Bio-Schuhcreme selber machen – besser als das Fertigprodukt

Mit diesem Rezept kannst du aus drei einfachen Zutaten eine natürliche Schuhcreme für Lederschuhe herstellen, ganz ohne Mineralöl und bedenkliche Stoffe.

Ob beim Wandern über Stock und Stein, den täglichen Wegen durch Regen, Schnee und Schmutz oder einem Spaziergang im Wald – unsere Schuhe müssen viel aushalten. Da werden sogar Lederschuhe, die als besonders robust und langlebig gelten, mit der Zeit spröde und anfällig für Risse. Mit einer regelmäßigen Pflege kannst du das jedoch verhindern, damit die Schuhe möglichst lange halten.

Gängige Lederpflegemittel aus dem Handel basieren in der Regel auf Mineralölprodukten. Ein umweltfreundliches, rein biologisches Schuhpflegemittel kannst du dagegen preisgünstig aus drei natürlichen Zutaten selbst herstellen. In diesem Beitrag stelle ich dir ein Rezept für Schuhcreme für helle und dunkle Glattlederschuhe vor.

Rezept für Leder-Schuhcreme

Diese Schuhcreme dient nur für echtes Glattleder, denn es nimmt das Fett auf und bleibt dadurch geschmeidig. Bei Rauleder bewirkt das Pflegemittel dagegen eine stumpfe Oberfläche, weshalb es dort nicht verwendet werden sollte. Auch für Kunstleder ist die Schuhcreme nicht geeignet, denn die Fettschicht bleibt an der Oberfläche, anstatt vom Material aufgenommen zu werden.

Du benötigst:

So bereitest du die Schuhcreme zu:

  1. Bienenwachs in ein Glas füllen und im Wasserbad langsam schmelzen lassen.
  2. Die restlichen Zutaten hinzufügen und gelegentlich umrühren, bis sich alle Inhaltsstoffe verbunden haben.
  3. Wenn die Creme gleichmäßig flüssig ist, in eine Cremedose füllen.
  4. Komplett erkalten lassen und erst danach verschließen.

Wem die Konsistenz mit zehn Gramm Bienenwachs zu weich ist, der kann noch mehr Wachs hinzufügen. Mehr als 15 bis 20 Gramm sind allerdings nicht empfehlenswert, damit sich die Creme gut auftragen lässt.

Die Schuhcreme ist bis zu einem Jahr lang haltbar und sollte bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Schuhcreme auftragen

Vor der Verwendung der Lederpflege die Schuhe bei Bedarf mit einer Bürste von grobem Schmutz befreien.

Die Schuhcreme mit einem sauberen, trockenen Tuch dünn auftragen und einreiben. Einige Minuten einziehen lassen. Zum Schluss mit einer Polierbürste nachpolieren.

Hinweis: Durch das Öl können hellere Lederschuhe etwas nachdunkeln. Wenn du unsicher bist, ob diese Schuhcreme das passende Pflegemittel für deine Schuhe ist, kannst du es an einer unauffälligen Stelle testen, am besten an der Innenseite oder unsichtbar im Bereich der Schuhzunge.

Hintergrund zu den Inhaltsstoffen

Sowohl Olivenöl als auch Raps- und Hanföl haben sich als Basisöl zum Auftragen der Schuhcreme sehr gut bewährt. Leinöl ergibt dagegen eine grobkörnige Konsistenz und eignet sich deshalb weniger. Du kannst es aber auch mit anderen pflanzlichen Ölen testen.

Lanolin, auch Wollwachs genannt, ist ein natürlicher Emulgator. Es wird aus der Wolle von Schafen gewonnen und macht das Leder wasserabweisend. Reines Lanolin ohne Wasseranteil (Lanolin anhydrid) ist besonders empfehlenswert.

Bienenwachs ist ein essentieller Bestandteil vieler Pflegeprodukte und verleiht der Schuhcreme eine festere Konsistenz. Es lässt das Leder glänzen und hat ebenfalls eine wasserabweisende Wirkung. Die beste Quelle für Bienenwachs ist eine kleine Bio-Imkerei in deiner Nähe.

Da die Inhaltsstoffe dieser Schuhcreme unbedenklich für die Gesundheit sind, können auch Kinder von Anfang an mitputzen und lernen, ihre Lederschuhe natürlich zu pflegen.

Mit diesem Rezept kannst du aus drei einfachen Zutaten eine natürliche Schuhcreme für Lederschuhe herstellen, ganz ohne Mineralöl und bedenkliche Stoffe.

Welches Pflegemittel verwendest du für deine Schuhe? Wir freuen uns über einen Kommentar von dir!

Diese Themen könnten dich ebenso interessieren:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Bisher 4.9 von 5 Punkten.
(78 Bewertungen)

13 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Felixa

    Was könnte denn wohl besser funktionieren? Die komedogenität ist ja nur bei haut relevant, oder? Damit würde ich mich wohl eher für Avocado-Öl entscheiden, weil es reichhaltiger ist… oder ist Argen-Öl als „Wunderwaffe“ eher für alles einsetzbar? Habt Uhr einen Tipp?

