Calendula-Tinktur selbst herstellen: Rezept, Wirkung und Anwendung
Die Ringelblume (Calendula) zählt zu den bekanntesten Heilpflanzen Europas. Seit Jahrhunderten schätzt man ihre leuchtenden Blüten, um gereizte Haut zu pflegen und die natürliche Wundheilung zu unterstützen. Besonders ihre intensiv hautberuhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften machen sie so wertvoll. In Form einer praktischen Tinktur lassen sich die wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanze optimal konservieren – so steht ihre heilende Kraft das ganze Jahr über zur Verfügung.
Rezept für Calendula-Tinktur
Für eine Ringelblumen-Tinktur werden die Blütenköpfe oder die einzelnen Blütenblätter der Ringelblume (Calendula officinalis) verwendet. Frisch geerntete Blüten können zwar theoretisch direkt verarbeitet werden. Allerdings enthalten sie viel Wasser. Dadurch sinkt der Alkoholgehalt des Ansatzes und die Haltbarkeit kann beeinträchtigt werden.
Für eine besonders stabile und lange haltbare Tinktur eignen sich daher leicht angetrocknete oder vollständig getrocknete Blüten am besten. Die Blüten sollten trocken, sauber und frei von Schimmel sein.
Folgendes wird benötigt:
- Eine Handvoll getrocknete Ringelblumenblüten (ca. 5 bis 10 g)
- 150 bis 200 ml Alkohol mit 50 bis 70 % Vol.
- Schraubglas
- Feines Sieb oder Tuch
- Braunglasflasche zur Aufbewahrung

Benötigte Zeit zum Ansetzen: 15 Minuten
So einfach gelingt die Herstellung der Calendula-Tinktur:
- Tinktur ansetzen
Die Ringelblumenblüten in ein sterilisiertes Schraubglas geben. Mit Alkohol übergießen, bis alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind.
- Ansatz ziehen lassen
Das Glas verschließen und den Ansatz vier bis sechs Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Das Glas während dieser Zeit alle zwei bis drei Tage leicht schwenken.
- Fertige Tinktur abfüllen
Die fertige Tinktur durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen. In eine sterilisierte Braunglasflasche füllen und beschriften.
Lagerung und Haltbarkeit
Die fertige Tinktur sollte lichtgeschützt, trocken und möglichst kühl gelagert werden. Bei ausreichendem Alkoholgehalt und sauberer Herstellung bleibt sie in der Regel mindestens ein Jahr haltbar. Häufig ist auch eine deutlich längere Haltbarkeit möglich. Veränderungen von Geruch, Farbe oder Aussehen können auf einen Verderb hinweisen.
Wirkung und Anwendung
Ringelblumen enthalten unter anderem Flavonoide, Carotinoide und Triterpene. Diese Inhaltsstoffe werden mit entzündungshemmenden und hautberuhigenden Eigenschaften in Verbindung gebracht1.
Äußerliche Anwendung
Die äußerliche Anwendung ist die traditionelle Hauptanwendung der Ringelblume. Verdünnte Calendula-Tinktur lässt sich bei leichten Hautreizungen, oberflächlichen Schürfwunden, trockener Haut sowie zur Pflege empfindlicher Haut verwenden.
Hinweis: Alkoholische Tinkturen niemals unverdünnt auf offene Wunden auftragen, da dies brennt und das Gewebe reizen kann.
Zur täglichen Hautpflege kann die verdünnte Tinktur auch als Gesichtswasser verwendet werden. Dafür 5 bis 10 Tropfen in etwa 50 ml Wasser geben und die Mischung mit einem Wattepad auf die gereinigte Haut auftragen. Besonders bei unreiner Haut kann dies Teil der morgendlichen oder abendlichen Pflegeroutine sein.
Alternativ lässt sich die verdünnte Tinktur gezielt mit einem Wattepad auf einzelne Hautunreinheiten auftragen. Die enthaltenen Pflanzenstoffe können die Haut beruhigen und leichte Rötungen mildern.
Außerdem eignet sich die Tinktur als Zusatz für selbst hergestellte Cremes, Salben oder Hautsprays.
Innerliche Anwendung
Calendula-Tinktur wird traditionell vor allem äußerlich verwendet. Gelegentlich findet sie jedoch auch innerlich Anwendung.
Zum Gurgeln bei leichten Reizungen im Mund und Rachen 5 bis 10 Tropfen Tinktur in einem Glas Wasser verdünnen. Die Lösung wird anschließend zum Spülen oder Gurgeln verwendet und nicht geschluckt2.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird Ringelblumen-Tinktur außerdem zur Unterstützung bei leichten Verdauungsbeschwerden eingesetzt3. Dafür werden wenige Tropfen (ca. 10–20 Tropfen) in einem Glas Wasser verdünnt eingenommen. Während die äußerliche Anwendung von Calendula gut dokumentiert ist, ist eine Wirksamkeit der innerlichen Anwendung allerdings wissenschaftlich nicht belegt.
Hinweis: Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten vorsichtig sein. Während Schwangerschaft und Stillzeit empfiehlt sich vor einer innerlichen Anwendung eine ärztliche Rücksprache.
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- Mishra AK et al. (2023). “A systematic review on the efficacy of Calendula officinalis in wound healing.” Journal of Ethnopharmacology, 302:115892. (DOI: 10.1016/j.jep.2023.115892) ↩︎
- Arora D et al. (2023). “Calendula officinalis: A potential therapeutic agent against oral pathogens – A clinical study.” Phytotherapy Research, 37(4):1456–1465 ↩︎
- EMA-HMPC (Europäische Arzneimittel-Agentur, 2021/aktualisiert 2024). “Community herbal monograph on Calendula officinalis L., flos.” Final version ↩︎
