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Kirschkernkissen selbermachen: natürliche Wärmflasche und Kühlpack
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Endlich ist Kirschenzeit! Aber was tun mit den Kernen? Verwerte sie einfach weiter und mache daraus ein heilsames Kirschkernkissen. Hier erfährst du, wie.

Seit Wochen werden sie überall verkauft, die süßen, saftigen und leckeren Snacks für zwischendurch: Kirschen. Ungeliebt an ihnen sind allerdings die Kerne. Wohin damit? Als Kind haben wir uns noch an ihnen erfreut und uns im Weitspucken geübt.

Heute landen sie meist im Biomüll oder auf dem Kompost. Anstatt sie ungenutzt zu entsorgen, kannst du daraus ohne viel Aufwand ein wärmendes Kirschkernkissen zaubern! Bei der nächsten Verletzung, den immer mal wieder auftretenden Nackenverspannungen oder Bauchschmerzen ist ein solches Kirschkernkissen schnell zur Hand und leistet aufgewärmt oder gekühlt heilsame Dienste.

Aus alten Materialien wie einer partnerlosen Socke, einem Waschlappen, einer Jutetasche, dem abgeschnittenen Hosenbein oder Hemdärmel kann im Nu ein praktisches Upcycling-Produkt entstehen. So bastelst du eine plastikfreie Alternative zu Wärmflasche und Kühlpack darstellt.

Kirschkernkissen in Eigenproduktion

Für ein schnelles Upcycling-Kissen benötigst du:

  • Kirschkerne oder andere Kerne und Körner als Füllmaterial
  • Alte Stoffe
  • Baumwollnähgarn
  • Nähnadel oder Nähmaschine
  • Stecknadeln
  • Schere

 Endlich ist Kirschenzeit! Aber was tun mit den Kernen? Verwerte sie einfach weiter und mache daraus ein heilsames Kirschkernkissen. Hier erfährst du, wie.

Füllmaterial

Folgende Füllmaterialien kannst du für deine Wärme- und Kühlkissen verwenden:

  • Kirschkerne (am besten von der eigenen Ernte, es gibt sie aber auch in größeren Mengen online)
  • Traubenkerne (gibt es erstaunlicherweise ebenfalls online zu kaufen)
  • Roggenkörner (aus dem Bioladen oder online)
  • Dinkelkörner (aus dem Bioladen oder online)

Die Kerne von frischen Kirschen oder Trauben sollten eine halbe Stunde in warmem Wasser einweichen und danach im Wasser durch Knetbewegungen gereinigt werden. Dabei ist das Wasser mehrmals zu wechseln, bis die Kerne sauber sind. Anschließend sollten sie auf einer Unterlage ausgebreitet gut trocknen.

Benötigte Füllmenge: Berechne die ungefähre Fläche deines Kirschkern- oder Körnerkissens, indem du Länge und Breite miteinander multiplizierst. Ein Kissen mit den Maßen 10 x 40 cm hat zum Beispiel 400 cm² Oberfläche (einseitig). Für diese Fläche benötigst du etwa 450 g Dinkelkörner. Für andere Maße multiplizierst du die Oberfläche mit 1,1 um die ungefähr benötigte Körnermenge in Gramm zu erhalten. Wenn du Kirschkerne als Füllung nutzt, lautet der Faktor 0,8. Jedes Kissen ist ein bisschen anders.

Stoffe für Kirschkernkissen

Bei den Stoffen kannst du dich in deinem Fundus alter Textilien austoben. Wichtig ist nur, dass sie keine Kunststofffasern wie Polyester oder Lycra enthalten. Diese würden beim Erwärmen im Backofen oder in der Mikrowelle nicht gut abschneiden. Verwende deshalb 100 % Baumwoll- oder Leinenstoffe. Falls du allerdings reine Kühlkissen machst, kannst du künstliche Gewebe verwenden.

Hier ein paar Materialideen:

  • partnerlose Socken
  • Baumwollstrumpfhose
  • Jutetasche
  • Waschlappen
  • lange Hosebeine
  • langärmelige Hemden
  • Geschirrtücher
  • Bettlaken und Bettwäsche
  • Tischdecken

Hinweise:

Wenn du neue Stoffe verwendest, dann wasche sie vorher bei mindestens 60 °C, um ein Einlaufen beim Erwärmen auszuschließen.
Falls du Kissen mit Kammern nähst, empfiehlt sich ein waschbarer Überzug. Diese Anleitung ergibt nur ein Inlay, das nicht ausgekocht werden kann.
Kernsäckchen kannst du mit der Handwäsche waschen, Körnersäckchen sind dazu generell nicht geeignet.

Kleine Kissen (Kühlkissen) herstellen

Die schnellste Umsetzung wird dir eine einsame Socke oder ein Waschlappen ermöglichen.

  1. Gib das Füllmaterial in die Socke oder in den Waschlappen.
  2. Lasse noch etwas Luft, klappe den Rand einmal nach innen, fixiere ihn gegeneinander und nähe ihn möglichst nahe an der Knickkante zu.

