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Wachsfresser (Dauerkerze) selber bauen – nie mehr Kerzenreste
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Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

Kerzen sind eine tolle Möglichkeit, um in der kühlen, dunklen Jahreshälfte für eine warme Atmosphäre und stimmungsvolle Beleuchtung zu sorgen. Doch was tun mit Wachsresten, die vor allem bei größeren Kerzen unweigerlich übrig bleiben, sobald diese heruntergebrannt sind? Zum Wegwerfen sind die Reste viel zu schade, denn immerhin wurden für das Brennmaterial wertvolle Rohstoffe aufgewendet. Ein paar Wachsreste könntest du mit diesen Tipps kreativ weiterverwenden.

Wenn aber regelmäßig solche Reste anfallen, dann ist ein Wachsfresser (auch unter dem Markennamen Schmelzfeuer bekannt) die ideale Möglichkeit, um sie beinahe ohne Aufwand restlos zu verbrauchen. Zwar gibt es im Handel passende Produkte, sie haben jedoch einen stolzen Preis und dürfen zumeist nur im Freien aufgestellt werden, weil sie stark rußen. Mit einigen Teilen aus dem Baumarkt und etwas Bastelgeschick kannst du dagegen einen funktionierenden Wachsfresser selbst bauen, der unter Aufsicht auch für drinnen geeignet ist.

Bauanleitung: smarticular-Wachsfresser für wenige Euro

Im Internet finden sich einige DIY-Anleitungen, die aber alle verschiedene Nachteile mit sich bringen. Deshalb habe ich herumprobiert und eine Konstruktion entwickelt, die zuverlässig funktioniert und sich leicht nachbauen lässt.

Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

Für den smarticular-Wachsfresser benötigst du folgende Teile, die meisten davon sind in jedem Baumarkt (in der Heizungs-/Bad-Abteilung) für kleines Geld erhältlich:

  • 1 Kupferrohr T-Stück 12 mm
  • 4 Kupferrohr-Bögen 12 mm 90° mit einer Muffe (es gibt auch welche, die an beiden Enden eine Muffe haben, also etwas aufgeweitet sind – diese gehen leider nicht)
  • 1 Kupferrohr-Reduzierstück 12 mm (es muss auf die Mitte des T-Stücks passen)
  • 1 Stückchen Glaswolle-Dämmstoff als Docht (im Baumarkt fragen, ob es einen kleinen Rest gibt)
  • 1 Keramikschale ca. 13-15 cm Durchmesser oder ein anderes feuerfestes Gefäß (ich hatte einen passenden Fressnapf übrig)

Wegen der Kupferteile frag am besten im Baumarkt nach, um auch die richtigen zu erhalten. Sie sollen alle ineinander steckbar sein (teilweise muss man mit Hammer/Zange nachhelfen), wie auf der Abbildung weiter unten zu sehen ist.

An Werkzeug brauchst du zudem eine Zange, einen Hammer, eine kleine Säge für Metall und einen Metallbohrer ca. 3-5 mm Durchmesser.

So wird daraus der Wachsfresser:

1. Das Reduzierstück auf den mittleren Abzweig des T-Stücks aufstecken. Bei meinen Versuchen war das Reduzierstück jedes Mal so eng, dass ich es vorsichtig mit einem Hammer “draufklopfen” musste, dafür sitzt es dann richtig fest. Falls es noch wackelt, kannst du es mit einer Zange leicht zusammenquetschen.

2. Mit einer Metallsäge das obere Ende des Reduzierstücks wie auf dem folgenden Bild erst seitlich und dann von oben einsägen. Die beiden entstehenden Laschen sollen ca. 5 mm breit und 10 mm lang sein, sie dienen später als Wärmeleiter.

Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

3. Anschließend kannst du noch eine senkrechte Rille einsägen, durch die flüssiges Wachs leichter eindringen kann, dadurch lässt sich der Wachsfresser später einfacher entzünden. Mehrere seitliche Bohrungen (siehe Abbildung) dienen dem gleichen Zweck.

Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

4. Ein Stückchen Glaswolle-Dämmstoff (ca. 4 x 8 cm, einige mm dick) zurechtschneiden.

Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

5. Längs aufrollen und einmal zusammenklappen. Vorsichtig in das abgesägte Ende stecken, so dass noch etwa 5 mm herausschauen. Am einfachsten geht das, indem man die Glaswolle rundherum vorsichtig mit einem Stäbchen in das Röhrchen schiebt und dabei darauf achtet, dass sie nicht an den Kanten hängen bleibt.

Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

6. Die Bögen wie auf der folgenden Abbildung anstecken und mit einer Zange quetschen, damit sie nicht mehr wackeln. Die Bögen so ausrichten, dass die ganze Konstruktion sicher stehen kann.

Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

7. In die feuerfeste Schale stellen – fertig ist der Wachsfresser!

Hinweis: Vorsicht beim Hantieren mit Glaswolle – die feinen Fasern sollten nicht aufgewirbelt und eingeatmet werden. Zur Sicherheit kannst du sie auch mit Arbeitshandschuhen anfassen, weil die Härchen aus Glas empfindliche Haut reizen könnten.

Erstes Befüllen und Inbetriebnahme

Am einfachsten lässt sich der Wachsfresser mit flüssigem Wachs zum ersten Mal befüllen. Erhitze dafür Wachsreste in einem kleinen Topf bei geringer Hitze (immer beaufsichtigen!) gerade so weit, bis alles geschmolzen ist. Gieße das flüssige Wachs in die Schale, es soll bis zum eingesägten Schlitz bzw. bis zu den Bohrungen reichen. Das Wachs saugt sich im Glaswoll-Docht hoch.

