Kompostieren ohne Garten: So baust du eine Wurmkiste!
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Mit einer Wurmkiste kannst du Grünabfälle in hochwertige Pflanzerde verwandeln, selbst wenn du keinen Platz für einen Komposthaufen hast. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie es geht.

Auch wenn du keinen eigenen Garten hast, kannst du Obst- und Gemüseabfälle sowie Grünschnitt vom Balkon selber kompostieren – mit einer Wurmkiste. Anders als ein herkömmlicher Komposthaufen benötigt ein Wurmkompost nur sehr wenig Platz. Die Wurmkiste riecht zudem selbst bei geöffnetem Deckel kaum, sodass du sie auch gut auf den Balkon oder sogar in die Wohnung stellen kannst.

Im Handel sind fertige Wurmkisten erhältlich. Dieser Wurmhocker ist sogar als Sitzgelegenheit nutzbar. Allerdings ist solch eine gut gebaute Behausung nicht gerade billig. Viel günstiger und individueller ist es, eine stabile Kiste mit passenden Maßen selber zu bauen. Mit dieser Anleitung ist das ganz einfach, so dass die Würmer bald auch bei dir einziehen können.

Einkaufs- und Werkzeugliste für deine Wurmkiste

Alle benötigten Teile sind im Bau- oder Holzmarkt erhältlich. In den meisten Baumärkten kannst du die benötigten Teile sogar maßgenau zuschneiden lassen, so dass dieser umständliche Arbeitsschritt zu Hause entfällt. Für eine Kiste mit den Maßen 80 cm x 40 cm x 44 cm (B x T x H) benötigst du folgende Materialien:

  • vier Holzplatten (80 cm x 40 cm x 1,8 cm) für Boden, Deckel, Front- und Rückseite
  • zwei Holzplatten (36,4 cm x 40 cm x 1,8 cm) für die linke und rechte Seite
  • vier Leisten (40 cm x 3 cm x 3 cm) zur Stabilisierung der Kiste von innen
  • zwei Leisten (40 cm x 3 cm x 3 cm) für die langen Seiten des Trenngitters
  • zwei Leisten (30,4 cm x 3 cm x 3 cm) für die kurzen Seiten des Trenngitters
  • Volierendraht Maschenweite 1 cm x 1 cm (39 cm x 35 cm) für das Trenngitter
  • zwei Möbelscharniere (1,8 cm x 7 cm) für die Deckelbefestigung
  • ca. 50 Holzschrauben (4,5 x 45 mm) mit Senkkopf für den Zusammenbau der Kiste
  • 8 Holzschrauben (4,5 x 20 mm) zur Befestigung der Scharniere
  • Einen Tacker oder kleine Nägel zur Befestigung des Gitters

Am besten du lässt dir alle sechs Seitenteile aus zwei großen, unbehandelten Leimholzplatten mit den Standardmaßen 200 cm x 40 cm x 1,8 cm im Baumarkt zurechtschneiden. Das spart Verschnitt und Geld. Natürlich kannst du die Anleitung aber auch deinen Bedürfnissen entsprechend abwandeln, die Kiste größer oder kleiner machen, oder einzelne Latten anstelle der Platten verwenden.

Mit einer Wurmkiste kannst du Grünabfälle in hochwertige Pflanzerde verwandeln, selbst wenn du keinen Platz für einen Komposthaufen hast. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie es geht.

Zusätzlich kommt dieses Werkzeug zum Einsatz:

  • Bohrmaschine und Holzbohrer (4 mm)
  • Schraubenzieher bzw. Akkuschrauber
  • Tacker

Tipp: Du hast keine Bohrmaschine oder keinen Tacker? Dann frag doch mal einen deiner Nachbarn danach! Vielleicht kannst du dich zu einem späteren Zeitpunkt mit einem anderen Hilfsangebot revanchieren, so dass ihr beide davon profitiert und Geld und Ressourcen spart.

