Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

Individuelle Badezusätze im Baukastenprinzip selbstgemacht
4.9 5 73
71
2

Der perfekte Badezusatz ist individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Erfahre hier alles über verschiedene Zutaten und wie du sie optimal kombinierst.

Fertige Ölbäder und Heilbäder gibt es einige. Vielleicht stehst du auch öfter lange vor den Regalen und den Marken und fragst dich, was nehme ich nur. Irgendwann erliegst du dann den interessant klingende Namen wie glückliche Auszeit, Aromabad Granatapfel, Ölbad Mandelblüte oder Komposition aus Lotosblume. Leider landen viele dieser fertigen Badezusätze nach einmaliger Benutzung in irgendeinem Schrank, denn die verheißungsvollen Versprechen und unzähligen Inhaltsstoffe erfüllen selten die Erwartungen deines Körpers, der Duft ist schnell verflogen und mögliche intensive Farb- und Ölzusätze sind mühsam zu entfernen.

Dabei ist es gar nicht so schwer, ein hochwertiges, auf verschiedene Bedürfnisse der Haut abgestimmtes Pflegebad selbst zuzubereiten. Außer natürlichen Zutaten ist dafür vor allem das Wissen erforderlich, welche Zutat was bewirkt und wie man sie am besten einsetzt. In diesem Beitrag stelle ich dir deshalb einen grundlegenden Baukasten für Pflege- und Heilbäder vor, den du ganz nach deinen Wünschen anwenden und selbst erweitern kannst.

Zutatenauswahl für Bäder aus dem Baukasten

Für dein individuelles Bad kannst du die Zutaten aus den einzelnen Baukasten-Abteilungen zusammenstellen. Dabei gibt es kein Muss, sich aus allen zu bedienen. Viel wichtiger ist es, die Zutaten so auszuwählen, dass sie den Bedürfnissen deiner Haut und Atemwege gerecht werden, und dass sie dir ein angenehmes, duftendes Entspannungserlebnis bereiten.

Unser Baukasten besteht aus folgenden Kategorien unterschiedlicher Zutaten, die jeweils eigene Aufgaben im fertigen Bad erfüllen:

  1. Heilkräuter – aufgrund ihres hohen Anteils ätherischer Öle und anderer Pflanzenwirkstoffe geben sie dem Bad und den aufsteigenden Dämpfen heilende Wirkungen. Zum Beispiel wirken sie entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, antibakteriell, antiviral oder auch antifungal.
  2. Pflanzenöle – sorgen für eine intensive, reichhaltige Pflege trockener Haut, nähren sie und machen sie geschmeidig. Außerdem sorgen sie für eine bessere Verteilung und Wirkung der ätherischen Öle.
  3. Mineralsalze – besitzen vielfältige positive Wirkungen auf die Haut, verbessern zum Beispiel die Durchblutung, machen die Haut geschmeidiger und beruhigen sie. Desweiteren regulieren sie den Feuchtigkeitshaushalt, steigern die Zellaktivität, helfen bei Rheuma und wirken vielen Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Akne und Ekzemen entgegen.
  4. Proteine – wirken lindernd bei vielen Hautkrankheiten wie z.B. Neurodermitis, Dermatitis, Schuppenflechte (Psoriasis) und Akne. Sie machen die Haut geschmeidig und glatt und spenden Feuchtigkeit ohne zu fetten.
  5. Ätherische Öle – verleihen dem Bad und dem aufsteigenden Dampf einen zusätzlichen und intensiven Duft, der entspannend, belebend oder auch schlaffördernd sein kann. Außerdem besitzen sie ähnliche Heilwirkungen wie die Pflanzen, aus denen sie gemacht sind.
  6. Säurehaltige Zutaten – wirken erfrischend, belebend, hautstraffend und -verjüngend.

