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Soforthilfe bei Insektenstichen – So vermeidest du Jucken, Schwellungen und Entzündungen
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Vermeide Jucken, Schwellungen und Entzündungen durch Mückenstiche und andere Insektenstiche mit diesen Mitteln! Natürliche Lösungen für die Soforthilfe!

Kaum wird es draußen wärmer, sind sie wieder da, diese stechenden, blutsaugenden Biester. Sie suchen bevorzugt am Morgen und in der Abenddämmerung bis in die Nacht nach Blut zur Aufzucht ihrer Art. Im Gegensatz dazu stechen Bienen und Wespen nur in Notwehr.

Einige Stechmückenarten wie Bremsen, Schnaken und Mücken haben sich jedoch auf Menschenblut spezialisiert. Sie injizieren durch ihren Stachel ein Sekret, das die Blutgerinnung verhindert und den unangenehmen Juckreiz auslöst. Damit es gar nicht erst soweit kommt, kannst du Einiges zur Vorbeugung tun. Details findest du in den Beiträgen:

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie:

 

Wenn es dich trotz Vorkehrungen erwischt hat? Nicht kratzen, heißt es. Gar nicht so einfach. Damit du dich nicht aufkratzt und sich der Stich im schlimmsten Fall noch entzündet, findest du hier viele hilfreiche Tipps, wie du auf natürliche Art das Jucken vermeidest.

1. Nicht kratzen

So blöd es klingt, es ist das A und O. Mit dem Kratzen wird es nur noch schlimmer, denn die Schwellung nimmt immer weiter zu. Mit jeder Reizung gibt unser Körper weitere, den Juckreiz auslösende Wirkstoffe ab.

Kernseife (gegen Juckreiz)

Befeuchte ein Stück Kernseife mit einem sauberen Lappen und reibe sie direkt auf den Stich. Um die Kleidung und die Wunde zu schützen, bedecke den Einstich mit einem Tuch, Pflaster oder Verband.

Mehr Anwendungen für Kernseife findest du hier.

2. Natürliche Mittel zur Linderung

Frische Basilikum- oder Salbeiblätter (gegen Schwellung und Juckreiz)
Zerdrücke einige frische Blätter von Basilikum oder Salbei und reibe damit die juckende Stelle ein. Sie geben ihre Inhaltsstoffe ab, die entzündungshemmend wirken und die Schwellung lindern. Basilikum wirkt zusätzlich gegen den Juckreiz.

Vermeide Jucken, Schwellungen und Entzündungen durch Mückenstiche und andere Insektenstiche mit diesen Mitteln! Natürliche Lösungen für die Soforthilfe!

Honig (gegen bakterielle Entzündung und Juckreiz)
Trage ein wenig Honig auf den frischen Insektenstich auf. Mit seiner antibiotischen Wirkung hilft Honig auch bei entzündeten und durch Kratzen mit Bakterien infizierten Stichen.

Würfelzucker (gegen Schwellung und Juckreiz)
Lege einen befeuchteten Würfelzucker auf den frischen Stich, um so das Gift aus der Einstichstelle zu saugen. Diese Methode funktioniert am besten sofort nach der Insektenattacke.

Spitzwegerich (gegen Schwellung, Entzündung und Schmerz)
Diese Nützliche Pflanze findest du in jeder Naturwiese. Für die Anwendung gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Saft: Zwei lange Spitzwegerichblätter übereinanderlegen, verknoten und mit den Fingern an der verknoteten Stelle reiben. Den gewonnenen Saft auf die Stichstelle geben.
  • Brei: Blätter zu einem Brei verreiben. Diesen auf die juckende Stelle geben und einziehen lassen.

Dank der schmerzstillenden Wirkung von Spitzwegerich kannst du ihn auch bei Bienen- und Wespenstichen anwenden.

Gänseblümchen (gegen Schwellung und Juckreiz)
Zerreibe die Blüten, Stiele und Blätter von Gänseblümchen und verwende den Saft auf der Einstichstelle. Dieser mindert den Juckreiz und verhindert Quaddeln.