Bauanleitung für deine eigene Wurmkiste

Ich habe meine Kiste in den folgenden Einzelschritten aufgebaut. Alle Löcher wurden in den äußeren Platten etwa zwei Zentimeter tief vorgebohrt, damit das Holz nicht splittert.

1. Als erstes die Rückwand auf die Bodenplatte stellen und mit drei Senkkopfschrauben von unten verschrauben (das Ganze zum Bohren und Schrauben auf die Seite legen).

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2. Ebenso die beiden Seitenplatten links und rechts mit je zwei Schrauben von unten sowie von der Seite befestigen.

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3. Dann auch die Frontplatte von unten sowie von vorn bohren und festschrauben.

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4. Vier der 40 Zentimeter langen Leisten zur Stabilisierung innen in den Ecken der Kiste festschrauben. Jeweils sechs Schrauben pro Leiste verwenden und an beiden Platten leicht versetzt befestigen.

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5. Aus den vier verbleibenden Leisten mit vier Schrauben einen Rahmen für das Trenngitter zusammenbauen.

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6. Den Volierendraht auf einer Seite des Rahmens festtackern.

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7. Die Wurmkiste mit dem Trenngitter mittig unterteilen und von außen mit mit je zwei Schrauben an Vorder- und Rückseite befestigen.

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8. Die Deckelplatte auf die Kiste legen und mit den beiden Scharnieren mit je vier der kürzeren Holzschrauben befestigen, dafür ist kein Vorbohren erforderlich.

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Nun ist die Kiste fertig für den Erstbezug! Damit der Deckel nicht hinten überhängt, könntest du auch noch eine kleine Kette oder ein Bändchen anbringen.

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Ersteinrichtung der Kiste und Einzug der Würmer

Natürlich wünschen sich deine neuen Mitbewohner noch ein paar Einrichtungsgegenstände, damit sie sich wohlfühlen. Reiße mehrere Lagen Zeitungspapier, unbedruckte Wellpappe und ähnliches in Streifen, weiche sie in Wasser ein, drücke überschüssige Flüssigkeit aus und bedecke den Boden einer Hälfte der Holzkiste ein paar Zentimeter hoch mit dem locker geschichteten Material. Die Würmer verkriechen sich gerne in den Wellen der Pappe oder zwischen den Zeitungsschichten und legen dort ihre Eier. Auch ein Lochziegel mit vertikal ausgerichteten Löchern am Boden der Kiste gefällt den Würmern, er ist aber nicht unbedingt notwendig.

Mit einer Wurmkiste kannst du Grünabfälle in hochwertige Pflanzerde verwandeln, selbst wenn du keinen Platz für einen Komposthaufen hast. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie es geht.

Nun kannst du die Würmer samt Substrat in der vorbereiteten Hälfte deiner Kiste freilassen. Wenn möglich, gib auch noch ein bisschen Kompost oder gehaltvolle Gartenerde in die Kiste, damit deine Neuankömmlinge sich sofort wie zu Hause fühlen. Als erste Mahlzeit dient eine kleine Menge Küchenabfälle, die du darauf verteilst. Um die Zersetzung möglichst schnell in Gang zu bringen, ist es empfehlenswert, das Futter in den ersten Wochen in daumennagelgroße Stücke zu zerkleinern. Decke die Oberfläche mit feuchtem Küchen- oder Zeitungspapier ab, um Fruchtfliegen fern zu halten und den Würmern ein angenehm dunkles und feuchtes Zuhause zu schaffen.

Mit einer Wurmkiste kannst du Grünabfälle in hochwertige Pflanzerde verwandeln, selbst wenn du keinen Platz für einen Komposthaufen hast. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie es geht.

