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Schweißfüße natürlich und schonend behandeln
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Schweißfüße sind unangenehm, kommen aber in den besten Familien vor. Die besten Tipps und Tricks gegen Schweißfüße vorzubeugen und den Geruch zu vertreiben!

Jeder Mensch schwitzt – auch an den Füßen. Bedingt wird dies durch zahlreiche Schweißdrüsen an den Fußsohlen. So weit ein ganz natürlicher Vorgang, der unter anderem zur Regulierung der Körpertemperatur dient. Unangenehm wird es, wenn Füße und Schuhe zu riechen beginnen, wie dies bei etwa einem Drittel aller Menschen der Fall ist. Mit ein paar natürlichen Hausmitteln lässt sich Fußschweiß schon im Ansatz unterbinden und der Geruch verhindern. In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche das sind und wie du sie erfolgreich anwendest.

Ursache für den Geruch sind Bakterien der Haut und Hornhaut, die bei fehlender Belüftung der Füße beginnen, den Schweiß zu zersetzen. Der dabei entstehende Geruch wird oft als “käsig” und stinkend wahrgenommen, es kommt zum sogenannten Käsefuß, Sportlerfuß oder Stinkefuß. Noch schlimmer: Mit der Zeit nehmen die Schuhe den Geruch an, so dass sich selbst ohne Schwitzen am Fuß der berüchtigte Geruch verbreitet.

Das ist nicht nur für die betroffene Person unangenehm, sondern kann auch Mitmenschen stören. Oft sind das falsche Schuhwerk und lange Tätigkeiten in geschlossenen Schuhen der Grund. Aber auch Lebensstil, Ernährung oder Krankheiten bedingen eine mehr oder weniger starke Schweißproduktion.

Deswegen findest du in diesem Beitrag:

  • die besten Tipps, um Fußgeruch vorzubeugen
  • konkrete Strategien, um ihn schnell und wirksam in den Griff zu bekommen
  • Tipps, um Schweißfüße nachhaltig zu vermeiden

Gegen Fußschweiß helfen viele Dinge, aber jeder sollte für sich ausprobieren, was am besten klappt.

Schweißfüßen vorbeugen

Unser Gesicht sehen wir jeden Tag im Spiegel und widmen uns entsprechend intensiv seiner Pflege. Dagegen sind die Füße die am weitesten entfernten Körperteile, weshalb sie häufig nur wenig Pflege erfahren. Wenn du den Füßen regelmäßig ein bisschen Aufmerksamkeit schenkst, kann das Ausbrechen von hartnäckigem Fußgeruch schon im Ansatz verhindert werden.

1. Frische Luft an die Füße

Regelmäßig frische Luft an den Füßen vertreibt nicht nur Gerüche, sondern hemmt auch das Ausbreiten von Bakterien.

Sperre deine Füße nicht ununterbrochen in Schuhe und Strümpfe, sondern lüfte sie regelmäßig.
Ziehe deine Socken aus und laufe hin und wieder an paar Schritte Barfuß. Das ist nicht nur angenehm sondern auch sehr gesund.

Vermeide geschlossene, schwere und hohe Schuhe aus luftundurchlässigen Materialien. Feuchtigkeitsregulierende Materialien wie offenporiges Leder sind schon eine bessere Wahl. Noch besser geeignet sind moderne Sportschuhe, sie bestehen aus leichtem, atmungsaktivem Gewebe und lassen trotz geschlossenem Schuh reichlich Luft an die Haut.

Trage so oft wie möglich luftige Schuhe wie Sandalen.

2. Regelmäßige Fußpflege

Potentielle Geruchsquellen können mit regelmäßiger Fußpflege beseitigt werden.