Mehr Anwendungen für Gänseblümchen findest du hier.

Teebaum-Öl (gegen Entzündung und Juckreiz)
Gib ein wenig mit pflanzlichen Speiseöl verdünntes Teebaum-Öl auf die Einstichstelle und verreibe es. Dabei wird der Juckreiz gemildert und eine Entzündung verhindert. Das Teebaumöl bekommst du in der Apotheke, dem Drogerie- oder Biomarkt.

Salzbrei (gegen Juckreiz)
Mische dazu etwas Wasser mit Salz, so dass ein zäher Brei entsteht. Diesen gibst du auf die Stichwunde. Noch schneller geht es mit Spucke und einem Salzstreuer, die du direkt auf dem Stich anwendest und mit den Fingern verreibst.

Aloe Vera (gegen Entzündung und Juckreiz)
In der Apotheke gibt es kühlende Aloe-Vera-Gels, die einen Aloe-Vera-Anteil von mindestens 95 % haben. Günstiger ist es, wenn du eine Aloe-Vera-Pflanze auf der Fensterbank ziehst. Sie ist pflegeleicht und einfach zu vermehren.

Vermeide Jucken, Schwellungen und Entzündungen durch Mückenstiche und andere Insektenstiche mit diesen Mitteln! Natürliche Lösungen für die Soforthilfe!

So hast du immer einen ausreichenden Vorrat an Aloe-Vera-Saft und Mark. Zur Verwendung von Mark oder Saft, gehst du wie folgt vor:

  • Saft: Trenne mit einem scharfen Messer ein unteres Blatt ab, ritze es an der Unterseite an und drücke den Saft heraus.
  • Mark: Trenne das Fleisch von der harten Schale ab und püriere es in einem Mixer.

Beides ist in einem braunen Apothekerglas für mehrere Wochen im Kühlschrank haltbar.

Den Stich mit Mark einreiben oder den Saft auf ein Tuch geben und mit einem Verband über dem Stich fixieren.

Mehr Anwendungen für Aloe Vera und Erntetipps findest du hier.

Kohl-Umschlag (gegen Schwellung, Entzündung und Juckreiz)
Lege ein Stück von einem frischen Kohlblatt in ein sauberes Tuch und zerdrücke es mit einer Gabel. Der Saft geht dabei ins Tuch, und du kannst es auf die zu behandelnde Stelle zulegen. Die im Kohl enthaltenen Wirkstoffe machen das Gift unschädlich.

Quark-Umschlag (gegen Schwellung und Juckreiz)
Trage gekühlten Quark mit einem Löffel oder Messer auf ein Stofftuch auf. Danach legst du es für zirka 20 Minuten auf die zu behandelnde Stelle. Der Quark verhindert die Schwellung und lindert das juckende Gefühl. .

Kartoffel-Zwiebel-Essig-Umschlag (gegen Entzündung und Juckreiz)
Diese Methode ist etwas aufwendiger, vereint aber alle Vorteile aus den Bestandteilen. Als erstes machst du eine Heilpaste aus einer feingeriebenen Kartoffel, etwas geriebener Zwiebel und etwas Essig. Vermische die Zutaten zu einem feinen Brei und verteile ihn auf dem Insektenstich. Die Säure zerstört das Insektengift, Zwiebel und Kartoffel wirken entzündungshemmend.

Mehr nützliche Tricks für und mit Kartoffeln findest du in diesem Beitrag.

3. Kühlen

Wenn du direkt nach dem Stich die Einstichstelle kühlst, wird der Reiz gelindert und es kommt gar nicht erst zu einer dicken Schwellung. Dies ist ein übliches Vorgehen bei Bienen- oder Wespenstichen, es wirkt ebenfalls bei Blutsaugern.

Eiswürfel, Kühlpacks und andere kalte Gegenstände (gegen Schwellung und Juckreiz)
Mit diesen Gegenständen kannst du die juckende Stelle kühlen. Die gefrorenen Hilfsmittel nur leicht über die Fläche streichen oder eingewickelt in ein Baumwolltuch auf die Wunde legen. Nicht zu lange, damit es nicht zu Erfrierungen der Hautstelle kommt. Kalte Glasflaschen, Münzen oder Besteck sind meist schnell zur Hand und wirken ebenso gut.