Die meisten Zutaten hast du sicherlich vorrätig, sodass du gleich loslegen kannst. Wie das dann im Einzelnen aussieht, erfährst du in einem Beispiel des entspannenden und pflegenden Rosenbades am Ende dieses Beitrags. Hier folgen nun die einzelnen Kategorien im Baukasten.

Der perfekte Badezusatz ist individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Erfahre hier alles über verschiedene Zutaten und wie du sie optimal kombinierst.

1. Heilkräuter und Heilpflanzenauszüge

Möchtest du ein Bad mit heilenden Eigenschaften, dann sollten Komponenten aus dieser Kategorie nicht fehlen. Simpel in der Anwendung und doch sehr effektiv sind Heilkräuter- und Pflanzenauszüge, deren positive Inhaltsstoffe und ätherischen Öle sich im Wasser lösen, ohne dass extra Öle hinzugefügt werden müssen.

Zutat Zubereitung Wirkung und Anwendung
Lavendel­blüten 50 g in 1 Liter Wasser aufkochen, 10 Minuten köcheln lassen beruhigend, schlaf­fördernd, anti­bakteriell, entschlackend, bei Tinnitus, Rheuma, Muskelkater und Wechsel­jahres­beschwerden
Rosenblüten, Rosenblüten- hydrolat 2 Handvoll Blütenblätter plus 125 ml Rosenwasser (= Hydrolat aus 2 Handvoll Rosenblättern und 250 ml Wasser), direkt ins Badewasser geben beruhigend, hautglättend, abschwellend, verjüngend
Lindenblüten 100 g Blüten mit 2 Liter Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen beruhigend, schlaffördernd, hilft bei vielen Hautproblemen
Birkenblätter 250-500 g frische Blätter mit 2 Liter kochendem Wasser aufbrühen und 10 Minuten ziehen lassen aktivierend, entschlackend und hautstraffend, bei Glieder­schmerzen und Hautproblemen wie Cellulitis und Akne
Birkenrinde 250 g Rinde in 1 Liter Wasser aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen bei Glieder­schmerzen
Fichten­nadeln, Kiefernnadeln 100 g Nadeln in 2 Liter Wasser aufkochen, 20 Minuten köcheln lassen beruhigend, schleim­lösend (auch für die Bronchien), erwärmend, bei Erkältung, Bronchitis, Rheuma, Muskel­schmerzen, Glieder­schmerzen, Wechsel­jahres­beschwerden
Thymian 2 EL Thymian in einem Beutel direkt ins Badewasser belebend, schleimlösend, bei Erkältung, Abgeschla­genheit
Rosmarin 150 g Rosmarin in 1 Liter Wasser aufkochen, 10 Minuten köcheln lassen durchblutungs­fördernd, belebend, haut­straffend, bei Erkältung, Abgeschla­genheit, Rheuma, Wechsel­jahres­beschwerden, nicht während der Schwanger­schaft anwenden
Rosskas­tanie 500-1000 g Kastanien grob zerkleinern, in 5 Litern Wasser über Nacht einweichen, aufkochen und 30 Minuten köcheln lassen durchblutungs­fördernd, bei Rheuma, Gicht, Ekzemen
Efeu 3 Handvoll Efeublätter mit 1 Liter Wasser für 5 Minuten aufkochen entzündungs­hemmend, antibakteriell, entschlackend, haut­straffend, bei Cellulitis und unreiner Haut
Ingwer 2 cm Ingwerwurzel in Scheiben schneiden, in 1 Liter Wasser aufkochen, 10 Minuten köcheln lassen erwärmend, durchblutungs­fördernd
Salbei 250 g Salbei in 4 Liter Wasser aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen beruhigend, hautstraffend, entzündungs­hemmend, gegen übermäßiges Schwitzen, bei fettiger Haut, Akne, Wechsel­jahres­beschwerden
Kamillen­blüten 100 g Kamillenblüten direkt ins Bad oder mit 2 Liter Wasser als Tee aufbrühen antibakteriell, austrocknend, beruhigend, entzündungs­hemmend, desinfi­zierend, auch bei offenen Wunden
Der perfekte Badezusatz ist individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Erfahre hier alles über verschiedene Zutaten und wie du sie optimal kombinierst.
von elminium (CC-BY-2.0)

Drei unterschiedliche Methoden bieten sich zur Freisetzung der Inhaltsstoffe im Badewasser an.

