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Schmackhaftes aus Feld und Flur: Wildpflanzen im Mai
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Im Mai sprießen die Wildkräuter überall und das Sammlerherz geht auf. Welche Pflanzen du jetzt findest und wie du sie verwendest, erfährst du hier.

Im Wonnemonat Mai kannst du eine Fülle von saftigen, frischen Wildpflanzen ernten. Sie stehen so reichlich zur Verfügung, dass man mit dem Sammeln kaum hinterher kommt und die Auswahl an frischem Grün und essbaren Blüten ist groß. Eine gute Zeit für tägliche Smoothies, Wildkräutersalate, Wildkräutersuppen und erstes Sammeln für Teevorräte im Winter.

In diesem Beitrag schreibe ich über Wildkräuter und Wildgemüse, die du im Mai sammeln kannst. Hier gelangst du zum kompletten Wildpflanzen-Erntekalender für das ganze Jahr.

Ein paar Tipps vorweg

Beim Sammeln von Wildkräutern solltest du ein paar Dinge beachten. Ausführliche Hinweise, Tipps und auch Informationen zu Themen wie Giftpflanzen und dem Fuchsbandwurm findest du hier beschrieben. Hier jedoch die wichtigsten Grundregeln kurz vorweg:

Durch unterschiedliche Wetterbedingungen von Jahr zu Jahr und auch in verschiedenen Regionen kann es mitunter zu Abweichungen von den hier angegebenen Zeitfenstern kommen.

Auf den letzten Drücker

Die Blüten der Schlehe zeigen sich jetzt noch in voller Pracht, aber gegen Ende Mai werden sie wieder verschwinden. Wenn du also Schlehenblüten für eine entschlackende Teekur oder als Würze für Süßspeisen sammeln willst, solltest du es jetzt tun.

Diese Pflanzen haben Hochsaison

Knoblauchsrauke enthält ätherisches Öl, welches dem Knoblauch sehr ähnlich ist, deshalb kann sie als Ersatz für Knoblauchzehen verwendet werden. Sie dient zum Würzen von Salaten, Suppen, Kräuterquark und Gemüsegerichten. Nach Möglichkeit wird sie erst am Ende des Kochvorgangs hinzugegeben, so entfaltet sich der Knoblauchgeschmack am besten. Knoblauchsrauke hilft dem Körper bei der Ausleitung von Giftstoffen. Versuche doch einmal eine Frühjahrskur zur Stärkung der Abwehrkräfte mit Knoblauchsrauken-Essig.

Brennnesseln begleiten uns hartnäckig und beständig, wobei ihr Wert für uns Menschen oft verkannt wird. Im Frühjahr sind Brennnesseln besonders leicht zu ernten, sie werden zu Spinat, als Gemüse oder im Smoothie verarbeitet. Zu Heilzwecken und für eine Entgiftungskur wird Brennnesselsaft oder -tee getrunken. Im Gemüsebeet ist die Brennnessel, als Jauche angesetzt, für den Bio-Gärtner fast unverzichtbar. Gegen Haarausfall und zur besseren Durchblutung der Kopfhaut kannst du auch dein eigenes Brennnessel-Shampoo herstellen.

Ärgerst du dich über wild wuchernde Brennnesseln in deinem Garten? Mach was nützliches draus: Natürlichen Dünger für deine Pflanzen. Wir zeigen dir wie!
von Ben Oswald (CC-BY-2.0)

Rotklee ist reich an Phytohormonen und anderen wertvollen Inhaltsstoffen. Er kann ein Ungleichgewicht im Östrogenhaushalt ausgleichen, auch bei vielen weiteren Leiden wie Augenproblemen, Husten und Ekzemen können die hübschen Blüten des Rotklees helfen. In der Küche werden sowohl Blätter als auch Blüten für süße und herzhafte Speisen verwendet.

Spitzwegerich wird als Tee oder Spitzwegerich-Sirup zur Stärkung des Lungengewebes bei Asthma, Lungenentzündung und von Rauchern eingenommen. Doch auch zur Behandlung von Husten, Magenschwäche und zur Blutreinigung ist Spitzwegerich bestens geeignet. Außerdem gehört er zu den Erste-Hilfe-Pflanzen bei Verletzungen. Junge Spitzwegerich-Blätter schmecken auch im Salat und werden als Gemüse gekocht. Probiere doch einmal eine Spitzwegerichsuppe. Die Blütenstände besitzen ein feines Pilzaroma und werden am besten roh geknabbert.

