Wärmende Fußcreme mit Ingwer für kalte Tage

Kalte Füße? Nicht mit diesem Rezept! Mit Ingwer und ein paar anderen natürlichen Zutaten kannst du in wenigen Minuten eine wohlig einheizende Creme anrühren

An manchen Tagen könnte ich drei Paar Socken anziehen, weil die Füße einfach nicht warm werden wollen. Wenn es dir auch so geht, solltest du das folgende Rezept ausprobieren!

Für diesen Fall habe ich nämlich eine besondere, wärmende Creme hergestellt. Der darin enthaltene Ingwer sowie Zimt regen auf natürliche Weise die Durchblutung an und sorgen für wohlige Wärme, während die anderen Zutaten die Haut sanft pflegen. Deshalb ist diese Creme auch bei anderen Beschwerden anwendbar, die Wärme bedürfen, z.B. Verspannungen im Rücken und Nacken.

Creme selbst anzurühren ist gar nicht so schwer, wie es im ersten Moment klingt, und wen einmal die Lust am Rühren von Salben und Cremes gepackt hat, den lässt sie so schnell nicht mehr los! Im Gegensatz zu den meisten käuflichen Produkten sind nur rein natürliche Bestandteile enthalten, deshalb ist die Creme im Prinzip sogar essbar.

Wärmende Fußcreme anrühren

Wie alle Cremes besteht auch diese aus einem Wasser- und einem Öl-Anteil. Weil sich Wasser und Öl nicht ohne Weiteres miteinander verbinden, wird zusätzlich ein Emulgator benötigt. Ich verwende gern das pflanzliche Tegomuls, weil sich damit viele wunderbar geschmeidige Cremes mit hohem Wasseranteil machen lassen, die sehr gut in die Haut einziehen ohne zu fetten.

Was benötigt wird:

  • 100 ml stilles Mineralwasser oder abgekochtes Leitungswasser
  • 100 ml Pflanzenöl, z.B. Kokosöl (im Reformhaus, Bioladen oder online erhältlich), es funktioniert aber auch mit Olivenöl oder Sesamöl
  • 10 g Bienenwachs (vom Imker in deiner Nähe oder online)
  • 10 g Tegomuls (als Emulgator, gibt es z.B. hier)
  • ein kleiner Apfel
  • 15 g Ingwer
  • 2-3 Messerspitzen Zimtpulver
  • Salbentiegel zum Abfüllen (z.B. diese hier)
  • optional ein Stabmixer

Zunächst müssen die Wirkstoffe aus Apfel, Ingwer und Zimt im Öl gelöst werden, dazu gehst du so vor:

  1. Apfel und Ingwer fein reiben oder hacken
  2. Öl zusammen mit Apfel, Ingwer und Zimt in einem kleinen Topf sanft erhitzen und dann auf kleiner Stufe ca. 30 Minuten köcheln lassen, so dass gerade so Bläschen aufsteigen
  3. Etwas abkühlen lassen, durch ein feines Sieb gießen und gut abtropfen lassen, um möglichst viel von dem reichhaltigen Öl aufzufangen

Kalte Füße? Nicht mit diesem Rezept! Mit Ingwer und ein paar anderen natürlichen Zutaten kannst du in wenigen Minuten eine wohlig einheizende Creme anrühren

Zum Schluss muss daraus nur noch die eigentliche Creme angerührt werden, das funktioniert eigentlich bei allen Cremes immer gleich. So wird’s gemacht:

  1. die fetten Bestandteile (also Öl, Wachs und Tegomuls, man spricht auch von der Fettphase) in ein kleines Glas geben (z.B. ein leeres Marmeladenglas) und im Wasserbad langsam erhitzen, bis alles geschmolzen ist
  2. wässrige Bestandteile (Wasserphase) in einem zweiten Gläschen ebenfalls im Wasserbad erhitzen, damit sie dieselbe Temperatur haben
  3. Wasserphase unter ständigem Rühren langsam in die Fettphase gießen. Der Emulgator beginnt sofort zu wirken und es entsteht – ähnlich wie bei der Herstellung von Mayonnaise – unter ständigem Rühren langsam die Creme.
  4. So lange weiter rühren, bis eine glatte und gleichmäßige Creme entstanden ist, das kann mehrere Minuten dauern, während die Mischung langsam abkühlt. Deutlich schneller geht es übrigens mit einem Stabmixer!

