Heilpflanze Weißdorn: Wirkung und Rezepte
Der Weißdorn ist ein weit verbreiteter Strauch, der in Gärten und Parks Verwendung als Zier- und Heckenpflanze findet. Weniger bekannt sind seine zahlreichen heilsamen Eigenschaften, die ihm im Jahr 2019 den Titel „Arzneipflanze des Jahres“ eingebracht haben.
Die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Weißdorns kannst du dir in selbst gemachten Tinkturen und Auszügen oder als Tee zunutze machen. Aber auch in der Küche lässt sich die Pflanze nutzen und in köstliche, gesunde Speisen wie Marmelade, Sirup, Salate sowie heilsame Garnituren verwandeln. Unsere liebsten Weißdorn-Rezepte haben wir in diesem Beitrag für dich zusammengefasst.
Gesundheitliche Wirkung von Weißdorn
Sowohl der Ein- als auch der Zweigriffelige Weißdorn lassen sich in der Küche und für die Gesundheit nutzen. Hybride beider Arten sind häufig anzutreffen.
Studien zeigen, dass seine Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Procyanidine und oligomere Procyanidine die Durchblutung des Herzmuskels verbessern und das Herz widerstandsfähiger machen können. Auch die Kontraktionskraft wird gestärkt, was besonders bei leichter Herzinsuffizienz hilfreich ist. Zudem senken die antioxidativen Flavonoide das LDL-Cholesterin und oxidativen Stress.1
Hinweis: Konsultiere vor der Anwendung von Weißdorn, insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme, einen Arzt, um Wechselwirkungen und Nebenwirkungen zu vermeiden.
Bei Nervosität und Unruhe wirkt Weißdorn traditionell beruhigend und entspannend. Auch bei Schlafstörungen wird die Pflanze in der Volksmedizin eingesetzt und verbessert das Ein- und Durchschlafen.
Wechseljahresbeschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlafproblemen und Niedergeschlagenheit soll der Weißdorn auf sanfte Weise lindern. Er beruhigt die Nerven und verbessert das Wohlbefinden.
Die gesundheitliche Wirkung kannst du dir ganz leicht zunutze machen, indem du die Pflanze öfter in den Speiseplan integrierst. Verwende dafür Blüten, Blätter oder Beeren pur oder verarbeite sie weiter, zum Beispiel wie in den folgenden Rezepten beschrieben.
Heilkräftiger Weißdorn-Tee
Weißdorn-Tee ist ein bewährtes Hausmittel, das du ganz einfach aus regionalen Pflanzen zubereiten kannst. Er überzeugt durch sein aromatisches Aroma und seine herzstärkende sowie beruhigende Wirkung.
Du kannst ihn aus frischen oder getrockneten Blüten und Blättern herstellen oder später im Jahr die Beeren verwenden, um die Kraft dieser Heilpflanze direkt in deine Tasse zu holen.

Weißdorn in der Küche
Für Weißdorn-Rezepte werden in erster Linie die vitaminhaltigen Früchte verwendet. Die reifen Beeren sind leicht süßlich, mehlig und können pur verwendet werden.
Sie lassen sich direkt roh vom Strauch essen oder in Desserts, Torten oder andere Süßspeisen verarbeiten. Weißdornbeeren eignen sich aber auch hervorragend, um sie mit anderen Früchten zu mischen, zum Beispiel in Marmeladen, Muse, Aufstrichen oder Chutneys. Außerdem geben die Beeren grünen Smoothies eine Extraportion gesunder Inhaltsstoffe!
Getrocknete Weißdornbeeren sind eine gesunde Beigabe zu Müsli, Overnight Oats, in selbst gemachten Schokoriegeln und anderen Süßspeisen. Als Topping auf herzhaften Speisen wie gesunden Bowls, Gemüsebeilagen und Salaten sind die Beeren genauso geeignet wie Blüten und junge Blatttriebe des Weißdorns.
Sogar die Kerne der reifen Früchte lassen sich sinnvoll als regionaler Kaffeeersatz verwerten. Dafür werden sie geschrotet, geröstet und anschließend wie Kaffee aufgebrüht.
Weißdorn-Sirup als heilkräftige Süße
Als selbst gemachter Sirup lassen sich die Inhaltsstoffe der Beeren lange konservieren und zum Süßen von Getränken und Nachspeisen verwenden. Die Vitamine gehen durch das Erhitzen zwar teilweise verloren, aber die heilkräftigen Inhaltsstoffe der Beeren bleiben größtenteils erhalten.
Diese Zutaten brauchst du für etwa 500 Milliliter Weißdorn-Sirup:
- 500 g frische, reife Weißdornbeeren
- 250–300 g Zucker
- 1 unbehandelte Zitrone

