4 Wege in “fremden” Gärten zu säen und zu ernten

3 Wege in "fremden" Gärten zu sähen und zu ernten

Schon seit über 200 Jahren gibt es Bestrebungen, der Stadtbevölkerung ein Fleckchen Erde zum Anbau von eigenem Obst und Gemüse zu ermöglichen. Die am weitesten verbreitete und bekannteste Variante sind die typischen Schrebergärten.

Aber auch heute wird es für viele Stadtbewohner immer wichtiger, wieder in Kontakt mit Mutter Natur zu kommen und selbst in der eigenen Nahrungskette Hand anzulegen.

Weil geeignete Flächen insbesondere in Städten rar sind, fällt dies nicht leicht. Wir zeigen dir 3 Wege, mit denen du es dennoch schaffen kannst, ohne eigenen Garten selbst angebaute und geerntete Speisen auf den Tisch zu zaubern!

1. Gemeinschaftsgärten in der Großstadt

In immer mehr Städten entstehen Gemeinschaftsgärten, in denen Freiwillige oder auch Angestellte der Trägergesellschaften Obst und Gemüse anbauen. Die Pflanzen werden das ganze Jahr über gepflegt, und nach der Ernte können Freiwillige die Ernte zu vergünstigten Preisen erwerben.

Neben dem Anbau, der Pflege und dem Ernten kann man in diesen Gärten auch viel über die Natur, Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft lernen.

Blühende Beispiele hierfür sind der Prinzessinnengärten in Berlin und Neuland in Köln. Auch in deiner Nähe gibt es vielleicht einen Gemeinschaftsgarten.  Durchsuche doch einmal das Verzeichnis von anstiftung.de – hier sind über 400 Gärten in ganz Deutschland aufgeführt.

3 Wege in "fremden" Gärten zu sähen und zu ernten

Viele Gemeinschaftsgärten veranstalten auch regelmäßige Treffen zum Reparieren von Alltagsgegenständen.

2. Brachliegende Anbauflächen teilen

Es gibt viele Grundstückseigentümer, die mangels Zeit oder Energie Ihre Beete nicht bearbeiten können. Anstatt diese einfach nur brach liegen zu lassen, wäre es doch super, sie mit interessierten Gärtnern zu teilen.

Menschen mit Interesse am Gärtnern zusammenzuführen mit Menschen mit unbewirtschafteten Flächen ermöglicht die Seite garten-teilen.de. Eine weitere Anlaufstelle für gemeinsame Nutzung von Anbauflächen sind die Gartenpaten, auf deren Webseite du kostenlos eine Anzeige zum Gebot oder Gesuch erstellen kannst.

Sieh doch einmal nach, ob in deiner Gegend jemand Mitstreiter für einen Garten benötigt. Wenn nicht, kannst du auch ein eigenes Gesuch einstellen um Gleichgesinnte zu finden. So lernst du interessante Menschen kennen, kannst neue Fähigkeiten erlernen und auch dein Wissen teilen. Flächen werden besser genutzt und du kannst zur gesunden Ernährung deiner Familie beitragen.

3 Wege in "fremden" Gärten zu sähen und zu ernten

3. Besondere Bindung mit lokalen Landwirten aufbauen

Willst du genau wissen, wo deine Lebensmittel herkommen? Würdest du auch gern regelmäßig selber Hand anlegen auf einem größeren Hof in deiner Nähe? Dann ist das Konzept der solidarischen Landwirtschaft vielleicht der richtige Weg für dich.

Konsumenten und Landwirte kommen hier zusammen, um die gemeinsame Nahrungserzeugung zu verbessern. Als Konsument weißt du, wo deine Nahrung herkommt und erhältst sie (je nach Absprache im einzelnen Projekt) günstiger, wenn du auch vor Ort bei Ernte oder Pflege mit anpackst. Landwirte haben in diesem Konzept einen festen Kreis von Abnehmern und können über längere Zeiträume planen, ohne dass sie wertvolle Zeit auf Marktständen verbringen müssen.

