Kleidung natürlich imprägnieren mit essigsaurer Tonerde

Mit essigsaurer Tonerde lassen sich Kleidung und andere Textilien natürlich imprägnieren. In wenigen Schritten wird der Stoff wasserabweisend - ideal für Naturfasern.

Um Textilien zu imprägnieren, musst du keine teuren chemischen Mittel verwenden, die ungesund für Mensch und Umwelt sind. Stattdessen lassen sich Kleidung, Rucksäcke, Zelte und Schuhe sehr einfach mit essigsaurer Tonerde vor Feuchtigkeit schützen. Das natürliche Mittel wurde jahrhundertelang eingesetzt, um Dinge des täglichen Gebrauchs wasserabweisend zu machen.

Mit essigsaurer Tonerde lassen sich besonders gut Stoffe aus Naturfasern imprägnieren wie Baumwolle, Mischgewebe mit hohem Baumwollanteil, Hanf und Leinen. Ein besonderer Vorteil der Methode: Die Stoffe weisen nach dem Imprägnieren Wasser ab, bleiben aber zugleich atmungsaktiv. Bei synthetischen Fasern funktioniert die Imprägnierung nicht effektiv genug und ist deshalb nicht zu empfehlen.

Was ist essigsaure Tonerde und wo ist sie erhältlich?

Essigsaure Tonerde (Aluminiumacetat-tartrat) ist eigentlich ein Arzneimittel, das sogar die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen wurde. Die Lösung ist unbedenklich für Mensch und Umwelt.

Als kühlendes Medikament, unter anderem gegen Prellungen, ist essigsaure Tonerde in der Apotheke sowie online in unterschiedlichen Formen erhältlich. Wenn du mit essigsaurer Tonerde imprägnieren willst, empfehlen sich die fertige Lösung, Tabletten oder Granulat.

Imprägnieren mit essigsaurer Tonerde – so geht’s

Die Imprägnierlösung ist schnell hergestellt und wird entweder auf die zu behandelnden Teile aufgesprüht, oder sie werden darin getränkt.

So wird’s gemacht:

  • Wenn du essigsaure Tonerde in flüssiger Form verwendest, mische 1 Teil mit 7,5 Teilen Wasser (zum Beispiel 200 ml auf 1,5 L Wasser).
  • Wenn du Granulat verwendest, löse 25 Gramm Granulat in 1 Liter Wasser auf.

Der zu behandelnde Stoff sollte sauber und noch feucht sein, am besten frisch gewaschen und noch feucht direkt aus der Maschine. Nicht maschinenwaschbare Teile vor der Behandlung mit Wasser besprühen.

So wird der Stoff imprägniert:

1. Den feuchten Stoff vollständig in die Lösung tauchen.

2. 30 Minuten einwirken lassen, den Stoff ab und zu in der Lösung bewegen.

Mit essigsaurer Tonerde lassen sich Kleidung und andere Textilien natürlich imprägnieren. In wenigen Schritten wird der Stoff wasserabweisend - ideal für Naturfasern.

3. Den Stoff nach der Behandlung nur ausdrücken, nicht auswringen.

4. Zum Trocknen aufhängen.

Tipp: Wenn du Schuhe oder Rucksäcke wasserabweisend machen möchtest, kannst du die Lösung in eine Sprühflasche füllen (zum Beispiel von einem alten Reiniger). Die Gegenstände großzügig mit der Lösung besprühen und trocknen lassen.

Nach dem Trocknen kannst du testen, wie die Imprägnierung funktioniert: Träufele einige Tropfen Wasser auf den Stoff. Du wirst sehen, dass die Tropfen abperlen, statt in den Stoff einzuziehen.

Mit essigsaurer Tonerde lassen sich Kleidung und andere Textilien natürlich imprägnieren. In wenigen Schritten wird der Stoff wasserabweisend - ideal für Naturfasern.

Mit der gleichen Methode lässt sich nach einiger Zeit prüfen, ob die Imprägnierung noch wirkt: Wenn das Wasser einzieht, ist es an der Zeit, die Imprägnierung zu erneuern.

Essigsaure Tonerde als Hausmittel

Neben ihrer Eignung als Imprägniermittel ist essigsaure Tonerde auch ein bewährtes altes Hausmittel gegen Prellungen, Verstauchungen, Blutergüsse, aber auch gegen Insektenstiche und Sonnenbrand. Auf der Haut hat sie einen kühlenden Effekt. Offene Wunden sollten hingegen nicht damit behandelt werden.

Zur Anwendung auf der Haut essigsaure Tonerde mit der 10- bis 15-fachen Menge Wasser verdünnen, auf ein Tuch träufeln und auf die betroffene Körperstelle auflegen. Den Umschlag bedecken, sodass die Lösung nicht trocknet, aber Hitzestau vermeiden. Nach maximal zwei Stunden den Umschlag wechseln, um Hautreizungen zu vermeiden. Für Sportler und Outdoor-Fans bietet es sich an, die Lösung fertig anzumischen und in einer kleinen Sprayflasche für den Fall der Fälle dabeizuhaben.

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Wie imprägnierst du Stoffe aus Naturfasern? Wir freuen uns über deine Tipps in den Kommentaren!

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6 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Katharina

    Kann ich mit dieser Methode wohl auch einen Couchbezug unempfindlicher für Flecken machen…?

    Antworten
    • Hallo Katharina,
      das kommt wohl vor allem auf die Füllung der Couch an und wie lange die braucht, um wieder zu trocknen; immerhin sollte das Imprägniermittel großzügig aufgesprüht werden. Vielleicht versuchst du es zuerst einmal an einer kleinen Stelle? Ich bin gespannt, was du erzählen wirst!
      Liebe Grüße
      Heike

    • Katharina

      Ich kann den Couchbezug abziehen. Werde es mal mit einem der Sofakissen ausprobieren und werde berichten, wie es mit der Fleckresistenz aussieht. ;-)

  2. Häppi Peppi

    Hat jemand Erfahrung damit, Kleidung zu wachsen, wie z.B. die englische und australische waxcottonjacken bzw. Fjällräven-Wax ( da gibt es einen Wax Stein für bestimmte Stoffe)?
    Zuletzt las ich in einem Roman über Schottland, dass man dort wohl Wolle gerettet hat ( Lanolin???), und dann verstrickt, um z.B. wasserdichte Strümpfe herzustellen. Ist dazu etwas bekannt?

    Antworten
    • smarticular.net

      Diese Wachs-Methode ist für Outdoor-Kleidung aus Naturfaser recht verbreitet. Allerdings ist die Handhabung gar nicht so einfach. Die Schicht möglichst gleichmäßig und nicht fleckig hinzubekommen, erfordert etwas Übung. Mit einem Fön lässt sich das Wachs besser im Stoff verteilen, so wie in diesem Beitrag beschrieben: https://www.smarticular.net/schuhe-impraegnieren-hausmittel-kerzenwachs/
      Liebe Grüße

    • Katharina

      Es kommt auch auf die Stofffasern an. Polyester oder Poly/Baumwollgemische sind schon mal schwierig, weil das Wachs am Kunststoff nicht haftet. Und selbst bei purer Baumwolle muss der Stoff aus eher dickem, dicht verwobenen Fasern bestehen- dick, damit sie sich vollsaugen können, dicht verwoben weil bei zu großen Zwischenräumen das Wachs nicht mehr hilft. Das erklärt, warum nur grobe Stoffe wie z. B. für Jacken mit Wachs imprägniert werden können.

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