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Testergebnis: Die perfekte, selbst gemachte Sonnencreme
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Sonnenschutz im Sommer ist unerlässlich. Ist es möglich Sonnencreme selber herzustellen? Wir haben getestet und das Rezept gefunden, was wirklich schützt!

Wir haben es uns nicht leicht gemacht und haben einen Großteil des Sommers damit verbracht, verschiedenste Sonnencreme-Rezepturen und Alternativen zum Selbermachen zu testen. Viele Enttäuschungen waren dabei, und nach umfassender Recherche wissen wir auch, warum. Trotzdem haben wir es gefunden, das perfekte und dennoch sehr einfache Rezept für natürliche Sonnencreme zum Selbermachen.

Die selbst gemixte Creme lohnt sich, denn handelsübliche Sonnenschutzprodukte sind teuer und enthalten eine Vielzahl fragwürdiger Substanzen, von denen wir viele eigentlich gar nicht auf der Haut haben wollen. Mehr Infos zu den Inhaltsstoffen deiner Sonnencreme findest du z.B. auf Codecheck.

Die meisten Rezepte sind unbrauchbar

Immer wieder kursieren im Internet Rezepte und Anleitungen, wie man allein mit Pflanzenölen einen vollwertigen Sonnenschutz herstellen könne, mit hohem Lichtschutzfaktor für die Mittagszeit und den Urlaub im Süden. Mach nicht den Fehler, auf solche Versprechungen zu vertrauen!

Zwar stimmt es, dass einige Pflanzenöle einen gewissen Basis-Schutz für UV-B-Strahlung bieten, der in der Übergangszeit bei mäßiger Sonne ausreichen könnte. Keinesfalls schützen Pflanzenöle aber vor der viel schädlicheren UV-A-Strahlung, die in tiefe Hautschichten eindringt und das Gewebe nachhaltig schädigt. Vorzeitige Hauthalterung und Hautkrebs sind mögliche Folgen. Nähere Informationen dazu bietet der Beitrag zu Risiken selbst gemachter sowie käuflicher Sonnenschutzprodukte.

Ohne mineralischen Filter geht es nicht

Dank eines zusätzlichen, mineralischen Filters ist es dennoch möglich, aus wenigen Zutaten eine gut funktionierende, für Kinder und Erwachsene geeignete Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor herzustellen. Der mineralische Filter sorgt für einen Rundumschutz vor UV-A- und UV-B-Strahlung und lässt sich bis Lichtschutzfaktor (LS) 20 anreichern.

Wir verwenden dafür das Produkt mit dem Markennamen “SOFI TIX Breitband”, ein Pulver aus den mikrofein vermahlenen Mineralen Zinkoxid und Titandioxid. Durch die Feinheit des Pulvers ist der Filter nach dem Auftragen auf der Haut farblos und unsichtbar. Aufgrund der Feinheit des Pulvers ist nicht auszuschließen, dass auch Partikel in Nano-Größe enthalten sind, denen ebenfalls ein gewisses Risiko zugeschrieben wird. Das Risiko der ungefilterten UV-Strahlung wird jedoch allgemein als bedeutend höher angesehen, weshalb der Einsatz von SOFI TIX bzw. ähnlichen, mineralischen Filtern trotzdem sinnvoll ist und die einzig sinnvolle Variante zum Selbermachen darstellt.

Rezept für selbst gemachte Sonnencreme

Das Grundrezept ist simpel, es werden lediglich zwei Zutaten benötigt. Durch Zugabe weiterer Hilfs- und Pflegestoffe kannst du die Creme noch verfeinern und noch pflegender machen, mehr dazu weiter unten. Für das Grundrezept zur Herstellung des Sunblockers mit Lichtschutzfaktor 20 werden benötigt:

  • 90 g Kokosöl (im Bioladen oder online erhältlich, z.B. hier oder hier)
  • 10 g SOFI TIX Breitband (am besten online erhältlich)
  • Ein Mixer oder Mixstab
  • Ein Behälter zur Aufbewahrung der fertigen Creme, z.B. eine leere Kosmetikflasche oder ein Pumpdosierer von der alten Creme

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Optional können für eine festere Konsistenz sowie für eine noch bessere Hautpflege hinzugegeben werden:

  • 5-10 g Aloe vera Gel, spendet Feuchtigkeit und beruhigt die Haut (aus dem Bioladen, selbst hergestellt oder online erhältlich)
  • 5-10 g Sheabutter oder Kakaobutter als Konsistenzgeber – je mehr, desto dickflüssiger wird die Lotion (im Bioladen oder online erhältlich)
  • Ein paar Tropfen Vitamin E-Öl zur Pflege und zur Steigerung der Haltbarkeit (aus der Apotheke oder online bestellen)

Die Verarbeitung erfolgt in wenigen Schritten:

  1. Kokosöl und optional Aloe Vera Gel abwiegen und in ein Mixgefäß geben.
  2. SOFI TIX sehr genau mit einer Digitalwaage abwiegen und ebenfalls in das Mixgefäß geben. Ob deine Digitalwaage ausreichend genau ist, kannst du mit Ein-Cent-Münzen testen: Eine Münze wiegt exakt 2,3 Gramm, vier Münzen wiegen also knapp 10 Gramm.
  3. Alles zunächst vorsichtig verrühren, so dass das gesamte Pulver im Öl gebunden ist.
  4. Mit einem Mixer oder Mixstab auf hoher Stufe für 30-60 Sekunden mixen, damit sich das Pulver vollständig und klümpchenfrei im Öl verteilt. Nur so ist später ein gleichmäßiger Sonnenschutz gewährleistet.
  5. Falls dir das Ergebnis zu flüssig ist: Die Masse im Wasserbad langsam erhitzen und grammweise Sheabutter oder Kakaobutter dazu geben. Sobald alles geschmolzen und verrührt ist, einen Tropfen auf einen Teller geben und erkalten lassen, um die Konsistenz zu prüfen. So lange wiederholen, bis die gewünschte Dickflüssigkeit erreicht ist.
  6. Die fertige Sonnencreme oder Sonnenlotion in eine Flasche oder ein Glas zur Aufbewahrung füllen.

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Fertig ist die selbst gemachte Sonnencreme. Bei dieser Menge SOFI TIX (maximal 10% der Gesamtmenge, mehr würde sich nicht mehr gut verteilen lassen) besitzt sie einen Lichtschutzfaktor von ca. 20. Wenn du weniger SOFI TIX verwendest, reduziert sich der Lichtschutzfaktor entsprechend, ein Gramm SOFI TIX pro 100 g Sonnencreme entspricht noch ca. einem Lichtschutzfaktor von 2.

Lies diesen Beitrag, wenn du unsicher bist, was der Lichtschutzfaktor besagt und welcher Faktor für deinen Hauttyp sinnvoll ist.

Hinweise

  • Da sich das Einatmen mikrofeiner Partikel des Pulvers gesundheitlich negativ auswirken kann, ist ein Mundschutz zu empfehlen. Deshalb ist bei der Verarbeitung auch ein besonders sorgsamer Umgang mit dem Pulver notwendig. Dieses Problem besteht, so lange das Pulver noch nicht in der Creme gebunden ist.
  • Zudem sollte die selbstgemachte Sonnencreme, wie andere Hautpflegeprodukte auch, nur bei gesunder, unverletzter Haut angewendet werden.
  • Da sich das mineralische Pulver mit der Zeit etwas absetzen kann, ist es ratsam, die fertige Lotion vor jeder Benutzung einmal kräftig zu schütteln.
  • Wie bei allen Sonnencremes sollte auch mit dieser der Mund-, Nasen- und Augenbereich ausgespart werden.
  • Das Kokosöl selbst bietet auch einen gewissen Sonnenschutz, jedoch nur vor UV-B-Strahlung. Andere Pflanzenöle wie z.B. Sesamöl oder Jojobaöl sind ebenfalls verwendbar, viele haben einen ähnlichen Lichtschutzfaktor.

Der beste Sonnenschutz ist immer noch der Schatten!

Egal für welche Sonnencreme du dich entscheidest, die lange Sonnenexposition der Haut ist immer mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Es ist deshalb empfehlenswert, so oft wie möglich den Schatten aufzusuchen, schützende Kleidung zu tragen und nur dann Sonnenschutzmittel auf der Haut anzuwenden, wenn es unbedingt notwendig ist, z.B. beim Wandern, Arbeiten oder beim Sport in der Sonne.

Viele weitere Rezepte für natürliche Pflegeprodukte findest du auch in unserem Buch:

Selber machen statt kaufen - Haut und Haar
137 Rezepte für natürliche Pflegeprodukte, die Geld sparen und die Umwelt schonen
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Viel Spaß beim Selbermachen und Ausprobieren! Vielleicht interessieren dich auch diese Beiträge:

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