Statt Kunstdünger: Natürlich düngen mit Pflanzen und Küchenabfällen

Bio-Dünger lässt sich leicht selbst herstellen: dafür eignen sich Küchenabfälle ebenso wie Pflanzenreste und andere natürliche und preiswerte Zutaten aus Haushalt und Garten.

Wer eine Alternative zu chemischem Kunstdünger aus dem Fachhandel sucht, wird in Küche und Garten fündig. Denn aus vielen vermeintlichen Haushaltsabfällen lässt sich wertvoller Dünger herstellen. Das spart Geld und Verpackungsmüll, außerdem Energie und fragwürdige Inhaltsstoffe, die bei der industriellen Düngemittelproduktion zum Einsatz kommen können.

Mit den folgenden Tipps und Rezepten kannst du deine Pflanzen sofort kostenlos mit Nährstoffen aus der Natur versorgen.

Warum ist Düngen notwendig?

Pflanzen benötigen neben Licht, Wärme und Wasser vor allem Nährstoffe, um zu gedeihen. Ohne menschliches Eingreifen funktioniert die Versorgung über natürliche Kreisläufe. Sobald wir Beete, Rasen und Balkonkästen bearbeiten, indem wir Rasen mähen, Beikräuter jäten und Früchte und Gemüse ernten, entziehen wir dem Boden Nährstoffe, die ihm anschließend wieder zugeführt werden müssen.

Vor allem Kulturgemüse haben einen viel höheren Nährstoffbedarf als ihre Wildformen, insbesondere Starkzehrer wie Kohl, Kartoffeln und Tomaten. Damit sie große Früchte ausbilden und eine reiche Ernte bringen, sind zusätzliche Düngergaben unerlässlich.

Dünger aus Küchenabfällen

Der klassische Weg, Küchenabfälle als Nährstofflieferanten für den Garten zu nutzen, ist das Anlegen eines Komposthaufens, in dem die Materalien über mehrere Monate zu Humus zersetzt werden. Darüber hinaus lassen sich viele biologische Abfallprodukte auch einzeln als natürlicher Dünger verwenden – ohne den zeitintensiven Umweg der Kompostierung.

So wird’s gemacht:

  • Kaffeesatz enthält alle wichtigen Hauptnährstoffe, die auch in Düngeprodukten enthalten sind. Jedoch senkt er auch leicht den pH-Wert des Bodens. Die meisten Gemüsesorten bevorzugen den resultierenden leicht sauren Boden. Vor Tomaten und Kartoffeln, aber auch Rhododendren und Azaleen freuen sich deshalb über eine regelmäßige Gabe des vermeintlichen Küchenabfalls.
  • Im Kochwasser von Gemüse und Kartoffeln bleiben zahlreiche Nährstoffe zurück. Statt es wegschütten, kannst du das Kochwasser als Flüssigdünger verwenden. Allerdings sollte es kein Salz enthalten, das den Pflanzen eher schadet als nutzt.
  • Auch Zwiebelschalen eignen sich als Bio-Dünger: Mit heißem Wasser übergießen und ein paar Minuten ziehen lassen. So und erhältst du einen kostenlosen Flüssigdünger.
  • Gebrauchte Teebeutel und loser Teesatz enthalten noch viele Nährstoffe. Deshalb gehört Tee ebenfalls ins Beet statt in die Tonne.

Gebrauchte Teebeutel sind viel zu schade für die Tonne! Die enthaltenen Nährstoffe und ätherischen Öle lassen sich noch auf vielfältige Weise weiter verwenden.

Eierschalen sind reich an Kalk und Mikronährstoffen. Mit wenig Aufwand und etwas Wasser wird daraus ein praktischer Flüssigdünger.

Pflanzenjauchen als natürliche Düngemittel

Die Unverwüstlichkeit vieler Wildkräuter ist für Gärtner oft ein Ärgernis. Dabei lassen sich viele dieser Pflanzen nutzen, um nährstoffreiche Jauchen daraus herzustellen. Aus den folgenden Pflanzen entsteht mit wenig Aufwand und etwas Wartezeit eine hochkonzentrierte, pflanzenstärkende Jauche:

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Um eine Jauche anzusetzen, gehst du wie folgt vor:

1. Frisches oder getrocknetes Pflanzenmaterial grob zerkleinern, in ein großes Gefäß aus Kunststoff oder Ton (nicht aus Metall) geben und mit Regenwasser auffüllen. Als Faustregel gilt: ein Kilogramm frische oder 100-200 Gramm getrocknete Pflanzen auf zehn Liter Wasser.

2. Mit einem luftdurchlässigen Deckel (zum Beispiel einem Gitter) abdecken und mehrere Wochen ziehen lassen. Dabei regelmäßig umrühren.

3. Bei unangenehmer Geruchsentwicklung etwas Gesteinsmehl (aus dem Gartenmarkt) darüberstreuen, um den Geruch zu unterbinden.

