen, Rezepte und Tipps für den eigenen Anbau.

Die Erdmandel, auch Tigernuss genannt, schmeckt ähnlich wie Haselnüsse und Mandeln, ist aber viel süßer. Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze gehört zu den Sauergrasgewächsen und bildet unterirdische, süße Knollen aus. Ihr Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Mineralien macht die Knollen sehr gesund. Sie sind außerdem reich an Ballaststoffen, die die Verdauung fördern und lange satt machen, weshalb sie bei der Gewichtsreduktion sehr beliebt sind.

Inzwischen hat sich die “süße Tigernuss” auch hierzulande vielerorts wild verbreitet, und wird teilweise sogar als aggressiver Neophyt gezielt bekämpft. Statt sie als Unkraut zu bekämpfen, kannst du die Erdmandel wie andere Wildpflanzen ganz einfach aufessen und in deinen Speiseplan integrieren!

Wenn du deinen Zuckerkonsum reduzieren möchtest, dann probiere doch einmal Erdmandeln als vielseitig verwendbare Zuckeralternative, zum Beispiel für Müsli, Süßspeisen, Aufstriche und Getränke.

Gesunde Alternative zu Zucker

Erdmandeln schmecken angenehm süß, ohne einen künstlichen Nachgeschmack wie beispielsweise bei Stevia. Dank ihrer natürlichen Süße eignen sie sich hervorragend, um beim Backen oder im Müsli einen Teil des zugesetzten Zuckers einzusparen.

Bezogen auf 100 g der getrockneten Knollen sind etwa 40 bis 50 g Kohlenhydrate, 24 g Ballaststoffe und 24 g Fett enthalten. Zudem liefern sie mit 4 bis 8 g Eiweiß pro 100 g einen moderaten Beitrag zur pflanzlichen Proteinzufuhr.

Mit etwa 34 mg Natrium, 486 mg Kalium, 100 mg Calcium, 219 mg Phosphor, 94 mg Magnesium und 4 mg Eisen pro 100 g Erdmandeln sind die Knollen auch sehr mineralstoffreich. Das enthaltene Tocopherol schützt die Zellen als Antioxidans vor freien Radikalen.

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Der Ballaststoffgehalt von Erdmandeln ist etwa dreimal so hoch wie der von Vollkornprodukten. So kommen sie der Verdauung zugute und helfen ganz natürlich gegen Verstopfung. Die Ballaststoffe quellen im Darm auf, vergrößern ihr Volumen und machen lange satt, wodurch sie beim Abnehmen helfen.

Erdmandeln sind zudem eine tolle Alternative für Menschen mit einer Nussallergie und können als Ersatz im Kuchen und anderem Gebäck verarbeitet werden. Diabetiker profitieren ebenfalls von der süßen Zucker-Alternative, denn der Blutzuckerspiegel wird nur leicht erhöht.

Erdmandeln verwenden

In Süddeutschland ist die Mittelmeerpflanze vermehrt wild zu finden, sie werden aber auch in Reformhäusern, Bioläden sowie online angeboten. Erdmandeln lassen sich sehr vielseitig verwenden. Du kannst sie pur knabbern, wie andere Nüsse in Kuchen und Broten verbacken oder wie Eicheln rösten und als Kaffeeersatz verwenden. Die kleinen Knollen eignen sich für glutenfreies Mehl und Flocken. Sehr lecker schmecken sie auch als Erdmandelchips oder Erdmandelcreme.

Erdmandelmilch selber machen

Genau wie aus Hafer oder Mandeln kannst du auch ganz einfach Erdmandelmilch selber machen. Die leckere Pflanzenmilch ist in Spanien als “Horchata de chufa” bekannt und stellt besonders für Menschen mit Laktoseintoleranz eine hervorragende und wohlschmeckende Milch-Alternative dar.

Erdmandelmilch selber machen: Mit diesem Rezept stellst du die spanische Horchata de chufa ganz leicht selbst her - aus zwei Zutaten.

Erdmandelmus selber machen

Erdmandeln lassen sich auch zu einem wunderbar cremigen Brotaufstrich verarbeiten. Da die kleinen Knollen von Natur aus eine angenehme Süße mitbringen, kannst du auf zusätzlichen Zucker verzichten. Der Aufstrich eignet sich ideal als allergenfreie Alternative zu herkömmlichen Nussmusen. Statt es zu kaufen, kannst du mit einem leistungsstarken Mixer und etwas Pflanzenöl ein leckeres Erdmandelmus selber machen.

