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Gläser und Tiegel keimfrei machen: so geht’s
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Wer Lebensmittel einmacht und Kosmetik selbst herstellt, braucht keimfreie Gefäße zur Aufbewahrung. Hier erfährst du alles über die gängigsten Methoden zum Sterilisieren von Marmeladengläsern und Co.

Wer im Haushalt viel selbst herstellt, muss regelmäßig Flaschen, Gläser, Tiegel und Co. möglichst keimfrei machen. Denn nur wenn sauber gearbeitet wird, sind eingemachte Lebensmittel und selbst gemachte Kosmetik lange haltbar.

In diesem Beitrag haben wir die effektivsten Methoden zum Sterilisieren bzw. Desinfizieren jeweils mit einer einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung aufgeführt.

Unterschied zwischen Desinfektion und Sterilisation

In der Alltagssprache werden die Begriffe Desinfizieren und Sterilisieren manchmal synonym verwendet. Dabei besteht zwischen beiden Methoden ein entscheidender Unterschied. Während bei der Sterilisierung eine nahezu hundertprozentige Keimfreiheit erreicht werden soll (zum Beispiel bei medizinischen Geräten und Werkzeugen), geht es beim Desinfizieren lediglich darum, die Zahl der Erreger erheblich zu reduzieren.

Trotzdem spricht man beim Einkochen in der Regel vom Sterilisieren der Gläser, Deckel und Dichtungen, auch wenn die Keimbelastung zwar verringert, aber nie auf Null gesenkt werden kann. Das ist auch gar nicht notwendig – dazu später mehr. Den Begriff “Sterilisieren” habe ich beibehalten, weil er umgangssprachlich am häufigsten verwendet wird.

Wichtig: Nicht alle Produkte und Materialien eignen sich für eine Behandlung mit Hitze. Damit Gummiringe und Deckel von Twist-Off-Gläsern keinen Schaden nehmen, empfiehlt es sich, die Herstellerangaben zu beachten und sie im Zweifel lieber gesondert mit einer sanfteren Methode (Heißwasser, Topf, Dampfgarer oder Alkohol) keimfrei zu machen.

1. Gläser sterilisieren im Topf

Eine sichere und unkomplizierte Methode ist das Sterilisieren in kochendem Wasser. Benötigt wird ein großer Topf. Und so geht´s:

  1. Saubere Gläser mit der Öffnung nach oben in den Topf stellen.
  2. Deckel, Gummiringe etc. hinzugeben.
  3. Gläser und Topf mit Wasser füllen, bis alles bedeckt ist.
  4. Zum Kochen bringen und für 10 Minuten kochen lassen.
  5. Gläser herausnehmen und auf ein sauberes Küchentuch stellen.

Wer Lebensmittel einmacht und Kosmetik selbst herstellt, braucht keimfreie Gefäße zur Aufbewahrung. Hier erfährst du alles über die gängigsten Methoden zum Sterilisieren von Marmeladengläsern und Co.

Damit im Anschluss möglichst wenig Keime in die Gläser gelangen, bevor oder während sie befüllt werden, ist es wichtig, sie beim Herausnehmen aus dem Topf und bei weiteren Arbeitsschritten nur von außen anzufassen.

2. Gläser sterilisieren in der Spülmaschine

Eine relativ hohe Keimfreiheit lässt sich auch ganz bequem mit der Spülmaschine erreichen. Dabei empfiehlt es sich, wie folgt vorzugehen:

  1. Vorgespülte Gläser und Glasdeckel in die leere, saubere Spülmaschine räumen. Es sollte kein weiteres Geschirr o.ä. zeitgleich gespült werden.
  2. Das Programm mit der höchsten Temperatur (mindestens 60 Grad) auswählen und einmal durchlaufen lassen (ohne Maschinenspülmittel/ kein Kurzprogramm).
  3. Die Gläser aus der Spülmaschine nehmen und zeitnah befüllen.

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Aufgrund der niedrigen Temperatur eignet sich diese Methode eher für das Heiß-Einfüllen (siehe Vergleich der Methoden) oder für Lebensmittel, die anschließend ohnehin noch einmal eingekocht werden.