3 Wege in "fremden" Gärten zu sähen und zu ernten

Weitere Vorteile sind:

  • der Schwerpunkt auf lokaler Produktion und dadurch die Schonung der Umwelt
  • das Erhalten von Vielfalt in der Landwirtschaft sowohl in Anbauformen, alten Sorten und auch beim Fachwissen
  • kontinuierliches Lernen aller Teilnehmer

Landwirte, die nach diesem Prinzip arbeiten, findest du auf ernte-teilen.org. Weiter führende Informationen gibt es auch auf der Seite solidarische-landwirtschaft.org. Dort findest du außerdem wertvolle Informationen darüber, wie du selbst ein solches Projekt ins leben rufen kannst.

4. Gartenfläche Mieten

Ein Modell wird immer populärer: das Mietbeet. Im Umfeld vieler Städte tauchen immer mehr Gartenkonzepte auf, die es dir ermöglichen ein Beet für die Saison zu mieten. Oft erhältst du Saatgut, Gärtnermaterial und Rat zum Gärtnern.

Das ist ein erschwinglicher Weg, selber zu ernten und einiges über den Anbau von Gemüse zu lernen. Mehr Informationen zum Mietbeet und eine Liste von Anbietern findest du hier.

In unserem Buchtipp findest du viele weitere Tipps und Informationen zum Thema:

Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten - Individuelle und gemeinschaftliche Wege und Möglichkeiten

Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten

Andrea Heistinger

Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten - Individuelle und gemeinschaftliche Wege und Möglichkeiten Mehr Details zum Buch

Erhältlich bei: KindleecolibriTolinogenialokal

Du siehst, es muss nicht immer ein eigener Garten sein, um selbstangebautes Obst und Gemüse auf den Tisch zu bringen. Hast du Erfahrungen mit diesen Alternativen oder kennst du weitere Modelle? Wir freuen uns auf deine Kommentare!

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9 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Leider haben viele Leute etwas gegen das teilen!Ich habe früher öfter bei nicht geernteten Obst nachgefragt,ob man es pflücken, aufheben darf,falls ja,auch mit Kindern(Kindergarten z.Bsp.)Aber mir wurde schon sehr oft gesagt,das man das nicht möchte!Gleich anfangs,bei der Frage,ob sie das Obst garnicht ernten würden,Kirschen,Himbeeren,Äpfel usw.,wurde oft gelogen und natürlich würden sie das noch brauchen,ernten!Und leider war es nicht so!Bin oft am vergammeltem Obst später vorbei gelaufen.Ein trauriger Anblick,den ich auch Kindern nicht gut erklären konnte.Und wie gesagt,das passierte mir oft!Ich wohne in einer Gegend mit sehr viel Schrebergärten und nur ein Mensch,stellte jedes Jahr,zwei Körbe mit Äpfeln,an die Strasse,mit der Aufforderung, sie gern mitzunehmen. SCHADE!SCHADE!

    Antworten
    • Hallo Tinaplay,
      das ist in der Tat schade, wenn Obst ungenutzt am Baum oder Strauch vergammelt, weil die Besitzer nicht teilen wollen. Vielleicht tröstet es dich, dass ein Teil der Früchte dennoch genutzt wird, nämlich von Insekten, Vögeln, Igeln und anderen Tieren. Dagegen können die Besitzer wenig unternehmen.
      Liebe Grüße!

  2. makecsa.org ist eine japanische Seite, bei der es um Stadtkrankenschwestern geht. Die solltet ihr rausnehmen.

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Beitrag korrigiert.
      Liebe Grüße

  3. Nadine Heiser

    Vielen Dank, das hat mich so sehr interessiert das ich mich gleich drum gekümmert hab :) Das sind tolle Seiten!!!

    Antworten
  4. http://www.gartenpaten.org/ ist auch noch eine passende adresse

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Jessi, danke für den Tipp – haben wir gleich im Beitrag ergänzt!

  5. Toller Beitrag, passt grad wieder zu unserem Thema :-) werden wir vielleicht verlinken.

    Antworten
  6. Chrisi Pichler

    gibt es so etwas wie ernte-teilen.org zufällig auch für österreich? bless

    Antworten

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