Fütterung und Pflege

Die Wurmkiste funktioniert wie eine Wurmbox, nur dass die Ebenen nicht übereinander, sondern nebeneinander angeordnet sind. Die Würmer werden genauso gefüttert und gepflegt. Da die Kiste aus Holz besteht, ist sie bis zu einem gewissen Grad atmungsaktiv. Sie kommt ohne das Ablassventil aus, das bei einer Wurmbox aus Plastik die unterste Ebene entwässert. Natürlich solltest du trotzdem darauf achten, dass das Substrat in deiner Kiste nicht zu nass wird, da die Würmer sonst ertrinken. Bei zuviel Feuchtigkeit kannst du mit Zeitungspapier, Wellpappe oder trockenem Grünschnitt gegenarbeiten. Sind die Garten- und Küchenabfälle dagegen zu trocken, hilft einfaches Gießen.

Mit einer Wurmkiste kannst du Grünabfälle in hochwertige Pflanzerde verwandeln, selbst wenn du keinen Platz für einen Komposthaufen hast. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie es geht.

Sobald das erste Fach der Wurmkiste voll ist, wird auf der anderen Seite weiter gefüttert. Der Boden dort wird ebenso wie beim Einzug der Würmer mit Wellpappe, Zeitungspapier und optional einem Lochziegel befüllt, bevor die erste Wurmnahrung darauf gegeben werden kann. Alle Küchenabfälle kommen fortan auf die neue Seite. Die andere Seite wird stillgelegt und trocknet nach und nach aus. Um die Trocknung und den Umzug der Würmer zu beschleunigen, kann der Humus alle paar Tage gewendet werden. Die Würmer wandern auf der Suche nach Futter nach und nach zur anderen Seite. Wenn der Humus so trocken ist, dass er krümelt, ist er reif für die Verwendung.

Füttern kannst du dein Wurmvolk mit allen Grünabfällen, die Küche und Balkon so hergeben, nur gekochte Speisen mögen die Tierchen nicht. Um manche Abfälle, wie zum Beispiel Zitrusschalen, machen sie lieber einen Bogen – daran erkennst du schnell, was sie mögen und was eher im Biomüll entsorgt werden sollte.

Überwinterung

Weil Regenwürmer keinen Frost vertragen, muss die Kiste nach drinnen gebracht werden, sobald die ersten Nachtfröste einsetzen, zum Beispiel in einen kühlen Kellerraum oder einfach in die Küche oder den Flur. Ansonsten sind die Würmer recht anspruchslos und verrichten auch im Winter fleißig ihr Werk.

Bezugsquellen für Kompostwürmer

Die Würmer für deine Kompostkiste sind übrigens keine gewöhnlichen Regenwürmer, sondern die nah verwandten Kompostwürmer der Gattung “Eisenia foetida”. Frag doch mal in deiner Nachbarschaft oder deinem Freundeskreis herum, ob dir ein Wurmkistenbesitzer einige seiner Tiere abgeben kann. Ein kleiner Eimer mit Würmern und Substrat reicht aus, um deinen eigenen Kompost zu starten. Alternativ findet sich bestimmt ein Gemeinschaftsgarten oder ein Kleingartenverein in deiner Nähe, der Würmer abgeben möchte. Und nicht zuletzt ist unser smarticular-Leserforum eine gute Adresse, um den Kontakt mit “Smarties” in deiner Nähe zum Tauschen und Teilen herzustellen. Viel Erfolg bei der Adoption!

Ich habe meine “Wurmfamilie” richtig ins Herz geschlossen. Wenn ich ganz still bin und an der Kiste lausche, kann ich manchmal sogar hören, wie sie kauen und schmatzen.

Wir wünschen dir viel Freude beim Nachbau! Berichte uns doch von deinen Erfahrungen, indem du unter diesem Beitrag kommentierst!

Hier erfährst du, wofür du den hochwertigen Wurmhumus verwenden kannst:

  • Marion

    Tolle Anleitung, vielen Dank. Was mir dabei allerdings ein bisschen Sorgen macht, ist, dass unbehandeltes Holz ja nicht gerade besser wird, wenn es nass wird. Fängt das nicht irgendwann an zu gammeln?