So wird der Sirup zubereitet:
- Die Weißdornbeeren waschen, in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen, bis alle Beeren vollständig bedeckt sind.
- Für 25 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen, den Herd ausschalten und die Beeren weitere 20 Minuten ziehen lassen.
- Den Beerensud durch ein Sieb gießen, die Beeren gründlich ausdrücken und die Flüssigkeit auffangen.
- Die Flüssigkeit zurück in den Topf gießen. Die Zitrone auspressen und den Saft zusammen mit dem Zucker zur Flüssigkeit geben.
- Die Flüssigkeit unter gelegentlichem Rühren für drei bis fünf Minuten sprudelnd kochen. Anschließend sofort heiß in sterilisierte Flaschen füllen und verschließen.
Durch das heiße Abfüllen und den hohen Zuckergehalt ist der Sirup auch ungekühlt einige Monate lang haltbar. Nach dem Öffnen sollten die Flaschen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Für ein erfrischend-gesundes Sommergetränk gib ein bis zwei Esslöffel Sirup in 250 Milliliter kaltes Wasser. Nach Geschmack Zitronenscheiben und Eiswürfel hinzugeben und genießen.

Selbst gemachte Weißdorn-Marmelade
Eine köstliche Möglichkeit, die gesunden Beeren lange zu konservieren, ist selbst gekochte Marmelade. Der selbst gemachte Brotaufstrich lässt sich nach Geschmack mit Gewürzen und weiteren Früchten kombinieren und der Zuckergehalt fällt geringer aus als bei vielen Fertigprodukten.
Diese Zutaten werden für die Weißdorn-Marmelade benötigt:
- 500 g Weißdornbeeren
- 500 g Gelierzucker 1:1
Tipp: Wenn du es weniger süß magst, kannst du auch den Gelierzucker 2:1 verwenden. Das Verhältnis von Zucker und Beeren muss dann entsprechend angepasst werden.
So gelingt die Marmelade:
- Die Beeren waschen, in einen Topf geben und gerade so weit mit Wasser auffüllen, bis sie vollständig bedeckt sind. Alternativ lässt sich auch Fruchtsaft verwenden.
- Die Beeren über Nacht abgedeckt einweichen lassen.
- Den Topf auf den Herd stellen und die Beeren für 25 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen.
- Die Masse mit einem Pürierstab oder Standmixer nach Geschmack sehr fein oder eher grob pürieren. Mit einem Hochleistungsmixer lassen sich sogar die Kerne sehr fein zerkleinern.
- Optional den Fruchtbrei durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Die Flüssigkeit in einem Topf auffangen.
- Die Flüssigkeit aufkochen, Gelierzucker unterrühren und die Masse zwei bis drei Minuten bei geringer Hitze unter gelegentlichem Rühren eindicken lassen. Sofort heiß in sterilisierte Gläser füllen und verschließen.

