Tinkturen selber machen: Heilkräuter in Flaschen abgefüllt
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Tinkturen selber machen: Heilkräuter in Flaschen abgefüllt

Natürliche Heilkräuter lassen sich fast das ganze Jahr über ernten. Sicher auch in deiner Umgebung! Auf einer Wildkräuterwanderung haben wir beispielsweise entdeckt, welch erstaunliche Vielfalt an Kräutern direkt in unserer Nachbarschaft auf Wiesen und an Wegrändern wächst.

Kräuter besitzen eine Vielzahl von Wirkstoffen mit gesundheitlichem Wert, unter anderem:

  • ätherische Öle
  • Antioxidanzien zum Abbau von Schadstoffen im Körper
  • krebsvorbeugende und -bekämpfende Stoffe
  • entzündungshemmende Stoffe
  • antibakterielle Stoffe

Das macht sie äußerst wertvoll für die Ernährung, aber auch als Bestandteil von natürlichen Medikamenten und Kosmetika.

Besonders gut lassen sich die vielen wertvollen Inhaltsstoffe anreichern und extrahieren, indem eine Kräutertinktur daraus gemacht wird. Dieser alkoholische Kräuterauszug kann sehr einfach hergestellt werden und eignet sich hervorragend für die Weiterverarbeitung in Cremes, Tropfen, Hustensaft und anderen Heil- und Pflegeprodukten.

Zutaten für selbst gemachte Tinkturen

Die Herstellung einer solchen Tinktur ist einfach, du benötigst:

  • eine ausreichende Menge Kräuter deiner Wahl
  • Alkohol mit mind. 70% Konzentration, z.B. Ansatz-Alkohol bzw. „Primasprit
  • eine kleine Flasche, z.B. eine leere Spirituosenflasche oder ein Einmachglas

Der Alkohol sollte genießbar sein, damit die Tinktur später sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden kann. Alkohol aus der Apotheke ist hingegen häufig vergällt, also mit Benzin ungenießbar gemacht.

Herstellung einer Tinktur

So gehst du vor, um eine Tinktur herzustellen:

  1. Kräuter säubern und bei Bedarf zerkleinern. Werden sie nicht zerkleinert, dann dauert das „Ausziehen“ der Wirkstoffe länger.
  2. In die saubere Flasche füllen, dicht an dicht etwa halb voll
  3. Vollständig mit Alkohol bedecken, dabei hilft ein Trichter
  4. Tinktur an einem dunklen Ort für vier bis sechs Wochen stehen lassen
  5. Regelmäßig schütteln, dadurch lösen sich die Wirkstoffe schneller

Während der Stehzeit löst der Alkohol nach und nach die löslichen Inhaltsstoffe aus den Kräutern. Die fertige Tinktur kann einfach durch ein Sieb oder eine Filtertüte in eine zweite Flasche umgegossen werden und ist durch den hohen Alkoholgehalt sehr lange haltbar.

Tinkturen selber machen: Heilkräuter in Flaschen abgefüllt

Anwendungsgebiete von Kräutertinkturen

Auf diese Weise lassen sich viele Naturheilmittel einfach herstellen, unter anderem:

Tinkturen selber machen: Heilkräuter in Flaschen abgefüllt

Wie du aus Heilkräutern einen lindernden Hustensirup selbst herstellst, zeigen wir in diesem Beitrag. Auch für deine natürliche Bio-Zahncreme kannst du eine selbstgemachte Tinktur verwenden.

Wenn du eine Tinkturen ohne Alkohol herstellen möchtest, solltet du dieses Rezept probieren. Weitere Tipps, Tricks und Rezepte zu Tinkturen findest du in unserem Buchtipp:

Heilpflanzen-Tinkturen: Wirksame Kräuterauszüge mit und ohne Alkohol

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Welche Naturheilmittel verwendest du, oder stellst du sogar selbst her?

    • Cl Lu

      Löwenzahn ist auch gut für die Verdauung. aus was dann die Tinktur hergestellt wird weiss ich grad nicht Wurzel, Blüte oder Blatt oder gar alles ?

  • Cl Lu

    Bei uns gibt es nirgends diesen hochprozentigen Alkohol außer Rum :-) hab nun gelesen, dass auch Doppelkorn geht. Der hat aber nur um die 40%

    • Maximilian Knap

      Ich bin nicht sicher, ob es bei „nur“ 40% die selbe Wirkung und Haltbarkeit hat. Vielleicht hat jemand Erfahrung damit und kann hier berichten?

    • Carina

      Doppelkorn hat immer 80%, Rum würde ich zum Ansetzten nicht nehmen.

      • Cl Lu

        Bei uns nur 47% gibt echt keinen Doppelkorn der höher im Supermarkt oder Getränkemarkt verkauft wird. Ist wohl in den Bundesländern anderes geregelt. Hier definitiv Fehlanzeige. Ich verwende den und das klappt ebenso.

  • Nuit

    kann ich statt Alkohol auch Öl benutzen. Oder geht das nur bei Johanniskraut?

    • Maximilian Knap

      Pflanzenauszüge kann man auch mit Öl herstellen, das nennt sich dann nur nicht Tinktur, sondern Mazerat. Man sollte aber bedenken, dass durch Öl ein etwas andere Wirkstoffkombination aus den Pflanzen gelöst wird als durch Alkohol. Je nachdem empfiehlt sich deshalb für jede Anwendung eher die eine oder andere Methode.

  • Alexander Bogoslawski

    Wie lange hällt sich denn so eine Tinktur? Und wie erkenne ich, das sie nicht mehr gut ist? Verliert sie mit der Zeit einfach ihre Wirkung, oder wird sie auch wirklich „schlecht“?

    • Maximilian Knap

      Aufgrund des hohen Alkoholanteils können Tinkturen im Prinzip nicht schlecht werden. Wohl aber zerfallen mit der Zeit die wertvollen Pflanzenwirkstoffe und verlieren dadurch ihre Wirkung. Im Allgemeinen sagt man, dass Tinkturen etwa ein Jahr lang aufbewahrt werden können, ohne nennenswert an Wirkung zu verlieren.

  • Caprea

    Ist Ingwer geeignet für Tinkturen machen? Welche Kräuter, Wurzeln, etc. sind besser geeignet für Öl und welche für Alkohol?

    • Maximilian Knap

      Beides ist möglich, so pauschal lässt sich aber gar nicht sagen, was besser ist. Alkohol und Öl lösen beide unterschiedliche Stoffe aus den Pflanzenteilen, so dass das Produkt je nach Pflanze dann jeweils ein völlig anderes Wirkungsspektrum besitzen kann. Am besten mal zur gewünschten Pflanze gezielt suchen, wie Ölauszug und Tinktur wirken. Viele Tipps zu heimischen Wildpflanzen gibt es auch auf http://www.kostbarenatur.net

      • Caprea

        Vielen Dank für die Antwort! :)

  • Gabi

    Hallo, ich würde gerne Tinkturen gegen allerlei fliegende und stechende Insekten herstellen um sie mit Wasser gemischt großflächig auf mein Pferd zu sprühen. Welches Kraut hilft gegen Fliegen?

    • Marla

      Hallo Gabi, das ist eine spezielle Frage, mit der wir uns noch nicht auseinander gesetzt haben? Du kannst deine Frage jedoch in unserer Facebook-Lesergruppe stellen, dort wird schnell geantwortet, liebe Grüße!

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