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Heilsame Kräfte der Kiefern- und Fichtennadeln nutzen

Bei jahreszeitlich bedingten Erkältungen kannst du dir neben Taschentüchern, Hustensaft, Inhalationen, Erkältungs- und Bronchialtees sowie heilsamen Erkältungsbädern ein ganz besonderes Mittel der Natur zu nutze machen: Fichtennadeln und Kiefernnadeln, in denen die heilsamen Kräfte des Waldes stecken.

Besondere Bedeutung bei der Erkältungstherapie haben ätherische Öle wie Thymian, Eukalyptus, Kampfer, Menthol, Kiefern- und Fichtennadel, sowie Terpentinöl. Sie alle fördern die Durchblutung, ermöglichen ein leichteres Abhusten und machen die Nase wieder frei. Leider sind konzentrierte ätherische Öle in hohen Dosen nicht ungefährlich, vor allem Kampfer, Eukalyptus- (Cineol) und Pfefferminzöl (Menthol) können toxisch auf das zentrale Nervensystem, Atemwege und Nieren wirken. Stattdessen kannst du die Kraft der heimischen Nadelbäume nutzen, denn in ihnen steckt schon alles drin, was du zur Erleichterung deiner Erkältung sowie zur Erkältungsabwehr benötigst.

Fichten und Kiefern nutzen

Aber nicht nur bei Erkältung können Fichten und Kiefern ihre positive Wirkung zeigen. Traditionelle Anwendungsgebiete sind:

  • Husten und Bronchitis
  • Erkältungskrankheiten
  • Atemwegsinfektionen
  • Blasenentzündung
  • Durchblutungsstörungen und Krampfadern
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Gelenkschmerzen
  • Gicht, Rheuma und Hexenschuss
  • Muskelkater
  • Muskelverspannungen

Wie du die Wirkstoffe heimischer Nadelbäume als hausgemachte Medizin für dich nutzen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Unterscheidung und Ernte

Für die Rezepte in diesem Beitrag finden Fichten- und Kieferntriebe Verwendung. Es besteht Verwechslungsgefahr mit der hochgiftigen Eibe, deren Nadeln auf keinen Fall verwendet werden sollten! Am einfachsten zu erkennen ist die Kiefer. Sie ist nicht nur leicht von der giftigen Eibe zu unterscheiden, sondern bietet auch einen besonders hohen Wirkstoffanteil. Solltest du unsicher bei der Bestimmung sein, findest du die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale mit der Baumbestimmungs-App (Android, iOS) auch unterwegs.

Fichten und Kiefern stehen uns das ganze Jahr über zur Verfügung. Finde heraus, wie du sie für deine Gesundheit richtig anwendest.

Links abgebildet ist ein Fichtenzweig, an dem sich rund um den Ast Nadeln befinden. Wenn man genau hinsieht, haben die Nadeln sogar einen kleinen bräunlichen Hals, bevor die eigentliche Nadel beginnt. Die giftige Eibe, rechts zu sehen, besitzt dagegen flachere Nadeln, die nur seitlich austreiben. Im Herbst ist sie Dank ihrer leuchtend roten Früchten leicht erkennbar.

Im Unterschied zur Fichte hat die Tanne einen direkten, flacheren Nadelaustrieb aus dem Ast, der zur Nadel gehört.

Geerntet werden nur die seitlichen Triebe der Zweigspitzen, die sich nach hinten ziehend leicht entfernen lassen. Den mittleren überlasse lieber dem Baum für sein weiteres Wachstum. Generell gilt: Ernte nicht nur von einem Baum und auch nur so viel, wie du gerade benötigst, schließlich stehen die Nadelbäume das ganze Jahr zur Verfügung. Eine Vorratshaltung ist wirklich nicht notwendig.

Fichten- und Kiefernnadeln verwenden

Die heilenden und nervenstärkenden Eigenschaften der Triebe kommen in Auszügen zum Inhalieren, für Tee, als Badezusatz und als Tinktur zum Einsatz. Vor der weiteren Nutzung ist es ratsam, die Ernte kurz zu waschen, denn oft befinden sich noch kleine Lebewesen zwischen den Nadeln.