Durch das heiße Abfüllen der Marmelade entsteht beim Abkühlen ein Vakuum, wodurch sie auch ohne Kühlung mehrere Monate lang haltbar ist (meist sogar noch deutlich länger). Der hohe Zuckeranteil trägt ebenfalls zu einer langen Haltbarkeit bei. Nach dem Öffnen empfiehlt es sich, die Marmelade im Kühlschrank zu lagern und innerhalb weniger Wochen zu verbrauchen.
Tipp: Weißdornbeeren eignen sich hervorragend zum Mischen mit anderen saisonalen Früchten, zum Beispiel in Kürbismarmelade, Brombeermarmelade oder in Bratapfel-Marmelade.
Weißdorn erkennen und ernten
Der Ein- und Zweigriffelige Weißdorn wächst als Strauch oder kleiner Baum mit einer Höhe von fünf, seltener bis zu zehn Meter. Die beliebte Heckenpflanze ist an Wald- und Wegrändern sowie in Gärten und Parks zu finden. Falls du keinen Weißdorn im eigenen Garten hast, dann schau auf der Karte von mundraub nach Standorten in deiner Nähe!
Den Weißdorn erkennst du beim Sammeln an folgenden Merkmalen:
- Die auffällig gesägt oder gebuchten Blätter sind wechselständig angeordnet.
- An den Zweigen stehen bis zu 2,5 Zentimeter lange Dornen.
- Die kleinen, bis zu einem Zentimeter großen Blüten stehen wie Dolden dicht zusammen.
- Sie haben fünf weiße Blütenblätter und einen Geruch, der an Bittermandel erinnert.
- Die roten, bis zu zwei Zentimeter großen Früchte reifen im Herbst.
- Sie haben ein mehliges, trockenes Fruchtfleisch und ein bis drei Steinkerne.

Verwechselt werden kann der Weißdorn nur mit dem Schlehdorn (Schwarzdorn) und mit anderen Weißdornarten, die alle ungiftig sind und genauso verwendet werden können. Vom Schlehdorn lässt er sich leicht durch seine Blütezeit unterscheiden. Der Schwarzdorn blüht bereits im März und April, bevor die ersten Blätter zu sehen sind, während der Weißdorn seine Blätter vor der Blütezeit im April und Mai bildet.
Es empfiehlt sich, die Blätter des Weißdorns während der Blütezeit zu ernten, da die Konzentration der Wirkstoffe dann am höchsten ist. Die Triebspitzen lassen sich einfach mit den Fingernägeln oder einer kleinen Schere abknipsen und werden in einem luftigen Beutel oder Körbchen nach Hause transportiert. Blüten und Blätter können sofort verwendet oder getrocknet und anschließend in Schraubgläsern aufbewahrt werden. Dabei kann auch ein selbst gebauter Kräutertrockner zum Einsatz kommen.
Selbst in der kalten Jahreszeit können wir von den heilsamen Kräften des Weißdorns profitieren: Die im Herbst reifen Früchte lassen sich getrocknet lange aufbewahren und sind bis ins Folgejahr verwendbar.
Mehr über die heilsamen Eigenschaften des Weißdorns und anderer Pflanzen kannst du in unserem Buch nachlesen:
Viele weitere Rezepte mit Weißdorn und anderen Wildpflanzen gibt es in diesem Buch:
Welches ist dein liebstes Rezept mit dem gesunden Weißdorn? Teile deine Tipps und Erfahrungen in einem Kommentar!
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- Darshansingh Jaisal H., Shinde M.E., Avdhad A.D., A revew on arjuna and hawthorn and their role in cardiovascular health. (2025). Journal of Pharmacognosy and Phytochemistry. ↩︎


Also ich hab das ausprobiert. Und es hatte Erfolg. Der Blutdruck hat bis heute den normalwert dabei bin ich schon” 80 Jahre alt. Ich hab aber die Beeren mit Alkohol aufgesetzt und hab die Beeren mit den Alkohol wirken lassen und jeden Tag ein Schnapsgläschen getrunken ,alles nach plan. Bin bis heut gesund.
Wenn ihr sagt die getrockneten Beeren sind gut im Müsli, entkernt ihr diese vorher und wenn ja wie :)? Oder esst ihr die Kerne mit? Beides scheint schwer aber vielleicht gibt‘s ja einen Geheimtipp :)..
Hallo Ich habe die getrockneten Beeren im Mixer pulverisiert ,dann ist es einfach einen Löffel voll bei zu mischen. Leider find ich bei der Dosis keine Angaben. Aber ich hoffe ein Löffel ist in Ordnung den ein Marmeladenbrot mit Weißdornmarmelade wird wohl auch der Menge entsprechen.