Zahnpasta (gegen Schwellung, Entzündung und Juckreiz)
Die Zahnpasta kühlt, lindert den Juckreiz und beugt einer Infektion vor. Dazu verteilst du ein wenig Zahnpasta auf der zu behandelnden Stelle.

Mehr Anwendungen für Zahnpasta findest du hier.

Zwiebel (gegen Entzündung und Juckreiz)
Der Trick mit der aufgeschnittenen Zwiebel hilft bei allen Insektenstichen, denn der Saft hat entzündungshemmende Eigenschaften. Drücke die Schnittfläche auf den Stich, das kühlt und mindert den Juckreiz.

Zitrone, Tomate, Kartoffel (gegen Schwellung und Juckreiz)
Schneide eine Scheibe von einer Zitrone,Tomate oder Kartoffel ab und lege sie für ein paar Minuten auf die Einstichstelle. Zur Intensivierung kannst du noch etwas von dem Saft der Zitrone oder Tomate auf den Einstich geben. Dies sollte möglichst sofort nach dem Stich geschehen. Die Scheibe wirkt kühlend und die Säure zerstört das Mückengift. Ein Anschwellen und Jucken wird somit unterbunden.

Eines der beliebtesten Grundnahrungsmittel hält noch einige Überraschungen parat. Hier findest du die top Tricks für Kartoffeln und Kartoffelschalen
von Lauri Rantala [CC-BY-2.0]
Essig (gegen Schwellung, Entzündung und Juckreiz)
Gib einen Teelöffel Essig auf auf die Einstichstelle. Essig wirkt kühlend, entzündungshemmend und lindert Juckreiz.

Medizinischer Alkohol, Franzbranntwein oder Schnaps (gegen Schwellung, Entzündung und Juckreiz)
Trage mit Watte oder einem Tuch etwas Franzbranntwein auf den Stich auf, danach können die Inhaltsstoffe von medizinischem Alkohol, Kampfer und Menthol den Juckreiz lindern und ein Anschwellen verhindern. Alternativ funktioniert auch Schnaps. Durch den Alkohol tritt zusätzlich noch eine rasche Kühlung ein.

Eine 3%-ige Wasserstoffperoxidlösung lindert den Juckreiz und mindert das Risiko von Entzündungen. Sie wird genauso wie Alkohol mit einem Wattebausch oder einem Tuch aufgetupft, bei Bedarf mehrmals täglich.

Spucke (gegen Entzündung und Juckreiz)
Die Spucke ist in diesem Fall durchaus hilfreich und kein Kindermärchen. Der eigene Speichel wirkt antibakteriell und enthält schmerzlindernde Wirkstoffe. Zusätzlich kühlt er durch die Verdunstungskälte.

Essig-Salz-Hefe-Mixtur (für aufgekratzte und entzündete Stiche)
Löse etwas Hefe mit Wasser auf und vermische sie mit etwas Essig, Salz und ein paar Tropfen Zwiebelsaft. Zum Auftragen nimmst du einen Würfelzucker und reibst die Mischung leicht auf der Wunde ein. Die Mixtur kannst du gut im Kühlschrank aufbewahren. Sie wirkt besonders gut bei bereits entzündeten, stark geschwollenen Stichen.

Anti-Juck-Cremes oder Gels (gegen Schwellung, Entzündung und Juckreiz)
Spezielle Gels mit hohem Wasseranteil kühlen besonders effektiv. Fenistil Gel ist eines der bekanntesten Mittel. Es gibt auch Kombipräparate, die Cortison enthalten oder auch reine Cortisoncremes. Diese sollte man wirklich nur verwenden, wenn ein erhöhtes Risiko zu einer extremen Entzündung vorliegt.

4. Wärme

Durch Wärmebehandlung werden Juckreizauslöser im eingespritzten Gift zerstört. Dafür gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Je eher du diese anwendest, umso erfolgreicher das Resultat.