Beutelmethode für Kräuter und Blüten

Die Zusätze lose und ohne zu stopfen in einen Waschlappen oder eine Socke füllen, mit einem Faden fest zubinden. Den Beutel beim Einlaufen schon zugeben und während des Bades öfter ausdrücken. Intensiver wird die Wirkung, wenn du deinen Körper mit dem Beutel wäscht oder abreibst.

Aufgussmethode für Kräuter

Wie beim Teekochen wird zuerst Wasser zum Kochen gebracht, die Kräuter überbrüht und anschließend zugedeckt ziehen gelassen. Nach dem Absieben wird die Flüssigkeit direkt ins eingelassene Badewasser gegossen.

Sudmethode für Kräuter

Im Gegensatz zur Aufgussmethode werden hier die Zutaten zusammen mit dem Wasser erhitzt und entweder leicht weiter geköchelt oder dem zugedeckten Ziehen überlassen. Nach dem Absieben wird der Sud zum Badewasser gegeben. Durch das kochende Wasser lösen sich vermehrt positive Inhaltsstoffe, vergleichbar wie beim Teekochen.

2. Pflanzenöle für reichhaltige Pflege

Manche Hautprobleme wie Neurodermitis und Psoriasis oder einfach trockene Haut benötigen ölhaltige Pflege. Hier stellt das Ölbad eine zusätzliche Möglichkeit zur fetthaltigen Creme dar. Verschiedene kaltgepresste Speiseöle, wie zum Beispiel Olivenöl, Arganöl, Leinsamenöl, Hanföl eignen sich hervorragend bei Neurodermitis, sind aber teurer als Distelöl, Sonnenblumenöl, Mandelöl, Weizenkeimöl oder Walnussöl, die du ebenso als vitaminreiche und hautpflegende Beigabe nutzen kannst. Öle mit geringem Ölsäure-Anteil trocknen die Haut übrigens weniger aus. Ein bis drei Esslöffel Öl können dem Bad zugegeben werden.

Der perfekte Badezusatz ist individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Erfahre hier alles über verschiedene Zutaten und wie du sie optimal kombinierst.
von U.S. Department of Agriculture (CC-BY-2.0)

Damit die verwendeten pflegenden Speiseöle und ätherischen Öle nicht nur als Fettaugen auf der Oberfläche deines selbstgemachten Bades schwimmen, sondern sich in der Wanne fein verteilen, kannst du sie mit natürlichen Emulgatoren (auch Tenside genannt) verbinden. Das sind Stoffe, die dafür sorgen, dass sich Wasser und Öl überhaupt erst mischen können. Verwendbar sind entweder Milch und Sahne oder auch Honig und feines Meersalz, die abhängig von der gewählten Ölmenge zugegeben werden und dein Bad mit weiteren Pflegeeigenschaften bereichern.

Damit sich eine Menge von 3 EL (ca. 50 ml) Öl gut mit dem Badewasser mischt, kannst du das Öl entweder mit 3 EL flüssigem Honig, 5 EL feinem Meersalz, 250 ml lauwarmer Milch oder 5 EL Sahne sowie mindestens einem halben Liter warmem Wasser vermischen. An Stelle von Wasser ist auch der fertige Heilkräuterauszug verwendbar.

Für eine gute Emulgierung und besonders feine Verteilung des Öls ist es empfehlenswert, einen Mixer oder Pürierstab zu Hilfe zu nehmen.

