Öfter mal ohne Schuhe! Warum Barfußlaufen gesund macht
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Barfuß auf Wiesen, durch das Einkaufscenter und durch Pfützen? Ja genau! Wenige Maßnahmen für deine Gesundheit sind so einfach und so wirkungsvoll!

Schuhe trägt fast jeder. Zu unterschiedlichen Anlässen darf es mal elegantes, mal robustes, mal warmes und mal luftiges Schuhwerk sein. Auf den einen Schuhtrend folgt bald der nächste und so ändert sich auch im Schuhschrank oft der Bestand.

Doch oft werden unsere Füße durch das Tragen von Schuhen verwöhnt oder schlimmer noch eingeengt. Der Mode geschuldet, stecken sie oft stundenlang in zu schmalen oder zu spitzen Schuhen oder werden durch Absätze ungleichmäßig belastet. Besonders, wenn man über lange Zeit den gleichen Schuh trägt, kann es passieren, dass der Fuß sich daran anpasst und verformt.

Das Beste, was du deinen Füßen bieten kannst, ist, öfter mal eine Auszeit zu nehmen und barfuß zu laufen! Deswegen erfährst du in diesem Beitrag

  • wie Barfußlaufen deiner Gesundheit hilft,
  • wie du das Gehen ohne Schuhe in den Alltag integrierst.

Barfußlaufen hilft dem ganzen Körper

Barfußlaufen heißt nicht nur, dem Fuß mehr Freiraum zu geben, sondern auch, die Fußmuskeln aufzubauen. Denn durch die Enge in den Schuhen werden viele Muskeln in diesem komplexen Körperteil nicht beansprucht und bilden sich in der Folge zurück.

Gehen, Laufen oder Springen ohne Schuhe hingegen stärkt die Füße, weil dadurch viel mehr Muskeln, Sehnen und Bänder beansprucht werden. Das fördert aber auch die Gesundheit der Beine und gibt sogar dem Rücken mehr Halt. Du bringst auch Waden, Oberschenkel und Po in eine noch schönere Form. ;-)

Durch regelmäßiges Laufen mit nackten Füßen bildet sich eine natürliche Hornhaut an der Sohle, die dich außerdem vor Verletzungen schützt. Doch keine Sorge – mit übermäßiger Hornhautbildung musst du nicht rechnen, wenn du deinen Füßen hin und wieder eine gesunde Pflege in Form eines Fußbades sowie einer anschließenden Fußcreme gönnst. Durch die schnellere Erneuerung der Hornhaut wird diese sogar schöner, elastischer und widerstandsfähiger. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass deine Füße ausgiebig gelüftet werden und du so unangenehmem Fußschweiß vorbeugst.

Fußdeformationen beheben

Zu enge Schuhe stauchen den Fuß und häufig entstehen kleine Deformationen, z.B. Fehlstellungen der Zehen. High-Heels sehen zwar umwerfend aus, sind aber purer Stress für die komplizierte Fuß-Anatomie! Orthopäden und Physiotherapeuten empfehlen deshalb stets, häufiger barfuß zu laufen.

Barfuß auf Wiesen, durch das Einkaufscenter und durch Pfützen? Ja genau! Wenige Maßnahmen für deine Gesundheit sind so einfach und so wirkungsvoll!
von HeelsandFeet [CC-BY-2.0]
Durch gezieltes Laufen mit nackten Füßen können muskulär bedingte Fehlstellungen verringert oder sogar behoben werden. Deformationen der Knochen kann man so leider nur im Wachstum, also in jungen Jahren, begegnen.

Immunsystem stärken und fit bleiben

Barfußlaufen hilft nicht nur dem Bewegungsapparat, sondern stärkt gleichzeitig die natürliche Immunabwehr. Früher haben mich in schöner Regelmäßigkeit kleine Erkältungen und auch die eine oder andere Grippe heimgesucht. Seit ich das Barfußlaufen für mich entdeckt habe, bin ich viel seltener krank!