    • Marla

      Hallo Marion, da hast du zwar Recht, denn diese Wurmkiste ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Wäre das Holz behandelt, wäre es nicht nur nicht mehr atmungsaktiv, sondern auch schädlich für die Würmer. Es sollte auch nie richtig nass sein, da die Würmer dann auch sterben. Gleichmäßig feucht reicht völlig aus. Liebe Grüße!

  • Karin El Laham

    Und das Ganze ist dann Pflanzenerde?

    • Marla

      Hallo Karin, ja die entstehende Pflanzenerde ist sehr nährstoffreich. Du kannst sie pur oder gemischt mit etwas Erde für deine Pflanzen verwenden. Liebe Grüße!

      • Karin El Laham

        Vielen lieben Dank Marla

  • Bianca

    Klasse Idee!
    Wie lange leben die Würmer denn? Und wie viele bräuchte man für so eine Kiste?
    Und wie lange hält die Kiste denn ungefähr? Einige Jahre?
    Danke :-)

    • Marla

      Hallo Bianca, das kommt darauf an. Eine Handvoll Würmer genügt für eine kleine Schüssel Biomüll. Die Würmer an sich sterben natürlich irgendwann, sie vermehren sich jedoch, wenn die Bedingungen gut für sie sind, sodass du auch keine neuen hinzufügen musst. Einige Jahre wird sie bestimmt halten. Liebe Grüße!

      • Bianca

        Danke schön!
        Wir sind eine vierköpfige Familie und haben dementsprechend Biomüll.
        Leider kenne ich niemanden, der mir ein paar Würmer abgeben könnte … im Internet kann man welche bestellen … zum Beispiel 250 Stück für 1m3 … kommt mir ein bisschen viel vor für diese Kiste?
        Danke für Eure Hilfe!!!

        • Marla

          Hallo Bianca, ja das wäre definitiv zu viel. Zumal eine Handvoll reicht und sich durch die Menge dann vermehrt. Frage mal am besten in unserer Facebook-Lesergruppe: https://www.facebook.com/groups/smarticularlesertalk/ ob jemand aus deiner Umgebung kommt und dir mit ein paar Würmern aushelfen kann. Viel Erfolg!

          • Bianca

            Guten Morgen!
            Wir haben nun die Kiste, Würmer sind auch da und haben bereits losgelegt. Nun sind wir sehr gespannt!
            Können wir jeden Tag unsere neuen organischen Abfälle in die Kiste legen, auch wenn es nicht so aussieht, als wäre schon viel gefressen worden?
            Können sich die Würmer durch Küchenpapier oder Zeitung fressen?
            Wie lange dauert es ungefähr, bis aus einer vollen Hälfte Humus wird?
            Entschuldige bitte die vielen Fragen …
            und danke für Deine Mühe!
            Bianca

          • Marla

            Hallo Bianca, lieber den Würmern nach und nach die organischen Abfälle geben, da es sonst anfängt zu schimmeln, weil sie nicht hinterherkommen mit dem Zersetzten. Wenn ihr viel Biomüll produziert, könntest du die Menge an Würmern erhöhen, indem du mehr hinzufügst. Küchenpapier und Zeitung sind kein Problem, aber in Maßen. Wie lange die Zersetzung bis zum Humus dauert können wir nicht sagen, da die Faktoren bei jedem anders sind (Temperatur, Menge der Würmer, Material etc.). Hab etwas Geduld, mit der Zeit wirst du ein Gefühl dafür bekommen. Liebe Grüße!

          • Bianca

            Danke :-)

  • Gernot Lausen

    Können die Kompostwürmer auch fermentierte Pflanzenabfälle (Bokashi) verwerten?

    • Marla

      Hallo Gernot, funktionieren würde es schon, es dauert aber länger als im Bokashi (der allerdings vergraben werden muss, damit er nach etwa sechs Wochen zu Komposterde wird). Liebe Grüße!

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