4. Wenn die Brühe aufhört zu schäumen, ist sie gebrauchsfertig. Das dauert bei warmem Wetter ungefähr zwei Wochen, bei kühler Witterung etwas länger.

Bio-Dünger lässt sich leicht selbst herstellen: dafür eignen sich Küchenabfälle ebenso wie Pflanzenreste und andere natürliche und preiswerte Zutaten aus Haushalt und Garten.

Die fertige Jauche ist hochkonzentriert und darf deshalb nicht pur ausgebracht werden. Es empfiehlt sich, einem Teil Jauche mit 10 bis 20 Teilen Gießwasser zu verdünnen.

Viele weitere Wild- und Gartenpflanzen eignen sich ebenfalls, um pflanzenstärkende Jauchen anzusetzen – zum Beispiel Ackerschachtelhalm, Beinwell, Löwenzahn und Rhabarberblätter.

Tipp: Wenn du deine Beete jätest, kannst du auch einfach eine Mischung aus verschiedenen Beikräutern verwenden, um daraus eine düngende Jauche herzustellen.

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Weitere natürliche Düngemittel

Neben Küchenabfällen und selbst gemachten Pflanzenjauchen gibt es viele weitere Nebenprodukte, die im Haushalt ohnehin anfallen oder zumindest sehr viel preiswerter zu haben sind als Düngeprodukte aus dem Handel.

Deine Pflanzen freuen sich ebenfalls über folgende natürliche Düngemittel:

  • Holzasche liefert vor allem wertvolles Calcium, Kalium und Magnesium. Sie ist für lehmige, tonhaltige Böden besonders gut geeignet. Für eine intensive Düngung kannst du ungefähr eine Tasse Asche auf einem Quadratmeter Beetfläche ausbringen.
  • Laub lässt sich nicht nur im Garten vielfältig verwenden. Als Mulchschicht schützt es den Boden vor Witterungseinflüssen und gibt bei der Zersetzung wertvolle Nährstoffe frei.
  • Auch Rasenschnitt ist zu schade für die Tonne und kann stattdessen auf Grünflächen und Beeten als Nährstofflieferant dienen, wenn er in einer dünnen Schicht unter Sträuchen oder anderen Pflanzen verteilt wird.

Bio-Dünger lässt sich leicht selbst herstellen: dafür eignen sich Küchenabfälle ebenso wie Pflanzenreste und andere natürliche und preiswerte Zutaten aus Haushalt und Garten.

  • Wer einen Vierbeiner zu Hause hat, bei dem fallen meist Tierhaare an, die sich ebenfalls als Dünger verwenden lassen. Sie können einfach untergegraben werden und zersetzen sich dann langsam.
  • Abgestandenes Mineralwasser und Bier enthalten ebenfalls wertvolle Nährstoffe und gehören ins Gießwasser statt in den Ausguss.
  • Viele Gärtner schwören auf Hefe als natürliche Düngeralternative. Dazu werden eine Tüte Trockenhefe oder ein Würfel Frischhefe in zehn Litern Wasser aufgelöst und zum Gießen genutzt. Auf ähnliche Weise lässt sich ein effektiver Kompostbeschleuniger selber machen.
  • Zwar fällt in den wenigsten Haushalten regelmäßig Mist und Pferdeäpfel an. Aber viele Reitställe und Höfe geben überschüssigen Stallmist gegen kleines Geld oder sogar kostenlos ab (zum Beispiel über eBay Kleinanzeigen). Vor allem Blühpflanzen und starkzehrende Obst- und Gemüsepflanzen freuen sich alle ein oder zwei Jahre über eine Portion Mist im Beet.

Tipp: Neben den genannten Abfällen eignet sich auch eine Gründüngung, um den Boden auf natürliche Weise mit Nährstoffen anzureichern. Mischungen mit dafür geeigneten Pflanzen gibt es in Pflanzenmärkten oder online.

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Mit welchem DIY-Düngemittel hast du die besten Erfahrungen gesammelt? Wir freuen uns auf deinen Tipp in einem Kommentar!

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4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Sonimir

    Achtung auf Teebeutel wurde ich verzichten, hier werden Anteile von synthetischen Fasern
    verwendet.

    Antworten
  2. Sophie

    Den aller Besten Dünger machen unsere Wachteln. Sie sind sehr pflegeleicht, brauchen wenig Platz, sind leise, sodass sie auch in den kleinsten Gärten keine Nachbarn stören und legen leckere Eier ganz ohne Transport, Massentierhaltung oder ähnliches. Und das Beste ist, dass sie einen perfekten Kreislauf für den Garten bieten. Einfach Grünschnitt statt Späne als Einstreu nehmen und wenn es gesättigt ist den Grünschnitt im Garten verteilen. So tolle Erdbeeren hatten wir noch nie
    Grüße Sophie

    Antworten
    • smarticular.net

      Vielen Dank für diese schöne Ergänzung – großartig, wenn die Natur in Kreisläufen funktioniert.
      Liebe Grüße

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