Dazu gehören das regelmäßige Schneiden der Nägel, Entfernen überschüssiger Hornhaut sowie das Beseitigen übermäßiger Nagelhaut. So haben Bakterien weniger Raum um sich auszubreiten und Zehen und Füße riechen gut. Hierfür sind eine Hornhautfeile oder Schrundensalbe hilfreich. Achte aber darauf, nicht zu viel Hornhaut zu entfernen, da sonst entsprechend mehr nachwächst.

Überschüssige Nagelhaut sollte behutsam mit einer Nagelhautschere abgenommen werden. Wenn du unsicher bist, gib dich am besten in die Hände einer ausgebildeten, medizinischen Fußpflege. Dort kennt man alle Arten von Fußproblemen und hat die optimale Erstbehandlung parat.

Beachte: Eine “kosmetische Fußpflege” ist nicht das Gleiche, nur die “medizinische Fußpflege” ist fachgerecht geschult, um überschüssige Hornaut abzuschneiden und eingewachsene Nägel angemessen zu behandeln.

Tipp: Besonders wichtig ist es, sich nach dem Waschen gründlich die Zehen und vor allem die Zehenzwischenräume abzutrocknen. So gibst du Bakterien gar nicht erst die Chance, sich hier einzunisten.

Konkrete Strategien, um Fußschweiß zu bekämpfen

3. Tägliche oder wöchentliche Fußbäder

Wichtig ist es, die Zehen und Füße regelmäßig zu waschen. Neben dem täglichen Duschen reinigt ein Fußbad nicht nur gründlich, sondern ist auch sehr angenehm und entspannend, besonders vor dem Schlafengehen. Je nach Bedarf sollte es täglich oder wöchentlich angewendet werden.

Natronfußbad

Natron ist ein wahres Wundermittel im Haushalt. Es reinigt und neutralisiert unangenehme Gerüche und macht rissige und spröde Haut wieder weich.

Gib drei Teelöffel Natronpulver in ein Fußbad und bade deine Füße etwa 20 bis 30 Minuten darin. Danach sind sie erfrischt und frei von Gerüchen.

Salz- und Essigfußbad

Auch Essig desodoriert schlechte Gerüche. Er wirkt antibakteriell, antifungal und kann dazu beitragen, den natürlichen Säuremantel der Haut wieder herzustellen. Deshalb hilft die regelmäßige Anwendung nicht nur bei sogenannten Schweißmauken, sondern auch bei Fußpilz.

Für dein Fußbad gibst du auf jeden Liter Wasser zwei Esslöffel Apfelessig und drei Esslöffel Salz. Bade deine Füße zweimal täglich 10 Minuten darin, trockne sie gründlich ab und reibe sie dann mit verdünntem Teebaumöl (mit Pflanzenöl mischen) ein. Das Teebaumöl wirkt zusätzlich antibakteriell, antifungal und erfrischend.

Viele andere Anwendungen für Teebaumöl und andere ätherische Öle findest du hier. Was du beim Kauf und der Anwendung von ätherischen Ölen beachten solltest, erfährst du hier.

Walnussblätter-Fußbad

Walnüsse haben antiseptische und pilztötende Eigenschaften und wirken so auch gegen Schweißgeruchs-Ursachen.

Um diese Eigenschaften zu nutzen, setze zunächst einen Sud mit 50 Gramm Walnussblättern und einen Liter kaltem Wasser auf. Lasse diese Mischung 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln, seihe sie ab und gieße sie zu deinem Fußbad. Nach etwa 15 Minuten Badezeit riechen deine Füße wieder gut. Das Fußbad kann nach Bedarf täglich oder zweimal die Woche angewandt werden.

Beachte: Der Aufguss kann beim Abtrocknen das Handtuch verfärben.

Salbeifußbad

Salbei enthält ätherische Öle, die antibakteriell und pilztötend wirken. Sie reduzieren auch die Schweißproduktion. Somit ist er ein sehr wirksamer Helfer gegen Stinkefüße.