Nie mehr Wachsreste: Mit diesem selbst gebauten Wachsfresser erhältst du eine Dauerkerze, die du mit Kerzenwachsresten füttern kannst.

Alternativ kannst du auch einfach Wachsreste in den “Fresser” stapeln. Tropfe dann mit einer Kerze flüssiges Wachs auf den Docht, bis er damit vollgesogen ist.

Wachsfresser entzünden

Das Anzünden ist schwieriger als bei einer normalen Kerze. Halte ein Feuerzeug oder die Flamme einer anderen Kerze für mindestens 15-20 Sekunden an den Docht, bis das verdampfende Wachs von allein brennt. Anfangs kann es deshalb erforderlich sein, von Zeit zu Zeit weiteres Wachs von oben auf den Docht “nachzutropfen” (z.B. mit einem Stück Wachsrest), damit die Flamme nicht erlischt. Das liegt daran, dass sich das Kupferrohr in den ersten 10-15 Minuten erwärmen muss, bis ausreichend Wachs geschmolzen ist und von allein durch den Schlitz und die Löcher nachfließt. Der Docht darf aber nicht zu nass vom flüssigen Wachs sein, weil er dann nicht brennt.

Jetzt zeigt sich der Vorteil der besonderen Konstruktion:

  • Kupfer leitet die Wärme gut ab und lässt mehr Wachs schmelzen als bei einer normalen Kerze.
  • Durch die beiden “Fähnchen” unmittelbar neben der Flamme wird ausreichend Wärme ins Kupfer geleitet, schon nach ein paar Minuten bleibt der Wachsfresser von allein in Gang. Ohne die Fähnchen würde die Flamme dagegen nur schlecht brennen.
  • Die Löcher/Schlitze helfen, damit ausreichend Wachs nachfließen kann.

Durch den oben herausschauenden Teil des Dochtes lässt sich die Flammengröße regulieren (mit einer Pinzette ein bisschen herausziehen oder nach unten drücken). Die Flamme sollte etwa so groß sein wie eine normale Kerzenflamme, dann wird der Wachsfresser ausreichend heiß, um das Wachs zu schmelzen, rußt aber nicht. Im Freien kann die Flamme größer eingestellt werden, wenn einen der Ruß nicht stört.

Weil der Docht selbst nicht verbrennt, setzt er sich mit der Zeit mit Ruß zu und brennt schlecht, dann muss er ausgetauscht werden. Das geht am einfachsten, wenn das Wachs noch flüssig ist. Den Docht mit einer Pinzette herausziehen und einen neuen einfädeln wie oben beschrieben.

Hinweise zur Benutzung

Bitte beachte einige wichtige Regeln beim Umgang mit dem Feuer:

  • Feuer ist kein Spielzeug!
  • Stelle den Wachsfresser außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  • Wie andere Kerzen auch sollte der Wachsfresser nie unbeaufsichtigt betrieben werden.
  • Anstatt den Wachsfresser wie eine Kerze auszupusten, ist es besser, die Flamme zu ersticken, entweder mit einem Kerzenlöscher oder indem du mit einem Wachsrest flüssiges Wachs auf den Docht tropfst, bis die Flamme erlischt. Andernfalls würde durch den noch sehr heißen Docht viel Wachs verdampfen – im Freien kein Problem, in Innenräumen eher unerwünscht.
  • Durch das Absinken des Wachsspiegels könnte sich mit der Zeit die Flamme vergrößern und muss dann durch Hineinschieben des Dochtes (oder durch Nachlegen von mehr Wachs) korrigiert werden, damit kein Ruß entsteht.
  • Verwende ein ausreichend großes Gefäß! Wenn das Gefäß wesentlich kleiner ist als beschrieben, könnte sich das Wachs überhitzen!
  • Falls dir das Gefäß zu heiß erscheint (zum Beispiel zu heiß ist, um es anzufassen) oder das Wachs sogar sichtbar blubbert, stimmt etwas nicht: Sofort vorsichtig ausblasen oder mit einem Kerzenlöscher ersticken.

Viel Spaß beim Basteln – wenn du es ausprobierst, freuen wir uns natürlich sehr über ein Foto deiner fertigen Dauerkerze in den Kommentaren!

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  • Brigitte V InKi

    Cool, welch eine Idee! Eure Seite wird mit jedem Beitrag interessanter und immer noch wertvoller – danke für eure Mühe und eure Kreativität!

  • Ramona

    Guten Tag, alle kreativen Menschen die gerne wenig Abfall produzieren ist diese Idee von mir unbedingt zu empfehlen. Wir haben genau nach Anleitung auch einen Wachsfresser gebaut. Die Kosten waren fast 11 Euro, wobei der Keramiknapf 3.99 gekostet hat. Und es ist genial. Ich habe zwar noch nie Wachsreste weggeschmissen… Doch jetzt ist es noch einfacher. Vielen Dank für den tollen Tipp
    Aber dennoch eine Frage…heute ist Tag 2 und das Wachs ist hart. Ich wollte jetzt ein Foto machen und ich kann ihn nicht mehr anmachen. Der “Docht ” brennt nicht.

    • Ramona

      Ich hab die Lösung…nach dem Löschen flüssiges Wachs über den Docht…jetzt geht’s!!!!

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