    Antworten
    • smarticular.net

      Tatsächlich hat sich Olivenöl für uns bewährt – es ist vergleichsweise preiswert und regional und überall erhältlich.
      Liebe Grüße

  2. Felixa

    Hallo, kann ich auch ein anderes Öl verwende, wie arganöl oder Avocado-Öl?
    Lg, felixa

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Felixa,
      das ist gut möglich, wir haben es aber noch nicht probiert. Es sollte ein Öl sein, das nicht komplett trocknet (also zum Beispiel kein Leinöl), damit das Leder dauerhaft geschmeidig und gut imprägniert bleibt. Wenn du es probierst, freuen wir uns sehr über einen Erfahrungsbericht.
      Liebe Grüße!

  3. Amon

    Das Erste, was auffällt, die Creme enthält überhaupt kein Hartwachs, sodass kein lange haltbarer und gut polierbarer wasserabweisender Schutzfilm entsteht. Problematisch ist aber insbesondere eine eventuelle Verwendung von Hanföl. Als halbtrocknendes Öl mit hoher Jodzahl verhärtet es, so dass das Leder an Elastizität verliert und brüchig werden wird. Anzumerken wäre hier noch Einiges, ich möchte mich aber zuletzt auf den Hinweis beschränken, dass der Ölanteil zu hoch ist und gerade offenporigen Ledern eine Überfettung droht.

    Antworten
    • Marla

      Hallo Amon, vielen Dank für deine Hinweise. Das Bienenwachs bewirkt den wasserabweisenden Schutzfilm und wird auch in gängigen Schuhpflegemitteln verwendet. Hast du Quellen, die belegen, dass Hanföl Jod enthält und dieses das Leder brüchig macht? Liebe Grüße!

    • Amon

      Hallo Marla, der Verweis auf die Verwendung von Bienenwachs gerade in niedrigpreisigen Produkten (bspw. Erdal) dürfte eher ein Marketinggag sein, da dessen Anteil äußerst gering ist und als kostengünstige Substitute längst Paraffine und Stearine Verwendung finden. Bienenwachs ist ein sehr weiches Wachs und dient hauptsächlich dazu, das Leder geschmeidig zu halten. Der Schutzfilm, den das Wachs bildet, ist jedoch aufgrund seiner Konsistenz nicht sehr beständig, er lässt sich leicht abreiben und zudem kaum polieren. Dies ist natürlich für einen Schuh eher ungünstig, weshalb ergänzend ein anderes Wachs gerne zum Einsatz kommt. Carnaubawachs, eines der härtesten natürlichen Wachse überhaupt, bildet einen lange haltbaren Film mit sehr guten Poliereigenschaften. Allerdings wäre dieses für sich allein zu spröde und würde auf elastischem Untergrund schnell brechen. Weshalb Carnaubawachs und Bienenwachs gerne ergänzend zum Einsatz kommen.

      Die Iodzahl (IZ) (standardsprachlich Jod) ist ein Maß für den Gehalt eines Fettes an ungesättigten Verbindungen. Je höher die Zahl, desto vollständiger trocknen Fette aus. Für Schuhputzmittel werden regelmäßig solche mit einer Iodzahl < 100 verwendet. Hanföl hat eine IZ zwischen 149 und 167. Für die Beurteilung der Brauchbarkeit einer Zutat ist die IZ neben einigen anderen Größen, wie die Viskosität, der Schmelzpunkt oder die Oxidationszahl von nicht geringer Bedeutung. LG Amon https://de.wikipedia.org/wiki/Iodzahl

  4. Birgit Schwarz
    • smarticular.net

      Du meinst um schwarze Schuhe richtig schwarz erscheinen zu lassen? Das ist bei diesem Rezept erstmal nicht vorgesehen, wir haben leider auch noch nicht mit Färbemitteln experimentiert, denn die Grundfarbe der Schuhe soll ja erhalten bleiben. Gerade für schwarz wäre aber ein Zusatz sicher interessant. Schwarze Pigmente gibt es zum Beispiel für DIY-Kosmetik oder auch für (Mal-)Farben, damit müsste es eigentlich gehen, und wir werden mal schauen, wie sich das in einer erweiterten Version bewerkstelligen lässt. Liebe Grüße!

    • Amon

      Hallo Birgit, google einmal nach Mineralfarben, Eisenoxidpigmente gibt es von Gelb über Rot und Braun bis zu Schwarz. Allerdings ist die Deckkraft von Cremes mit schwarzen Eisenoxidpigmenten nicht sehr hoch, die Industrie setzt hier Industrie-Ruß ein. Die Zugabemenge für Schuhcremes beträgt in etwas 1-2 Masse-%.

    • Birgit Schwarz

      Hm, denke dann werde ich es mal ganz klassisch mit Ofenruss aus unserem Holzofen versuchen! Schlimmstenfalls färben dann schwarze Reitstiefel auch meinen Schimmel ab, aber das ist dann auf jeden Fall gesünder als die klassische Schuhcreme….

    • Amon

      Vorsicht! Ruß aus Verbrennungsvorgängen hat das Potential krebserregend zu wirken. Stichwort: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Zudem haben diese keine ausreichende Farbtiefe, sie sind mehr Braun als Schwarz. Industrieruß für tiefschwarze Farben werde deshalb nachträglichen Oxidationsverfahren unterzogen.

    • Birgit Schwarz

      Oh, ok, dann werde ich doch eher bei den Mineralfarben bleiben….

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.