Alternativ kannst du dieses kleine Kissen auch mit einem netten Geschenkband zubinden.

Große Kissen als Ersatz für eine Wärmflasche

Hier eignet sich der Jutebeutel als schnelle Umsetzung bestens. Aber auch jeder andere Stoff erfüllt den Zweck ebenso.

Vorbereitung von anderen Stoffen:

  1. Drehe den Stoff auf links und nähe ihn auf drei Seiten zu.
  2. Wende das Genähte auf die schönere Stoffseite.

Dann bei Jutebeuteln und vorbereiteten Stoffen:

  1. Fülle den Stoff mit deinem bevorzugten Füllmaterial.
  2. Lass noch etwas Luft, klappe den Rand einmal nach innen, fixiere ihn gegeneinander und nähe ihn möglichst nahe an der Knickkante zu.

Bei großen Flächen sind Füllkammern sinnvoll. Wie du diese fertigst, steht in der nachfolgenden Beschreibung.

Nacken- und Schulterkissen (Wärmekissen)

Diese Kissen helfen hervorragend gegen Verspannungen im Nacken und Schulterbereich. Um sich bestens an die Rundungen anzupassen, brauchen sie eine Länge von etwa 30 bis 40 Zentimetern und optional Füllkammern. Für eine Schnellversion eignen sich Baumwollstrumpfhosen, aber auch lange Hosenbeine und Hemdärmel sind möglich.

Vorbereitung von Ärmeln und Hosenbeinen:

Trenne Ärmel oder Beine mit der Schere in der benötigten Länge und Breite ab. Bein- und Ärmelstoffe sind auf links zu drehen und am Ende mit einer Naht zu schließen. Solltest du den Ärmelteil mit dem Schlitz mitverwenden, nähe diesen überlappend zu, so dass das Knopfloch verschlossen ist.
Drehe den Stoff nun wieder auf rechts.

Endlich ist Kirschenzeit! Aber was tun mit den Kernen? Verwerte sie einfach weiter und mache daraus ein heilsames Kirschkernkissen. Hier erfährst du, wie.

Anleitung für Strumpfhosen, zugenähte Hosenbeine und Ärmel:

  1. Befülle die erste Kammer mit Kernen oder Körnern.
  2. Lege den Stoff auf den Tisch und verstreiche den Inhalt gleichmäßig. Lasse zwei Finger breit Luft, bevor du mit Nadeln die erste Kammer absteckst und zunähst.
  3. Gib erneut Füllmaterial in die nächste Kammer und verschließe auch diese auf identische Weise.
  4. Wiederhole diesen Befüllungsvorgang noch einige Male, so dass dein Wärmekissen 3-4 Kammern besitzt.
  5. Um das Ende nun zu verschließen, klappst du den Rand einmal nach innen, fixierst ihn gegeneinander und nähst ihn möglichst nahe an der Knickkante zu.

Für den Fall, dass du dir die Zeit für eine aufwendigere Näh-Aktion nehmen möchtest, findest du hier eine ausführliche Anleitung zum Nähen inklusive waschbarem Überzug.

Endlich ist Kirschenzeit! Aber was tun mit den Kernen? Verwerte sie einfach weiter und mache daraus ein heilsames Kirschkernkissen. Hier erfährst du, wie.

Anwendung zur Erwärmung

Die kunststofffreien Kissen können im Backofen oder der Mikrowelle erwärmt werden. Dabei sollten die folgenden Einstellungen nicht überschritten und die Dauer auch nicht verlängert werden. Beim Wiedererwärmen in kurzen Abständen muss das Kissen komplett ausgekühlt sein.

  • In der Mikrowelle auf trockenem Teller: 600 Watt, maximal 1 Minute
  • Im Backofen auf einem Gitter bei Umluft oder mit Ober- und Unterhitze: 100-150 °C, zirka 10 Minuten

Hinweise:

  • Beim allerersten Aufwärmen ist Achtsamkeit ratsam, denn jede Füllung ist in der Menge und im Stoff individuell.
  • Körner- und Kernekissen niemals unbeaufsichtigt erwärmen. Eine Brandgefahr ist nicht auszuschließen.
  • Stelle für eine bessere Erwärmung zusätzlich ein Wasserschälchen in den Ofen oder die Mikrowelle. Dadurch wird auch die Gefahr reduziert, dass Kerne oder Körner mit der Zeit porös werden und brechen.

Anwendung zur Kühlung

Zum Kühlen empfiehlt es sich, die Kissen in Gefäße zu legen und einzufrieren, damit sie nicht anfrieren oder Gerüche annehmen. Auch aus Hygienegründen ist dieses Vorgehen ratsam.

Nun bist du bestens gerüstet, um Kirschen mit noch mehr Freude zu vernaschen und im Anschluss daran die Kirschkern- oder Körnerkissenproduktion anzugehen.

Weitere Ideen für Stoff zum Upcyclen findest du in unserem Buchtipp:

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