Nasse, kalte Füße – davon wird man doch automatisch krank? Das Gegenteil ist der Fall, wie auch schon Kneipp wusste: “Kältereiz ist Lebensreiz”. Wer sich regelmäßig ohne Schuhe nach draußen begibt und auch mal über Tau-befeuchtete Wiesen schlendert, kalten Steinboden nicht meidet und sogar durch Pfützen läuft, aktiviert damit die körpereigene Immunabwehr und stärkt so den Selbstschutz.

Die anfängliche Kühle an den Füßen ist dabei schnell vergessen, solange man in Bewegung bleibt. Drinnen angekommen solltest du natürlich die Füße trocknen und ihnen die wohl verdiente Wärme gönnen. Wie beim Wechselduschen hilfst du deinem Körper auf diese Weise nachhaltig, seine Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und mit Infekten spielend fertig zu werden.

Tastsinn der Füße wieder erlernen

Durch das Laufen ohne Schuhe erfahren unsere Sinne bestimmte Eindrücke: Welche Beschaffenheit hat der Boden? Ist er kalt oder von der Sonne aufgeheizt? Ist der Untergrund hart und rau oder weich und glatt?

Auf großen Steinen beanspruchen wir unsere Füße anders als auf Kies, Sand oder Gras.
Bewusstes Laufen auf unterschiedlichen Böden schult so den Tastsinn.

Wie im Alltag barfuß laufen?

Viele Menschen gehen gern barfuß, tun dies aber sehr selten und höchstens mal im Urlaub über längere Zeit. Um Barfußgehen in den hektischen Alltag zu integrieren, haben wir hier ein paar konkrete Vorschläge für dich.

1. Langsam anfangen

Laufe in der Wohnung so oft wie möglich barfuß, so gewöhnen sich deine Füße langsam daran. Zurückgebildete Muskeln, Sehen und Bänder werden beansprucht. Am besten klappt dieses “Training” ohne Socken, weil dadurch die gesamte Fußsensorik angeregt wird.

2. Draußen ohne Schuhe gehen

Ziehe bewusst auch mal draußen die Schuhe aus, wenn es nicht zu kalt ist: im Park oder beim Spazieren im Wald. Am besten trainierst du deine Fußmuskeln auf unebenen Oberflächen, auf Gras, Sand und Steinen. Durch das ständige Ausbalancieren auf unebenem Grund trainierst du viel mehr Muskeln und Bänder, die Fußreflexzonenmassage ist dabei kostenlos inklusive.

Im Urlaub ist ein Strandspaziergang mit nackten Füßen durch den beweglichen Sand wohl die beste Methode, die Füße zu trainieren.

3. Am Arbeitsplatz mal die Schuhe ausziehen

Wenn du die Möglichkeit hast, ziehe während der Arbeit für ein paar Stunden die Schuhe aus und laufe mit bloßen Füßen herum. Alternativ kannst du die Mittagspause auch in den Park verlegen, Schuhe und Socken ausziehen und nach dem Essen ein wenig barfuß spazieren. Das regt die Durchblutung an und beugt Müdigkeit vor.

4. Barfuß Sport treiben

Auch Sport kannst du mit bloßen Füßen treiben! Dafür sind einige Sportarten geeignet: Jogging, Training im Fitnessstudio, Tanztraining, Badminton, Volleyball, Fahrrad fahren und viele mehr. Hier gilt aber die Regel, dass du dich langsam herantasten solltest, da die Muskeln beim Sport und vor allem beim Barfuß-Sport sehr intensiv gefordert werden.

Barfuß auf Wiesen, durch das Einkaufscenter und durch Pfützen? Ja genau! Wenige Maßnahmen für deine Gesundheit sind so einfach und so wirkungsvoll!
von Chris Hunkeler [CC-BY-SA-2.0]
Ein Sport, der per se ohne Schuhe betrieben wird, ist Beachvolleyball. Gibt es in der Nähe vielleicht ein Spielfeld? Dieser Sport hat einen optimalen Effekt: Nicht nur die Fußmuskeln werden trainiert, sondern auch die Waden und der Po geformt!