3. Mineralstoffreiche Zusätze

Wahrscheinlich hasst du schon einmal von der heilsamen Wirkung eines Bades im Toten Meer gehört. Dessen Wasser enthält eine besonders hohe Konzentration verschiedener Mineralstoffe. Diese Wirkung können wir auch durch Zugabe verschiedener mineralstoffreicher Zusätze erreichen. Sie werden oft in größeren Mengen zugegeben, um im Körper ein Defizit auszugleichen. Vor allem bei Hautveränderungen wie Neurodermitis, der Neigung zu Ekzemen und Akne ist ein hoher Mineralstoffgehalt im Wasser förderlich und sorgt in den meisten Fällen für eine rasche Linderung.

Der perfekte Badezusatz ist individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Erfahre hier alles über verschiedene Zutaten und wie du sie optimal kombinierst.
von Jeremy Keith (CC-BY-2.0)
Zutat Zubereitung Wirkung und Anwendung
Bittersalz (sehr hoher Anteil an Magnesium, z.B. dieses) 240-480 g direkt ins Badewasser durchblutungs­fördernd, blutdruck­senkend, beugt Arterios­klerose vor, hilft bei trockener Haut, Schwellungen, Entzündungen, Blutergüssen und Muskelkater
Natron 80-120 g direkt ins Badewasser, Badedauer: 20-45 Minuten; Nachruhe mindestens 30 Minuten entschlackend, entsäuernd, für besonders weiche und zarte Haut
Totes Meer-Salz (Magnesium, Kalium, Kalzium, Brom und Jod, z.B. dieses) 500-1500 g direkt ins Badewasser (als Emulgator möglich) stoffwechsel­anregend, entschlackend, bei trockener Haut, Neuro­dermitis, Schuppen­flechte und Akne
Kiesel­säure aus Acker­schachtel­halm (z.B. dieses) 150 g klein­geschnittene Pflanzenteile in 2 Litern aufkochen und 20-25 Minuten zugedeckt ziehen lassen, Badetemperatur: 35-38 °C, Badedauer: 10-15 Minuten stoffwechsel­anregend, ent­schlackend, bei Nieren­erkrankungen und Rheuma, nicht bei Neuro­dermitis und Schuppen­flechte
Kieselsäure aus Hafer­stroh (z.B. dieses) 500-1000 g klein­geschnittene Pflanzen­teile in 3 Litern aufkochen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen stoffwechsel­anregend, entschlackend, beruhigend, bei Rheuma, Gicht, Blut­ergüssen, Haut­problemen, Achtung: bei Schuppen­flechte (Psoriasis) maximal 100 g, nicht bei Neuro­dermitis
Kieselsäure aus Heu­blumen (z.B. diese) 500 klein­geschnittene Pflanzenteile in 5 Litern aufkochen und 15-30 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Badetemperatur: 30-38 °C, Badedauer: 15-20 Minuten stoffwechsel­anregend, ent­schlackend, bei Rheuma, Arthritis, Bronchitis, nicht bei Neuro­dermitis und Schuppen­flechte

Die Stoffwechselanregung ist übrigens für ein besseres Hautbild verantwortlich. Mit Ausnahme der pflanzlichen Auszüge werden die Zusätze direkt ins warme Badewasser gegeben.

4. Proteinreiche Zusätze

Die proteinreichen Komponenten spenden der Haut Feuchtigkeit, ohne dabei stark zu fetten Sie enthalten einen hohen Anteil an Mineralien wie zum Beispiel Kalzium, Magnesium, sowie Vitamine B und E, über die sich jede Haut freut.

Der perfekte Badezusatz ist individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Erfahre hier alles über verschiedene Zutaten und wie du sie optimal kombinierst.
von k.ellison13 (CC-BY-2.0)

Reich an diesen Inhaltsstoffen sind Vollmilch, Sahne, Haferflocken und Weizenkleie. Bei Verwendung von Milchprodukten solltest du möglichst frische und unbehandelte Produkte verwenden. Rohmilch und traditionell hergestellt sind Schlagwörter, auf die du dabei achten solltest. Solche Produkte werden in Flaschen und nicht in Tetrapacks angeboten. Ölfreie und proteinreiche Badezutaten kommen besonders trockener Haut zu gute, wirken aber auch vielen Hautkrankheiten entgegen.