Sobald die Creme abgekühlt ist, ist sie auch schon verwendbar und kann in Salbentiegel abgefüllt werden. Im Kühlschrank aufbewahrt, ist sie etwa eine Woche haltbar. Beachte auch die Hinweise zur Haltbarkeit und Konservierung von Naturkosmetik.

Kalte Füße? Nicht mit diesem Rezept! Mit Ingwer und ein paar anderen natürlichen Zutaten kannst du in wenigen Minuten eine wohlig einheizende Creme anrühren

Tipp: Ingwer lässt sich ganz leicht mit einem Teelöffel schälen. Warum das sinnvoll ist und wie es funktioniert erfährst du hier.

Viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren! Natürlich kannst du das Rezept nach eigenen Vorlieben modifizieren und andere Gewürze, Kräuter oder auch ätherische Öle hinzugeben. Wenn du magst, teile uns doch deine Lieblingsrezeptur über die Kommentarfunktion mit.

Noch viel mehr Ideen zu selbst gemachter Naturkosmetik und Körperpflege findest du hier und in unseren Buchtipps:

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8 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Danke für die Anleitung, leider ist mir die Salbe bereits nach wenigen Wochen schimmelig geworden. :-(

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Benjamin, das ist sehr schade! Leider ist es in der heimischen Küche nicht immer möglich, die Hygiene so peinlich genau einzuhalten, wie es in der Fabrik der Fall ist. In diesem Beitrag haben wir alle Tipps für möglichst lange Haltbarkeit selbst gemachter Kosmetik- und Pflegeprodukte zusammengefasst, vielleicht ist etwas Passendes dabei: http://www.smarticular.net/diy-natur-kosmetik-laengere-haltbarkeit/

  2. Christiane Hoyer

    Hallo, ich habe gelesen, dass Tegomuls aus Palmfett hergestellt wird, kann man es durch einen anderen Emulgator ersetzen? Wenn ja, durch welchen? Danke!

    Antworten
    • Hallo Christiane, du könntest Emulsan verwenden. Allerdings müssten dann die Mengen angepasst werden. Da wir es damit noch nicht ausprobiert haben, kann ich dir nicht sagen, wie.

  3. Elke Meier

    Ihr habt so tolle ideen und vorschläge zum schutz der umwelt. Warum in aller welt macht ihr in eure selbst hergestellten kosmetika bienenwachs rein? Die biene ist ein stark zu schützendes insekt und die ausbeutung dieses kleinen fleissigen tierchens,sei es durch den gewinn von honig oder auch anderen teilen des bienenstocks, leuchtet mir absolut nicht ein. Aufgrund des starken bienensterbens der vergangenen jahre solltet ihr überdenken ob die verwendung von honig oder bienenwachs, zumal nicht zum essen sondern in kosmetik, wirklich mit eurem umweltschutz grundgedanken zusammenpasst..sorry aber das musste mal gesagt werden, regt mich generell auf dass honig oder bienenwachs verwendet wird für seife oder anderen blödsinn..lg