Tee

Die Vorstellung, einen harzigen Tee zu trinken, wirkt erst einmal abschreckend, dafür gibt es aber keinen Grund. Besonders bekömmlich wird der Tee mit Honig oder Agavensirup. Mit antibakteriellen, schweißtreibenden, beruhigenden und erfrischenden Eigenschaften hilft das heiße Getränk bei Erkältung mit Husten oder Asthma, außerdem ist er mit seinem Vitamin-C-Gehalt bei Frühjahrsmüdigkeit hilfreich.

Für eine Tasse Tee benötigst du:

  • 3 ganze Triebe oder 1 TL kleingeschnittene Kiefern- oder Fichtennadeln
  • 150 ml Wasser

Zubereitung einer Tasse Fichtennadeltee:

  1. Die Ästchen werden mit den Spitzen nach unten in die Tasse gesteckt und mit heißem Wasser aufgegossen. Alternativ die geschnittenen Nadelstückchen übergießen.
  2. Nach fünf Minuten die Triebe bzw. Nadeln entfernen.
  3. Bei Bedarf mit Honig oder Agavensirup abschmecken und den heilenden und beruhigenden Tee dreimal täglich genießen.

Inhalieren

Obwohl Kamille ein altes Hausmittel zum Inhalieren und Eukalyptus in vielen Produkten enthalten ist, sollte man beide wegen möglicher Reizungen der Augen bei Dampfinhalationen meiden. Überhaupt sollte ein Inhalationsgerät mit Aufsatz für Mund und Nase bevorzugt werden, damit der Dampf den gewünschten Weg durch die Atemwege nimmt, die Augen jedoch verschont. Wenn nur selten inhaliert wird, ist der klassische Topf sowie ein Handtuch über dem Kopf auch ausreichend.

Die schleimlösenden ätherischen Öle der Fichte und Kiefer eignen sich hervorragend zum Inhalieren bei Bronchitis, Stirnhöhlenentzündung und verstopfter Nase. Dazu werden 250 g frische Fichtenwipfel kleingeschnitten und schichtweise mit 500 g Speisesalz in ein Schraubglas gegeben. Das Gefäß mit einem Deckel verschließen und durchschütteln.

Für eine 20-minütige Inhalation werden 2-3 TL Nadelsalz mit ein paar Tropfen Olivenöl in das Inhaliergefäß gegeben und mit 1 Liter kochendem Wasser übergossen.

Kiefern- und Fichtennadelbad

Ein Bad mit der Zugabe von Baumnadeln schafft Linderung bei Zerrungen, Durchblutungsstörungen, Rheuma, Gicht und allen Arten von Erkältungsbeschwerden. Die ätherischen Öle lösen noch dazu Schleim in Nase und Bronchien.

Für zirka 1,25 Liter Erkältungsbad benötigst du Folgendes:

  • 100 g Zweige von Kiefer oder Fichte
  • optional 1-2 harzige Kiefern- oder Fichtenzapfen
  • 2 Liter Wasser

So wird das heilende Fichtennadelbad hergestellt:

  1. Nadelzweige und Zapfen ein wenig zerkleinern und mit Wasser zum Kochen bringen.
  2. Zugedeckt 20 Minuten weiter köcheln lassen, absieben und dem maximal 38 °C warmen Badewasser zufügen.
  3. Nach spätestens 20 Minuten solltest du die Badewanne verlassen, um deinen Kreislauf nicht zu überlasten.

Besonderheiten: Bei Verwendung von harzigen Zapfen erhöht sich der Anteil des Terpentinöls, so dass nicht mehr als 150 ml des Suds ins Wasser gegeben werden sollten. Auch ist mit harzigen Rückständen zu rechnen und die Verwendung eines alten Topfes ratsam. Gefiltert durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch ist der Harzanteil im Wasser gering.