Erdmandelmus ist natürlich süß, nussfrei und ideal bei Allergien. Erfahre, wie sich der gesunde Brotaufstrich einfach selber machen lässt.

Erdmandeln selbst anbauen

Erdmandeln sind ein genialer, regionaler Nuss-Ersatz. Statt sie teuer zu kaufen, kannst du die pflegeleichten Power-Knollen erstaunlich leicht zu Hause anbauen.

Wichtig vorab: Erdmandeln haben einen enormen Ausbreitungsdrang. Pflanze sie daher am besten in große Kübel oder Mörtelwannen (mit Abzugslöchern und Vlies). Im Gartenbeet ist eine 40 bis 50 Zentimeter tiefe Rhizomsperre absolute Pflicht, da jede übersehene Knolle im nächsten Jahr hartnäckig neu austreibt.

So gelingt der Anbau:

  • Vorquellen: Die Knollen für 24 bis 48 Stunden in Wasser legen, um die Keimung zu beschleunigen.
  • Pflanzen: Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) etwa fünf Zentimeter tief in lockere, sandige Erde setzen. Der Standort sollte vollsonnig sein.
  • Pflegen: Die Erde über den Sommer gleichmäßig feucht halten, Staunässe jedoch unbedingt vermeiden.
  • Ernten: Wenn das Kraut im Spätherbst (meist ab Oktober) braun vertrocknet, die Pflanze am Schopf packen, komplett herausziehen und die frischen Knollen einfach absammeln.

Wie verwendest du Erdmandeln? Über einen Kommentar von dir freuen wir uns!

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Über mich

Nach dem Studium in Nachhaltigem Tourismusmanagement begann Nesrin Nachhaltigkeit im Alltag umzusetzen. Wichtig ist ihr die Naturverbindung, aus der jedes nachhaltige Handeln entspringt.

13 Kommentare
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  1. Mir schmeckt Erdmandelmilch am besten von allen Pflanzenmilch Sorten. Doch seit einiger Zeit habe ich das Problem, dass sich die Milch noch nicht einmal 24 Stunden hält und schon schleimig wird. Das war früher erst am 3. Tag der Fall und ich weiß einfach nicht, was ich falsch mache.

    Antworten
  2. hallo liebes smarticular-Team, die Erdmandelmilch ist super gelungen. Nun bin ich noch auf der Suche nach einem Rezept inklusive Variationen für Erdmandelmus.
    Und Rezepte wie ich den Trester verwerten kann. Am liebsten würde ich ihn verbacken, finde aber dazu wenig bis keine Rezepte. Vielleicht wisst ihr oder auch eure Leser da hilfreiche Tipps.
    Da ich auf histaminarme Kost achten muss, sollte in den Rezepten weder Hefe noch Weizenmehl enthalten sein.
    Liebe Grüße
    Mo

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  3. Christian

    Moin! Wollte Erdmandelmilch für meinen Kaffee aufschäumen. (Habe ich auch mit Hanfmilch) probiert. Leider ist die Milch ausgeflockt.
    Nun habt ihr bei Hafermilch den Tip mit Lecithin und Cashewmus gegeben, würde dies auch bei Erdmandelmilch klappen?
    Danke und Gruß,
    Christian

    Antworten
  4. Sommerkind

    Hallo, hat jemand Erfahrung damit, wie lange die frisch gemahlenen Erdmandeln haltbar sind? Vielen Dank*

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  5. Angelika Benzinger

    Wo kann ich Samen od. Pflanzen der Erdmantel bekömmlich?

    Antworten
    • Hallo Angelika, ich vermute, das die Autokorrektur hier im Spiel war. Samen bekommst du in vielen Reformhäusern oder Bioläden, dort stehen sie oft bei den glutenfreien Artikeln. Liebe Grüße!

  6. Birgit Wunderlich

    bin echt interessiert und habe auch gleich Samen bestellt! Mal sehen,was draus wird….:-)

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  7. Funktioniert die Milchauch mit gemahlener Erdmandel?

    Antworten
    • Hallo Nesi, das haben wir zwar nicht ausprobiert, sollte aber funktionieren. Probiere es einfach mal aus. Liebe Grüße!

  8. Hättet ihr eine Beschreibung der Pflanze Selbst?

    Antworten
    • Hallo Matthias, auf Wikipedia findest du mehr Details über die Pflanze, liebe Grüße!

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