    Antworten
    • Das sehe ich ein bisschen anders: Mag sein, dass es verantwortungslose Imkereien gibt, die den Tieren schaden. Auf die meisten dürfte das aber nicht zutreffen und wer sich schon einmal näher damit beschäftigt hat, wird feststellen, dass die zahllosen Klein- und Hobby-Imker stark zum Schutz und zur Vermehrung der Bienen beitragen! Das ist auch ganz einfach zu erklären: Wenn ein Imker seine Bienen ausbeutet und nicht alles exakt auf ihre Bedürfnisse ausrichtet, gehen sie ihm früher oder später ein. Ohne die vielen fleißigen Imker, die nach meiner Erfahrung ein sehr inniges Verhältnis zum „Bien“ haben und ihn hegen, pflegen und schützen, wäre die Biene bei uns wahrscheinlich schon längst ausgestorben. Die Gefahren für Bienen kommen nämlich ganz und gar nicht durch Imkerei, sondern durch massenhafte Chemiekalien-Verwendung in der Landwirtschaft und Grünpflege, durch Monokultur, aber auch durch Kleingärtner, denen Rasen lieber ist als Blumen, Bäume und Sträucher. Kleine, regionale Bio-Imker zu unterstützten bedeutet aktiver Bienenschutz! Die Betreiber der Seite haben das auch schön zusammengefasst wie ich finde http://www.smarticular.net/wege-wie-jeder-den-bienen-helfen-kann-petitionen-sind-nicht-genug/
      Ganz herzliche Grüße

    • Elke Meier

      Das ist das gleiche wie beim Fleisch essen…JEDER kauft beim Metzger seines Vertrauens, aber die Fleischabteilungen in den Supermärkten und Billigdiscountern werden immer noch grösser…..wer lange genug sucht findet eben auf alles die passende Antwort. Sehr schade, denn wenn man die explosionsartige Vermehrung der Honigsorten betrachtet kann es wohl kaum sein, dass sehr viele Menschen beim Imker nebenan kaufen, zumal wenn ihr schreibt, die Leute sollen sich ihr Bienenwachs aus dem Internet kaufen…wo bleibt denn da die Transparenz? Aber das muss jeder mit sich selber ausmachen. Ich finde nicht gut, dass ihr euch so stark für Umweltschutz engagiert und gleichzeitig den Bienen ihre hart erarbeiteten Lebensgrundlagen klaut, zumal für so zweifelhafte Verwendung. Man hat sich ja in der Vergangenheit angewöhnt, in seinem eigenen gesteckten RAHMEN zu agieren. Das eine gehört dazu, das andere nicht. So wird das nie was, wenn jeder sich seine eigenen Vorgaben macht, was Umweltschutz wirklich ist und was eben nicht dazu gehört.

    • Maximilian Knap

      Hallo Elke, hallo Chris, ich denke in euer beider Aussagen steckt viel Wahrheit! Gerade beim Thema Bienen gibt es leider kein Schwarz-Weiß, so wie auch viele andere Nachhaltigkeitsthemen immer mehrere Seiten haben.

      Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wo er oder sie seine/ihre Produkte bezieht oder auch nicht. Eine Imkerei in der Nähe zu besuchen ist auf jeden Fall ein lohnendes Unterfangen, wir selbst haben dabei viel über Umwelt und Naturschutz gelernt. Verantwortungsbewusste Bio-Imker leisten meiner Meinung nach einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Bienen, und mit ihnen in ganz erheblichem Maß zum Erhalt der Artenvielfalt in unseren Breiten!

      Aus diesem Grund empfehlen wir auch – wenn überhaupt – in erster Linie auf Bienenwachs aus solchen Quellen zurückzugreifen. Natürlich gibt es aber auch sinnvolle Alternativen, die wir in zahlreichen anderen Rezepten verwenden und immer auch versuchen mit zu benennen, wie z.B. pflanzliches Carnaubawachs oder anderes Pflanzenwachs.

      Die vielen kleinen Initativen, wo Menschen bewusst anpacken und sich mit Kreativität und Fantasie gegen den wachsenden Massenkonsum stellen, zum Beispiel indem sie Naturseifen sieden, Naturkosmetik und mehr selber machen, würde ich nicht einfach als Blödsinn abtun. Honig und Bienenwachs haben für mich auch eine Berechtigung in solchen Produkten, vor allem dann, wenn sie ungesunde, synthetische bzw. anderswie schädliche Inhaltsstoffe ersetzen.

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