Auch viele Tanzstile lasse sich nach ein wenig Eingewöhung hervorragend mit nackten Füßen ausüben.

Jogging ohne Schuhe ist natürlich ebenfalls möglich. Der Marathonläufer Abebe Bikila hat sogar barfuß bei den Olympischen Spielen von 1960 Gold gewonnen. Wenn du mit nackten Füßen joggen gehst, solltest du zunächst langsam anfangen, um den Fuß zu stärken, und dann dein Laufpensum steigern.

5. Barfußschuhe

Barfuß auf Wiesen, durch das Einkaufscenter und durch Pfützen? Ja genau! Wenige Maßnahmen für deine Gesundheit sind so einfach und so wirkungsvoll!
von Maria Morri [CC-BY-SA-2.0]
Wenn du das Gefühl des Barfußlaufen beim Sport oder unterwegs magst, aber lieber Schuhe trägst, sind Barfußschuhe eine geeignete Möglichkeit. Diese gibt es in normaler Schuhform und als sogenannte Zehenschuhe. Mit Zehenschuhen kommst du dem Barfußgefühl am nächsten, insgesamt beanspruchen aber beide Schuhe mehr Muskeln als normale Schuhe und geben durch weiches Material den Zehen mehr Freiheit.

Viele Sportler schwören auf Barfußschuhe, beachte jedoch auch hier eine gewisse Eingewöhnungsphase und gehe mit Geduld vor.

6. Tanzen ohne Schuhe

Die Nächte durchtanzen kannst du auch ohne Schuhe! Damit fühlst du dich gleichzeitig viel besser und hast nachher keine Blasen von den schönen aber ungemütlichen Partyschuhen. Achte darauf, dass keine Glasscherben herumliegen und dass es nicht zu eng ist, damit dir niemand auf die Füße tanzt! ;-)

7. Ab in den Barfußpark

In vielen Städten gibt es eigens für diesen Zweck angelegte Barfußparks. Dort wird das Laufen mit nackten Füßen in Parcours auf unterschiedlichen Böden praktiziert und so nicht nur die Füße, sondern auch die Sinne für die Natur gestärkt. Besuche einen solchen Park doch mal mit ein paar Freunden oder der ganzen Familie!

Hier findest du eine Übersicht zu den Barfußparks in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern.

Kinder barfuß laufen lassen

Kinder lieben es, mit nackten Füßen zu laufen! Wenn nicht unbedingt nötig, zwinge sie nicht in Schuhe – das freut die Kids und zusätzlich kannst du Fehlstellungen vorbeugen, denn im Wachstum ist das Barfußlaufen besonders fördernd für gesunde Fuß- und Zehenformen.

Hinweis

Nach einer Eingewöhnung des Barfußlaufens kannst du nahezu alles ohne Schuhe machen, auch sportliche Aktivitäten. Dann kannst du auch barfuß längere Strecken joggen gehen, und die (neidischen) Blicke der anderen Jogger sind dir garantiert.

Egal wo und wie du barfuß läufst, ob im Nassen, Trockenen, über Steine, Wiesen oder durch den Wald: Beginne langsam und mit kurzen Strecken. Wenn sich dein Körper an die neue Freiheit gewöhnt hat, kannst du die Dauer und Strecken immer noch steigern.

Beachte: Menschen mit Arthrose und Diabetes sollten vor intensivem Barfußlaufen mit ihrem Arzt sprechen.

Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, Barfußlaufen in den Alltag zu integrieren. Viel Spaß beim Ausprobieren des neuen Laufgefühls! Deine Füße und deine Gesundheit werden es dir danken.

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Wann läufst du “baren Fußes” und welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Wir freuen uns über deine Kommentare!

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