3. Gläser sterilisieren im Backofen

In Laboren wird die sogenannte Heißluft-Sterilisation in speziellen Sterilisationsschränken durchgeführt. Zu Hause erfüllt der Backofen den gleichen Zweck. So wird’s gemacht:

  1. Saubere Gläser aufs Gitterrost stellen. Hitzebeständige Gummi und Deckel können mit in den Ofen (Herstellerangaben beachten!).
    Backofen auf 140 Grad aufheizen.
  2. 10 Minuten warten, den Ofen ausschalten, die Gläser im geschlossenen Ofen abkühlen lassen und am besten erst zum Befüllen herausnehmen.

Wer Lebensmittel einmacht und Kosmetik selbst herstellt, braucht keimfreie Gefäße zur Aufbewahrung. Hier erfährst du alles über die gängigsten Methoden zum Sterilisieren von Marmeladengläsern und Co.

Achte auch bei dieser Methode unbedingt darauf, das Glasinnere nach dem Abkochen nicht mehr zu berühren. Hitzeempfindliche Deckel mit Kunststoffbeschichtung und Dichtungsringe müssen separat im Topf sterilisiert werden. Ob das in deinem Fall notwendig ist, kannst du am besten den Herstellerangaben entnehmen.

4. Gläser sterilisieren in der Mikrowelle

Wenn du eine Mikrowelle besitzt, kannst du sie ebenfalls zum Sterilisieren einsetzen. Gehe dabei folgendermaßen vor:

  1. Saubere Gläser fingerbreit mit Wasser füllen und in die Mikrowelle stellen.
  2. Bei 600 Watt das Wasser zum Kochen bringen und für eine Minute köcheln lassen.
  3. Kurz abkühlen lassen, herausnehmen, ausgießen und mit der Öffnung nach oben auf ein sauberes Küchentuch stellen.

Beachte auch hier die Hersteller-Empfehlungen bezüglich der Dichtungen und Deckel. Nicht alle können in die Mikrowelle gegeben werden.

5. Gläser sterilisieren im Dampfgarer

Wer einen Dampfgarer besitzt, kann seine Gläser auch mit Hilfe heißen Dampfes keimfrei machen. Ähnlich wie bei der Sterilisation im Backofen eignet sich diese Methode gut für eine größere Menge Gläser.

  1. Saubere Gläser und Deckel auf ein Gitterblech oder eine gelochte Schale stellen. Die Gläser sollten sich dabei nicht berühren.
  2. Bei 100 Grad für mindestens 10 Minuten bedampfen.
  3. Vor dem Herausnehmen abkühlen lassen.

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Tipp: Viele Dampfgarer sowie Kombigeräte besitzen eigene Programme zum Sterilisieren. Hier lohnt ein Blick ins Gerätehandbuch.

Auch ein Topf mit Dämpfeinsatz oder der Varoma des Thermomix können zur Dampf-Sterilisation verwendet werden.

6. Gläser sterilisieren mit kochendem Wasser

Eine altbewährte und besonders simple Methode ist die Desinfektion mit kochendem Wasser. Sie ist besonders empfehlenswert, wenn nur einzelne Gläser oder Gerätschaften keimfrei gemacht werden sollen. So geht’s:

  1. Leere Gläser und Deckel mit warmem Wasse abspülen und mit der Öffnung nach oben in die saubere Spüle stellen.
  2. Anschließend mit kochendem Wasser übergießen und bis zum Rand füllen.
  3. 10 Minuten stehen lassen.
  4. Wasser ausgießen und die Gläser bis zur Verwendung auf einem sauberen Tuch lagern. Dabei möglichst weder das Glas- noch das Deckelinnere berühren.

Tipp: Ein Glasheber wie dieser verhindert, dass du dir beim Hantieren mit heißen Gläsern die Finger verbrennst.

