Karottenöl selber machen – für Haut und Haar

Karottenöl selber machen: Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung stellst du die natürliche Hautpflege einfach und sicher zu Hause her.

Dass Karotten gesund sind, weiß jedes Kind. Doch die leuchtend orangefarbenen Rübchen können noch viel mehr: Wenn du Karottenöl selber machen möchtest, erschaffst du ein wertvolles Mazerat, das deine Haut samtweich pflegt, intensiv antioxidativ wirkt und dir ganz nebenbei einen sanften, natürlichen Teint schenkt. Das Geheimnis liegt im enthaltenen Beta-Carotin, das deine Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt und müde Haut wieder zum Strahlen bringt.

In vielen konventionellen Pflegeprodukten ist Karottenextrakt zwar enthalten, doch oft verstecken sich in der Zutatenliste auch Erdölderivate, künstliche Duftstoffe und Konservierungsmittel. Mit einem selbst gemachten Karottenöl behältst du dagegen die volle Kontrolle über jeden einzelnen Tropfen. Mit nur wenig Aufwand und einfachen Zutaten stellst du ein hochwertiges Pflegeprodukt her, das perfekt auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist und ganz ohne Plastikverpackung auskommt. Beachte jedoch, dass die Haltbarkeit kürzer ist als bei gekauften Produkten.

Wichtig: Damit dein selbst gemachtes Öl nicht verdirbt, ist Hygiene das A und O. Karotten enthalten viel Wasser. Wenn du frische Karotten für mehrere Wochen in Öl einlegst, besteht die Gefahr von Schimmelbildung oder – schlimmer noch – die Entwicklung von gefährlichen Bakterien (Clostridium botulinum). Nutze deshalb für einen Kaltauszug lieber getrocknete Karotten oder wähle den schnellen Heißauszug.

Zutaten für DIY-Karottenöl

Du benötigst nur eine Handvoll Zutaten und Utensilien, die du wahrscheinlich schon in deiner Küche hast:

  • 1 Bio-Karotte: Für die Hautpflege ist Bio-Qualität besonders wichtig, um Pestizidrückstände zu vermeiden.
  • 150–200 ml Basisöl: Wähle ein Pflanzenöl, das zu deinem Hauttyp passt. Jojobaöl ist sehr stabil und für fast jeden geeignet. Mandelöl pflegt sanft, während Sesamöl tief einzieht.
  • Sauberes Schraubglas: Am besten vorher kurz auskochen, um es keimfrei zu machen.
  • Braunglasflasche: Um das fertige Öl lichtgeschützt aufzubewahren.
  • Feines Tuch, Sieb oder Nussmilchbeutel: Zum Abseihen der Raspel.
Karottenöl selber machen: Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung stellst du die natürliche Hautpflege einfach und sicher zu Hause her.

Methode 1: Der sanfte Kaltauszug

Dies ist die schonendste Methode, bei der fast alle Vitamine erhalten bleiben.

  1. Vorbereiten: Karotte gründlich putzen und mit einer Reibe fein raspeln.
  2. Trocknen (Wichtig!): Die Raspel auf einem sauberen Tuch oder einem Teller verteilen und an einem warmen Ort (oder bei max. 40 °C im Ofen) so lange trocknen lassen, bis sie komplett “rascheltrocken” sind.
  3. Ansetzen: Die trockenen Raspel in ein sauberes Schraubglas füllen und mit dem Basisöl aufgießen, bis alles gut bedeckt ist.
  4. Ziehen lassen: Das Glas verschließen und für etwa zwei bis drei Wochen an einem warmen, dunklen Ort ruhen lassen. Schüttle es zwischendurch sanft auf, damit sich die Wirkstoffe gut lösen.
  5. Abfüllen: Das fertige Karottenöl durch ein feines Tuch in eine Braunglasflasche abgießen. Dabei die Raspel gründlich ausdrücken.

Methode 2: Der schnelle Heißauszug

Wenn du nicht warten möchtest, kannst du die Wirkstoffe auch mit sanfter Hitze aus der Karotte lösen.

  1. Raspeln: Bio-Karotte säubern und reiben.
  2. Erhitzen: Die Raspel zusammen mit dem Öl in einen kleinen Topf geben und sanft erhitzen. Bei kleiner Hitze (ca. 60–70 °C) für etwa 60 bis 90 Minuten ziehen lassen. Das Öl sollte orange werden.
  3. Filtern: Das fertige Öl durchsieben und in eine saube Braunglasflasche abfüllen.

Wichtig: Das Öl darf keinesfalls sieden oder brutzeln. Zu viel Hitze zerstört die wertvollen Inhaltsstoffe.

Karottenöl selber machen: Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung stellst du die natürliche Hautpflege einfach und sicher zu Hause her.

Tipps zur Anwendung und Haltbarkeit

Das selbst gemachte Karottenöl lässt sich pur für die Hautpflege ebenso verwenden wie als stärkende Kur für das Haar. Karottenöl ist reich an Beta-Carotin (Provitamin A), einer Vorstufe von Vitamin A, die im Körper umgewandelt werden kann. Vitamin A wirkt als Antioxidans effektiv gegen freie Radikale, die zu vorzeitiger Hautalterung beitragen. Es glättet die Haut und mildert Hautunreinheiten. Beta-Carotin hat einen leicht tönenden Effekt, wodurch sich Karottenöl hervorragend als natürliche Alternative zu chemischen Selbstbräunern eignet.