Metallgegenstand wie Münze oder Besteck (gegen Schwellung und Juckreiz)
Erwärme diesen Gegenstand mit einem Feuerzeug oder einer Kerze so lange, bis du es gerade noch halten kannst. Das dürften etwa 50 °C sein. Den erwärmten Gegenstand legst du nun auf die Einstichstelle.

Schwarzer Tee (gegen Schwellung und Juckreiz)
Ebenso wirksam ist schwarzer Tee. Dieser sollte mindestens fünf Minuten gezogen haben und lindert durch die Wärme (etwa 50 °C) erfolgreich den Juckreiz. Tauche einen Stofflappen oder ein Taschentuch in den fertigen Tee und betupfe oder bedecke damit die juckende Stelle. Der durchgezogene Teebeutel kann natürlich auch dazu verwendet werden, wenn du ihn vorher etwas ausdrückst, damit er keine Teeflecken hinterlässt. Liegt die Stichstelle an Bein oder Arm, bietet sich ein Fixieren des Teebeutels mit einem Verband an.

Warmes Wasser, Wärmekompresse, Wärmflasche (gegen Schwellung und Juckreiz)
Eigentlich hilft auch schon warmes Wasser, das etwas mehr als 50 °C hat, um das Gift zu zerstören. Lasse ein Stück Watte, ein Taschentuch oder ein Handtuch das erwärmte Wasser aufnehmen und drücke es für 15 Minuten auf den Einstich. Noch einfacher ist die Verwendung einer Wärmflasche.

Heißes Wachs (gegen Schwellung und Juckreiz)
Tropfe einige Tropfen heißes Wachs von einer brennenden Kerze auf den Stich. Die Temperatur ist mit knapp über 50°C ausreichend um das Gift zu entschärfen. Allerdings ist Achtung geboten, dass man nicht zu nahe oder zu weit weg ist, um gerade die Wirkung zu erzielen bzw. keine Verbrennung als Folge zu haben.

Brennende Zigarette (gegen Schwellung und Juckreiz)
Halte die Glut einer brennenden Zigarette so nah wie es gerade aushaltbar ist an die Einstichstelle. Da der Gestochene dies am besten beurteilen kann, ist es von Vorteil, wenn er es selbst ausführt, um keine Verbrennung davonzutragen.

bite away“ der elektronische Stichheiler (gegen Schwellung und Juckreiz)
Dieses Gerät lindert den Drang zum Kratzen durch Zuführung von Wärme. Die Temperatur liegt bei 50° wie bei dem Tipp mit den warmen Metallgegenständen.

Was zu beachten ist

  1. Sollte sich im Laufe der Zeit keine Besserung einstellen, sondern der Stich anschwellen und die Einstich-Gegend heiß anfühlen, wende dich an einen Arzt. Es könnte sich um eine allergische Reaktion oder den Beginn einer schweren Entzündung handeln. Bei Wespenstichen ist dies häufiger zu beobachten.
  2. Bei Einstichen im Mund- und Rachenraum sofort den Notarzt rufen und vorsorglich Eiswürfel lutschen, den Brustkorb hochlagern und keine Nahrung und Getränke zu sich nehmen, denn dadurch kann es zu Erstickungen kommen.
  3. Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, treten in Deutschland extrem selten auf. Einige Tropenkrankheiten sind aber in europäischen Urlaubsgebieten bei Menschen vorgekommen, die nie in einem Risikogebiet waren. Beim Denguefieber kommt es zu sehr großen Schwellungen und Knoten an der Einstichstelle. Die ärztliche Hilfe ist unabdingbar.

In dieser Auflistung stehen einige Tipps, die du auch in der Natur auf die Schnelle anwenden kannst. Wer sie kennt, ist bei einem Ausflug bestens gerüstet.

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Welche dieser Tricks hast du schon angewendet, und wie waren deine Erfahrungen? Oder gibt es noch einen genialen Trick, den wir übersehen haben? Wir freuen uns auf deine Kommentare und Anregungen!