Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

Natürlicher Superdünger aus Brennnesseln selbst gemacht
4.9 5 291
286
5

Ärgerst du dich über wild wuchernde Brennnesseln in deinem Garten? Mach was nützliches draus: Natürlichen Dünger für deine Pflanzen. Wir zeigen dir wie!

Stark zehrendes Kulturgemüse benötigt eine Düngung für guten Ertrag. Dazu gehören Tomaten, Zucchini, Kürbis und viele andere.

Was tun im eigenen Garten? Synthetische Düngemittel nutzen oder teuren Biodünger kaufen?

Die Nachteile der chemisch-synthetischen Düngemittel sind zahlreich. Da ist zum Einen die Gefahr der einseitigen Überdüngung, zum Anderen werden die Pflanzen durch chemischen Dünger zu sehr schnellem Wachstum angeregt. Ein hoher Nitratgehalt in der Pflanze ist die Folge, sowie ein ungünstiges Verhältnis von Vitaminen und Mineralstoffen gegenüber Kohlenhydraten. Außerdem wirkt sich synthetischer Dünger nachteilig auf die Bodenlebewesen und die gesamte Umwelt aus.

In meinem Garten ist kein Platz und auch gar kein Bedarf für synthetische Dünger, stattdessen benutze ich gern Brennnesseljauche! Das klingt zunächst vielleicht seltsam, ist aber eine der natürlichsten Methoden zum Düngen überhaupt.

Brennnesseljauche ist biologisch, voller leicht zugänglicher Pflanzennährstoffe und du kannst sie kostenfrei selbst herstellen.

Stelle deinen eigenen Dünger her

Du benötigst:

  • eine metallfreie Tonne, Wanne oder einen großen Eimer
  • einen Deckel für das Gefäß, im einfachsten Fall reicht ein Brett
  • einen Stock zum Rühren
  • Brennnesseln
  • Wasser (am besten aus der Regentonne)

Herstellung Schritt für Schritt

  1. Suche dir einen guten Platz für dein Jauche-Gefäß. Neben der Regentonne oder beim Kompost ist die Brennnesseljauche gut aufgehoben. Die Sitzecke oder der Platz neben der Hängematte ist nicht geeignet, da die Brennnesseljauche, etwas riecht. An einem sonnigen Ort ist der Dünger schneller fertig als an einem schattigen.
  2. Fülle den Behälter etwa halb voll mit Brennnesseln (bei einem Eimer etwa 3/4 befüllen). Verwende dafür die ganzen Pflanzen, sie lassen sich am einfachsten mit Handschuhen und Schere ernten.
  3. Gib soviel Wasser hinzu, dass die Brennnesseln gut bedeckt sind.
  4. Rühre einmal gut durch und decke dein Gefäß mit dem Deckel oder Brett ab.
  5. Alle 1-2 Tage gut durchrühren.
  6. Nach 2-3 Wochen ist dein Brennnesseldünger fertig, was du dann ganz eindeutig am Geruch erkennst. Wenn dir die Jauche zu stark riecht, streue etwas Gesteinsmehl hinein, das bindet den Geruch.

Der Dünger ist nun die ganze Saison über nutzbar.

Ärgerst du dich über wild wuchernde Brennnesseln in deinem Garten? Mach was nützliches draus: Natürlichen Dünger für deine Pflanzen. Wir zeigen dir wie!

Anwendung der Brennneseljauche

Der Dünger aus Brennnesseln ist nur für stark zehrende Pflanzen geeignet. Möhren, Kräuter, Erbsen und Bohnen hingegen mögen keine Jauche.

Verwende den flüssigen Dünger im Gießwasser in einer Verdünnung von etwa 1:20 und gieße damit die Wurzeln, nicht die Blätter. Ältere Pflanzen vertragen einen höheren Jaucheanteil, so dass du sie auch mit einer Verdünnung von 1:10 gießen kannst.

Richtig angewandt, hilft dir die Brennnesseljauche auch bei der Bekämpfung von Unkraut. Wie das funktioniert und weitere Tipps zum Thema findest du in diesem Beitrag.

Mit der Brennnesseljauche leistest du einen Beitrag zum Umweltschutz und bekommst ohne einen Cent auszugeben einen guten Dünger für eine reiche Ernte, ganz ohne chemische Zusatzstoffe.

Weitere Ideen und Tipps für einen gesunden Garten findest du in unseren Buchtipps:

Der Biogarten: Das Original
Pflanzenschutz- und Düngemittel: Selbst gemacht!

Vielleicht interessieren dich auch diese Beiträge:

Wie sind deine Erfahrungen mit der Brennnesseljauche? Kennst du noch andere Naturdünger? Teile deine Erfahrungen den anderen Lesern über die Kommentare mit.

  • Joachim Hessler

    mein Opa hat diese Jauche auch erfolgreich gegen Blattläuse eingesetzt , kein Wunder bei dem Gestank ;)

  • Robert Schuler

    Ich hatte mal einen Kaltansatz (24 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht) aus Brennesseln für meine Heilkräuter (Jaogulan und Wermut) verwendet und als dieser aufgebraucht war einen Kaltansatz aus Zinnkraut zur Anwendung gebracht.Die Kräuter erhielten dadurch einen erstaunlich starken Wachstumsschub

  • Cl Lu

    Anstelle von Steinmehl verhindert wohl auch Baldrianblütenextrakt den Geruch der Jauche.

  • Miez Katz

    Brennnessel ist sowieso ein “Geheimtipp” – und in Frankreich stand/steht(?) das Ansetzen von Brennnesseljauche sogar mit Gefängnis und Geldstrafe in Verbindung! (Brennnessel Krieg – Werbung & Empfehlung 75 000 € Strafe 2 Jahre Gefängnis in Frankreich.) Einfach mal googeln.

Die besten Tipps kostenlos per E-Mail Mach es wie 25.000 andere Leser und erhalte die besten Tipps und Tricks per Mail!
Wir senden niemals Spam und geben deine Daten niemals weiter. Du kannst dich jederzeit abmelden.