Setze einen Sud an, indem du eine Handvoll Salbeiblätter mit einem Liter kochendem Wasser übergießt und 15 Minuten ziehen lässt. Dann den Sud dem Bad zugeben und die Füße mindestens 10 Minuten darin baden. Danach gründlich abtrocknen und die Prozedur je nach Bedarf täglich oder zweimal pro Woche wiederholen.

Tipp: Salbei-Sud kannst du auch als Tee trinken und so von innen die Schweißproduktion hemmen. Nimm den Tee aber nicht länger als drei Wochen am Stück ein, da er sonst Magenbeschwerden verursachen kann.

Gegen fast jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen! Mit einem eigenen Apotheker-Beet im Garten oder auf dem Balkon kannst du dir so manche Pille ersparen.

4. Selbstgemachtes Fußspray zur Pflege und Erfrischung

Ein Fußspray bekämpft nicht nur Gestank, sondern sorgt sofort für eine angenehm kühle Erfrischung.

Vermische 100 Milliliter Apfelessig und 3-4 Tropfen Lavendelöl in einer Sprühflasche. Beide Zutaten wirken antifungal und antibakteriell, das Lavendelöl sorgt zusätzlich für ein duftendes Aroma. Schüttele die Mischung gut und trage das Spray je nach Bedarf mehrmals täglich auf.

5. Einlagen zur Schuh- und Fußpflege

Die richtigen Einlagen in Schuhen erhöhen die Luftzirkulation im Schuh, sorgen für einen Feuchtigkeitsaustausch und helfen so, unangenehme Gerüche zu zu reduzieren. Einlagen sind auch eine gute Möglichkeit zur Abhilfe, wenn das Tragen geschlossener Schuhe nicht vermieden werden kann, wie z.B. bei Arbeitsschuhen und Stiefeln.

Zimteinlagen

Zimteinlagen eignen sich gut, um Schweißgeruch zu reduzieren, da Zimt Hornhautbakterien neutralisiert. Trage dunkle Socken, wenn du sie verwendest, da sie auf deine Socken abfärben können.

Barfußeinlagen

Wie der Name bereits sagt, kannst du mit diesen Einlegesohlen barfuß in geschlossenen Schuhen laufen. Sie sorgen dafür, dass die Luft im Schuh besser zirkuliert und die Feuchtigkeit aufgesaugt wird.

6. Schuhgeruch beseitigen

Nicht nur die Füße, auch das Schuhwerk sollte möglichst frei von Geruch sein. Hierfür eignen sich verschiedene Hausmittel.

Schuhe ausreichend trocknen und lüften

Sorge dafür, dass die Schuhe nach dem Tragen möglichst schnell wieder trocknen und gut auslüften können. Vorhandene Restfeuchte kann durch Ausstopfen mit Zeitungspapier innerhalb von 30-60 Minuten aufgesaugt werden. Entferne das Papier anschließend und stelle die Schuhe an ein trockenes Plätzchen vor der Tür oder auf dem Balkon.

Zimtpulver

Zimt saugt Feuchtigkeit im Schuh auf und verhindert so, dass die Bakterien ihr Werk verrichten können. Streue ihn als Pulver abends oder direkt nach dem Tragen in die Schuhe und schütte es am nächsten Morgen vor dem Tragen aus. Mehrmals pro Woche angewendet, riecht der Schuh bald angenehm zimtig. Entferne das Pulver gründlich aus den Schuhen, da es sonst helle Socken verfärben kann.

Natronpulver

Natronpulver hilft auch in Schuhen, Gerüche zu neutralisieren. Streue einfach nach dem Tragen Natronpulver in deine Schuhe und verteile es gut. Am Morgen einfach ausschütteln.

Für eine länger anhaltende Wirkung kannst du auch morgens frisches Pulver in deine Schuhe streuen und es tagsüber, während des Tragens, wirken lassen.

Backpulver kann man nicht einfach durch das preiswertere Natron ersetzen. Eine Alternative herzustellen ist dennoch nicht schwer, finde heraus wie es geht.