Zutat Zubereitung Wirkung und Anwendung
Milch 500-1000 ml direkt ins Badewasser geben (als Emulgator vorab vermischen) milde Pflege, bei trockener Haut und Neuro­dermitis
Sahne 250 ml direkt ins Badewasser geben (als Emulgator vorab vermischen) milde Pflege, bei trockener Haut und Neuro­dermitis
Haferflocken 1 Tasse in einem Beutel und diesen direkt ins Badewasser geben milde Pflege, bei trockener Haut, Neuro­dermitis, Dermatitis und Ekzemen
Weizenkleie 100 g in einen Beutel und diesen direkt ins Badewasser geben milde Pflege, bei trockener Haut, Neuro­dermitis, Dermatitis, Ekzemen und Akne

5. Ätherische Öle

Einen zusätzlichen Duft sowie weitere Heilwirkungen verleihst du deinem Bad durch Zugabe von 5 bis maximal 20 Tropfen verschiedener ätherischer Öle. Dabei ist zu unterscheiden zwischen naturreinen ätherischen Ölen, die durch Wasserdampfdestillation aus Pflanzenteilen gewonnen werden, und synthetischen Präparaten sowie so genannten Duftölen.

Nur naturreine ätherische Öle enthalten das vollständige natürliche Wirkstoffspektrum, weshalb es empfehlenswert ist, nur auf diese Produkte zurückzugreifen. Auch können manche Menschen mit empfindlicher Haut auf diese Öle mit Reizungen reagieren. Bei jedem Öl empfiehlt sich ein Test auf mögliche Allergien. Wie du diesen Test durchführst und mehr Informationen zum Kauf und zur Anwendung von hochwertigen ätherischen Ölen erfährst du hier. Wir haben schon gute Erfahrungen mit den Marken Neumond, Farfalla und Primavera gemacht:

Für eine bessere Verteilung der ätherischen Öle im Bad und zur Reduktion von Empfindlichkeitsreaktionen kannst du die gewünschten Öle zunächst in 25 ml Speiseöl oder alternativ in 250 ml Milch einrühren. Milch hat den Vorteil, gleichzeitig als Emulgator zu wirken und zu pflegen. Ansonsten sorgen die oben beschriebenen natürlichen Emulgatoren für eine verbesserte Verteilung im Badewasser.

Bei Neurodermitis solltest du lieber auf ätherische Öle verzichten oder nur 5-8 Tropfen anstatt der Höchstmenge von 20 Tropfen verwenden. Um Reizungen bei Neurodermitis auszuschließen, kannst du fünf Tropfen ätherischer Öle zunächst in 25 ml Pflanzenöl oder 250 ml Milch einrühren.

An Stelle naturreiner ätherischer Öle kannst du auch selbst gemachte, ölige Pflanzenauszüge verwenden.

