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Sonnenschutz ohne Sonnencreme – 6 Tipps zum Aufbau des Eigenschutzes
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Sonnenschutzmittel können der Haut mehr schaden als nutzen. Mit den folgenden Tipps kannst du dich auch ohne Sonnencreme effektiv vor den negativen Auswirkungen der Sonne schützen.

Mit der Sonne ist es so eine Sache – einerseits ist sie lebenswichtig, unter anderem zum Auffüllen der Vitamin-D-Speicher und für unser allgemeines Wohlbefinden. Andererseits ist es schnell zu viel des Guten, UV-Strahlung ist verantwortlich für Schäden im Unterhautgewebe, vorzeitige Hautalterung bis hin zu Hautkrebs.

Für viele ist Sonnencreme nicht gerade die ideale Lösung, denn die meisten käuflichen Produkte enthalten künstliche Parabene, Silikone sowie hautreizende Duftstoffe, und stehen teilweise im Verdacht, mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Dabei wird oft übersehen, dass wir von Natur aus mit einem sehr wirksamen Sonnenschutzmechanismus ausgestattet sind, den man auch trainieren und verbessern kann. Mit den folgenden Tipps gelingt es dir, den natürlichen Eigenschutz der Haut gegen zu viel Sonnenlicht aufzubauen und zu stärken. So kannst du mehr vom Sonnenlicht profitieren, und gleichzeitig das Risiko eines Sonnenbrandes reduzieren.

Wichtige Hinweise vorweg: Jeder Mensch ist anders und jede Haut hat unterschiedliche Bedürfnisse. Deshalb gibt es natürlich auch keine generellen Regeln, die für alle gleichermaßen zutreffen würden. Je nach Hauttyp, Alter und den persönlichen Umständen ist es deshalb sinnvoll, die Empfehlungen an die individuelle Situation anzupassen.

1. Die Haut schon früh im Jahr an die Sonne gewöhnen

Wer im Sommer die Sonne sorgenfrei genießen möchte, gewöhnt seinen Körper idealerweise schon im Frühjahr oder besser noch das ganze Jahr über an die Strahlung. Regelmäßige Aufenthalte im Freien, je nach Wetter möglichst auch mal in kurzer Kleidung, regen den natürlichen Eigenschutz der Haut durch die Produktion und Einlagerung von Melanin an. Mit der langsam steigenden Intensität der Sonne im Jahresverlauf stärkt das regelmäßige “Mini-Sonnenbad” unseren natürlichen Schutzschild, die Gefahr von Hautschäden sinkt.

Noch ein Vorteil: Die körpereigenen Vitamin-D-Speicher, die für eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen essentiell sind, aber über den Winter weitestgehend aufgebraucht wurden, werden schon früh im Jahr wieder aufgefüllt.

Sonnenschutzmittel können der Haut mehr schaden als nutzen. Mit den folgenden Tipps kannst du dich auch ohne Sonnencreme effektiv vor den negativen Auswirkungen der Sonne schützen.

Wenn du rechtzeitig mit der Gewöhnung an die Sonne beginnst, kannst bis zur Urlaubssaison einen soliden Hautschutz aufbauen und am Ferienort auch ohne Sonnencreme eine längere Zeit gefahrlos am Strand verweilen. Allerdings empfiehlt es sich, selbst mit vorgebräunter Haut die pralle Sonne in den Mittagsstunden zwischen 11.00 und 15.00 Uhr zu meiden. Denn in dieser Zeit ist die hautschädigende UV-Strahlung besonders intensiv.

2. Auch im Urlaub mit einer Eingewöhnung starten

Wenn deine Haut vor Reisebeginn vor allem Bürolicht gewöhnt ist, kannst du auch noch im Urlaub mit einer Gewöhnung beginnen. Diese langsame Gewöhnung an die in warmen Urlaubsländern viel intensivere Sonneneinstrahlung empfiehlt sich selbst dann, wenn du schon das Frühjahr zur Vorbereitung genutzt hast. Starte dafür, je nachdem, welchen Hauttyp du hast, mit nur wenigen Minuten Sonnenzeit täglich und dehne den Aufenthalt nach und nach aus. Schon Sekunden nach der Lichtexponiertheit beginnen die Zellen, den schützenden Farbstoff Melanin zu produzieren. Mit einer langsamen, aber dafür stetigen Steigerung der Aufenthaltsdauer in der Sonne kannst du den Eigenschutz so innerhalb weniger Tage erheblich verbessern.