Haltbarkeit des DIY-Karottenöls

Verbrauche dein selbst gemachtes Karottenöl am besten innerhalb von 4 bis 6 Wochen und lagere es im Kühlschrank. Insbesondere der Heißauszug mit frischen Karottenraspeln ist durch den Wasseranteil anfällig für eine zügige Verderbnis.

Um das Ranzigwerden der Basisöle hinauszuzögern, kannst du ein paar Tropfen Vitamin E (Tocopherol) aus der Apotheke oder Drogerie hinzufügen. Es dient als natürliches Antioxidans und schützt die empfindlichen Inhaltsstoffe vor Oxidation. Achte zudem darauf, das Öl stets mit einer sauberen Pipette zu entnehmen, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Karottenöl für Haut und Haar

Die folgenden Anwendungen für Karottenöl eignen sich, um von seinen pflegenden Eigenschaften optimal zu profitieren.

Für das Gesicht: Massiere das Öl am besten in die noch feuchte Haut ein (z. B. direkt nach dem Duschen oder nach der Reinigung mit einem milden Gesichtswasser). Auf der feuchten Haut bildet sich eine leichte Emulsion, die besonders gut einzieht und die Wirkstoffe tief in die Zellen transportiert, ohne einen schweren Fettfilm zu hinterlassen. Deine Haut fühlt sich danach sofort geschmeidig und genährt an.

Natürliche Tönung: Das Beta-Carotin schenkt dir einen frischen “Sonne-pur-Glow” und gleicht leichte Blässe auf natürliche Weise aus. Für einen dezenteren Effekt kannst du auch einfach ein bis zwei Tropfen deines Karottenöls direkt in deine gewohnte Tagescreme mischen. Sei jedoch vorsichtig mit heller Kleidung: Da die Pigmente stark färben, sollte das Öl mindestens fünf bis zehn Minuten vollständig einziehen, bevor Textilien die Haut berühren.

Wichtig: Karottenöl ist kein Ersatz für mineralischen oder chemischen Sonnenschutz. Es bietet keinen wirksamen UV-Filter und sollte daher ausschließlich zur Hautpflege, niemals aber als alleiniger Schutz während des Sonnenbadens genutzt werden. Es lässt sich aber gut als Basisöl für unsere selbst gemachte Sonnencreme verwenden.

After-Sun: Nach einem Tag im Freien ist Karottenöl eine wunderbare Regeneration für die Haut. Seine Inhaltsstoffe helfen dabei, oxidativen Stress abzubauen, der durch UV-Licht entstanden ist, und beugen so vorzeitiger Hautalterung vor.

Für die Haare: Die Wirkstoffe des Karottenöls versorgen stumpfes, splissanfälliges Haar mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Für eine Haarkur mit Karottenöl einfach nach dem Haarewaschen ein paar Tropfen des Öls in die noch feuchten Haarspitzen einmassieren.

Tipp: In diesem Beitrag findest du viele weitere Tipps zur Herstellung pflanzlicher Ölauszüge (Mazerate).

In unseren Buchtipps findest du weitere Ideen und Rezepte für selbst gemachte Naturkosmetik:

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Welche Pflegeprodukte stellst du am liebsten selbst her? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen!

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Über mich

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Nachhaltigkeit, Minimalismus und Selbstversorgung. Als diplomierte Pädagogin hole ich Menschen gern dort ab, wo sie stehen, und liebe es, andere Menschen mit Rezepten und DIY-Alternativen zu Fertigprodukten zu inspirieren. In meinem Kleingarten erfreue ich mich nicht nur an selbst angebautem Obst und Gemüse, sondern trage auch mit Insektenhotels, Wildpflanzen und Laubhaufen (hoffentlich) zu mehr Biodiversität und Artenschutz im Kleinen bei.

5 Kommentare
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  1. Francophilia
    Francophilia

    Frage:könnte man die Karotte nach dem Raspeln nicht etwas luftantrocknen,um den Wassergehalt zu mindern,bevor das Öl hinzugegeben wird?
    Danke für eine Antwort!

    Antworten
    • Hallo, ja das könnte man ausprobieren. Haben wir allerdings selbst noch nicht getestet. Liebe Grüße Sylvia

  2. Hallo,
    wenn ich das Karottenöl mit einem Speiseöl zubereite, kann ich es doch auch sicher in der Küche nutzen, oder?
    Danke!

    Antworten
  3. Christel Berger

    Zum Karottenöl kann ich – noch – nichts beitragen. Aber eine andere tolle Entdeckung konnte ich diesen Sommer machen. Ich war schon über 10 Jahre nicht mehr in der Sonne, bin der hellhäutige Typ. Trotz hohem Lichtschutzfaktor musste ich immer achtgeben, dass ich keinen Sonnenbrand bekomme. Dieses Jahr war ich 2 Wochen auf Kreta, und das erste Mal, dass ich keinen Sonnenbrand bekam. Warum? Ich begann schon 2 oder 3 Monate vor meinem Urlaub jeden Tag zum Frühstück ein Glas frisch gepressten Karotten-Orangensaft zu trinken, wusste damals aber nicht, dass der die Haut so super schützt. Außerdem ist diese Bräune bedeutend länger anhaltend, nach fast 3 Monaten habe ich immer noch eine schön gebräunte Haut.

    Antworten

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