Zutat Menge Wirkung und Anwendung
Orange (Citrus Aurantium dulcis, sinensis) 1-5 Tropfen stimmungs­aufhellend, ausgleichend, beruhigend, schlaf­fördernd, anti­bakteriell, antiviral, fiebersenkend, hautpflegend
Eukalyptus (Eucalyptus globulus) 1-5 Tropfen erfrischend, schleimlösend (Bronchien, Nasen­nebenhöhlen) leicht krampflösend, anti­bakteriell, kühlend
Thymian (Thymus mastichina) 1-5 Tropfen antibakteriell, antiviral, schleimlösend und auswurf­fördernd, beruhigend bei Stress, belebend bei geistiger Erschöpfung, nicht anwenden bei Schwanger­schaft, Epilepsie und Blut­hochdruck
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) 1-5 Tropfen erfrischend, belebend, durchblutungs­fördernd, stärkend, ausgleichend, nicht bei Schwanger­schaft
Lavendel (Lavendula augustifolia) 4-5 Tropfen entspannend, stimmungs­aufhellend, anti­entzündlich, gegen Staphylo­ccocus aureus wirksam, wundheilungs­fördernd, schmerz­lindernd, Neuro­dermitis geeignet (untere Mengenangabe beachten)
Kamille, blau (Chamomilla recutita, Matricaria retcutita) 4-5 Tropfen ausgleichend, harmonisierend, anti­entzündlich, anti­allergisch, Neuro­dermitis geeignet (untere Mengen­angabe beachten)
Rosengeranie 1-5 Tropfen anregend, ausgleichend, entstauend, haut­pflegend, wundheilungs­fördernd, Neuro­dermitis geeignet (untere Mengen­angabe beachten)
Rose (Rosa damascena) 1-10 Tropfen harmonisierend, stimmungs­aufhellend, hilft gegen Infektionen, fördert die Wundheilung, Neuro­dermitis geeignet (untere Mengen­angabe beachten)
Sandelholz (Santalum album) 4-5 Tropfen sinnlich ausgleichender Duft, wundheilungs­fördernd, Neuro­dermitis geeignet (untere Mengen­angabe beachten)
Cisterose (Cistus labdaniferus) 1-10 Tropfen ausgleichend, sehr stark anti­septisch, entzündungs­hemmend, hautrege­nerierend (Akne, Ekzeme, Neuro­dermitis), Neuro­dermitis geeignet (untere Mengenangabe beachten)

6. Säurehaltige Zutaten für Erfrischung, Anti-Aging, Beauty

Das Highlight an schwülen und heißen Tagen stellen säurehaltige Zusätze wie Rotwein, Sekt, Apfelessig, Zitronensaft und Pfefferminze dar. Sie erfrischen langanhaltend und wirken zusätzlich hautstraffend, hautglättend und belebend, mobilisieren Kräfte und mildern Schweißausbrüche auch in den Wechseljahren. Mit diesen Eigenschaften punkten säurehaltige Zusätze zusätzlich als Anti-Aging Bäder. Bis auf die Pfefferminze, die einen Auszug benötigt, werden die Flüssigkeiten direkt ins vorbereitete Bad gegeben.

Zutat Zubereitung Wirkung und Anwendung
Apfelessig 200-250 ml direkt ins Badewasser hautstraffend
Rotwein, Sekt 1-3 Gläser direkt ins Badewasser hautstraffend, Anti-Aging
Zitronensaft 250 ml direkt ins Badewasser hautstraffend
Pfefferminze 100-200 g Blätter in 4 Litern aufkochen und 12-15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Badetemperatur 25-38 °C erfrischend, belebend, bei Abgeschla­genheit und in den Wechsel­jahren
Schwarzer Tee 6 Teebeutel oder 1 Handvoll Teeblätter mit 1,5 Litern kochendem Wasser überbrühen und zugedeckt mindestens 5 Minuten ziehen lassen haut­straffend, entzündungs­hemmend
Grüner Tee 6 Teebeutel oder 1 Handvoll Teeblätter mit 1,5 Litern 95 °C heißem Wasser überbrühen und zugedeckt mindestens 10 Minuten ziehen lassen milde Pflege, belebend, haut­straffend, entzündungs­hemmend

Herstellung individueller Bäder

Deine Zutatenliste für ein entspannendes Aroma- und pflegendes Rosenbad könnte zum Beispiel so ausfallen:

  • Beruhigender, hautglättender Heilpflanzen-Wasserauszug: 125 ml Rosenwasser (aus der Apotheke, online oder selbstgemachtes Rosen-Hydrolat)
  • verstärkende Heilpflanze für Optik und Duft: 1-2 Handvoll ungespritzte Rosenblüten
  • Pflege aus der Proteingruppe: 500 ml Milch (leicht erwärmen und mit dem Öl vermischen)
  • alternative vegane Variante: 300-500 g Totes Meer-Salz (mit Öl vermischen)
  • Extrazutat für mehr Hautstraffung, Erfrischung und glatte Haut: 125 ml Zitronensaft
    Optional für mehr Duft: 5-10 Tropfen ätherisches Rosenöl
  • Zutat für mehr ölhaltige Pflege und auch als Verdünnung des ätherischen Öls: 1-3 EL Mandel- oder Olivenöl

Da der Emulgator Milch oder Totes Meer-Salz schon enthalten ist, bedarf es keines weiteren Emulgators.

Die Herstellung individueller Badezusätze

Abhängig von deiner Zutatenauswahl ist die Reihenfolge zu beachten:

  1. Heilpflanzenauszug herstellen
  2. Milch, Sahne, flüssigen Honig oder Meersalz mit den ätherischen Ölen sowie fette Öle dazugeben und mit einem Mixer oder Pürierstab gut mischen
  3. Die gemixte Mischung dem Badewasser hinzufügen und verrühren
  4. Zuletzt die festen Zutaten wie Blüten, Haferflocken, Weizenkleie oder Mineralien, Rosenwasser oder Hydrolat nach Anleitung direkt oder in einem Säckchen ins Badewasser geben

Fertig ist dein selbst hergestellter und individueller Badezusatz, der sicher mit keiner Fertigvariante vergleichbar ist.

Weitere Beispiele für Badezusätze, die bei verschiedenen Problemen gezielt helfen, findest du in den Beiträgen zu Heil- und Verwöhnbädern, Lavendel, Kastanien und zur vielseitigen Verwendung von Fichtennadeln.

Dauer und Temperatur der Bäder

Vollbäder belasten den Kreislauf, die Badetemperatur sollte deshalb normalerweise nicht mehr als 38 °C betragen, die optimale Badedauer liegt bei 20 Minuten. Es gibt aber auch Zutaten, die zu anderen Richtwerten führen. Hinweise dazu kannst du den jeweiligen Tabellen entnehmen.

Tipps und Hinweise:

  • Kinderhaut hat spezielle Bedürfnisse. So sollten ätherische Öle wegen möglicher Reizung der Atmungsorgane und Allergierisiko gänzlich entfallen. Ist die Kinderhaut nicht geschädigt, bedarf es auch lange Zeit gar keiner Badezusätze. Wasser ist vollkommen ausreichend. Sollten doch einmal Zusätze für ein Kinderbad notwendig sein, findest du passende Rezepte hier.
  • Den Stoffwechsel ankurbelnde und durchblutungsfördernde Bäder sollten nicht bei Herzschwäche, niedrigem Blutdruck und Krampfadern angewendet werden.
  • Um möglichst viel ätherische Öle aus frischen Zutaten im Badewasser zu erhalten, solltest du erst das Badewasser einlassen und dann das Mischen der Zutaten angehen, so dass beides gleichzeitig fertig wird.
  • Je wärmer das Badewasser ist, desto besser verteilen sich die ätherischen Öle, doch nicht jeder Körper und jeder Zusatz ist für die maximale Temperatur ausgelegt. Beachte daher dein Befinden und gegebenenfalls die Angabe zum speziellen Bad.
  • Vollbäder solltest du höchstens zweimal je Woche anwenden, denn sie verstärken das Austrocknen der Haut.

Mit diesen Tipps und Informationen bist du nun gerüstet, um dein individuelles Bedürfnis an Pflege, Duft und Heilwirkung optimal zusammenzustellen. Viel Spaß beim Mixen!

Wenn du dich für weitere heilende Produkte zum Selbermachen interessierst, wirst du in diesen Beiträgen fündig:

Verwendest du selbstgemachte Badezusätze und was ist dein Lieblingsbad? Über Kommentare freuen wir uns und beantworten auch gern Fragen zum Thema.