Zur Linderung von Rheuma, Gicht und Hexenschuss werden 500 g der Triebe in fünf Litern Wasser eine Stunde lang zugedeckt eingeweicht und danach aufgekocht. Die Ziehzeit dieses starken Badezusatzes beträgt anschließend 10 Minuten.

Fichten und Kiefern stehen uns das ganze Jahr über zur Verfügung. Finde heraus, wie du sie für deine Gesundheit richtig anwendest.

Tinktur

Die durchblutungsfördernden Wirkstoffe von Kiefer und Fichte sind auch im Franzbranntwein enthalten, der schon bei unseren Großeltern als Heilmittel beliebt war und zusätzlich Auszüge aus Arnika, Thymol, Wachholderbeeren, aber auch Kampfer und Eukalyptus beinhaltet. Allerdings liefern Kiefern und Fichten allein bereits genügend Inhaltsstoffe, um die Durchblutung anzuregen. Deshalb stellt die Kiefern- und Fichtentinktur eine gute und preiswerte Alternative zum Franzbranntwein dar.

Für deine Fichtennadeltinktur benötigst du:

  • Fichten- oder Kiefernnadeln
  • Alkohol mindestens 40 % wie z.B. Doppelkorn oder Wodka
  • optional Weingeist
  • optional 1 EL Wacholderbeeren, um die Eigenschaften der Nadeln noch zu verstärken
  • Glas mit dicht schließendem Schaubdeckel
  • Kaffee- oder Teefilter
  • dunkles, dicht schließendes Glasgefäß z.B. eine Tropfflasche aus Braunglas (z.B. diese)

Und so wird die Tinktur zum Einreiben hergestellt:

  1. Die Nadeln vom Ast entfernen, kleinschneiden und das Glas bis zur Hälfte mit Nadeln und gegebenenfalls gequetschten Wachholderbeeren befüllen.
  2. Mit Alkohol so lange übergießen, bis der pflanzliche Inhalt gut bedeckt ist.
  3. Das Glas verschließen, ein paar mal kräftig schütteln und für drei bis sechs Wochen an einen warmen Ort stellen.
  4. Gelegentlich schütteln und nach Ablauf der Ziehzeit über einen Kaffeefilter absieben.
  5. Die fertige Tinktur in einem dunklen, dicht verschließbaren Gefäß aufbewahren. (Mit einer verwaisten Socke kannst du den Inhalt auch vor Licht schützen.)

Fertig ist deine selbstgemachte Fichtennadeltinktur, die du nun bei Muskel- und Gelenkschmerzen, Zerrungen und Prellungen sowie Sport- und Bindegewebsmassagen verwenden kannst. Auch beim Wundliegen bietet diese durchblutende Tinktur zusätzlich Erfrischung.

Tipps:

  • Du kannst auch junge Maitriebe verwenden, das erspart dir das mühsame Abzupfen der Nadeln.
  • Um ein starkes Austrocknen empfindlicher Haut zu verhindern, empfiehlt es sich, nach der Anwendung die behandelte Stelle mit einer fettreichen Creme einzureiben.

Mehr zum Herstellen von Tinkturen erfährst du hier.

Wichtige Hinweise

Bei Kindern gelten spezielle Regeln für einen sicherem Umgang mit ätherischen Ölen. Einerseits, um das Allergierisiko zu minimieren, und andererseits, um eine Überdosierung zu vermeiden. Dies gilt besonders beim ätherischen Öl aus Fichten-, Kiefern- und Tannennadeln. Verantwortlich hierfür ist das in geringen Mengen enthaltene Terpentinöl, das im Nasen- oder Rachenraum zu Verkrampfungen des Kehlkopfes und zu Atemproblemen führen kann. Gleiches gilt für Asthmatiker und bei Keuchhusten, Bluthochdruck, akuten Hautkrankheiten, größeren Hautverletzungen sowie bei fieberhaften Erkrankungen.

Vielleicht interessieren dich auch folgende Tipps für heilsame Anwendungen aus der Natur:

Welche Kräfte der Natur nutzt du bei Erkältung? Wir freuen uns auf deine ergänzenden Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren.

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