7. Gläser sterilisieren mit Soda

Die Sterilisierung mit Soda benötigt weniger Energie als die Heißwasser-Methode und eignet sich deshalb besonders gut zur Desinfektion einer großen Menge an Flaschen und Gläsern. Gehe dabei wie folgt vor:

  1. Heißes Wasser (aus dem Hahn) in ein großes Gefäß füllen und pro Liter Wasser einen Teelöffel Waschsoda-Pulver (erhältlich in der Waschmittelabteilung) darin auflösen.
  2. Die Sodalösung in die Gefäße füllen und für 10 Minuten wirken lassen.
  3. Ausschütten und mit heißem Wasser nachspülen.

8. Gläser und Arbeitsutensilien sterilisieren mit Alkohol

Die Alkohol-Methode kommt ebenfalls zur Desinfektion kleiner Tiegel oder Gläser in Frage, eignet sich aber auch besonders gut zur Säuberung der Arbeitsutensilien bei der Herstellung von Kosmetik. Dabei ist es wichtig, Alkohol mit einem Alkoholanteil von etwa 40 bis 80 Prozent zu verwenden – zum Beispiel einen 70-prozentigen Ansatzalkohol wie diesen. Ein herkömmlicher Wodka reicht aber auch aus. Reiner Alkohol ist zum Desinfizieren hingegen ungeeignet, weil er gar nicht bis ins Zellinnere der Keime vordringen kann.

So funktioniert die Desinfektion mit Alkohol:

  • Bei Schraubgläsern und anderen verschließbaren Gefäßen den Boden mit Alkohol bedecken, das Glas verschließen und für einige Sekunden schütteln, damit sich der Alkohol überall verteilen kann. Anschließend den Alkohol einfach ins nächste Gefäß schütten und den Vorgang wiederholen.
  • Bei kleineren Gefäßen und Arbeitsutensilien gib den Alkohol auf ein sauberes Tuch und wische die Oberfläche gründlich damit ab.

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Keine Sorge, dass sich später hochprozentiger Alkohol in deinem Einmachgut befinden könnte. Die Rückstände verflüchtigen sich innerhalb weniger Minuten.

Wann ist eine Sterilisation überhaupt sinnvoll?

Mit den oben beschriebenen Methoden kannst du Bakterien, Keime und Co., die die Haltbarkeit selbst gemachter Kosmetik oder eingemachter Lebensmittel gefährden, erheblich reduzieren. Unter den hygienischen Bedingungen in einem normalen Haushalt lässt sich allerdings keine hundertprozentige Keimfreiheit erreichen. Das ist auch gar nicht notwendig, vor allem dann nicht, wenn du das Einmachgut nach dem Abfüllen ins Glas ohnehin noch einmal bei hohen Temperaturen einkochst oder die Lebensmittel innerhalb weniger Tage aufbrauchst. In diesem Fall reicht die Spülmaschinenmethode zur Vorbehandlung der Einmachgläser aus.

Wenn du die Gläser im Backofen, Dampfgarer oder Topf sterilisiert, empfiehlt es sich, sie zeitnah zu verwenden, denn sobald sie abgekühlt sind, können sich auch wieder neue Keime auf der Oberfläche ansiedeln.

Muss ich das einkochen, oder reicht heißes Einfüllen aus? Was die verschiedenen Methoden unterscheidet und wie lange deine Schätze haltbar sind, erfährst du hier.

Neben sauberen Utensilien und einer hygienischen Arbeitsweise hängt die Haltbarkeit von Naturprodukten nicht zuletzt von den enthaltenen Zutaten ab. So werden beispielsweise Marmeladen auf natürliche Weise durch den hohen Zuckergehalt konserviert. Ein Brotaufstrich mit frischen Kräutern oder ein selbst gemachtes Pesto wird hingegen auch im aufwändig sterilisierten Glas nicht sehr viel länger haltbar sein und sollte innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Für DIY-Kosmetik ist das Sterilisieren mit hohen Temperaturen, einer heißen Soda-Lösung oder Alkohol wiederum häufig sinnvoll. Darüber hinaus gibt es einige weitere Methoden und natürliche Zutaten, die die Haltbarkeit selbst gemachter Kosmetik erhöhen.

Noch mehr Wissenswertes zum Thema Einmachen, Haltbarmachen und Co. findest du in unserem Buchtipp:

Welche Methode zur Desinfektion bzw. Sterilisation hat sich für dich bewährt? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen!

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