Dabei ist es jedoch ganz besonders wichtig, es nicht zu übertreiben, denn ein Sonnenbrand würde den Eigenschutz zurückwerfen und die Gewöhnungszeit somit um mehrere Tage verlängern. Mit etwas Achtsamkeit kannst du dich zum Ende der Urlaubszeit selbst ohne Sonnencreme schon deutlich länger im Sonnenlicht aufhalten und kommst mit einer zwar weniger intensiven, dafür umso gesünderen Bräune nach Hause zurück.

3. Eigenschutz der Haut von innen stärken

Zu einer ganzheitlichen Hautpflege gehört die richtige Ernährung unbedingt dazu. Auch den Eigenschutz der Haut vor sonnenbedingten Schäden kannst du durch regelmäßigen Verzehr bestimmter Lebensmittel steigern. Die folgenden Vitalstoffe schützen die Haut und machen sie widerstandsfähiger:

Der Pflanzenfarbstoff Beta-Carotin ist in Sonnenmilch-Produkten sowie Vitaminpräparaten enthalten, die eine schöne, gesunde Bräune versprechen. Der sekundäre Pflanzenstoff wirkt unter anderem als Antioxidant gegen hautschädigende freie Radikale, die bei intensiver Sonneneinstrahlung entstehen. Bei größeren Verzehrmengen Beta-Carotin-haltiger Lebensmittel findet auch eine Einlagerung in die Haut statt, wo der Stoff ähnlich wie körpereigenes Melanin wirkt, wenn auch in geringem Maße. Wenn du deinen Speiseplan regelmäßig mit Beta-Carotin-haltigen Lebensmitteln anreicherst, kannst du deinen natürlichen Hautschutz auch ohne Nahrungsergänzungsmittel erhöhen.

Sonnenschutzmittel können der Haut mehr schaden als nutzen. Mit den folgenden Tipps kannst du dich auch ohne Sonnencreme effektiv vor den negativen Auswirkungen der Sonne schützen.

In rötlichem Gemüse wie Tomaten, Karotten und roter Paprika ist besonders viel Beta-Carotin enthalten. Für eine möglichst effektive Aufnahme empfiehlt es sich, das Gemüse stark zu zerkleinern bzw. intensiv zu kauen und zusammen mit Butter oder Pflanzenöl zu genießen.

Da der Eigenschutz durch die Einlagerung von Beta-Carotin in die Haut verbessert wird, ist es außerdem sinnvoll, mit dem regelmäßigen Verzehr der genannten Lebensmittel schon einige Wochen vor Saison- bzw. Urlaubsanfang zu beginnen.

Biotin gehört zu den B-Vitaminen und ist auch unter der Bezeichnung Vitamin H bekannt. Dabei steht das H für Haut und Haar. Biotin sorgt für einen gesunden Zellaufbau und stärkt den Eigenschutz der Haut. Das wasserlösliche Vitamin ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten, besonders reichhaltig in rotem Fleisch sowie Schweine- und Rinderleber. Wer pflanzliche Nahrung bevorzugt, kann zu Nüssen, Vollkornflocken oder Getreidesprossen greifen.

Vitamin C stärkt den Zellschutz und wirkt vorzeitiger Hautalterung entgegen. Natürliche Vitamin-C-Quellen sind unter anderem Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Brokkoli, Paprika und Hagebutten.

Auch Vitamin E ist für den Zell- und Hautschutz von großer Bedeutung. Gute Lieferanten für das Antioxidant sind hochwertige Pflanzenöle, Nüsse und Vollkornprodukte.

Hochwertige Pflanzenöle sind nicht nur für die Ernährung wichtig, sondern unterstützen auch die natürliche Hautpflege. Geeignete Öle für jeden Hauttyp!