Babypulver

Babypulver zieht ebenfalls Flüssigkeit aus dem Inneren des Schuhs. Streue es nach dem Tragen in die Schuhe und lasse sie über Nacht stehen. Zusätzlich kannst du Babypulver auch vor dem Anziehen zwischen die Zehen streuen und erzielst so eine stärkere Wirkung.

Kaffeebohnen

Dass Kaffeebohnen einen geruchsneutralisierenden Effekt haben, ist dir vielleicht schon durch den letzten Parfumkauf bekannt: Nachdem man an maximal drei verschiedenen Düften gerochen hat, ist die Nase nicht mehr fähig zwischen Gerüchen zu unterscheiden. Ein kurzes Schnuppern an Kaffeebohnen klärt den Geruchssinn und schon kann es weitergehen mit der Parfumsuche.

Diesen neutralisierenden Effekt kannst du auch bei übel riechenden Schuhen nutzen. Streue dazu eine Handvoll Kaffeebohnen in jeden Schuh und lasse sie über Nacht wirken. Am nächsten Tag ist der Schweißgeruch verflogen! Die Kaffeebohnen sind bei dieser Anwendung mehrfach nutzbar.

Dieser Trick funktioniert übrigens auch mit Kaffeesatz!

7. Schuhbehandlung mit Essig

Essig desinfiziert und wirkt antibakteriell. Wenn du deine Schuhe regelmäßig mit Essig auswischst, beseitigst du Bakterien und unangenehme Gerüche.

Wenn dich der Essiggeruch selbst stört, sei unbesorgt, er verfliegt sehr schnell.

8. Schuhwechsel

Ein kleiner aber feiner Trick ist es, nicht ständig die gleichen Schuhe zu tragen. Nutze am besten drei oder vier Paar Schuhe abwechselnd. So haben die ungetragenen Schuhe mehr Zeit zum Auslüften und es stauen sich weder Feuchtigkeit noch Geruch.

9. Schuhneukauf

Mancher Schuh ist wegen Alters und langer Tragezeit einfach nicht mehr zu retten. Wenn deine alten Schuhe schon stark riechen, lohnt es sich womöglich, in neue Schuhe zu investieren. Beachte, dass diese aus atmungsaktivem Material bestehen. Je mehr Luft im Schuh zirkulieren kann, umso weniger Sorgen bereiten dir Schweiß und unangenehme Gerüche.

10. Die richtigen Socken

Socken aus Synthetikfasern lassen Wärme und Feuchtigkeit nicht so gut entweichen wie Baumwoll- oder Wollsocken. Dadurch begünstigen sie Schweißfüße und Pilzerkrankungen.

Die alten Socken musst du aber nicht wegwerfen, nach dem Waschen kannst du sie für viele Zwecke weiter verwenden!

Schweißfüße nachhaltig bekämpfen

Wenn du über einen längeren Zeitraum mit starkem (Fuß)Schweißgeruch zu kämpfen hast, solltest du prüfen, ob deine Ernährung eine Ursache dafür ist. Scharfes, fettiges und sehr fleischlastiges Essen kann das Schwitzen begünstigen. Achte darauf, abwechslungsreich zu essen und setze verstärkt auf Gemüse und Obst. Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und vor allem Zink hilft, die Schweißproduktion zu regulieren.

Alkohol, Nikotin und Koffein begünstigen starkes Schwitzen. Viel Wasser hingegen schränkt es ein.

In manchen Fällen liegt die Ursache für übermäßige Schweißproduktion aber auch in vorhandenen Erkrankungen. Wenn du gesundheitliche Ursachen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion vermutest, solltest du diese mit einem Arzt besprechen.

Haben wir ein wichtiges Mittel gegen Fußschweiß vergessen? Verrate uns deine Tricks unten in den Kommentaren!

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