Mach die Augen auf! Spitzwegerich und Breitwegerich findest du fast überall. Die Blätter, Blüten, Samen und Wurzeln eignen sich als Nahrung und Heilmittel.
von Michael Wunderli (CC-BY-2.0)

Giersch ist ein fantastisches Wildgemüse, vielseitig und sehr reich an einer Fülle von Mineralstoffen und Vitaminen. Er ist leicht zu finden, wächst an Waldrändern, unter Hecken und in Parks. Geerntet werden immer nur junge Blätter, sie können als Gemüse oder Spinat-Ersatz, zum Beispiel in einer Wildkräuter-Tarte, in Suppen, zu Salat und zum Smoothie verarbeitet werden. Ein Teeaufguss und Kräuterbad mit Giersch ist, neben dem frischen Verzehr, bei Rheuma, Gicht und Hexenschuss zu empfehlen.

Sauerampfer ist ein schmackhaftes wildes Würzkraut, was mittlerweile sogar für die Gastronomie angebaut wird. Er schmeckt fein-säuerlich und ist gut zur Abrundung verschiedenster Gemüse- und Fleischspeisen sowie für Salate geeignet. Sauerampfer beugt Lebererkrankungen vor, reinigt unser Blut und hilft bei Erkältungen.

Es gibt viele tolle Wildkräuter ganz in deiner Nähe. Wusstest du beispielsweise, dass du Sauerampfer selbst pflücken und genießen kannst? Erfahre hier mehr.

Frauenmantel ist eines der wichtigsten Frauenheilkräuter, er stärkt die Gebärmutter, wird zur Geburtsvorbereitung genutzt und hilft auch sonst bei allen Frauenleiden. Darüber hinaus kann Frauenmantel bei Fettleibigkeit und Blutarmut angewendet werden. Zu Heilzwecken wird aus dem blühenden Kraut ein Tee bereitet. Äußerlich unterstützt Frauenmantel eine straffe Haut und ist daher auch für selbstgemachte Cremes gut geeignet. In der Küche werden junge Blätter und Blüten in den Salat gemischt und auch für Gemüsefüllungen und Suppen verwendet.

Schlangenknöterich ist eine gute Salatgrundlage und ein Spinat-Ersatz. Dafür werden die jungen, milden Blätter vor der Blüte genutzt. Die kleinen, dreieckigen Früchte sind eine leckere Knabberei. Da Schlangenknöterich Oxalsäure enthält, sollte er nur in Maßen verzehrt werden.

Im Mai kannst du auch diese schon vorgestellten Kräuter weiterhin ernten:

Außerdem folgende Kräuter und Wildpflanzen:

Folgende immergrüne Kräuter stehen jetzt im Frühjahr besonders frisch zur Verfügung:

Wusstest du, dass das Gänseblümchen mehr Vitamin C hat als der Kopfsalat? Was du mit dieser süßen Blume in der Küche zaubern kannst, erfährst du hier!
von Mac.Else von Berlin (CC-BY-ND-2.0)

Bäume und Sträucher

Der Holunder steht in den Startlöchern und wird bald seine wohlduftenden, weißen Blüten öffnen. Die schmecken hervorragend in Teig ausgebacken, als Wildkräuterlimonade, Gelee und Sirup. Bei einer beginnenden Erkältung reduzieren sie die Ausbruchsgefahr und sollten deshalb in keinem Erkältungstee fehlen, doch auch wenn es uns schon erwischt hat, können Holunderblüten den Körper dabei unterstützen, der Krankheit den Rücken zu kehren. Sammle am besten jetzt die Blüten und trockne sie für deinen selbstgemachten Erkältungstee.

Ebenso wie Holunderblüten sind auch Lindenblüten von unschätzbarem Wert, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. Neben dem Teegenuss kannst du aus ihnen auch eine Tinktur bereiten oder die köstlichen Blüten einfach im Salat essen. Junge Lindenblätter sind eine tolle Salatgrundlage, weil sie sehr mild schmecken.

Im Mai kannst du außerdem frische, grüne Tannenspitzen oder Maiwipferl ernten. Sie enthalten viel Vitamin C, unterdrücken das Wachstum von Bakterien und wirken schleimlösend. Tannenwipfel eignen sich zur Herstellung von Tannenhonig, Hustensirup und Tee.

Wie schon im letzten Monat kannst du zarte Haselnussblätter, Birkenblätter und Ahornblätter für Salate und als Spinat nutzen und die Blüten des Weißdorns in Desserts verwenden.

Unsere liebsten Wildpflanzen, Rezepte und Tipps findest du auch in unserem Buch:

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