Zink wirkt entzündungshemmend sowie ebenfalls antioxidativ. Vegetarier und Veganer können ihren Zink-Bedarf mit Hilfe von Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten decken. Reichhaltige Zinkquellen findest du aber auch in tierischen Lebensmitteln, wie zum Beispiel rotem Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Als Bestandteil einer Creme schützt Zink die Haut auch äußerlich vor hautschädigender Sonnenstrahlung und wirkt Entzündungsprozessen entgegen, weshalb Zinkcreme auch bei Sonnenbrand empfohlen wird.

4. Aktuellen UV-Index beachten

Hast du schon einmal etwas vom UV-Index gehört? Dabei handelt es sich um ein international anerkanntes Maß für die Stärke der hautschädigenden UV-Strahlung an verschiedenen Orten. Während beispielsweise in Berlin im August ein durchschnittlicher UVI-Wert von 5 erreicht wird, ist der Wert in Bangkok mit 12 mehr als doppelt so hoch. Für alle, die eine Fernreise planen, macht es deshalb Sinn, sich vorab über den UV-Index am Zielort zu informieren und die Schutzmaßnahmen entsprechend anzupassen

Hier findest du eine Liste mit dem durschnittlichen UV-Index an verschiedenen Orten der Welt. Der deutsche Wetterdienst stellt zudem tagesaktuelle Vorhersagen zum UV-Index bereit.

5. Der Haut nie mehr Sonne zumuten, als sie verträgt

Egal ob mit oder ohne Sonnencreme – der Schutz unserer Haut lässt sich zwar positiv beeinflussen, aber nie so weit optimieren, dass die Gefahren der Sonne vollständig gebannt sind. Richte dich deshalb bei Aufenthalten im Freien nach den für deinen Hauttyp empfohlenen Sonnenzeiten. Bei längeren Wanderungen oder Nachmittagen am Strand empfiehlt es sich, öfter einen Schattenplatz aufzusuchen und entsprechende Schutzkleidung zu tragen. Hierbei kannst du dich am standardisierten UV-Schutzfaktor für Textilien, unter dem Kürzel UPF bekannt, orientieren. Wie gut ein Stoff die Haut schützt, hängt übrigens weniger vom Material als von der Dichte und Farbe des Gewebes ab. Du musst also keine teuren Hightech-Fasern kaufen, sondern kannst dich auch mit Textilien aus Naturfasern wirksam schützen.

Sonnenschutzmittel können der Haut mehr schaden als nutzen. Mit den folgenden Tipps kannst du dich auch ohne Sonnencreme effektiv vor den negativen Auswirkungen der Sonne schützen.

Sicher ist sicher: Greife im Zweifelsfall lieber auf (hautfreundliche) Sonnenschutzprodukte zurück, um zum Beispiel Gesicht und Arme bei einer Kanu-Tour effektiv zu schützen, anstatt “zu viel zu wollen”. Sinnvolle Sonnen-Lotion kannst du sogar mit wenig Aufwand selbst herstellen.

6. Regeneration unterstützen

Hautreizungen lassen sich selbst bei verantwortungsbewusstem Umgang mit der Sonne nicht immer ganz vermeiden. Falls nach einem etwas längeren Aufenthalt im Freien deine Haut brennt oder gerötet ist, kannst du sie mit einem selbstgemachten After-Sun-Balsam aus Aloe Vera und zwei weiteren Zutaten pflegen und unangenehme Symptome lindern. Noch unkomplizierter lassen sich leichte Sonnenbrände mit einem Teeaufguss aus grünem Tee oder kühlenden Umschlägen mit Apfelessig natürlich behandeln.

Das Gel der Aloe vera ist ein sehr gesundes und vielfältiges Heilmittel. Richtig eingesetzt kann es zahlreiche teure Pflegeprodukte spielend ersetzen!

Viele weitere nützliche Tipps und Rezepte für natürlichen Sonnenschutz findest du in unserem Buchtipp:

Meine Sonnenpflege - natürlich geschützt

Wie schützt du dich “cremefrei” vor der Sonne? Wir freuen uns auf deine Tipps und Tricks in einem Kommentar!

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